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Politik

Sie wissen nicht, was sie wollen

16. Dezember. 2009
16.Dezember 2009

Der Dresdner Stadtrat hat einen schlechten Ruf. Liegt es nur daran, weil die Presse bei der Nachrichtenauswahl nach dem Prinzip verfährt: Only bad news is good news! meinDresden bat Albrecht Leonhardt, der viele Jahre Mitglied des Stadtrates war, aber dem neugewählten nicht mehr angehört, um seine Einschätzung. Anhand von vier Beispielen geht er der Frage nach, ob dieser Stadtrat sein schlechtes Image verdient oder vielleicht viel besser und nur unverstanden ist.

Technisches Rathaus

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Seit 19 Jahren ist die Stadt Mieter dieser Immobilie, jetzt erkennt man Brandschutzverstöße! 2008 wurde der Mietvertrag trotz Proteste der Belegschaft aufgrund der möglichen Gesundheitsgefährdung durch kontaminierte Gebäudeteile und trotz der Ablehnung aller Amtsleiter durch Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) und die Mehrheit des Stadtrates verlängert. Die damalige Begründung „Kosteneinsparung“ hört sich heute regelrecht lächerlich  an, denn jetzt heißt es: Fortsetzung der Mietzahlung im Technischen Rathaus, Umzug der Mitarbeiter ins kürzlich verlassene Sozialrathaus (war bisher ungeeignet) und der Staatsanwalt ermittelt. Ich weiß nicht, wieviel Hunderttausende oder gar Millionen  es kosten wird, ich weiß nur eins, der Mißstand ist schon seit Jahren bekannt, auch der Mehrheit des Stadtrates. Für mich nicht nur ein finanzpolitisches Desaster, sondern auch ein skandalöses Verhalten den Mitarbeitern gegenüber. Wer eine Gesundheitsgefährdung  der Mitarbeiter - sei es auch nur im Verdachtsfall - weniger wichtig nimmt, als eine   mögliche Kosteneinsparung, der sollte auch im öffentlichen Dienst keine Verantwortung tragen für das Wohl einer Vielzahl von Menschen. Bei allem Respekt vor seinen Leistungen als „Stadtentschulder“, für mich war die Wiederwahl von Finanzbürgermeister Vorjohann durch den Stadtrat völlig unverständlich

Diskussion zum Kulturpalast

Nichts zeigt so deutlich wie dieses Thema, dass Dresdens Führung keinerlei Konzeptionen und Visionen hat. Wollen wir in Dresden von allem etwas, oder haben wir den Mut, einmal Prioritäten zu setzen. Die klügste Entscheidung wäre der Bau eines Konzerthauses, Staatskapelle und Philharmonie in einem Haus, ein kulturpolitischer Beschluss von historischer Tragweite. Hierzu braucht man aber auch eine Landesregierung, die dies erkennt und nicht nur erbsenzählenderweise Dresden mit Leipzig und anderen Städten vergleicht und das Gießkannenprinzip zur Staatspolitik macht. Das Konzerthaus wäre die große, zukunftsweisende Entscheidung gewesen. Aber Stadt und Land entscheiden sich für den Umbau des Kulturpalastes. Eine Entscheidung, wieder einmal ausschließlich des lieben Geldes wegen. Obwohl bei genauer Betrachtung das Konzerthaus durchaus finanzierbar wäre, man muss  nur wollen und sich ernsthaft damit beschäftigen! Wenn dies nach provinziellem Denken schon riecht, ist die Einstellung der sogenannten Dresdner Linken und SPD mehr als wertkonservativ und populistisch anzusehen. Alles so zu belassen wie es ist, und dies von den sich selbst so ernannten progressiven Parteien?! Hier wird wieder aus einer schon krankhaften Profilierungssucht heraus ein gefährlicher Weg beschritten.

