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Der Ruf aus Dresden erreichte ihn in der Wüste. Das Handy klingelte in Saudi Arabien, wo er gerade für ein arabisches Unternehmen an einem Gutachten schrieb. Nachdem er ad hoc Listen mit Fragen von einem Tag auf den anderen stets pünktlich bis 9 Uhr beantwortet hatte, ging alles recht schnell. Die Findungskommission nahm ihre Arbeit auf. Der Hochschulrat trat zusammen. Am 16. Juni wählte der Erweiterte Senat der TU Dresden Hans Müller-Steinhagen zum neuen Rektor. Der Stuttgarter Professor für Thermodynamik tritt die Nachfolge von Hermann Kokenge an, dessen Amtszeit nach 6,5 Jahren endete.
„Eigentlich bin ich noch gar nicht Rektor. Und auf Detailfragen kann ich ihnen auch noch nicht antworten“, gibt sich der Wissenschaftler mit einer schillernden Karriere bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in Dresden bescheiden. 17 Jahre lang arbeitete er in leitenden Positionen an verschiedenen Universitäten in England, Neuseeland und Kanada. Und noch ist Hans Müller-Steinhagen Direktor des Instituts für Technische Thermodynamik am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Direktor des Institutes für Thermodynamik und Wärmetechnik der Uni Stuttgart. Damit trägt er Verantwortung für 276 Mitarbeiter. Sie könne er trotz der Wahl nicht einfach stehen lassen, insofern behält er sich einen fließenden Übergang von der alten in die neue Position vor.
Zwei Tage in der Woche sei er bisher in Dresden. Ab 20. Juli werde er dann nicht wie ursprünglich geplant, in Florida seinen Jahresurlaub verbringen, sondern sich in Dresden einarbeiten. Tauchen im Golf von Mexiko ist derzeit ohnehin kein Vergnügen. „Die offizielle Ernennung zum Rektor wird Mitte August sein“, so Müller-Steinhagen. Angesichts der Zeitschiene zerstreute er die Befürchtungen, dass die TU Dresden wegen des Wechsels an der Spitze die Bewerbung für die nächste Runde der Exzellenzinitiative verpassen könnte: „Ich fange ja nicht bei Null an. Die Vorbereitungen laufen. Wir werden die Antragsskizze am 1. September einreichen.“ Details mochte der Forschungsmanager nicht preisgeben. „Das ist ein Wettbewerb zwischen den Hochschulen, um die besten Ideen.“ Die plaudere man nicht zu früh aus.
Insofern wollte sich Müller-Steinhagen auch noch nicht zur künftigen Positionierung der TU Dresden im nationalen und internationalen Wettbewerb äußern. Eine Volluniversität soll sie nach seiner Auffassung aber bleiben. „Die Medizin und die Geisteswissenschaften sind eine Stärke der TU.“ Wer sie einsparen will, würde die Natur- und Ingenieurwissenschaften schwächen. Der neue Mann an der Spitze der Hochschule legt großen Wert auf die „interdisziplinäre Zusammenarbeit“. Gern erinnert er sich an seine Zeit an der Uni Surry in England, wo in einem Umwelt- und Nachhaltigkeitsprojekt 25 Forscher verschiedenster Fachrichtungen vereint waren. „Richtungsweisende Fortschritte werden an den Schnittstellen zwischen den Wissenschaften gemacht“, ist der neue Rektor der TU Dresden überzeugt.
Der 1954 in Karlsruhe geborene Hans Müller-Steinhagen studierte in seiner Heimatstadt Maschinenbau, promovierte dort 1984 in Verfahrenstechnik und habilitierte 1999 an der Uni Erlangen-Nürnberg in Angewandter Thermodynamik. Zwischenzeitlich arbeitete er ein Jahr an der British Columbia Uni Vancouver in Kanada, sieben Jahre an der Uni Auckland in Neuseeland und schon vor seiner Habilitierung als Dekan in England. Vor allem dort sammelte er Erfahrungen in der Umstrukturierung von Fakultäten zu Hochschulen mit eigenem Jahresplan und Budget-Hoheit.
