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Das Bild winkender Menschen aus allen Wagen eines Zuges ging 1989 um die Welt. Die ersten Männer, Frauen und Kinder, die sich vor der DDR in die deutsche Botschaft in Prag geflüchtet hatten, um ihre Ausreise in den Westen Deutschlands zu erzwingen, kommen in Hof an: Erschöpft vom wochenlangen Ausharren auf engstem Raum im Garten der Botschaft, aber frei. 20 Jahre später schickt der Dresdner Kultur-Aktiv-Verein mit Hilfe vieler Partner in Erinnerung an die Massenflucht den „Zug der Freiheit“ auf die Reise. Mit an Bord Zeitzeugen, Jugendliche und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). Doch anders als 1989 machte der Zug heute auf seiner Fahrt von Prag nach Hof in Dresden Station.
„Mir ist, als stehe ich wieder auf der Mauer“, weckt die Einfahrt des Zuges bei Ute Scholz ganz persönliche Erinnerungen an die politische Wende. Seit elf Jahren lebt die Brandenburgerin in Dresden und heute wollte sie einfach mal auf den „Zug der Freiheit“ aufspringen und sich die Ausstellung darin ansehen. Aus Erzählungen weiß sie, dass die Durchfahrt der Züge mit den Botschaftsflüchtlingen aus Prag vor 20 Jahren die friedliche Revolution in Dresden auslöste. Weil die Polizei die Menschen am 4. Oktober 1989 vom Hauptbahnhof gewaltsam zurückdrängte, machten jene ihrem Unmut Luft, demolierten und warfen Steine. Am 8. Oktober dann die erste große Demonstration auf der Prager Straße, am 9. November fiel die Mauer.
Das Glücksgefühl, das bei Ute Scholz beim Sprung auf die Mauer aufwallte, stellte sich bei den Botschaftsflüchtlingen auf dem Grenzbahnhof kurz vor Hof ein. „Da gingen plötzlich alle Fenster auf und die Menschen warfen ihr DDR-Geld auf den Bahnsteig, 50- und sogar 100-Markscheine waren dabei“, erinnert sich René Heymann. Als 12-Jähriger saß er zusammen mit seinen Eltern, Karl-Heinz und Birgit Heymann, und seinem 5 Wochen alten Bruder André in einem der Züge in den Westen. „Meine Eltern waren mit uns Kindern am 29. September von Sebnitz nach Prag gefahren. Sie wollten sich in der deutschen Botschaft Unterstützung für ihre bereits beantragte Ausreise erbitten“, erzählt der heute 32-Jährige. Während der Fahrt hörte die Familie im Autoradio, die DDR schließe gerade ihre Grenze zur Tschechoslowakei. Insofern gab es für sie kein Zurück mehr.
René Heymann war neben Markus Rindt, dem Mitbegründer der Dresdner Sinfoniker, einer der mitreisenden Zeitzeugen im „Zug der Freiheit“. Beide erzählen von den Menschenmassen nicht nur in, sondern auch vor der deutschen Botschaft in Prag. „Wir kamen nicht mehr rein, doch meine Mutter, mein Bruder und ich durften in einem Bett in einem Nachbarhaus der Botschaft schlafen“, erinnert sich René Heymann an eine kalte Nacht, die der Vater mit anderen Männern im Freien verbringen musste. Die Familie hatte Glück, ein langes Warten in Ungewissheit blieb ihr erspart. Am Abend des 30. Septembers 1989 verkündete der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher vom Balkon der Prager Botschaft, dass alle Flüchtlinge in den Westen ausreisen dürfen. Den Jubelschrei hörte ganz Prag.
Am 1. Oktober setzten sich die ersten Züge in Bewegung. Allerdings bestanden Erich Honecker und seine Funktionäre darauf, dass die Botschaftsbesetzer zunächst wieder in die DDR einreisen. Man wollte die Abtrünnigen ausweisen. Deshalb der Umweg von Prag nach Hof über Dresden, Freiberg, Chemnitz und Plauen. Mit dem Beharren auf der völkerrechtlichen Formalie trugen sie selbst zum Untergang der DDR bei. Tausende Menschen in der DDR strömten plötzlich an die vorbestimmte Ausreisestrecke. Ein Zeichen des Aufbegehrens.
Über Auffanglager in Lübeck und Rastatt kam die sächsische Familie Heymann nach Tuttlingen in Baden-Württemberg. „Die Hilfsbereitschaft war groß. Die Stadt vermittelte uns eine Wohnung. Haushaltsgegenstände wurden uns geschenkt. Und mein Vater als gelernter Maurer bekam sofort eine Stelle“, beschreibt René Heymann den Neubeginn im Westen. Weil er als 12-Jähriger in der 6. Klasse in Sebnitz nur Russisch und kein Englisch gelernt hatte, ließ er sich in die 5. Klasse einer Realschule in Tuttlingen zurückstufen. Die Anforderungen in der Schule meisterte er. Doch es sei schwierig gewesen Freundschaften zu schließen. „Heimisch geworden bin ich in Schwaben nicht“, räumt René Heymann ein. 1994 kehrt die Familie nach Sachsen zurück. Der Vater gründete eine Baufirma, wegen der nachlassenden Baukonjunktur wechselt er mit seiner Baufirma 1989 wieder nach Baden-Württemberg. René bleibt in Dresden, studiert an der HTW und arbeitet inzwischen als Technologe. Im Westen angekommen ist er nicht, aber Geschichte hat er geschrieben.