Einkaufsverbot am Sonntag

Und dann haben unsere Fortschrittsparteien, Linke und SPD, zusammen mit den Grünen noch einmal zugeschlagen. Der Sonntag ist heilig, da wird zu Hause Familie gespielt! Basta! Es kann einem das Blut im Körper erstarren, wenn eine Dresdner SPD sich auf die Tugenden der Weimarer Republik beruft, dort war es schon so, deshalb muss es heute auch so sein. Bitte keine Entwicklung! Mein Gott, die Zeiten sollten vorüber sein, wo Hobbypolitiker dem Bürger vorschreiben, was sie am Sonntag zu machen haben. Wir sind eine Gesellschaft des Jahres 2009 und  bedürfen keiner Rundumbetreuung! Im Übrigen, für die Einhaltung vernünftiger Arbeitsverhältnisse der Arbeitnehmer sind noch immer Gewerkschaften und Arbeitgeber verantwortlich, nicht die Politik. Interessant nur, wer waren eigentlich die Mehrheitsbringer im Stadtrat? Die drei allein schaffen es nicht! Ich wette, die konservativen Freien Bürger waren die Verbündeten, welch interessante Konstellation!

Straßenausbaubeiträge

Zum Schluss ein Wort zur Eintreibung der Straßenausbaubeiträgen. Entschuldigung, es klingt überheblich, aber es ist das eingetreten, was ich immer gesagt habe, weil es so simpel, wie notwendig ist. Beiträge, egal welcher Art, die auf Grund einer Satzung erhoben werden, müssen immer für den Zeitraum ihrer Gültigkeit eingetrieben werden. Welche Behörde dies nicht tut, macht sich strafbar! Deshalb, um die Eintreibung zu annullieren, gibt es nur die einzige Variante, die gesamte Ausbaubeitragssatzung für den gesamten Zeitraum zu annullieren. Dies darf nur der Stadtrat. Und der Stadtrat weiß es, legt jetzt aber Widerspruch ein gegen das Gerichtsurteil, wohlwissend, dass dieses den Einspruch zurückweisen wird. Hinhaltetaktik nennt man so etwas. Eine weitere weit verbreitete Eigenschaft der Menschen kommt ans Tageslicht: Feigheit. Entweder vollständige Rückzahlung aller Beiträge oder keine Rückzahlung! Für beide Entscheidungen bedarf es Mut, deshalb die unendliche, lange Geschichte.

Ich weiß, es gibt einzelne Stadträte, die nach besten Wissen und Gewissen arbeiten, im Leben draußen aber sieht man immer nur den Stadtrat als Ganzes. Das macht es ihnen so schwer, zu Mal die meisten leider auch noch unter der Parteiräson ihrer Fraktion  zu arbeiten haben. Dazu kommt, dass Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) mit einer Verwaltungsspitze zusammenarbeiten muss, die ausschließlich nach  parteipolitischen Gesichtspunkten auserwählt wurde, wodurch im einen oder anderen Falle doch nach ausreichender Fachkompetenz nachgefragt werden darf. Ob von dem einen bedacht oder unüberlegt, dem anderen  bewusst oder unverstanden, 2009 fällten die Stadträte einige Entscheidungen, die ihre Anerkennung in der Bevölkerung keineswegs erhöhten. Gesamtbild über den Stadtrat: Sie wissen nicht, was sie wollen, außer sich zu bekämpfen. Ein Kampf, der dem Bürger mehr als zum Halse heraushängt.

(Albrecht Leonhardt)

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Arbeiten aus der Grafikwerkstatt Dresden

Grafiken, die Künstler 1989/1990 und 2009/2010 in der Dresdner Grafikwerkstatt druckten, sind bis zum 30. September in der neuen Ausstellung der  „Galerie  2. Stock“ im Rathaus zu sehen. Auch  wenn  die  Themen 20 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit nicht vordergründig verarbeitet worden sind, so sind sie doch als Atmosphäre und „Hintergrundleuchten“ spürbar. Grafiken von Klaus Drechsler, Angela Hampel, Eberhard Havekost,   Christiane   Just,   Maja   Nagel,  Gudrun  Trendafilov und Claus Weidensdorfer sind zu sehen. Seit  1958  werden  in  der Grafikwerkstatt Dresden, Arbeitsmöglichkeiten für Dresdner  Künstler  angeboten. Geöffnet  ist  die  „Galerie 2. Stock“ montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Online-Wanderpläne für Sachsen

Mit Kompass und Karte unterwegs zu sein, ist die gewohnte Art, Sachsen wandernd zu entdecken. Jetzt hat die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS) für alle Rucksack-Touristen ein neues Angebot parat: Online-Wanderpläne für die sechs beliebtesten Wanderrouten: Sächsischer Weinwanderweg, Malerweg, Oberlausitzer Bergweg, Vogtland Panorama Weg, Kammtour Erzgebirge-Vogtland und Muldentalwanderweg. Alle wichtigen Details vom Streckenverlauf über Schwierigkeitsgrad bis hin zu Rastplätzen und Entfernungen sowie die gps-Daten sind auf den Wanderseiten zu finden. Wofür die TMGS mit dem Freizeit- und Tourismusportal AlpRegio kooperiert.  www.sachsen-tourismus.de

