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Wirtschaft

Bio-Te(a)ch-Labor öffnet Tür zur Biotechnologie

16. April. 2008
16.April 2008
Volle Konzentration auf die Enzyme im Apfelsaft, Schüler des Marie-Curie-Gymnasiums im Bio-Te(a)ch-Labor v.r.n.l.: Felix Urbitsch, Tom Philippi, Christian Melzer.

Im Bio-Te(a)ch-Labor Foto: S. Werner

Inzwischen weiß der Mensch, was die Welt im Innersten zusammenhält. Dank Mikroskop entdeckte er die Zelle, einen Mikrokosmos, den die Naturwissenschaftler erschlossen und den Biotechnologen jetzt wirtschaftlich erobern. Über 50 Firmen mit mehr als 2000 Mitarbeitern bilden in Dresden und der näheren Umgebung den Bereich Biotechnologie. Einige von ihnen wachsen im BioInnovationsZentrum der Stadt in Dresden-Johannstadt heran. Forschen und entwickeln im mikroskopischen Terrain, da braucht es Momente der Anschaulichkeit, um Nachwuchskräfte zu gewinnen. Das Bio-Te(a)ch-Labor unter dem Dach des BioInnovationsZentrums will die Tür zur Biotechnologie weit öffnen. Heute wurde es offiziell seiner Bestimmung übergeben.

„Das Labor ist für Schüler, aber auch für Lehrer gedacht, um sich mit bestimmten Themen tiefer und anschaulicher zu beschäftigen“, erklärt Uwe Lobeck , der Initiator und Betreiber des Projektes. Die technische Ausrüstung ermöglicht das. 500000 Euro habe der Aufbau des High-Tech-Labors mit 28 Arbeitsplätzen – zehn davon sind Mikroskopierplätze – gekostet. Wobei die Stadt allein das Projekt mit 300000 Euro bezuschusst hat. Ein weiterer Großsponsor war das weltweit agierende Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline, das selbst Interesse an guten Nachwuchskräften für seinen Standort in Dresden hat.

„Es ist cool hier zu sein, in einem richtigen Labor“, zeigt sich  Tom Philippi von den Möglichkeiten begeistert. Der 17-jährige Gymnasiast des Marie-Curie-Gymnasiums beschäftigt sich mit der Wirkungsweise von Enzymen. Und gewinnt zusammen mit seinen Mitschülern des Bioleistungskurses an dem Tag die Erkenntnis, dass die Industrie Enzyme bei der Saftherstellung einsetzt, weil dadurch das Zehnfache aus dem Fruchtmus herauszuholen ist. Enzyme brechen die Zellwände des Obstes besser auf. Nur beim naturtrüben Apfelsaft waren keine Enzyme im Einsatz. Im Labortest wird das nachgeprüft. Die Leiterin des Labors, Katrin Rudler, überwacht die Experimente.

„Schüler möglichst früh und authentisch mit neuen Technologien vertraut zu machen, ist die beste Berufsvorbereitung“, so der Geschäftsführer des BioInnovationsZentrums, Bertram Dressel. Das Bio-Te(a)ch-Labor passe bestens zum Haus. Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilpert (FDP) ist fest davon überzeugt, dass „es Neugier und Begeisterung bei den Schülern für die Naturwissenschaften weckt.“  Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) stellte den großen Zusammenhang her: „Sachsen ist einer der führenden Biotechnologie-Standorte in Europa“. 62 Kernunternehmen, sechs Pharmaunternehmen und 70 spezialisierte Dienstleister in der Branche mit knapp 5700 Mitarbeitern setzten im vergangenen Jahr mehr als 670 Millionen Euro um.

Uwe Lobeck selbst kommt nicht aus der Branche. Der studierte Jurist, spezialisiert im Wirtschaftsrecht,  entwickelte aus seiner eigenen Begeisterung für die Technologien des 21. Jahrhunderts eine Geschäftsidee. Das Bio-Te(a)ch-Labor soll so schnell wie möglich seine Betriebskosten erwirtschaften, indem es zu kostendeckenden Preisen Fortbildung für Lehrer und berufsbegleitende Weiterbildungsseminare veranstaltet. Insofern könne er pro Schüler ein halbtägiges Lernmodul für 15 Euro anbieten. In der Anlaufphase haben bereits 150 Kinder und Jugendliche im Labor gesessen. Die Schüler des Dresdner Sportschulzentrums beschäftigten sich in ihrem Lernmodul mit Doping.

(Hd.)