In seiner Doppelfunktion als Professor für Thermodynamik an der Uni Stuttgart und am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) lehrt und forscht Müller-Steinhagen an der Wärme- und Stoffübertragung von Mehrphasen- und Mehrkomponentensystemen, zur Konstruktion von Wärmeüberträgern, zu solarer Energietechnik und Brennstoffzellen. Das DLR beispielsweise ist an dem spektakulären Wüsten-Strom-Projekt (Desertec) beteiligt, an der Technologieentwicklung für solarthermische Kraftwerke in der afrikanischen Wüste, die ganz Europa mit Strom versorgen könnten. Außerdem entwickelte das DLR das erste mit Brennstoffzellen betriebene Flugzeug mit.
Der renommierte Wissenschaftler denkt nun für die TU Dresden weit voraus. Und der Hochschullehrer weiß, wie gute Lehre funktioniert, wie man Forschung managen muss und welche Strukturen an Hochschulen Erfolg versprechen. Mit seinen Erfahrungen will er in seinem neuen Amt „nochmals richtig Gas geben“. In spätestens zehn Jahren soll die TU Dresden, die in Rankings derzeit Platz 280 einnimmt, zu den besten 100 Unis in der Welt gehören. Insofern will Müller-Steinhagen seine DRL-Krawatte auch so schnell wie möglich gegen eine von der TU eintauschen und zusammen mit seiner Frau Renate nach Dresden ziehen. Sohn Patrick studiert vorerst an der Uni in Katar weiter. Schon wegen der familiären Bande ist Müller-Steinhagen auch künftig immer mal wieder in der Wüste unterwegs.
Am 03. August. 2010 um 19:57 Uhr
Klingt interessant: "Die Medizin und die Geisteswissenschaften sind eine Stärke der TU". Allerdings war bisher davon nichts zu vernehmen.
Diesen Satz als Programm und geistiger Hintergrund kann diese Uni sehr erfolgreich sein.
Alles Gute Prof. Müller Steinhagen.
Manfred Eckelt
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Wer Geburtstag hat, bekommt üblicherweise Geschenke. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) beschenken seit diesem Jahr ihre Besucher an deren jeweiligem Geburtstag mit freiem Eintritt. „Geburtstagskinder“ jeden Alters legen an der Kasse ihren Personalausweis vor und erhalten an dem Tag freien Eintritt in alle Museen der SKD an den Standorten Dresden, Leipzig und Herrnhut. Diese Regelung gilt auch für das Historische Grüne Gewölbe und sämtliche Sonderausstellungen.
Immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein, heißt auch, zu wissen, woran die Forscher arbeiten. Mit dem Start des Dresden Science Calendar werden alle wissenschaftlichen Veranstaltungen im Raum Dresden auf einen Blick zugänglich gemacht. Im Rahmen des Wissenschaftsnetzwerkes DRESDEN-concept und in Kooperation mit der Stadt und der Sandstein Neue Medien GmbH ist eine für den Informationsaustausch über wissenschaftliche Veranstaltungen maßgeschneiderte Internetplattform entstanden. Jeder, einschließlich der wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit, kann alle Ankündigungen nach verschiedenen Kriterien gefiltert abrufen. Die Internetplattform bietet auch Schnittstellen an, um relevante Vorträge zu einmal ausgewählten Suchkriterien und persönlichen Interessen automatisch vorzusortieren und regelmäßig strukturierte Benachrichtigungen per RSS-feed, iCal-Kalenderabonnement oder über andere Datenkanäle zu erhalten. Der Dresden Science Calendar ergänzt damit die bestehenden Ankündigungssysteme der einzelnen Institute, aus welchen die Informationen automatisch synchronisiert werden. www. wissenschaft.dresden.de/calendar
