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Tanz der Bagger an der Altmarkt-Galerie

21. April. 2009
21.April 2009
Gleich mehrere Bagger brechen dem 1968 errichteten Bürogebäude des einstigen VEB Komplette Chemieanlagen, dem späteren Linde-Haus, das Genick.

Brachialer Abriss an der Wilsdruffer Straße Fotos: Holland

Der Anbau am einstigen Intecta-Möbelhaus aus den 30er Jahren ist bereits dem Erdboden gleich gemacht.

Die von Manfred Schomers und Andreas Teigeler entworfenen Neubauten der erweiterten Altmarkt-Galerie entlang der Wilsdruffer Straße zwischen Altmarkt und Postplatz.

Staub wirbelt seit Tagen im Dresdner Zentrum auf. Denn zwischen Altmarkt und Postplatz tanzen die Abriss-Bagger. Beißen sich entlang der südlichen Wilsdruffer Straße in den Schutt des bereits abgetragenen Intecta-Möbelhauses aus den 30er Jahren und brechen dem Linde-Haus, dem 1968 errichteten Bürokomplex des einstigen VEB Komplette Chemieanlagen, gerade das Genick. Dresdens Altmarkt-Galerie erweitert sich brachial. Schlossen die bisherigen Neubauten seit 1990 größtenteils Kriegswunden, produziert der Ausbau des Shopping-Centers zunächst mal eine bizarre Trümmerarchitektur.

Doch die Beton reißenden Bagger der THK Rückbau GmbH aus dem thüringischen Hermsdorf kreisen unermüdlich, um das Krieg assoziierende Bild mitten im Herzen von Dresden schnell aus der Köpfen der Passanten zu verdrängen. So sollen nach Angabe der Firma schon bis Juni/Juli 20000 Kubikmeter Bauschutt und 30000 Kubikmeter Aushub abtransportiert und eine gigantische Baugrube von 11000 Quadratmetern ausgehoben sein. Auf dem jungfräulichen Baugrund an der südlichen Wilsdruffer Straße sollen dann bis Frühjahr 2011 zwei große Gebäude mit der als Durchgang auferstehenden Tuchmachergasse in der Mitte in die Höhe wachsen.

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Die Erweiterung vollzieht sich auf geschichtsträchtigem Boden, der von den Anfängen der Stadt erzählt. Bis zur Zerstörung Dresdens war das Areal westlich des Altmarktes kleinteilig bebaut. Archäologen gruben an dem zu DDR-Zeiten noch unangetasteten Teil der einstigen Scheffelstraße hinter dem Linde-Haus Keramikscherben aus dem 13. Jahrhundert aus. Sie belegen eine 750 Jahre alte Siedlungsgeschichte. Doch sie wird wie schon in der sozialistischen Ära begonnen endgültig großflächig überbaut. Allein die neuen Eingänge des Konsumtempels vom Postplatz und der Wilsdruffer Straße werden noch an die alten Wegebeziehungen erinnern. Wie die Webergasse bereits zur Ost-West-Achse zwischen Altmarkt und Wallstraße mutierte, wird auch die Tuchmachergasse lediglich zum Endstück der Nord-Süd-Achse zwischen Wilsdruffer Straße und Dr.-Külz-Ring erhoben.

Zu den bereits bestehenden 26000 Quadratmeter Verkaufsfläche in der Altmarkt-Galerie kommen 18000 Quadratmeter auf drei Ebenen in den neuen Gebäuden hinzu. 90 kleine Geschäfte mit einer Fläche von 200 bis 1000 Quadratmeter sind konzipiert. Die Obergeschosse sind für Büros und ein kleines Hotel vorgesehen. Der Kopfbau des einstigen Intecta-Möbelhauses – ein inzwischen unter Denkmalschutz stehendes Zeugnis des Wiederaufbaus gleich nach dem Krieg – ist in das Projekt integriert. Die Architekten Manfred Schomers und Andreas Teigeler respektierten in ihrem Entwurf die besondere Stellung. Die neuen Häuser drängen nicht in die gleiche Höhe und der neue Anbau lässt ein Spiel mit dem berühmten Dresdner Hochrechteckfenster erkennen.

