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Wirtschaft

Neue Mikroelektronik-Studie der Stadt

18. März. 2008
18.März 2008

Die Region Dresden ist unbestritten der führende Mikroelektronikstandort in Europa und weltweit auf dem fünften Platz. Diese Erkenntnis vermittelt die neue Mikroelektronik-Studie der Stadt. Danach wird jeder zweite europäische Chip in Dresden produziert. Und mit etwa 44 000 Beschäftigten in 1 200 Unternehmen arbeiten fast 70 Prozent aller Beschäftigten in der Halbleiterindustrie Deutschlands in der Region Dresden. Im Vergleich zu den Zahlen der letzten Studie aus dem Jahr 2002 ist das eine Steigerung der Unternehmenszahl um rund 60 Prozent (2002: 760 Unternehmen) und eine Steigerung der Anzahl der Beschäftigten um 110 Prozent (2002: 20 000 Beschäftigte.

Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) stellte die Analyse heute vor. Jürgen Gießmann und Helmut Laub von Trends Consulting - weltweit erfahrene und hoch anerkannte Fachleute – erarbeiteten im Auftrag der Stadt die neue Mikroelektronik-Studie. Dabei verglichen die Autoren Dresden mit den führenden Mikroelektronikstandorten weltweit. „Für Dresden  wird es nicht einfach sein, seine führende Stellung zu halten und weiter auszubauen. Tendenziell sinkende Fördermittelzuschüsse, Kostenvorteile und steigende Marktvolumen in Asien haben vor dem Hintergrund des zu erwartenden Fachkräftemangels im Inland zu einer Wettbewerbssituation geführt, die allen  Entscheidungsträgern einschließlich des Bundes und der EU dringenden Handlungsbedarf abfordern“, so Jürgen Gießmann.

Dresden müsse künftig seine besonderen Stärken, z. B. die hohe Kompetenz in den Technologiefeldern Embedded Systems, Engineering und Systemhauskompetenz (Kombination von Hard- und  Software-Komponenten für den Dienstleistungssektor sowie neue Produkte und Anwendungen) weiter ausbauen.  Die Dresdner FABs sind Spezialisten  bei der Beherrschung von Fertigungstechnologien im Bereich Nanoelektronik, die weitere Wettbewerbsvorteile bringen können. Neue Anwendungsfelder bieten die in der Region besonders ausgeprägten Stärken in der Informations- und Kommunikationstechnik, der Materialwissenschaft-, der Bio- und Nanotechnologie, wie beispielsweise in der Photovoltaik, die erschlossen werden müssen. Für regionale Zulieferfirmen der Halbleiterindustrie werden aufgrund ähnlicher technologischer Komponenten und Prozessschritte Einstiegschancen im boomenden Solartechnologiemarkt, auch im internationalen Maßstab, gesehen.

Weiterhin empfehlen die Gutachter, ein abgestimmtes gemeinsamen „Imagebild“ von Dresden und Sachsen für die Branche und eine langfristig angelegte Technologie-Entwicklungsstrategie - eine sogenannte „Roadmap“ - zu erarbeiten. Im Bereich der Grundlagenforschung im Softwarebereich wurde u.a. die Gründung eines entsprechenden Institutes angeraten.

Größtes Problem könnte die Abwanderung der „Leuchtturm-Unternehmen“ sein. Vorerst setzen die Unternehmen jedoch selbst positive Signale: AMD kündigte an, noch in diesem Jahr leistungsfähigere Prozessoren in der 45-Nanometer-Technologie und Vierkerne-Chips in Dresden zu produzieren.  Qimonda hatte erst vor wenigen Tagen bekannt gegeben, die weltweit neuartige „Buried Word Line“ Technologie zuerst in Dresden einzuführen.

Die Verfasser der Studie haben Entscheidungsträgern im Netzwerk von Silicon Saxony eine Reihe von Handlungsempfehlungen gegeben. So wird es als dringliche Aufgabe angesehen, organisatorische Voraussetzungen für den Aufbau professioneller Clustermanagement-Strukturen im Verein zu schaffen. Des Weiteren wird eine  Energiekonzeption vorgeschlagen, bei der sich die Stadt Dresden mit regionalen Versorgungsunternehmen über alternative Lösungen zur Senkung der Energiekosten verständigt.

