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Dresdner Brennstoffzelle fürs Einfamilienhaus

01. April. 2009
01.April 2009
Was wie ein schwarzer Würfel aussieht, sind übereinander gestapelte Brennstoffzellen, englisch Stack. Als Herzstück eines künftigen Heizgerätes, wurden diese Stacks im IKTS Dresden entwickelt.

Ein Brennstoffzellen-Stapel (Stack) im Testfeld Foto: Holland

Bundesumweltminister Siegmar Gabriel (l.) lässt sich vom Leiter des IKTS, Alexander Michaelis (r.), die Einzelteile einer Brennstoffzelle erklären. In der Mitte Heinz Heumüller von der Firma Starck.

Die Erfolgsgeschichte, die Deutschland mit der Photovoltaik-Technik, der Umwandlung von Sonnenenergie in elektrische Energie schreibt, ließe sich wiederholen, ist Alexander Michaelis, Leiter des Dresdner Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) überzeugt. Und zwar mit einem von der Sonne unabhängigen System. Das IKTS entwickelte den Strom- und Wärmelieferanten von morgen: eine Hochtemperatur-Brennstoffzelle mit Festelektrolyt (Solid Oxide Fuel Cells, SOFC) zur Energieversorgung von Einfamilienhäusern. Um die Technik in den Markt einzuführen, müsste der Bund wie bei der Förderung der Photovoltaikanlagen auf den Dächern nun ein „Kellerprogramm“ auflegen, regte der Chef des IKTS bei einem Besuch von Bundesumweltminister Siegmar Gabriel (SPD) gestern im Institut auf der Winterbergstraße an.

Die Brennstoffzelle Made in Dresden darf man sich rein äußerlich als Herzstück eines Heizkessels vorstellen, der wohl in den meisten Fällen im Keller nahe der Erdgasleitung oder der Heizöltanks steht. Keine Angst vor Explosionen, wie man die Wirkung von Brennstoffzellen noch aus der Schule kennt. Das Bild vom unkontrollierten Zusammentreffen von Wasserstoff und Sauerstoff ist längst überholt. Nur eins gilt noch. Der Kern der Brennstoffzelle besteht aus zwei Elektroden, der Anode (Minuspol) und der Kathode (Pluspol), getrennt durch einen festen, ionendurchlässigen Elektrolyt. Wasserstoff wird der Anode zugeführt und teilt sich in Elektronen und Protonen. Die freien Elektronen im äußeren Kreislauf liefern einen Gleichstrom. Die Protonen diffundieren durch die Elektrolytmembran zu der Kathode. An der Kathode rekombinieren Sauerstoff aus der Luft, Elektronen aus dem äußeren Kreislauf und Protonen und ergeben Wasser und Wärme.

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Doch der Hochtemperatur-Brennstoffzelle muss kein reiner Wasserstoff zugeführt werden. Die Dresdner Entwicklung kann den in verschiedensten Kraftstoffen enthaltenen Wasserstoff in Strom umwandeln. „Unsere Module funktionieren mit Erdgas, Heizöl oder Bio-Diesel“, erklärt Christian Wunderlich, Geschäftsführer der Staxera GmbH. Das Unternehmen gründete sich 2005 aus dem IKTS aus, um Brennstoffzellen-Stapel herzustellen. Denn jede einzelne Zelle, die kleiner als ein DIN-A5-Blatt ist, liefert nur einen ganz geringen Strom. Erst ein Stapel (englisch Stack) von 30 Stück ergibt eine brauchbare Brennstoffzelle.  „Wir haben weltweit die besten Stacks“, betonte Geschäftsführer Christian Wunderlich gegenüber dem Bundesumweltminister.

Keiner der drei ernstzunehmenden Konkurrenten in Dänemark, den USA und Japan könne bisher eine Lebensdauer seiner Module von 13000 Stunden nachweisen und den Elektrolyten so preisgünstig herstellen. Auch der im IKTS entwickelte besteht aus Zirkonoxid - einer Keramik, die für die Beschichtung von Messern oder Herstellung von Zahnkronen verwendet wird. „Doch wir mischen dem Zirkonoxid noch Zusätze bei, die den Elektrolyten dünner und zugleich stabiler machen“, erklärt Alexander Michaelis. Die dünne Elektrolytschicht zwischen Katode und Anode in der Dresdner Hochtemperatur-Brennstoffzelle reagiert schon bei 850 Grad Celsius, das schont die Materialien.