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Wer Geburtstag hat, bekommt üblicherweise Geschenke. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) beschenken seit diesem Jahr ihre Besucher an deren jeweiligem Geburtstag mit freiem Eintritt. „Geburtstagskinder“ jeden Alters legen an der Kasse ihren Personalausweis vor und erhalten an dem Tag freien Eintritt in alle Museen der SKD an den Standorten Dresden, Leipzig und Herrnhut. Diese Regelung gilt auch für das Historische Grüne Gewölbe und sämtliche Sonderausstellungen.
Immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein, heißt auch, zu wissen, woran die Forscher arbeiten. Mit dem Start des Dresden Science Calendar werden alle wissenschaftlichen Veranstaltungen im Raum Dresden auf einen Blick zugänglich gemacht. Im Rahmen des Wissenschaftsnetzwerkes DRESDEN-concept und in Kooperation mit der Stadt und der Sandstein Neue Medien GmbH ist eine für den Informationsaustausch über wissenschaftliche Veranstaltungen maßgeschneiderte Internetplattform entstanden. Jeder, einschließlich der wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit, kann alle Ankündigungen nach verschiedenen Kriterien gefiltert abrufen. Die Internetplattform bietet auch Schnittstellen an, um relevante Vorträge zu einmal ausgewählten Suchkriterien und persönlichen Interessen automatisch vorzusortieren und regelmäßig strukturierte Benachrichtigungen per RSS-feed, iCal-Kalenderabonnement oder über andere Datenkanäle zu erhalten. Der Dresden Science Calendar ergänzt damit die bestehenden Ankündigungssysteme der einzelnen Institute, aus welchen die Informationen automatisch synchronisiert werden. www. wissenschaft.dresden.de/calendar
Kurz und knapp stellt sich Dresden im Stadt-Atlas vor. Er enthält Straßen- und Wegekarten und Informationen zum öffentlichen Nahverkehr. Er gibt Auskunft, wo sich öffentliche und kulturelle Einrichtungen, Fußgängerzonen, öffentliche Toiletten, Einbahnstraßen, Parkplätze und Taxi-Standorte befinden. Darüber hinaus empfiehlt der Stadt-Atlas mit Text, Karte und 3D-Ansicht einen Stadtrundgang durch die Altstadt und die Neustadt von Dresden. Ein weiterer Teil des Stadt-Atlasses befasst sich mit 20 Jahren Kommunalentwicklung. Daten, Karten und Statistiken beschreiben die Entwicklung, zum Beispiel von Wohnungsbau, Verkehrsprojekten, Natur- und Denkmalschutz. Alte und neue Luftbilder werden gegenübergestellt. Die Broschüre im A4-Format umfasst 98 Seiten und kostet 5,35 Euro. Sie ist erhältlich in ausgewählten Buchhandlungen und im Kundenservice des Städtischen Vermessungsamtes, World Trade Center, Ammonstraße 74, 2. OG, Zimmer 2852, Telefon 4 88 41 38 oder 4 88 41 16, Fax 4 88 39 64, E-Mail vermessungsamt-ks@dresden.de. Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr. www.dresden.de/online-shop.
Die sächsische Justiz versteigert beschlagnahmte oder gepfändete Gegenstände auch via Internet. Sachsens Justizminister Martens (FDP) verspricht sich dadurch „bessere Verkaufschancen und höhere Erlöse im Interesse von Gläubigern und Schuldnern“. Sachsen nutzt zusammen mit anderen Bundesländern eine extra dafür eingerichtete Internetplattform, die rund um die Uhr von Interessenten zu erreichen ist, unter www.justiz-auktion.de
Im Naturschutzgebiet Sächsische Schweiz dürfen Klettersportler die Felsen erklimmen. Der Landtag passte dafür das Landesumweltrecht an das neue Bundesrecht unter Beibehaltung landesrechtlicher Regelungen an. „So wäre es zum Beispiel nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, in der Sächsischen Schweiz Klettersport zu betreiben“, so Umweltminister Frank Kupfer (CDU). „Das Felsklettern in der Sächsischen Schweiz hat eine lange Tradition. Die Sportverbände arbeiten aktiv im Naturschutz mit und betreiben ihren Sport sehr verantwortungsvoll“, erklärt der Minister, weshalb Sachsen mit der Gesetzesanpassung das Verbot umging.
Mit Kompass und Karte unterwegs zu sein, ist die gewohnte Art, Sachsen wandernd zu entdecken. Doch die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS) hält für alle Rucksack-Touristen auch Online-Wanderpläne für die sechs beliebtesten Wanderrouten bereit: den Sächsischen Weinwanderweg, den Malerweg, Oberlausitzer Bergweg, Vogtland Panorama Weg, für die Kammtour Erzgebirge-Vogtland und den Muldentalwanderweg. Alle wichtigen Details vom Streckenverlauf über Schwierigkeitsgrad bis hin zu Rastplätzen und Entfernungen sowie die gps-Daten sind auf den Wanderseiten zu finden. Wofür die TMGS mit dem Freizeit- und Tourismusportal AlpRegio kooperiert. www.sachsen-tourismus.de
Die Stadt Dresden bietet ein interaktives Internetportal zur kulturellen Bildung an: Kinder, Jugendliche und Erwachsene, aber auch Familien und Schulklassen können auf dem Portal nach geeigneten Kursen und Veranstaltungen suchen. Kultureinrichtungen können ihre Angebote selbstständig einpflegen und aktualisieren. Das Portal beruht auf einer Kooperation zwischen dem Kulturamt und der Medien Verlags GmbH. Es wird aus Fördermitteln des Sächsischen Wissenschaftsministeriums und der Stadt finanziert. www.dresdner-kulturelle-bildung.de
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