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Jahrelang sah Sachsens Regierung zu, wie sich Familien den Traum vom eigenen Heim vor den Toren der Städte erfüllten und damit massenweise grüne Wiesen versiegelten. Und jahrelang überließ sie die Sanierung der Altbausubstanz in guter Lage vor allem den Bauträgern. Leerstehende Wohnungen nicht nur in den Plattenbauten, sondern auch in den weniger lukrativen Stadtteilen und Gemeinden sind die Folge. Die Regierung versucht weiter korrigierend einzugreifen. Gestern beschloss das Kabinett eine Wohnraumförderung, die den Blick der potenziellen Häuslebauer auf die Innenstädte lenkt. Ganz neu ist die Richtlinie zum Wohneigentum, die den Kauf und die Sanierung von bestehenden Gebäuden unterstützt.
Gefördert wird der Erwerb von bestehenden Wohngebäuden bzw. Eigentumswohnungen einschließlich Um- und Ausbau sowie Sanierungsmaßnahmen. Dafür gibt es Darlehen mit einem Zinssatz von 2,5 Prozent über eine Laufzeit von 20 Jahren. Die Förderhöhe richtet sich nach den jeweiligen Kosten. Die Förderhöchstgrenze ist abhängig von der Anzahl der zum Haushalt gehörenden Personenzahl. Für einen Vier-Personen-Haushalt (zwei Erwachsene und zwei Kinder) beträgt sie zum Beispiel 160000 Euro. Das betreffende Wohngebäude muss sich in einem Stadtgebiet befinden, dass vor 1949 erschlossen und bebaut wurde.
Möglicherweise kommt die Richtlinie zu spät. Denn längst haben sich Bauträger die Rosinen aus dem Altbaubestand in Dresden herausgepickt. Übrig blieben die Wohnhäuser an verkehrsreichen Straßen oder in einem unattraktiven Umfeld, die leer stehen. Jene empfiehlt Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) jetzt jungen Familien: „Mein Ziel ist es, jungen Menschen in Sachsen den Weg ins Eigentum zu ermöglichen. Wir müssen die Chancen, die Sachsen in seinen attraktiven Städten bietet, in Zukunft noch deutlicher kommunizieren.“
An der Kommunikation hat es wahrlich nicht gelegen, sondern an der bisherigen Politik. Weitergeführt werden die bereits im vergangenen Jahr gestarteten Förderrichtlinien zur energetischen Sanierung und das Mehrgenerationenwohnen. Darunter ist die Anpassung von Wohnraum an die Bedürfnisse von Familien mit Kindern, von älteren Menschen und von Menschen mit Behinderungen zu verstehen. Beide Programme sehen die Gewährung von zinsgünstigen Darlehen ab 1,5 Prozent über eine Laufzeit von 20 Jahren vor. Gefördert werden maximal 50000 Euro pro Wohneinheit. Die Förderung kann dabei sowohl für Mietwohnraum als auch für Eigentum genutzt werden. Mietwohnraum wird nur dann begünstigt, wenn die Gemeinde bestätigt, dass sich das entsprechende Wohngebäude in einer sogenannten integrierten Lage oder in einem Stadtgebiet befindet, dass vor 1949 erschlossen und bebaut wurde.
Zum Paket der beschlossenen Wohnraumförderung gehört auch die Unterstützung von Eigentümern mit Zahlungsschwierigkeiten. Wer eine von der Sächsischen Aufbaubank bewilligte Förderung nach einem Wohneigentumsprogramm des Freistaates erhielt und nun Probleme bei der Finanzierung hat, dem will der Freistaat unter die Arme greifen. Allerdings ist die Unterstützung zeitlich befristet und setzt eine Verbesserung der Einkommens- und Vermögenssituation sowie die vorherige Inanspruchnahme bestehender banktechnischer Möglichkeiten voraus.
Novellierung der Städtebauförderung
Im Fokus der vom Kabinett veränderten Vorschrift zur Städtebaufördung steht ebenfalls die Altbausubstanz. In den Programmen werden Finanzhilfen von Bund, Land und Kommune gebündelt und für folgende Problemlösungen angeboten: Städtebauliche Entwicklung, Städtebaulicher Denkmalschutz, Soziale Stadt und Aufwertung im Stadtumbau. Erstmals werden Projekte, die gemeinsam von Kommunen und Privatinvestoren verwirklicht werden, gefördert. Diese Änderung könnte Dresden bei der Entwicklung des Kraftwerkes Mitte zum Kulturstandort für die Operette zugute kommen.
Neu ist auch, dass die Kommunen für die Förderung Privater zuständig sind. Pauschal dürfen sie ihnen bis zu 40 Prozent der förderfähigen Kosten bewilligen, bei Gebäuden vor 1949 sind sogar bis zu 65 Prozent möglich. „Die Begrenzung der bevorzugten Förderung auf Gebäude vor 1949 soll die Gemeinden und Kommunen motivieren, sich in den nächsten Jahren verstärkt der Sanierung von Gründerzeitquartieren zuzuwenden“, erklärt Buttolo.
