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Wirtschaft

Regierung will CO2-ärmere Autos fahren

09. Juli. 2008
09.Juli 2008
Der Ausstoß von Treibhausgasen, darunter Kohlendioxid, Methan und Distickstoffmonoxid in Sachsen. 1998 und 1999 sank in Sachsen der Ausstoß, weil alte Kohlekraftwerke stillgelegt worden waren.

Treibhausgasemissionen Grafik: Umweltministerium

Der Klimawandel macht vor Sachsen keinen Halt. Die Gewissheit veranlasste den Freistaat einen Aktionsplan Klima und Energie aufzustellen. Der Plan bündelt erstmals verschiedene Maßnahmen zum Klimaschutz, für eine nachhaltige Energieversorgung und zur Anpassung an den Klimawandel in Sachsen. Rund 200 Vorhaben sind aufgelistet. Die meisten beziehen sich auf den sparsameren Umgang mit Energie, um den Verbrauch von fossilen Brennstoffen und die Emission von Kohlendioxid zu reduzieren. Mit kleinen Schritten geht die Staatsregierung gegen den Klimakiller Nummer eins voran. Ab 2009 sollen nur noch Autos mit einem CO2-Ausstoß von 140 g pro Kilometer gemietet oder gekauft werden und ab 2012 nur noch mit 120g CO2/km. Und bei Dienstreisen mit dem Flugzeug wird der Kohlendioxidausstoß künftig durch Klimaschutzprojekte in Sachsen kompensiert. 160000 Euro kämen da pro Jahr zusammen.

Mit welchem Autotyp sie im nächsten Jahr vorfahren werden, das konnte weder Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) noch der neue Umwelt- und Landwirtschaftsminister, Frank Kupfer (CDU), bei der Vorstellung des Aktionsplanes sagen. Ein Fiat Panda wird es gewiss nicht sein. Die Minister rechnen mit der Weiterentwicklung deutscher Autos, um trotz Sparsamkeit nicht auf Komfort verzichten zu müssen. Die Frage, was mit den  Phaetons (230g CO2/km) wird, die zum Bestand der Fahrbereitschaft der sächsischen Staatsregierung gehören, blieb ebenfalls unbeantwortet.

Die Neuausrichtung der Kfz-Beschaffung, der Ausgleich der C02-Emissionen von Dienstreisen, der Passivhausstandard für alle Immobilien des Freistaates oder das Modellprojekt für energieeffizientes Sanieren gehören zu den konkreten Projekten, ansonsten bleibt der Aktionsplan doch sehr allgemein. Da  ist viel von Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und Unterstützung die Rede. Im Kapitel zum Verkehr wird zwar festgestellt, dass er nach den Großkraftwerken zur Stromerzeugung in Sachsen der zweitgrößte Verursacher von CO2 Emissionen und nach den Haushalten der Sektor mit dem zweithöchsten Endenergieverbrauch ist. Doch einen durchgreifenden Lösungsansatz sucht man vergeblich, um beispielsweise den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Da wird nur von „Bündelung und umweltverträglicher Gestaltung des Güterverkehrs“ gesprochen.

Der große Wurf ist der Aktionsplan Klima und Energie nicht, auch wenn er bis zum Jahr 2013 mit einer Fördersumme von 60 Millionen Euro untersetzt ist. Bezuschussen will der Freistaat die „Umsetzung von Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz in Unternehmen“. Mit weiteren 20 Millionen Euro jährlich will er neue Technologien fördern, darunter auch die Carbon-Capture-and-Storage-Technologie (CCS) zur deutlichen Reduzierung der CO2-Emissionen aus Braunkohlekraftwerken. Dabei wird das entstehende CO2 gebunden und in tiefe Erdschichten transportiert und dort gelagert. Obwohl die Braunkohlenkraftwerke das meiste der jährlich 60 Millionen Tonnen Kohlendioxid in Sachsen in die Luft blasen, hält der Freistaat an der Braunkohle fest.

Er widmet aber im Aktionsplan den erneuerbaren Energien ein ganzes Kapitel. „Unternehmen, die Anlagen für die Nutzung erneuerbarer Energien entwickeln, herstellen und betreiben, wollen wir unterstützen“, so Wirtschaftsminister Jurk. Das ist dringend notwendig, denn derzeit wird in Sachsen gerade mal 5,4 Prozent der Wärme und 11,5 Prozent des Stroms auf der Basis von erneuerbaren Energien produziert. Insofern setzt der Aktionsplan auf die Anpflanzung nachwachsender Rohstoffe und Biomasse. Das Windenergiekonzept soll überarbeitet und die tiefengeothermischen Potenziale erfasst werden. Steigerungsraten für die erneuerbaren Energien am viel zitierten Energiemix in Sachsen werden jedoch nicht anvisiert. Das ist ein genereller Mangel des ersten Aktionsplanes Klima und Energie des Freistaates. Ehrgeizige Ziele, insbesondere zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes, gibt er nicht vor.     