Kurz und knapp stellt sich Dresden im Stadt-Atlas vor. Er enthält Straßen- und Wegekarten und Informationen zum öffentlichen Nahverkehr. Er gibt Auskunft, wo sich öffentliche und kulturelle Einrichtungen, Fußgängerzonen, öffentliche Toiletten, Einbahnstraßen, Parkplätze und Taxi-Standorte befinden. Darüber hinaus empfiehlt der Stadt-Atlas mit Text, Karte und 3D-Ansicht einen Stadtrundgang durch die Altstadt und die Neustadt von Dresden. Ein weiterer Teil des Stadt-Atlasses befasst sich mit 20 Jahren Kommunalentwicklung. Daten, Karten und Statistiken beschreiben die Entwicklung, zum Beispiel von Wohnungsbau, Verkehrsprojekten, Natur- und Denkmalschutz. Alte und neue Luftbilder werden gegenübergestellt. Die Broschüre im A4-Format umfasst 98 Seiten und kostet 5,35 Euro. Sie ist erhältlich in ausgewählten Buchhandlungen und im Kundenservice des Städtischen Vermessungsamtes, World Trade Center, Ammonstraße 74, 2. OG, Zimmer 2852, Telefon 4 88 41 38 oder 4 88 41 16, Fax 4 88 39 64, E-Mail vermessungsamt-ks@dresden.de. Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr. www.dresden.de/online-shop.
Die sächsische Justiz versteigert beschlagnahmte oder gepfändete Gegenstände auch via Internet. Sachsens Justizminister Martens (FDP) verspricht sich dadurch „bessere Verkaufschancen und höhere Erlöse im Interesse von Gläubigern und Schuldnern“. Sachsen nutzt zusammen mit anderen Bundesländern eine extra dafür eingerichtete Internetplattform, die rund um die Uhr von Interessenten zu erreichen ist, unter www.justiz-auktion.de
Im Naturschutzgebiet Sächsische Schweiz dürfen Klettersportler die Felsen erklimmen. Der Landtag passte dafür das Landesumweltrecht an das neue Bundesrecht unter Beibehaltung landesrechtlicher Regelungen an. „So wäre es zum Beispiel nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, in der Sächsischen Schweiz Klettersport zu betreiben“, so Umweltminister Frank Kupfer (CDU). „Das Felsklettern in der Sächsischen Schweiz hat eine lange Tradition. Die Sportverbände arbeiten aktiv im Naturschutz mit und betreiben ihren Sport sehr verantwortungsvoll“, erklärt der Minister, weshalb Sachsen mit der Gesetzesanpassung das Verbot umging.
Mit Kompass und Karte unterwegs zu sein, ist die gewohnte Art, Sachsen wandernd zu entdecken. Doch die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS) hält für alle Rucksack-Touristen auch Online-Wanderpläne für die sechs beliebtesten Wanderrouten bereit: den Sächsischen Weinwanderweg, den Malerweg, Oberlausitzer Bergweg, Vogtland Panorama Weg, für die Kammtour Erzgebirge-Vogtland und den Muldentalwanderweg. Alle wichtigen Details vom Streckenverlauf über Schwierigkeitsgrad bis hin zu Rastplätzen und Entfernungen sowie die gps-Daten sind auf den Wanderseiten zu finden. Wofür die TMGS mit dem Freizeit- und Tourismusportal AlpRegio kooperiert. www.sachsen-tourismus.de
Die Stadt Dresden bietet ein interaktives Internetportal zur kulturellen Bildung an: Kinder, Jugendliche und Erwachsene, aber auch Familien und Schulklassen können auf dem Portal nach geeigneten Kursen und Veranstaltungen suchen. Kultureinrichtungen können ihre Angebote selbstständig einpflegen und aktualisieren. Das Portal beruht auf einer Kooperation zwischen dem Kulturamt und der Medien Verlags GmbH. Es wird aus Fördermitteln des Sächsischen Wissenschaftsministeriums und der Stadt finanziert. www.dresdner-kulturelle-bildung.de
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