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Wirtschaft

Premiere: Serienfertigung von E-Paper-Displays

17. September. 2008
17.September 2008
Der Prototyp des Lesegerätes von Plastic Logic mit einem Display aus dünnem Kunststoff präsentiert von Richard Archuleta (l.), Firmenchef von Plastic Logic, und Konrad Herre, Werkschef in Dresden. Die Displays dazu werden in Dresden  produziert.

Lesegerät von Plastic Logic Foto: Holland

Das Lesegerät von Plastic Logic ist nur sieben Millimeter dick und damit handlich und leicht wie eine Zeitschrift oder ein Collegeblock.

Was das Handy heute ist, nämlich ein allgegenwärtiger Gebrauchsgegenstand, könnte der E-Reader morgen werden. Der Begriff steht für ein Lesegerät im handlichen A4-Format, um bereits digital erfasste Dokumente ­ Bücher, Zeitungen oder die Inhalte ganzer Aktenordner – bequem wie eine Zeitschrift im Sessel lesen und bearbeiten zu können. Die britische Firma Plastic Logic mischt in der Entwicklung ganz vorn mit. Werden für die elektronischen Lesefibeln doch Displays so flexibel wie Papier gebraucht. In Dresden eröffnete Plastic Logic heute das weltweit erste Werk zur Serienfertigung von Displays aus dünnem Kunststoff, dem Herzstück der neuen Lesegeräte. Das Werk geht mit 80 Mitarbeitern an den Start.

Doch schon zu Beginn des nächsten Jahres soll die Produktion der Displays, die ohne Glas als Trägerschicht auskommen, auf vollen Touren laufen. „140 Mitarbeiter werden dann mehrere Hunderttausend Stück pro Jahr produzieren“, sagt Konrad Herre, Geschäftsführer des Dresdner Werkes, das heute offiziell mit großem Bahnhof seiner Bestimmung übergeben wurde. Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD), Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) durchschnitten gemeinsam mit dem Firmenchef von Plastic Logic, Richard Archuleta, dem Aufsichtsratsmitglied und Geldgeber, Hermann Hauser, und dem Dresdner Werksleiter das symbolische Band.

„Rund 100 Millionen Euro investierte Plastic Logic – 30 Millionen Euro in das Werk und 70 Millionen Euro in die Ausrüstung“, so Konrad Herre. Nach der Untersuchung von 200 möglichen Standorten in der ganzen Welt sei Dresden mit drei weiteren in die engere Betrachtung gekommen und schließlich ausgewählt worden, „weil die Kompetenz im Bereich der Mikroelektronik und die Infrastruktur so hervorragend sind“, erklärt Konrad Herre. Nach der Grundsteinlegung im Mai 2007 entstand in 16 Monaten Bauzeit an der neuen Staatsstraße 81 unweit der Chipfabrik von AMD ein 8500 Quadratmeter großes Gebäude. In leuchtend blauen Buchstaben steht Plastic Logic drauf.

Die Marke wird sich mit den ersten Lesegeräten einprägen, die Anfang 2009 auf den Mark kommen sollen. Richard Archuleta zeigte heute schon mal den Prototyp, der so groß wie ein A4-Collegeblock, nur sieben Millimeter dick und weniger als 500 Gramm wiegt. Man brauche nicht mehr ganze Bücher oder Akten mit sich herum tragen, sondern könne ihren digital gespeicherten Inhalt auf das Lesegerät laden, Texte Korrektur lesen und bearbeiten, beispielsweise Randnotizen einfügen. Dafür erscheint eine Tastatur auf dem Display, das aber vor allem mit einer „sehr hohen Auflösung und Tageslichttauglichkeit“ besten Lesekomfort bieten soll, anders als Notebooks.

Doch die technischen Details, einschließlich Preis will der Chef von Plastic Logic erst zur Produkteinführung im nächsten Jahr in den USA bekannt geben. Nur soviel war zu erfahren, die Preisspanne für die Lesegeräte werde zwischen 200 bis 600 Euro betragen. Manager und Anwalte könnten die ersten Nutzer sein. Doch das ehrgeizige Ziel von Plastic Logic besteht darin, das Lesegerät wie ein Handy zum Massenprodukt zu machen, in dem man sich beispielsweise frühmorgens ganze Zeitungen auf das Gerät lädt, um sie wie gewohnt am Frühstückstisch zu lesen.

Die Technologie, Displays so dünn wie Papier auf flexiblen Kunststoffträgern herzustellen, wurde von Wissenschaftlern der Universität Cambridge entwickelt. Nach acht Jahren Forschung gründeten sie im Jahr 2000 das internationale Unternehmen Plastic Logic mit 200 Millionen US-Dollar Risikokapital u.a. von Oak Investment Partners, Tudor Investment Corporation und Amadeus Capital Partners. Geschäftsleitung, Fertigungstechnik, Verkauf und Marketing von Plastic Logic haben ihren Hauptsitz in Mountain View, Kalifornien. Forschung und Entwicklung werden nach wie vor im englischen Cambridge betrieben. 

(Brigitte Holland)

Strafanzeigen via Internet

Wer in Sachsen eine Anzeige erstatten will, kann sich jetzt den Gang aufs nächste Revier sparen und stattdessen die Online-Wache der Polizei aufrufen. Unter „www.polizei.sachsen.de" können Mann oder Frau Strafanzeigen von zu Hause oder vom Büro aus per Internet erledigen. Für Notfälle gilt weiter der Polizeiruf 110. Die Online-Wache ergänzt die bisherigen Angebote der sächsischen Polizei im Internet, den persönlichen Kontakt zwischen Bürgern und der Polizei soll sie nicht ersetzen.