(Maja Scholz)

20400 Studienanfänger zum Wintersemester

In Sachsen Hochschulen schrieben sich zum Wintersemester 2008/2009 rund 20400 Studenten ein, rund 450 weniger als im Jahr zuvor. Doch das Wissenschaftsministerium geht davon aus, dass sich die vom Statistischen Landesamt veröffentlichte Zahl durch die verlängerte Einschreibefrist noch erhöhen wird. 2007 begannen 20847 junge Menschen ein Studium, 2006 waren es lediglich 18600. Sachsen hält rund 20000 Studienanfängerplätze vor, um sie zu besetzen wirbt der Freistaat massiv in an den alten Bundesländern um Studenten. www.pack-dein-Studium.de

Stadt will keine Mehrkosten fürs Stadion übernehmen

Das Stadionbauunternehmen HBM will 8,4 Millionen Euro mehr von der Stadt für den Stadionneubau haben. Doch die Forderungen wies Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) jetzt öffentlich zurück. Vor dem Stadtrat erklärte er auf Nachfrage der Grünen, dass mit HBM ein Festpreis in Höhe von 44,6 Millionen Euro vereinbart worden sei. Insofern werde die Stadt auch nicht mehr zahlen. Sollte HBM vor Gericht gehen, habe die Stadt gute Karten in der Hand das Verfahren zu gewinnen. Der Stadionbauer begründet seine Forderung u.a. mit den gestiegenen Rohstoffpreisen und der Verzögerung bei der Vetragsunterzeichnung.

Verkehrsführung Bautzner Straße wieder ganz anders

Am 22. November, zwischen 7 und 24 Uhr, wird die Bautzner Straße zwischen Waldschlößchenstraße und Fischhausstraße nur in landwärtiger Richtung befahrbar sein, teilt die Stadt mit. Der stadtwärtige Verkehr wird über Fischhausstraße, Heideparkstraße, Charlottenstraße und Radeberger Straße umgeleitet. Notwendig ist dies, um einen Abwassersammler auszubauen.

Die letzte öffentliche Hinrichtung einer Frau

Am 24. November, 18 Uhr hält Swen Steinberg einen Vortrag zum Thema „Die letzte öffentliche Hinrichtung einer Frau. Zur Wahrnehmung von Grete Beier (1885–1908)“ im Stadtarchiv, Elisabeth-Boer-Straße 1. Der Eintritt ist kostenfrei. In seinem Vortrag setzt sich der  wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promotionsstudent an der TU Dresden kritisch mit der Stellung der Frau im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert am Beispiel von Grete Beier auseinander.

Junge Fußballerinnen tragen ihre WM auch in Dresden aus

Dresden ist bereits als Austragungsort für die Frauen-Fußball-WM 2011 gesetzt. Jetzt gab das DFB-Präsidium die Spielorte für die Weltmeisterschaft der Nachwuchs-Fußballerinnen bekannt. Die U 20-Frauen-WM wird in vier deutschen Städten stattfinden, darunter Augsburg, Bielefeld und Bochum. Dresden ist mit dabei. Die FIFA hatte beschlossen, künftig im Vorjahr einer Frauenfußball-WM im gleichen Land eine Endrunde der jungen Fußballerinnen zu veranstalten. Im Männerfußball wird dieses Modell seit 2001 mit dem einer WM-Endrunde vorgeschalteten Confed-Cup praktiziert. Die U20-Weltmeisterschaft stellt für die Austragungsorte einen Testlauf für die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr dar. Auch für Dresden und das 2009 fertig gestellte Stadion wird die Durchführung der Weltmeisterschaft der Juniorinnen eine Generalprobe für 2011 sein.

Praktikum im Kunstministerium

Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat für Dezember 2008 und das Jahr 2009 noch freie Praktikumsplätze im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Praktika richten sich an Studierende und sind für mindestens vier Wochen, höchstens zwei Monate angelegt. Im Verlauf des Praktikums werden die Studierenden von der Recherche über das Erstellen von Pressemeldungen bis hin zur Projektvorbereitung und -begleitung die Arbeit in der Pressestelle des SMWK kennenlernen. Aussagefähige Bewerbungen sind zu senden an: Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst Postfach 10 09 20, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 01079 Dresden oder per Mail an presse@smwk.sachsen.de

Buchvorstellung zur Geschichte der „Interflug“

Vor 50 Jahren, im September 1958, wurde die DDR-Fluggesellschaft Interflug gegründet. Aus diesem Anlass ist das neue Buch „Weg und Absturz der INTERFLUG – Die Geschichte des Unternehmens“ erschienen. Der Autor Karl-Dieter Seifert stellt es am Montag, dem 24. November, im Flughafen Dresden Terminal vor. Die Präsentation beginnt um 18 Uhr im Konferenz-Center. Im Anschluss steht er allen Gästen bei einer Gesprächs- und Signierrunde Rede und Antwort. Der Eintritt kostet inklusive Begrüßungssekt und kleinem Imbiss 8 Euro.