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Politik

Stadt gewährt Dynamo einen Millionen-Kredit

10. April. 2008
10.April 2008

Dresdens Fußballclub Dynamo braucht keine Insolvenz anzumelden. Die Stadt greift dem finanziell angeschlagenen Traditionsverein unter die Arme. Der Stadtrat billigte jetzt ein Darlehen in Höhe von 1,25 Millionen Euro, das in monatlichen Raten und mit einem Zins von 4 Prozent zurückzuzahlen ist. 200000 Euro pro Jahr sind zu tilgen, wenn Dynamo weiter in der dritten Liga spielt. 450000 Euro pro Jahr werden fällig, wenn die Mannschaft den Aufstieg in die 2. Bundesliga schafft. Soweit der geschäftliche Rahmen, die Stadt knüpft allerdings noch weitere Bedingungen an die großzügige Finanzspritze.

Der Verein hat ein Sanierungskonzept vorzulegen, schließlich ist er mit 4,85 Millionen Euro total überschuldet, und ein Kombiticket zum Besuch der Spiele einzuführen, damit die Stadt weniger Parkplätze am neuen Stadion bauen muss. Bis zur vollständigen Rückzahlung will die Stadt außerdem bei der Bestellung und Abberufung der Geschäftsführung mitreden. Und diese muss der Rathausspitze die Budgetplanung zur Genehmigung vorlegen. „Ich habe mit den Bedingungen kein Problem“, sagt Hauptgeschäftsführer Bernd Maas nach dem Stadtratsbeschluss. Doch er spricht nicht für alle 4000 Vereinsmitglieder. Er hofft allerdings auf die Unterstützung all jener, die den Kredit der Stadt als Chance begreifen und mit ihrer Stimme in der nun einzuberufenen  Mitgliederversammlung die Bedingungen der Stadt akzeptieren. Denn dafür muss der Verein seine Satzung ändern.

Barbara Lässig von der Linksfraktion forderte aufgrund der Gemengelage in einem Verein, Dynamo diese Satzungsänderung zu ersparen. Doch die Mehrheit im Stadtrat war anderer Auffassung. Dass sich die Stadt über diese Modalitäten den Fußballclub quasi als Betrieb unterstellt, wies der amtierende Oberbürgermeister Lutz Vogel (parteilos) entschieden zurück. Es gehe lediglich um eine ausreichende Kontrolle der eingesetzten Steuermittel.

Auf den Präzedenzfall hatte Christoph Hille, Chef der Bürgerfraktion, gleich zu Beginn der Diskussion aufmerksam gemacht. „Die Stadt hilft einem Wirtschaftsunternehmen, das Dynamo nunmal ist, mit Steuermitteln aus. So was gab es bisher noch nie“. Hille hofft, dass mit der politischen Entscheidung des Rates, Dynamo vor der Pleite zu bewahren, das Vertrauen der Bürger in den Rat keinen Schaden nimmt. Auch CDU-Stadtrat Jürgen Eckoldt bedachte zunächst, dass Dynamo nun schon zum dritten Mal als Insolvenzanwärter bei der Stadt anklopft. Insofern fordert er „einen Selbstreinigungsprozess im Verein“. Um dann doch vollmundig zu verkünden: „Wir stehen zur Rettung von Dynamo“. Dafür stimmten schließlich alle Fraktionen. „Dynamo gehört nun mal zu Dresden wie die Philharmonie“, erhob Eberhard Rink (FDP) den Traditionsverein zum Kulturgut. Der plausible Vorschlag von Stephan Kühn (Grüne), „Geschäftsführer, Trainer und Mannschaft sollten durch eine Minderung ihres Gehalts einen Einsparbetrag erbringen und damit öffentlich ein Zeichen setzen“, wurde nicht beschlossen. Auch die Idee von Thilo Kießling (DIE LINKEN), die Rückzahlung des Darlehens gleich in die allgemeine Sportförderung zu lenken, viel unter den Tisch.

(Oliver Kern)

Strafanzeigen via Internet

Wer in Sachsen eine Anzeige erstatten will, kann sich jetzt den Gang aufs nächste Revier sparen und stattdessen die Online-Wache der Polizei aufrufen. Unter „www.polizei.sachsen.de" können Mann oder Frau Strafanzeigen von zu Hause oder vom Büro aus per Internet erledigen. Für Notfälle gilt weiter der Polizeiruf 110. Die Online-Wache ergänzt die bisherigen Angebote der sächsischen Polizei im Internet, den persönlichen Kontakt zwischen Bürgern und der Polizei soll sie nicht ersetzen.

Neue Studienplätze für erneuerbare Energien

Sachsens Hochschulen werden 2009 mehr als 100 neue Studienplätze im Bereich der erneuerbaren Energien schaffen, teilt das Wissenschaftsministerium mit. Die TU Chemnitz will im Rahmen des Spitzenclusters „Cool Silicon" einen forschungsbasierten Studiengang Nano-Electronics Systems Engineering als Kooperation zwischen drei Hochschulen des Freistaates aufbauen. Die Spezialisierungen reichen von Energieverfahrenstechnik (TU Bergakademie Freiberg), über nachhaltige Energieversorgungstechnologien (TU Chemnitz) und International Energy Economics and Bussiness Administration (Uni Leipzig) bis zur Lehrveranstaltung zu regenerativen Energien im Studium Generale (TU Dresden). An der Hochschule Zittau/Görlitz stehen Ökologie und Umweltschutz auf dem Lehrplan, die HTW Dresden bietet u.a. Umweltmonitoring an.