Insofern ist der Einsatz des Mini-Kraftwerkes im Einfamilienhaus nicht mehr weit. „Wir haben mit dem Heizungshersteller Vaillant einen Kooperationsvertrag für Langzeittest abgeschlossen“, sagt der Leiter des IKTS. Für das neue Brennstoffzellen-Heizgerät von Vaillant liefert die Staxera GmbH die gewünschten Stacks mit einer Leistung von einem Kilowatt. In dem Modul werde ein Kilowatt Erdgas in 350 Watt Strom umgewandelt und trotz 850 Grad Celsius Betriebstemperatur entstünde eine geringe Wärmemenge, sodass der Wärmetauscher klein gehalten werden kann. „Die ersten Brennstoffzellen-Heizgeräte – egal von welcher Firma – werden die Interessenten aber nicht vor 2011 kaufen können“, meint der Staxera-Chef.

(Brigitte Holland)

Kommentare

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Peter Schmidt

Am 23. March. 2011 um 06:09 Uhr

Habe in unserem Einfamilienhaus 69483 Wald-Michelbach noch einen Heizkessel aus den Sechzigern. Den würde ich gerne auswechseln.
Ab wann,und wo kann ich die Brennstoffzelle für´s Eigenheim kaufen?

 

Dietmar Piesker

Am 19. December. 2010 um 13:19 Uhr

Ich bin sehr überrascht und hocherfreut, das es in Sachen Brennstoffzelle für den buchstäblichen Hausgebrauch so gut voran geht.
Ich bin stark interssiert, weil ich angesichts der Verfügbarkeit als auch der Preise herkömmlicher Energieträger die wahre Zukunft sehe.
Würde auch in meinem Haus eine Pilotanlage installieren keine
Frage. Ich werde diesen Entwicklungsstand genau verfolgen.

 

Tilo Dick

Am 21. June. 2009 um 13:01 Uhr

mich intersieren die Brennstoffzellen für Wohnhaus mit 3 Wohnungen

 
 

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Zum Geburtstag freier Eintritt in die Kunstsammlungen

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Online-Kalender der Dresdner Wissenschaft

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Kurz und knapp stellt sich Dresden im Stadt-Atlas vor. Er enthält Straßen- und Wegekarten und Informationen zum öffentlichen Nahverkehr. Er gibt Auskunft, wo sich öffentliche und kulturelle Einrichtungen, Fußgängerzonen, öffentliche Toiletten, Einbahnstraßen, Parkplätze und Taxi-Standorte befinden. Darüber hinaus empfiehlt der Stadt-Atlas mit Text, Karte und 3D-Ansicht einen Stadtrundgang durch die Altstadt und die Neustadt von Dresden. Ein weiterer Teil des Stadt-Atlasses befasst sich mit 20 Jahren Kommunalentwicklung. Daten, Karten und Statistiken beschreiben die Entwicklung, zum Beispiel von Wohnungsbau, Verkehrsprojekten, Natur- und Denkmalschutz. Alte und neue Luftbilder werden gegenübergestellt. Die Broschüre im A4-Format umfasst 98 Seiten und kostet 5,35 Euro. Sie ist erhältlich in ausgewählten Buchhandlungen und im Kundenservice des Städtischen Vermessungsamtes, World Trade Center, Ammonstraße 74, 2. OG, Zimmer 2852, Telefon 4 88 41 38 oder 4 88 41 16, Fax 4 88 39 64, E-Mail vermessungsamt-ks@dresden.de. Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr.  www.dresden.de/online-shop.

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Die sächsische Justiz versteigert beschlagnahmte oder gepfändete Gegenstände auch via Internet. Sachsens Justizminister Martens (FDP) verspricht sich dadurch „bessere Verkaufschancen und höhere Erlöse im Interesse von Gläubigern und Schuldnern“. Sachsen nutzt zusammen mit anderen Bundesländern eine extra dafür eingerichtete Internetplattform, die rund um die Uhr von Interessenten zu erreichen ist, unter www.justiz-auktion.de

 

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