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Wirtschaft

Ein alter Traum, eine IGA im Ostragehege

06. Mai. 2008
06.Mai 2008
In den beiden heruntergekommenen Hallen gegenüber dem Eingang der Neuen Messe könnten Ateliers und Probenräume für Musiker entstehen.

Ungenutzte Erlwein-Halle an der Neuen Messe Foto: Holland

Blick in eine der einst von Hans Erlwein entworfenen Halle mit Oberlichtern.

Es gibt wieder große Pläne für das Ostragehege. Denn seit dem 20. Jahrhundert, als auf der grünen Insel im Westen der Stadt der Schlachthof entstand, liegen seine Potenziale brach. Nur gut, dass Hans Erlwein passend zur Kulturstadt einst einen Schlachthof mit architektonischem Reiz entwarf, der den Untergang des Industriestandortes überlebte. Ein Teil der alten Hallen und Gebäude geben der Neuen Messe Dresden heute ein unverwechselbares Gesicht. Doch mit ihrer Eröffnung vor acht Jahren verpuffte der Entwicklungsschub im Ostragehege. Wenn es nach dem Willen von Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) geht, soll es einen zweiten geben: „Die Ausrichtung der Internationalen Gartenschau im Jahr 2017 könnte dafür die Ziellinie markieren“.

Die Voraussetzung um die alten, nach 1990 geborenen Ideen für das Ostragehege wieder aufleben zu lassen, sind denkbar gut. „Vor wenigen Wochen hat die Stadt alle Grundstücke erworben“, so Dirk Hilbert. Sechs Millionen Euro kostete der Deal. Damit sei die Stadt nun fast Alleineigentümerin des ehemaligen Schlachthofgeländes. Auf dieser Basis beschloss der Stadtrat bereits die Erweiterung der Neuen Messe um ein Tagungszentrum. „Unser Kongresszentrum an der Marienbrücke ist zu klein, um die ganz großen Kongresse und Kongressmessen nach Dresden zu holen, doch mit einem Tagungszentrum an der Neuen Messe haben wir die besten Voraussetzungen“, erklärt der Wirtschaftsbürgermeister. Seine Argumentation fand im Stadtrat bereits Gehör.

Um Dresdens Bewerbung für die IGA 2017 losschicken zu können, wird er allerdings noch Überzeugungsarbeit leisten müssen. Denn das Thema IGA im Ostragehege ist negativ besetzt. Die Erinnerung an den erbitterten Streit Mitte der 90er Jahre im Dresdner Stadtrat um das Für und Wider ist noch nicht verblasst. Auch damals drohte die Auseinandersetzung wie heute bei der Waldschlösschenbrücke zu eskalieren. Doch anders als am Waldschlösschen sind die Potenziale  im Ostragehege  nicht verbaut.

Im Gegenteil, die Brachen und leer stehenden Gebäude warten weiterhin auf eine sinnvolle Nutzung. Die bisherige Immobiliengesellschaft, die Omnia GmbH,  schaffte es nicht, sie zu vermarkten. „Die Stadt hat andere Möglichkeiten als ein Privatunternehmen“, zeigt sich Wirtschaftsbürgermeister Hilbert von der Kraft der Kommune überzeugt. Die Stadt könne nun als Alleineigentümerin zur weiteren Entwicklung des Ostrageheges Fördermittel einwerben, indem beispielsweise das Städtebaufördergebiet Dresden-Friedrichstadt um das Ostragehege erweitert wird.

Auf diesem Wege könnte Geld in die Sanierung der beiden Erlwein-Hallen fließen, die gegenüber dem Haupteingang der Neuen Messe bisher nicht den besten Eindruck auf die Besucher machen. „In den Hallen mit Oberlicht könnten wir Ateliers für Künstler oder Probenräume für Musiker einrichten“, so Wirtschaftsbürgermeister Hilbert. Ergänzt durch Gastronomie. Die Hallen seien zwar äußerlich heruntergekommen, aber im Kern stabil. Was in Leipzig die „Alte Spinnerei“ könnte in Dresden das Ostragehege werden, nämlich ein Ort für Kreative.

