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Wissenschaft

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Sachsen ist mitten im Klimawandel

22. September. 2008
22.September 2008
Die Zunahme der hellroten Einfärbung der Sachsenkarte für den Zeitraum 1991 bis 2005 verdeutlicht, dass die Temperatur im Jahresmittel um 0,7 Grad höher als im Zeitraum 1961 bis 1990 ist.

Anstieg der mittleren Jahrestemperatur Grafik:Klimaatlas

Wer vom abrupten Ende des Sommers 2008 schließt, dass der Klimawandel Sachsen verschont, wird eines Besseren belehrt. Und zwar vom regionalen Klimaatlas, den der Freistaat als erstes ostdeutsches Bundesland vorlegt. Das Werk belegt schwarz auf weiß: Sachsen ist mitten im Klimawandel. Die Temperatur stieg im Jahresdurchschnitt um 0,7 Grad. Die Sonne scheint häufiger. Im Frühjahr gibt es weniger Regen. Und im Winter bleibt selbst im Gebirge der Schnee aus. Das Institut für Meteorologie der TU Dresden erarbeitete im Auftrag des Freistaates den regionalen Klimaatlas auf der Basis meteorologischer Messungen, die in Sachsen seit 1901 erhoben werden, in Dresden sogar seit 1876. Umweltminister Frank Kupfer (CDU) stellte die Publikation heute am Rande der Tagung „Klimaforschung in Sachsen – Erkenntnisse für die Praxis“ im Deutschen Hygienemuseum vor.

Die Meteorologen der TU um Professor Christian Bernhofer zeichnen in dem Grundlagenwerk keine endloslangen Datenreihen nach, sondern griffen Temperatur, Niederschlag, Sonnenscheindauer und weitere Klimadaten in zwei Referenzzeiträumen heraus. „Die Jahre zwischen 1961 bis 1990 gelten in der Wissenschaft als normale Klimaperiode, die dem Verlauf von 100 Jahren entspricht“, erklärte Christian Bernhofer, weshalb dieser Zeitraum als Basis für den Vergleich mit den zurückliegenden 15 Jahren diente. Und so stehen sich die Ergebnisse der Analyse in Karten zur „Klimavergangenheit“ und zur „Klimagegenwart“ anschaulich gegenüber. Die Zunahme der hellroten Einfärbung der Sachsenkarte für den Zeitraum 1991 bis 2005 verdeutlicht, dass die Temperatur im Jahresmittel um 0,7 Grad höher als im Zeitraum 1961 bis 1990 ist. Und für das Frühjahr im Durchschnitt schon um 1 Grad angestiegen ist.

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„Dieser Temperaturanstieg in den letzten 15 Jahren hat mich doch erschreckt“, gibt Sachsens Umweltminister Kupfer zu. Handeln sei dringend geboten. „Der Klimaatlas ermöglicht die Klimafolgen abzuschätzen und Strategien zur Anpassung an den Klimawandel zu entwickeln“, so der Umweltminister. Er empfiehlt das Werk insbesondere Entscheidungsträgern in der Wirtschaft, Landwirtschaft und Politik. Eins steht schon mal fest: „Den Bau von Skiliften wird der Freistaat nicht mehr finanziell fördern“, so Kupfer. Beim Ausbleiben von Schnee aufgrund der milden Winter machen Skilifte im Erzgebirge keinen Sinn.

Der Freistaat reagiere bereits auf den Klimawandel. Der Umweltminister verwies auf das Waldumbauprogramm und das Programm zum Hochwasserschutz. Empfehlungen für die Landwirte, wo man in Sachsen langfristig welche Kulturen anbauen kann, würden folgen. Einen Aktionsplan Klima und Energie habe der Freistaat ebenfalls schon aufgestellt. Verbindliche Ziele zur Erhöhung des Anteils von erneuerbaren Energien sind in dem Aktionsplan allerdings nicht enthalten. Auch die sächsischen Braunkohlekraftwerke werden in dem Plan nicht hinterfragt.

Sachsens Umweltminister ist sich mit den Wissenschaftlern einig, die den hohen Ausstoß von Kohlendioxid für die globale Erwärmung verantwortlich machen. Mit der Emission von jährlich 60 Millionen Tonnen CO2, das meiste aus den Braunkohlekraftwerken, trägt Sachsen zur Anhäufung des Klimakillers bei. Trotz des Zusammenhangs und der neuen Erkenntnisse signalisiert Umweltminister Kupfer kein Umdenken. „Wir halten an der Braunkohle fest, wir brauchen den Energieträger“, erklärte er. Anstatt auf Klimaschutz setzt der Freistaat offensichtlich lieber auf Anpassung an den Klimawandel. Ein paar positive Seiten hat er für Sachsen auch, wie die Autoren des Klimaatlas festhalten. Die Vegetationszeit wird länger. Das dürfte die Gärtner und Landwirte freuen. Und die milden Winter helfen Heizkosten zu sparen.