Viele Investitionen in den kleinen und mittelständischen Unternehmen der Mikroelektronik und angrenzender Bereiche in den vergangenen und in diesem Jahr belegen, dass die Initialzündungen, die von der Ansiedlung der großen Unternehmen ausging, Früchte trägt. Xenon Automatisierungstechnik GmbH, G & W Leiterplatten Dresden GmbH + Co. KG, HSEB Dresden GmbH, DMOS GmbH, AIS Automation Dresden GmbH, Solarwatt AG Dresden, Ortner c.l.s. GmbH, Systema GmbH und DAS Dünnschicht Anlagen Systeme GmbH sind nur einige Beispiele dafür. Hier  entstehen die neuen Anwendungsbereiche. Die Landeshauptstadt unterstützt diese Investitionen durch die Gewährleistung eines reibungslosen und raschen Genehmigungsmanagements für Baugenehmigungsverfahren.

Große Bedeutung für die weitere Stärkung des Clusters  habe die intensive internationale Vermarktung der Standortpotenziale. Das Netzwerk Silicon Saxony, die Stadt Dresden und die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH arbeiten bereits daran. Mit einem gemeinsamen Messestand werden sie in diesem Jahr an der SEMICON West in San Francisco und SEMICON Europe in Stuttgart, den weltweit bedeutendsten Messen der Halbleiterindustrie, vertreten sein.

„Mit den Veranstaltern, dem europäischen und internationalen Verband der Halbleiterindustrie SEMI verbindet uns mittlerweile eine gute und konstruktive Zusammenarbeit. Das zeigt sich auch darin, dass die SEMI im kommenden Jahr mit ihrer Internationalen Strategiekonferenz der Mikroelektronik ISS wieder nach Dresden kommen wird - bereits zum zweiten Mal nach 1996“, so Bürgermeister Hilbert.

Strafanzeigen via Internet

Wer in Sachsen eine Anzeige erstatten will, kann sich jetzt den Gang aufs nächste Revier sparen und stattdessen die Online-Wache der Polizei aufrufen. Unter „www.polizei.sachsen.de" können Mann oder Frau Strafanzeigen von zu Hause oder vom Büro aus per Internet erledigen. Für Notfälle gilt weiter der Polizeiruf 110. Die Online-Wache ergänzt die bisherigen Angebote der sächsischen Polizei im Internet, den persönlichen Kontakt zwischen Bürgern und der Polizei soll sie nicht ersetzen.

Neue Studienplätze für erneuerbare Energien

Sachsens Hochschulen werden 2009 mehr als 100 neue Studienplätze im Bereich der erneuerbaren Energien schaffen, teilt das Wissenschaftsministerium mit. Die TU Chemnitz will im Rahmen des Spitzenclusters „Cool Silicon" einen forschungsbasierten Studiengang Nano-Electronics Systems Engineering als Kooperation zwischen drei Hochschulen des Freistaates aufbauen. Die Spezialisierungen reichen von Energieverfahrenstechnik (TU Bergakademie Freiberg), über nachhaltige Energieversorgungstechnologien (TU Chemnitz) und International Energy Economics and Bussiness Administration (Uni Leipzig) bis zur Lehrveranstaltung zu regenerativen Energien im Studium Generale (TU Dresden). An der Hochschule Zittau/Görlitz stehen Ökologie und Umweltschutz auf dem Lehrplan, die HTW Dresden bietet u.a. Umweltmonitoring an.

Frauenkirche eine Woche geschlossen

Die Dresdner Frauenkirche schließt vom 5. bis 10. Januar. Das Gotteshaus wird gereinigt, beispielsweise werden die Stuck- und Sandsteinprofile vom Staub des zurückliegenden Jahres befreit. Auch der Aufstieg zur Kuppel ist vom 5. bis 7. Januar nicht möglich. Die Aussicht von der Plattform auf den Neumarkt können die Besucher ab 8. Januar wieder von 10 bis 16 Uhr genießen. Zum Gottesdienst mit Taufe am 1. Sonntag nach Epiphanias, am 11. Januar, um 11 Uhr, öffnet die Frauenkirche wieder ihre Türen. Sieben Millionen Menschen besuchten seit der Weihe den berühmten Sakralbau.