Ab Dezember nonstop von Dresden nach Basel

Ab Dezember bekommt Dresden eine Direktflugverbindung mehr. Die Fluggesellschaft easyJet eröffnet am 3. Dezember die Nonstoproute Dresden-Basel. Dreimal wöchentlich - mittwochs, freitags und sonntags - wird vom Flughafen Dresden-Klotzsche der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg angeflogen. Die neuen Flüge in die Schweiz lassen sich ab 8. Juli buchen unter www.easyJet.com

Jetzt dreimal pro Woche nonstop Dresden – Moskau

Aeroflot hat die Flugverbindungen zwischen Dresden und Moskau-Scheremetjewo weiter verbessert. Seit Juni bietet die russische Fluggesellschaft einen zusätzlichen Flug am Mittwoch und damit drei Nonstopflüge pro Woche und Richtung an. Der moderne Airbus A319 mit 116 Plätzen startet um 17.20 Uhr, montags bereits um 16.40 Uhr in Dresden. Die Landung in Moskau erfolgt um 21.55 Uhr bzw. am Montag um 21.15 Uhr. In der russischen Hauptstadt hebt die Maschine um 15 Uhr Ortszeit ab und erreicht Dresden um 15.40 Uhr Ortszeit.  Den Hin- und Rückflug kostet inklusive aller Steuern und Gebühren ab 211 Euro. Die Flugzeit beträgt rund zweieinhalb Stunden.

Tiere und Pflanzen des Jahres auf Postkarten

Auch in diesem Jahr will Sachsens Umweltministerium mit Postkarten zur Natur des Jahres 2010 den Blick wieder auf bekannte und weniger bekannte Schönheiten unserer heimischen Flora und Fauna lenken. Ausgesucht wurden dafür der Dachs (Tier des Jahres 2010), der Schönbär (Schmetterling d. J.), die Vogelkirsche (Baum d. J.), der Teichmolch (Lurch d. J.), die Herbstzeitlose (Giftpflanze d. J.) und der Efeu (Arzneipflanze d. J.).  Die Postkarten kann man sich auf der Internetseite des Umweltministeriums ansehen oder kostenfrei beim Zentralen Broschürenversand der Staatsregierung bestellen:  publikationen(at).sachsen.de http://www.natur.sachsen.de

Französisches Abi jetzt auch in Sachsen

Das Romain-Rolland-Gymnasium Dresden und das Anton-Philipp-Reclam-Gymnasium Leipzig sind die ersten Schulen in Sachsen, die parallel zum deutschen Abitur das Französische Baccalauréat (AbiBac) anbieten.  Ab Schuljahr 2010/2011 können sich Gymnasiasten der Klassenstufe zehn, die die vertiefte sprachliche Ausbildung durchlaufen haben, darauf vorbereiten. In den Klassenstufen zehn bis 12 wird dann Französisch auf erhöhtem Niveau unterrichtet. In den letzten drei Jahren vor dem Abitur geht es auch in Geschichte und einem weiteren gesellschaftwissenschaftlichen Fach französischsprachig zu. Dresden kooperiert dabei mit einer Schule in Strasbourg, Leipzig mit einer Schule in Montpellier.

Neue Tempo-30-Zone in Dresden-Neustadt

In  Dresden-Neustadt  entsteht  eine neue Tempo-30-Zone westlich  der Königsbrücker Straße, die im Süden durch die Antonstraße und im Norden durch den Bischofsweg begrenzt wird. Im Westen reicht sie bis  zu  den Bahnanlagen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung   soll  den  Durchgangsverkehr  fernhalten und die Verkehrssicherheit   für Fußgänger und Radfahrer erhöhen. In diesem Zusammenhang gibt die Stadt den als Einbahnstraße ausgewiesenen Dammweg  zwischen Eschenstraße und Bischofsweg in beiden Richtungen für den Radverkehr  frei  und  schafft  damit eine Alternative zur belebten Königsbrücker  Straße.  Das  Parken entfällt dafür auf diesem Abschnitt des Dammweges.

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