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Waldschlößchenbrücke

Die Brückenbögen schließen sich

15. Dezember. 2009
15.Dezember 2009
Der erste Bogen der Stahlkonstruktion der Waldschlösschenbrücke ist geschlossen. Das Mittelteil im Scheitelpunkt wurde eingehoben und verschweißt.

Stahlkonstruktion der Waldschlößchenbrücke Foto:O.Kern

Wie ein Tanker im Trockendock liegt die 140 Meter lange Stahlkonstruktion der Waldschlößchenbrücke auf der Johannstädter Elbwiese. Groß und mächtig. Heute wurde das Mittelstück des westlichen Bogens eingehoben und verschweißt. Morgen folgt das Gegenstück im Scheitel des östlichen Bogens. Damit sind die Brückenbögen geschlossen. Das Tragwerk für die Fahrbahn dazwischen liegt bereits.

Der Lückenschluss war gut vorbereitet. Um auf Nummer Sicher zu gehen, hatte die belgische Stahlbaufirma Buyck die Teile sechs Zentimeter länger geliefert. Das sei so üblich, sagt Oberbauleiter Hans-Joachim Kummert. Insofern waren die beiden Mittelteile in der vergangenen Woche schon einmal angehoben und angepasst worden. In luftiger Höhe wurde Maß genommen, den überstehenden Stahl mit der Reißnadel markiert, und am Boden mit dem Schneidbrenner abgetrennt.

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„Es muss eine Krümmung entstehen, die die Kräfte optimal ableitet“, erklärt der Oberbauleiter die hohe Kunst des Bogenbaus. Schließlich solle die Stahlkonstruktion 100 Jahre halten. Schlecht gemessen oder geschweißt, das könnte ihre Lebensdauer mindern. Die 100 Meter langen Bögen, die sich an ihren höchsten Punkten elf Meter über der Fahrbahn erheben, werden die Elbe unmittelbar überspannen und in den bereits fertigen Bogenfüßen aus Beton verankert.

Anfang März soll die 1800 Tonnen schwere Stahlkonstruktion über die Elbe geschoben werden, ist vom Oberbauleiter zu hören. Dafür werde sie auf der einen Seite auf Spezialtransportwagen und auf der anderen Seite auf Schlitten gehoben. Von hinten wird geschoben, sodass sie vorn auf den Schlitten über eine Gleitbahn Richtung Elbe und auf Pontons rutscht. Rollend, gleitend und schwimmend soll der Stahlkoloss dann in einer drei- bis viertägigen Aktion seine endgültige Lage am anderen Ufer erreichen.

Die Waldschlösschenbrücke soll nach dem Willen der Stadt im Juni 2011 ihrer Bestimmung übergeben werden. So jedenfalls hat es Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) schon mal verkündet. Doch schon wieder trat Bauverzug ein. Die Montage der Stahlkonstruktion begann nicht wie geplant im April 2009, sondern erst im Juli. Die nordbelgische Firma Buyck konnte die Teile doch nicht so schnell liefern. Insofern verschiebt sich der Termin des „Einschwimmens“ von Dezember 2009 auf März 2010.

Dass die Stahlteile für die Waldschlößchenbrücke aus dem fernen Belgien nach Dresden bugsiert werden, hat einen Grund. Durch die Querelen um den Brückenbau hatte die verpflichtete Nieskyer Firma andere Aufträge angenommen, sodass sie Dresden auf eine spätere Lieferzeit vertrösten musste. Ein Verzug um 17 Monate – so erklärte die Oberbürgermeisterin Anfang 2009 – wolle sich nicht hinnehmen. So machte sie zusätzliche 15 Millionen Euro locker, um den Stahl aus Belgien zu holen.

(Oliver Kern)

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