Frauenkirche eine Woche geschlossen

Die Dresdner Frauenkirche schließt vom 5. bis 10. Januar. Das Gotteshaus wird gereinigt, beispielsweise werden die Stuck- und Sandsteinprofile vom Staub des zurückliegenden Jahres befreit. Auch der Aufstieg zur Kuppel ist vom 5. bis 7. Januar nicht möglich. Die Aussicht von der Plattform auf den Neumarkt können die Besucher ab 8. Januar wieder von 10 bis 16 Uhr genießen. Zum Gottesdienst mit Taufe am 1. Sonntag nach Epiphanias, am 11. Januar, um 11 Uhr, öffnet die Frauenkirche wieder ihre Türen. Sieben Millionen Menschen besuchten seit der Weihe den berühmten Sakralbau.

Balladen im Lingnerschloss

Die erste Veranstaltung 2009 im Lingnerschloss, Bautzener Straße 132, findet am 9. Januar  um 19:30 Uhr statt. "Mondschaf spielt Vagantenlieder - Balladen, Possen und Verse vom Rand" so der Titel des musikalisch-literarischen Theaters mit Jan Deicke und Matthias Hirth am Piano. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Karten gibt es an der Abendkasse und allen Vorverkaufsstellen in Dresden.

Für ein Euro in die Museen der Kunstsammlungen

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ändern zum 1. Januar 2009 die Eintrittspreise. Die Jahreskarte verteuert sich um zehn Euro auf 30 Euro. Damit können die Besucher allerdings zusätzlich zu den Dauerausstellungen auch sämtliche Sonderausstellungen der elf Museen des Verbundes besuchen. Dafür zahlen Junge Leute von sechs bis 18 Jahren ab 2009 nur ein Euro Eintritt, unabhängig davon ob sie mit der Klasse, der Familie oder allein das Museum besuchen. Teurer wird das Kombi-Ticket für die Gemäldegalerie Alte Meister, die Rüstkammer sowie die Skulpturensammlung im Zwinger: Wenn eine Sonderausstellung zu sehen ist, kostet es 10 Euro (ermäßigt 7,50 Euro) mehr.
Freien Eintritt gewähren die Kunstsammlungen zum Weihnachtsfest allen in Sachsen ansässigen Empfängern von Hartz IV und ALG II sowie deren im Bewilligungsbescheid genannten Angehörigen. Sie sind eingeladen vom 22. Dezember bis 8. Februar 2009 beliebig oft die Museen und Sonderausstellungen kostenlos zu besuchen. Alle genannten Regelungen gelten nicht für das Historische Grüne Gewölbe.

Das Wohngeld wird erhöht

Zum 1. Januar 2009 tritt eine Neufassung des Wohngeldgesetzes in Kraft. Damit erhöhen sich nach acht Jahren die Miethöchstbeträge um zehn Prozent und das Wohngeld um acht Prozent. Außerdem werden die Heizkosten in die Berechnung einbezogen. Der Pauschalbetrag richtet sich nach der Zahl der Haushaltsmitglieder. So erhält eine Person 24 Euro und zwei Personen zusammen 31 Euro. Wohngeldbezieher, denen schon bis ins Jahr 2009 Geld bewilligt wurde, brauchen keinen Erhöhungsantrag zu stellen, die Neuberechnung erfolgt automatisch. Einige Arbeitslosengeld-II-Empfänger werden durch das höhere Wohngeld und/oder den Kinderzuschlag ab 1. Januar keinen Anspruch mehr auf finanzielle Hilfe haben, allerdings erst, wenn beides neuberechnet ist, betont die ARGE Dresden. Kontakt: Wohngeldstelle, Junghansstraße 2, Sprechzeit: Dienstag und Donnerstag 8 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr. Das Innenministerium hält eine Informationsbroschüre bereit. Sie ist in den Wohngeldstellen kostenlos erhältlich und außerdem im Internet abrufbar. www.bauen-wohnen.sachsen.de

TechniSat erweitert sich in Dresden

TechniSat will in Dresden seine Entwicklungskapazitäten für neue digitale Produkte der Unterhaltungselektronik, wie LCD-Fernseher, Autoradios und Navigationssysteme, ausbauen. Zu der bereits mehr als 200 Ingenieure umfassenden Entwicklungsmannschaft sollen weitere 100 Entwickler und Ingenieure hinzukommen. Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) freut sich über das „positive Signal in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.“ 1990 hatte das Unternehmen mit Hauptsitz in Daun/Vulkaneifel das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Dresden mit 23 Entwicklern eröffnet und seitdem regelmäßig erweitert. http://www.technisat.de