Die Grünen im Sächsischen Landtag entdeckten zwei Knackpunkte in der neuen Verwaltungsvorschrift zur Städtebauförderung. So drohe aufgrund von Kürzungen dem Quartiersmanagement das Aus. „Mit der Reduzierung der nichtinvestiven Städtebaumittel von 30 auf 10 Prozent fällt mit dem Quartiersmanagement ausgerechnet das Programm weg, das Bürger in benachteiligten Quartieren in die Lage versetzt hat, ihr direktes Wohnumfeld stärker selbst zu gestalten. Das ist ein schwerer Rückschritt im Stadtumbauprozess", warnt Karl-Heinz Gerstenberg, Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion. Zudem gefährde die geplante Absenkung des Fördermittelanteils bei Sicherungsmaßnahmen stadtbildprägender bzw. denkmalgeschützter privater Gebäude massiv die historische Bausubstanz. „Die vom Innenministerium geplante Erhöhung des Eigenanteils bei der Gebäudesicherung auf ein Drittel der Kosten muss zurückgenommen werden", fordert Gerstenberg.
In Sachsen Hochschulen schrieben sich zum Wintersemester 2008/2009 rund 20400 Studenten ein, rund 450 weniger als im Jahr zuvor. Doch das Wissenschaftsministerium geht davon aus, dass sich die vom Statistischen Landesamt veröffentlichte Zahl durch die verlängerte Einschreibefrist noch erhöhen wird. 2007 begannen 20847 junge Menschen ein Studium, 2006 waren es lediglich 18600. Sachsen hält rund 20000 Studienanfängerplätze vor, um sie zu besetzen wirbt der Freistaat massiv in an den alten Bundesländern um Studenten. www.pack-dein-Studium.de
Das Stadionbauunternehmen HBM will 8,4 Millionen Euro mehr von der Stadt für den Stadionneubau haben. Doch die Forderungen wies Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) jetzt öffentlich zurück. Vor dem Stadtrat erklärte er auf Nachfrage der Grünen, dass mit HBM ein Festpreis in Höhe von 44,6 Millionen Euro vereinbart worden sei. Insofern werde die Stadt auch nicht mehr zahlen. Sollte HBM vor Gericht gehen, habe die Stadt gute Karten in der Hand das Verfahren zu gewinnen. Der Stadionbauer begründet seine Forderung u.a. mit den gestiegenen Rohstoffpreisen und der Verzögerung bei der Vetragsunterzeichnung.
Am 22. November, zwischen 7 und 24 Uhr, wird die Bautzner Straße zwischen Waldschlößchenstraße und Fischhausstraße nur in landwärtiger Richtung befahrbar sein, teilt die Stadt mit. Der stadtwärtige Verkehr wird über Fischhausstraße, Heideparkstraße, Charlottenstraße und Radeberger Straße umgeleitet. Notwendig ist dies, um einen Abwassersammler auszubauen.
Am 24. November, 18 Uhr hält Swen Steinberg einen Vortrag zum Thema „Die letzte öffentliche Hinrichtung einer Frau. Zur Wahrnehmung von Grete Beier (1885–1908)“ im Stadtarchiv, Elisabeth-Boer-Straße 1. Der Eintritt ist kostenfrei. In seinem Vortrag setzt sich der wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promotionsstudent an der TU Dresden kritisch mit der Stellung der Frau im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert am Beispiel von Grete Beier auseinander.
Dresden ist bereits als Austragungsort für die Frauen-Fußball-WM 2011 gesetzt. Jetzt gab das DFB-Präsidium die Spielorte für die Weltmeisterschaft der Nachwuchs-Fußballerinnen bekannt. Die U 20-Frauen-WM wird in vier deutschen Städten stattfinden, darunter Augsburg, Bielefeld und Bochum. Dresden ist mit dabei. Die FIFA hatte beschlossen, künftig im Vorjahr einer Frauenfußball-WM im gleichen Land eine Endrunde der jungen Fußballerinnen zu veranstalten. Im Männerfußball wird dieses Modell seit 2001 mit dem einer WM-Endrunde vorgeschalteten Confed-Cup praktiziert. Die U20-Weltmeisterschaft stellt für die Austragungsorte einen Testlauf für die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr dar. Auch für Dresden und das 2009 fertig gestellte Stadion wird die Durchführung der Weltmeisterschaft der Juniorinnen eine Generalprobe für 2011 sein.
Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat für Dezember 2008 und das Jahr 2009 noch freie Praktikumsplätze im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Praktika richten sich an Studierende und sind für mindestens vier Wochen, höchstens zwei Monate angelegt. Im Verlauf des Praktikums werden die Studierenden von der Recherche über das Erstellen von Pressemeldungen bis hin zur Projektvorbereitung und -begleitung die Arbeit in der Pressestelle des SMWK kennenlernen. Aussagefähige Bewerbungen sind zu senden an: Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst Postfach 10 09 20, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 01079 Dresden oder per Mail an presse@smwk.sachsen.de
Vor 50 Jahren, im September 1958, wurde die DDR-Fluggesellschaft Interflug gegründet. Aus diesem Anlass ist das neue Buch „Weg und Absturz der INTERFLUG – Die Geschichte des Unternehmens“ erschienen. Der Autor Karl-Dieter Seifert stellt es am Montag, dem 24. November, im Flughafen Dresden Terminal vor. Die Präsentation beginnt um 18 Uhr im Konferenz-Center. Im Anschluss steht er allen Gästen bei einer Gesprächs- und Signierrunde Rede und Antwort. Der Eintritt kostet inklusive Begrüßungssekt und kleinem Imbiss 8 Euro.
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