Damit hat sich aber auch schon der Dresden-Bezug erledigt. In Dresden-Blogs hagelt es Kritik an der „Investorenarchitektur“, „an den sterilen Bauten, die zum gesichtslosen Kubus am Postplatz passen“. Diesmal nicht allein, sondern zusammen mit der Deutschen Euroshop (DES) und der TLG-Immobilen GmbH investiert die Hamburger ECE-Gruppe 150 Millionen Euro in die Erweiterung. Ihre Einkaufszentren funktionieren bisher bundesweit bestens. Die Architektur des Zeitgeistes stört offensichtlich nicht beim Shoppen.

(Brigitte Holland)

Kommentare

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Stadtgänger

Am 28. June. 2009 um 18:26 Uhr

... [Warum stand denn nur der Kopfbau des Intecta-Hauses unter Denkmalschutz? War denn die Längsseite ein spätere Hinzufügung? Das war doch keine schlechte Architektur, warum wurde hier die Genehmigung zum Abri erteilt?]...

http://www.das-neue-dresden.de/warenhaus.html

 

Elbnymphe (Webseite)

Am 23. April. 2009 um 14:14 Uhr

Warum stand denn nur der Kopfbau des Intecta-Hauses unter Denkmalschutz? War denn die Längsseite ein spätere Hinzufügung? Das war doch keine schlechte Architektur, warum wurde hier die Genehmigung zum Abri erteilt?

 
 

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Zum Geburtstag freier Eintritt in die Kunstsammlungen

Wer Geburtstag hat, bekommt üblicherweise Geschenke. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) beschenken seit diesem Jahr ihre Besucher an deren jeweiligem Geburtstag mit freiem Eintritt. „Geburtstagskinder“ jeden Alters legen an der Kasse ihren Personalausweis vor und erhalten an dem Tag freien Eintritt in alle Museen der SKD an den Standorten Dresden, Leipzig und Herrnhut. Diese Regelung gilt auch für das Historische Grüne Gewölbe und sämtliche Sonderausstellungen.

Online-Kalender der Dresdner Wissenschaft

Immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein, heißt auch, zu wissen, woran die Forscher arbeiten. Mit dem Start des Dresden Science Calendar werden alle wissenschaftlichen Veranstaltungen im Raum Dresden auf einen Blick zugänglich gemacht. Im Rahmen des Wissenschaftsnetzwerkes DRESDEN-concept und in Kooperation mit der Stadt  und der Sandstein Neue Medien GmbH ist eine für den Informationsaustausch über wissenschaftliche Veranstaltungen maßgeschneiderte Internetplattform entstanden. Jeder, einschließlich der wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit, kann alle Ankündigungen nach verschiedenen Kriterien gefiltert abrufen. Die Internetplattform bietet auch Schnittstellen an, um relevante Vorträge zu einmal ausgewählten Suchkriterien und persönlichen Interessen automatisch vorzusortieren und regelmäßig strukturierte Benachrichtigungen per RSS-feed, iCal-Kalenderabonnement oder über andere Datenkanäle zu erhalten. Der Dresden Science Calendar ergänzt damit die bestehenden Ankündigungssysteme der einzelnen Institute, aus welchen die Informationen automatisch synchronisiert werden. www. wissenschaft.dresden.de/calendar