20400 Studienanfänger zum Wintersemester

In Sachsen Hochschulen schrieben sich zum Wintersemester 2008/2009 rund 20400 Studenten ein, rund 450 weniger als im Jahr zuvor. Doch das Wissenschaftsministerium geht davon aus, dass sich die vom Statistischen Landesamt veröffentlichte Zahl durch die verlängerte Einschreibefrist noch erhöhen wird. 2007 begannen 20847 junge Menschen ein Studium, 2006 waren es lediglich 18600. Sachsen hält rund 20000 Studienanfängerplätze vor, um sie zu besetzen wirbt der Freistaat massiv in an den alten Bundesländern um Studenten. www.pack-dein-Studium.de

Stadt will keine Mehrkosten fürs Stadion übernehmen

Das Stadionbauunternehmen HBM will 8,4 Millionen Euro mehr von der Stadt für den Stadionneubau haben. Doch die Forderungen wies Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) jetzt öffentlich zurück. Vor dem Stadtrat erklärte er auf Nachfrage der Grünen, dass mit HBM ein Festpreis in Höhe von 44,6 Millionen Euro vereinbart worden sei. Insofern werde die Stadt auch nicht mehr zahlen. Sollte HBM vor Gericht gehen, habe die Stadt gute Karten in der Hand das Verfahren zu gewinnen. Der Stadionbauer begründet seine Forderung u.a. mit den gestiegenen Rohstoffpreisen und der Verzögerung bei der Vetragsunterzeichnung.

Verkehrsführung Bautzner Straße wieder ganz anders

Am 22. November, zwischen 7 und 24 Uhr, wird die Bautzner Straße zwischen Waldschlößchenstraße und Fischhausstraße nur in landwärtiger Richtung befahrbar sein, teilt die Stadt mit. Der stadtwärtige Verkehr wird über Fischhausstraße, Heideparkstraße, Charlottenstraße und Radeberger Straße umgeleitet. Notwendig ist dies, um einen Abwassersammler auszubauen.

Die letzte öffentliche Hinrichtung einer Frau

Am 24. November, 18 Uhr hält Swen Steinberg einen Vortrag zum Thema „Die letzte öffentliche Hinrichtung einer Frau. Zur Wahrnehmung von Grete Beier (1885–1908)“ im Stadtarchiv, Elisabeth-Boer-Straße 1. Der Eintritt ist kostenfrei. In seinem Vortrag setzt sich der  wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promotionsstudent an der TU Dresden kritisch mit der Stellung der Frau im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert am Beispiel von Grete Beier auseinander.

Junge Fußballerinnen tragen ihre WM auch in Dresden aus

Dresden ist bereits als Austragungsort für die Frauen-Fußball-WM 2011 gesetzt. Jetzt gab das DFB-Präsidium die Spielorte für die Weltmeisterschaft der Nachwuchs-Fußballerinnen bekannt. Die U 20-Frauen-WM wird in vier deutschen Städten stattfinden, darunter Augsburg, Bielefeld und Bochum. Dresden ist mit dabei. Die FIFA hatte beschlossen, künftig im Vorjahr einer Frauenfußball-WM im gleichen Land eine Endrunde der jungen Fußballerinnen zu veranstalten. Im Männerfußball wird dieses Modell seit 2001 mit dem einer WM-Endrunde vorgeschalteten Confed-Cup praktiziert. Die U20-Weltmeisterschaft stellt für die Austragungsorte einen Testlauf für die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr dar. Auch für Dresden und das 2009 fertig gestellte Stadion wird die Durchführung der Weltmeisterschaft der Juniorinnen eine Generalprobe für 2011 sein.

Praktikum im Kunstministerium

Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat für Dezember 2008 und das Jahr 2009 noch freie Praktikumsplätze im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Praktika richten sich an Studierende und sind für mindestens vier Wochen, höchstens zwei Monate angelegt. Im Verlauf des Praktikums werden die Studierenden von der Recherche über das Erstellen von Pressemeldungen bis hin zur Projektvorbereitung und -begleitung die Arbeit in der Pressestelle des SMWK kennenlernen. Aussagefähige Bewerbungen sind zu senden an: Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst Postfach 10 09 20, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 01079 Dresden oder per Mail an presse@smwk.sachsen.de

Buchvorstellung zur Geschichte der „Interflug“

Vor 50 Jahren, im September 1958, wurde die DDR-Fluggesellschaft Interflug gegründet. Aus diesem Anlass ist das neue Buch „Weg und Absturz der INTERFLUG – Die Geschichte des Unternehmens“ erschienen. Der Autor Karl-Dieter Seifert stellt es am Montag, dem 24. November, im Flughafen Dresden Terminal vor. Die Präsentation beginnt um 18 Uhr im Konferenz-Center. Im Anschluss steht er allen Gästen bei einer Gesprächs- und Signierrunde Rede und Antwort. Der Eintritt kostet inklusive Begrüßungssekt und kleinem Imbiss 8 Euro.