(Brigitte Holland)

20400 Studienanfänger zum Wintersemester

In Sachsen Hochschulen schrieben sich zum Wintersemester 2008/2009 rund 20400 Studenten ein, rund 450 weniger als im Jahr zuvor. Doch das Wissenschaftsministerium geht davon aus, dass sich die vom Statistischen Landesamt veröffentlichte Zahl durch die verlängerte Einschreibefrist noch erhöhen wird. 2007 begannen 20847 junge Menschen ein Studium, 2006 waren es lediglich 18600. Sachsen hält rund 20000 Studienanfängerplätze vor, um sie zu besetzen wirbt der Freistaat massiv in an den alten Bundesländern um Studenten. www.pack-dein-Studium.de

Stadt will keine Mehrkosten fürs Stadion übernehmen

Das Stadionbauunternehmen HBM will 8,4 Millionen Euro mehr von der Stadt für den Stadionneubau haben. Doch die Forderungen wies Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) jetzt öffentlich zurück. Vor dem Stadtrat erklärte er auf Nachfrage der Grünen, dass mit HBM ein Festpreis in Höhe von 44,6 Millionen Euro vereinbart worden sei. Insofern werde die Stadt auch nicht mehr zahlen. Sollte HBM vor Gericht gehen, habe die Stadt gute Karten in der Hand das Verfahren zu gewinnen. Der Stadionbauer begründet seine Forderung u.a. mit den gestiegenen Rohstoffpreisen und der Verzögerung bei der Vetragsunterzeichnung.

Verkehrsführung Bautzner Straße wieder ganz anders

Am 22. November, zwischen 7 und 24 Uhr, wird die Bautzner Straße zwischen Waldschlößchenstraße und Fischhausstraße nur in landwärtiger Richtung befahrbar sein, teilt die Stadt mit. Der stadtwärtige Verkehr wird über Fischhausstraße, Heideparkstraße, Charlottenstraße und Radeberger Straße umgeleitet. Notwendig ist dies, um einen Abwassersammler auszubauen.

Die letzte öffentliche Hinrichtung einer Frau

Am 24. November, 18 Uhr hält Swen Steinberg einen Vortrag zum Thema „Die letzte öffentliche Hinrichtung einer Frau. Zur Wahrnehmung von Grete Beier (1885–1908)“ im Stadtarchiv, Elisabeth-Boer-Straße 1. Der Eintritt ist kostenfrei. In seinem Vortrag setzt sich der  wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promotionsstudent an der TU Dresden kritisch mit der Stellung der Frau im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert am Beispiel von Grete Beier auseinander.

Junge Fußballerinnen tragen ihre WM auch in Dresden aus

Dresden ist bereits als Austragungsort für die Frauen-Fußball-WM 2011 gesetzt. Jetzt gab das DFB-Präsidium die Spielorte für die Weltmeisterschaft der Nachwuchs-Fußballerinnen bekannt. Die U 20-Frauen-WM wird in vier deutschen Städten stattfinden, darunter Augsburg, Bielefeld und Bochum. Dresden ist mit dabei. Die FIFA hatte beschlossen, künftig im Vorjahr einer Frauenfußball-WM im gleichen Land eine Endrunde der jungen Fußballerinnen zu veranstalten. Im Männerfußball wird dieses Modell seit 2001 mit dem einer WM-Endrunde vorgeschalteten Confed-Cup praktiziert. Die U20-Weltmeisterschaft stellt für die Austragungsorte einen Testlauf für die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr dar. Auch für Dresden und das 2009 fertig gestellte Stadion wird die Durchführung der Weltmeisterschaft der Juniorinnen eine Generalprobe für 2011 sein.

Praktikum im Kunstministerium

Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat für Dezember 2008 und das Jahr 2009 noch freie Praktikumsplätze im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Praktika richten sich an Studierende und sind für mindestens vier Wochen, höchstens zwei Monate angelegt. Im Verlauf des Praktikums werden die Studierenden von der Recherche über das Erstellen von Pressemeldungen bis hin zur Projektvorbereitung und -begleitung die Arbeit in der Pressestelle des SMWK kennenlernen. Aussagefähige Bewerbungen sind zu senden an: Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst Postfach 10 09 20, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 01079 Dresden oder per Mail an presse@smwk.sachsen.de

Buchvorstellung zur Geschichte der „Interflug“

Vor 50 Jahren, im September 1958, wurde die DDR-Fluggesellschaft Interflug gegründet. Aus diesem Anlass ist das neue Buch „Weg und Absturz der INTERFLUG – Die Geschichte des Unternehmens“ erschienen. Der Autor Karl-Dieter Seifert stellt es am Montag, dem 24. November, im Flughafen Dresden Terminal vor. Die Präsentation beginnt um 18 Uhr im Konferenz-Center. Im Anschluss steht er allen Gästen bei einer Gesprächs- und Signierrunde Rede und Antwort. Der Eintritt kostet inklusive Begrüßungssekt und kleinem Imbiss 8 Euro.