Neue Studienplätze für erneuerbare Energien

Sachsens Hochschulen werden 2009 mehr als 100 neue Studienplätze im Bereich der erneuerbaren Energien schaffen, teilt das Wissenschaftsministerium mit. Die TU Chemnitz will im Rahmen des Spitzenclusters „Cool Silicon" einen forschungsbasierten Studiengang Nano-Electronics Systems Engineering als Kooperation zwischen drei Hochschulen des Freistaates aufbauen. Die Spezialisierungen reichen von Energieverfahrenstechnik (TU Bergakademie Freiberg), über nachhaltige Energieversorgungstechnologien (TU Chemnitz) und International Energy Economics and Bussiness Administration (Uni Leipzig) bis zur Lehrveranstaltung zu regenerativen Energien im Studium Generale (TU Dresden). An der Hochschule Zittau/Görlitz stehen Ökologie und Umweltschutz auf dem Lehrplan, die HTW Dresden bietet u.a. Umweltmonitoring an.

Frauenkirche eine Woche geschlossen

Die Dresdner Frauenkirche schließt vom 5. bis 10. Januar. Das Gotteshaus wird gereinigt, beispielsweise werden die Stuck- und Sandsteinprofile vom Staub des zurückliegenden Jahres befreit. Auch der Aufstieg zur Kuppel ist vom 5. bis 7. Januar nicht möglich. Die Aussicht von der Plattform auf den Neumarkt können die Besucher ab 8. Januar wieder von 10 bis 16 Uhr genießen. Zum Gottesdienst mit Taufe am 1. Sonntag nach Epiphanias, am 11. Januar, um 11 Uhr, öffnet die Frauenkirche wieder ihre Türen. Sieben Millionen Menschen besuchten seit der Weihe den berühmten Sakralbau.

Balladen im Lingnerschloss

Die erste Veranstaltung 2009 im Lingnerschloss, Bautzener Straße 132, findet am 9. Januar  um 19:30 Uhr statt. "Mondschaf spielt Vagantenlieder - Balladen, Possen und Verse vom Rand" so der Titel des musikalisch-literarischen Theaters mit Jan Deicke und Matthias Hirth am Piano. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Karten gibt es an der Abendkasse und allen Vorverkaufsstellen in Dresden.

Für ein Euro in die Museen der Kunstsammlungen

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ändern zum 1. Januar 2009 die Eintrittspreise. Die Jahreskarte verteuert sich um zehn Euro auf 30 Euro. Damit können die Besucher allerdings zusätzlich zu den Dauerausstellungen auch sämtliche Sonderausstellungen der elf Museen des Verbundes besuchen. Dafür zahlen Junge Leute von sechs bis 18 Jahren ab 2009 nur ein Euro Eintritt, unabhängig davon ob sie mit der Klasse, der Familie oder allein das Museum besuchen. Teurer wird das Kombi-Ticket für die Gemäldegalerie Alte Meister, die Rüstkammer sowie die Skulpturensammlung im Zwinger: Wenn eine Sonderausstellung zu sehen ist, kostet es 10 Euro (ermäßigt 7,50 Euro) mehr.
Freien Eintritt gewähren die Kunstsammlungen zum Weihnachtsfest allen in Sachsen ansässigen Empfängern von Hartz IV und ALG II sowie deren im Bewilligungsbescheid genannten Angehörigen. Sie sind eingeladen vom 22. Dezember bis 8. Februar 2009 beliebig oft die Museen und Sonderausstellungen kostenlos zu besuchen. Alle genannten Regelungen gelten nicht für das Historische Grüne Gewölbe.

Das Wohngeld wird erhöht

Zum 1. Januar 2009 tritt eine Neufassung des Wohngeldgesetzes in Kraft. Damit erhöhen sich nach acht Jahren die Miethöchstbeträge um zehn Prozent und das Wohngeld um acht Prozent. Außerdem werden die Heizkosten in die Berechnung einbezogen. Der Pauschalbetrag richtet sich nach der Zahl der Haushaltsmitglieder. So erhält eine Person 24 Euro und zwei Personen zusammen 31 Euro. Wohngeldbezieher, denen schon bis ins Jahr 2009 Geld bewilligt wurde, brauchen keinen Erhöhungsantrag zu stellen, die Neuberechnung erfolgt automatisch. Einige Arbeitslosengeld-II-Empfänger werden durch das höhere Wohngeld und/oder den Kinderzuschlag ab 1. Januar keinen Anspruch mehr auf finanzielle Hilfe haben, allerdings erst, wenn beides neuberechnet ist, betont die ARGE Dresden. Kontakt: Wohngeldstelle, Junghansstraße 2, Sprechzeit: Dienstag und Donnerstag 8 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr. Das Innenministerium hält eine Informationsbroschüre bereit. Sie ist in den Wohngeldstellen kostenlos erhältlich und außerdem im Internet abrufbar. www.bauen-wohnen.sachsen.de

TechniSat erweitert sich in Dresden

TechniSat will in Dresden seine Entwicklungskapazitäten für neue digitale Produkte der Unterhaltungselektronik, wie LCD-Fernseher, Autoradios und Navigationssysteme, ausbauen. Zu der bereits mehr als 200 Ingenieure umfassenden Entwicklungsmannschaft sollen weitere 100 Entwickler und Ingenieure hinzukommen. Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) freut sich über das „positive Signal in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.“ 1990 hatte das Unternehmen mit Hauptsitz in Daun/Vulkaneifel das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Dresden mit 23 Entwicklern eröffnet und seitdem regelmäßig erweitert. http://www.technisat.de