Dresdner Stadt-Atlas

Kurz und knapp stellt sich Dresden im Stadt-Atlas vor. Er enthält Straßen- und Wegekarten und Informationen zum öffentlichen Nahverkehr. Er gibt Auskunft, wo sich öffentliche und kulturelle Einrichtungen, Fußgängerzonen, öffentliche Toiletten, Einbahnstraßen, Parkplätze und Taxi-Standorte befinden. Darüber hinaus empfiehlt der Stadt-Atlas mit Text, Karte und 3D-Ansicht einen Stadtrundgang durch die Altstadt und die Neustadt von Dresden. Ein weiterer Teil des Stadt-Atlasses befasst sich mit 20 Jahren Kommunalentwicklung. Daten, Karten und Statistiken beschreiben die Entwicklung, zum Beispiel von Wohnungsbau, Verkehrsprojekten, Natur- und Denkmalschutz. Alte und neue Luftbilder werden gegenübergestellt. Die Broschüre im A4-Format umfasst 98 Seiten und kostet 5,35 Euro. Sie ist erhältlich in ausgewählten Buchhandlungen und im Kundenservice des Städtischen Vermessungsamtes, World Trade Center, Ammonstraße 74, 2. OG, Zimmer 2852, Telefon 4 88 41 38 oder 4 88 41 16, Fax 4 88 39 64, E-Mail vermessungsamt-ks@dresden.de. Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr.  www.dresden.de/online-shop.

Justiz-Auktion im Internet

Die sächsische Justiz versteigert beschlagnahmte oder gepfändete Gegenstände auch via Internet. Sachsens Justizminister Martens (FDP) verspricht sich dadurch „bessere Verkaufschancen und höhere Erlöse im Interesse von Gläubigern und Schuldnern“. Sachsen nutzt zusammen mit anderen Bundesländern eine extra dafür eingerichtete Internetplattform, die rund um die Uhr von Interessenten zu erreichen ist, unter www.justiz-auktion.de

 

Klettern in der Sächsischen Schweiz weiter erlaubt

Im Naturschutzgebiet Sächsische Schweiz dürfen Klettersportler die Felsen erklimmen. Der Landtag passte dafür das Landesumweltrecht an das neue Bundesrecht unter Beibehaltung landesrechtlicher Regelungen an. „So wäre es zum Beispiel nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, in der Sächsischen Schweiz Klettersport zu betreiben“, so Umweltminister Frank Kupfer (CDU). „Das Felsklettern in der Sächsischen Schweiz hat eine lange Tradition. Die Sportverbände arbeiten aktiv im Naturschutz mit und betreiben ihren Sport sehr verantwortungsvoll“, erklärt der Minister, weshalb Sachsen mit der Gesetzesanpassung das Verbot umging.

Online-Wanderpläne für Sachsen

Mit Kompass und Karte unterwegs zu sein, ist die gewohnte Art, Sachsen wandernd zu entdecken. Doch die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS) hält für alle Rucksack-Touristen auch Online-Wanderpläne für die sechs beliebtesten Wanderrouten bereit: den Sächsischen Weinwanderweg, den Malerweg, Oberlausitzer Bergweg, Vogtland Panorama Weg, für die Kammtour Erzgebirge-Vogtland und den Muldentalwanderweg. Alle wichtigen Details vom Streckenverlauf über Schwierigkeitsgrad bis hin zu Rastplätzen und Entfernungen sowie die gps-Daten sind auf den Wanderseiten zu finden. Wofür die TMGS mit dem Freizeit- und Tourismusportal AlpRegio kooperiert.  www.sachsen-tourismus.de

Internetportal zur kulturellen Bildung

Die Stadt Dresden bietet ein interaktives Internetportal zur kulturellen Bildung an: Kinder, Jugendliche und Erwachsene, aber auch Familien und Schulklassen können auf dem Portal nach geeigneten Kursen und Veranstaltungen suchen. Kultureinrichtungen können ihre Angebote selbstständig einpflegen und aktualisieren. Das Portal beruht auf einer Kooperation zwischen dem Kulturamt und der Medien Verlags GmbH. Es wird aus Fördermitteln des Sächsischen Wissenschaftsministeriums und der Stadt finanziert. www.dresdner-kulturelle-bildung.de

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