Balladen im Lingnerschloss

Die erste Veranstaltung 2009 im Lingnerschloss, Bautzener Straße 132, findet am 9. Januar  um 19:30 Uhr statt. "Mondschaf spielt Vagantenlieder - Balladen, Possen und Verse vom Rand" so der Titel des musikalisch-literarischen Theaters mit Jan Deicke und Matthias Hirth am Piano. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Karten gibt es an der Abendkasse und allen Vorverkaufsstellen in Dresden.

Für ein Euro in die Museen der Kunstsammlungen

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ändern zum 1. Januar 2009 die Eintrittspreise. Die Jahreskarte verteuert sich um zehn Euro auf 30 Euro. Damit können die Besucher allerdings zusätzlich zu den Dauerausstellungen auch sämtliche Sonderausstellungen der elf Museen des Verbundes besuchen. Dafür zahlen Junge Leute von sechs bis 18 Jahren ab 2009 nur ein Euro Eintritt, unabhängig davon ob sie mit der Klasse, der Familie oder allein das Museum besuchen. Teurer wird das Kombi-Ticket für die Gemäldegalerie Alte Meister, die Rüstkammer sowie die Skulpturensammlung im Zwinger: Wenn eine Sonderausstellung zu sehen ist, kostet es 10 Euro (ermäßigt 7,50 Euro) mehr.
Freien Eintritt gewähren die Kunstsammlungen zum Weihnachtsfest allen in Sachsen ansässigen Empfängern von Hartz IV und ALG II sowie deren im Bewilligungsbescheid genannten Angehörigen. Sie sind eingeladen vom 22. Dezember bis 8. Februar 2009 beliebig oft die Museen und Sonderausstellungen kostenlos zu besuchen. Alle genannten Regelungen gelten nicht für das Historische Grüne Gewölbe.

Das Wohngeld wird erhöht

Zum 1. Januar 2009 tritt eine Neufassung des Wohngeldgesetzes in Kraft. Damit erhöhen sich nach acht Jahren die Miethöchstbeträge um zehn Prozent und das Wohngeld um acht Prozent. Außerdem werden die Heizkosten in die Berechnung einbezogen. Der Pauschalbetrag richtet sich nach der Zahl der Haushaltsmitglieder. So erhält eine Person 24 Euro und zwei Personen zusammen 31 Euro. Wohngeldbezieher, denen schon bis ins Jahr 2009 Geld bewilligt wurde, brauchen keinen Erhöhungsantrag zu stellen, die Neuberechnung erfolgt automatisch. Einige Arbeitslosengeld-II-Empfänger werden durch das höhere Wohngeld und/oder den Kinderzuschlag ab 1. Januar keinen Anspruch mehr auf finanzielle Hilfe haben, allerdings erst, wenn beides neuberechnet ist, betont die ARGE Dresden. Kontakt: Wohngeldstelle, Junghansstraße 2, Sprechzeit: Dienstag und Donnerstag 8 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr. Das Innenministerium hält eine Informationsbroschüre bereit. Sie ist in den Wohngeldstellen kostenlos erhältlich und außerdem im Internet abrufbar. www.bauen-wohnen.sachsen.de

TechniSat erweitert sich in Dresden

TechniSat will in Dresden seine Entwicklungskapazitäten für neue digitale Produkte der Unterhaltungselektronik, wie LCD-Fernseher, Autoradios und Navigationssysteme, ausbauen. Zu der bereits mehr als 200 Ingenieure umfassenden Entwicklungsmannschaft sollen weitere 100 Entwickler und Ingenieure hinzukommen. Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) freut sich über das „positive Signal in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.“ 1990 hatte das Unternehmen mit Hauptsitz in Daun/Vulkaneifel das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Dresden mit 23 Entwicklern eröffnet und seitdem regelmäßig erweitert. http://www.technisat.de