„Sachsen im Klimawandel - eine Analyse“ kann zum Preis von 15,- EUR plus Nachnahmegebühr bestellt werden beim Zentralen Broschürenversand der Sächsischen Staatsregierung, Hammerweg 30, 01127 Dresden, Tel.: 0351/ 2103671, E-Mail: publikationen@sachsen.de

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Neue Direktfluglinie Dresden – Hamburg

Hamburg und Dresden  rücken enger zusammen, dank einer neuen Direktfluglinie. Die Bremer Regionalfluggesellschaft OLT Express Germany bedient die Strecke mit täglichen Flügen. Montag und Freitag heben die 50sitzigen Propellermaschinen vom Typ Saab 2000 sogar dreimal in Dresden und Hamburg  ab. Die Flugzeit beträgt 60 Minuten. Obwohl Dresden und Hamburg bereits seit über 20 Jahren Partnerstädte sind, waren sie bisher nicht im Direktflug erreichbar. Als Eröffnungsangebot ist der Hin- und Rückflug 199 Euro pro Person buchbar. www.oltexpress.de

Heiraten im Kulturrathaus

Brautpaare, die gern im Dresdner Barockviertel heiraten möchten, können sich ab Juni im Kulturrathaus, Königstraße 15, das Ja-Wort geben. Ihnen steht für die Eheschließung der Fritz-Löffler-Saal mit seiner historischen Holzbalkendecke zur Verfügung. Er bietet bis zu 144 Gästen Platz und verfügt über eine wunderbare Akustik. Für die musikalische Umrahmung kann der vorhandene Flügel genutzt werden. Von Mai bis Oktober immer samstags von 9 bis 13 Uhr können künftig im Kulturrathaus Ehen geschlossen werden. Die Termine vergibt das Standesamt Dresden, Goetheallee 55.  www.dresden.de/heiraten

Zum Geburtstag freier Eintritt in die Kunstsammlungen

Wer Geburtstag hat, bekommt üblicherweise Geschenke. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) beschenken seit diesem Jahr ihre Besucher an deren jeweiligem Geburtstag mit freiem Eintritt. „Geburtstagskinder“ jeden Alters legen an der Kasse ihren Personalausweis vor und erhalten an dem Tag freien Eintritt in alle Museen der SKD an den Standorten Dresden, Leipzig und Herrnhut. Diese Regelung gilt auch für das Historische Grüne Gewölbe und sämtliche Sonderausstellungen.

Online-Kalender der Dresdner Wissenschaft

Immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein, heißt auch, zu wissen, woran die Forscher arbeiten. Mit dem Start des Dresden Science Calendar werden alle wissenschaftlichen Veranstaltungen im Raum Dresden auf einen Blick zugänglich gemacht. Im Rahmen des Wissenschaftsnetzwerkes DRESDEN-concept und in Kooperation mit der Stadt  und der Sandstein Neue Medien GmbH ist eine für den Informationsaustausch über wissenschaftliche Veranstaltungen maßgeschneiderte Internetplattform entstanden. Jeder, einschließlich der wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit, kann alle Ankündigungen nach verschiedenen Kriterien gefiltert abrufen. Die Internetplattform bietet auch Schnittstellen an, um relevante Vorträge zu einmal ausgewählten Suchkriterien und persönlichen Interessen automatisch vorzusortieren und regelmäßig strukturierte Benachrichtigungen per RSS-feed, iCal-Kalenderabonnement oder über andere Datenkanäle zu erhalten. Der Dresden Science Calendar ergänzt damit die bestehenden Ankündigungssysteme der einzelnen Institute, aus welchen die Informationen automatisch synchronisiert werden. www. wissenschaft.dresden.de/calendar

Dresdner Stadt-Atlas

Kurz und knapp stellt sich Dresden im Stadt-Atlas vor. Er enthält Straßen- und Wegekarten und Informationen zum öffentlichen Nahverkehr. Er gibt Auskunft, wo sich öffentliche und kulturelle Einrichtungen, Fußgängerzonen, öffentliche Toiletten, Einbahnstraßen, Parkplätze und Taxi-Standorte befinden. Darüber hinaus empfiehlt der Stadt-Atlas mit Text, Karte und 3D-Ansicht einen Stadtrundgang durch die Altstadt und die Neustadt von Dresden. Ein weiterer Teil des Stadt-Atlasses befasst sich mit 20 Jahren Kommunalentwicklung. Daten, Karten und Statistiken beschreiben die Entwicklung, zum Beispiel von Wohnungsbau, Verkehrsprojekten, Natur- und Denkmalschutz. Alte und neue Luftbilder werden gegenübergestellt. Die Broschüre im A4-Format umfasst 98 Seiten und kostet 5,35 Euro. Sie ist erhältlich in ausgewählten Buchhandlungen und im Kundenservice des Städtischen Vermessungsamtes, World Trade Center, Ammonstraße 74, 2. OG, Zimmer 2852, Telefon 4 88 41 38 oder 4 88 41 16, Fax 4 88 39 64, E-Mail vermessungsamt-ks@dresden.de. Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr.  www.dresden.de/online-shop.

Justiz-Auktion im Internet

Die sächsische Justiz versteigert beschlagnahmte oder gepfändete Gegenstände auch via Internet. Sachsens Justizminister Martens (FDP) verspricht sich dadurch „bessere Verkaufschancen und höhere Erlöse im Interesse von Gläubigern und Schuldnern“. Sachsen nutzt zusammen mit anderen Bundesländern eine extra dafür eingerichtete Internetplattform, die rund um die Uhr von Interessenten zu erreichen ist, unter www.justiz-auktion.de

 

Klettern in der Sächsischen Schweiz weiter erlaubt

Im Naturschutzgebiet Sächsische Schweiz dürfen Klettersportler die Felsen erklimmen. Der Landtag passte dafür das Landesumweltrecht an das neue Bundesrecht unter Beibehaltung landesrechtlicher Regelungen an. „So wäre es zum Beispiel nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, in der Sächsischen Schweiz Klettersport zu betreiben“, so Umweltminister Frank Kupfer (CDU). „Das Felsklettern in der Sächsischen Schweiz hat eine lange Tradition. Die Sportverbände arbeiten aktiv im Naturschutz mit und betreiben ihren Sport sehr verantwortungsvoll“, erklärt der Minister, weshalb Sachsen mit der Gesetzesanpassung das Verbot umging.

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