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Politik

Produziert Dresden 15 cm höhere Pegel?

24. Juli. 2008
24.Juli 2008
Hochwasserschutztest am 2. Juli vor dem Landtag. Die mobile Schutzwand ließ kein Wasser durch. Im Hintergrund wurde die Festungsmauer um einen Meter erhöht.

Hochwasserschutztest am Landtag Foto: Holland

Im August 2002 geriet die Elbe außer Rand und Band. Der Fluss zeigte, wieviel Raum er braucht, um extreme Niederschläge aufzunehmen. Um vor dem nächsten Jahrhunderthochwasser sicher zu sein, baut Dresden gerade an einer Schutzwand für die Altstadt. Ende des Jahres wird sie fertig sein. Auch die Stadtteile Pieschen bis Kaditz sollen mit einer Mauer sowie Stetzsch bis Cossebaude mit einem Deich geschützt werden. Damit kann die Elbe 577 Hektar Stadtraum nicht mehr überfluten. Das ist gut so, doch das Einmauern hat auch einen Haken. Dem Fluss gehen 577 Hektar Überschwemmungsland verloren.

Die Grünen im Stadtrat machen auf den Zusammenhang aufmerksam. Die Zahlen für Dresden basieren auf Anfragen, die die Fraktion im Landtag dem Umweltministerium stellte. Vor diesem Hintergrund fordern die Grünen im Rathaus, dass die Stadt den Hochwasserschutz nicht nur auf den technischen begrenzen dürfe, sondern ausweiten müsse, indem sie Überschwemmungsflächen (Retentionsflächen) an anderer Stelle ausweist.

„Die Hochwasserschutzmauer in der Altstadt ist ohne Zweifel notwendig und wichtig. Nur so kann die wertvolle Infrastruktur der Innenstadt bei einem sog. 100-jährlichen Hochwasser vor Überflutung geschützt werden“, so Grünen-Stadtrat Johannes Lichdi. Er warnt allerdings davor, damit die Elbe immer weiter einzuengen. 577 Hektar weniger Retentionsfläche würden bei einer Flut wie 2002 bedeuten, dass Dresden 7,1 Millionen Kubikmeter Wasser flussabwärts schickt. „Das kann in Radebeul, Altkötschenbroda und Meißen höhere Wasserstände auslösen", erklärt der Umweltpolitiker. Noch streiten sich die Experten, ob die Schutzmaßnahmen in Dresden den Pegel bloß um einen Zentimeter oder um acht bis 15 Zentimeter erhöhen. Das Ende dieses Streites oder den Praxisbeweis wollen die Grünen nicht abwarten.

Der Verlust von Überschwemmungsraum müsse dringend ausgeglichen werden. „Die Stadt darf kein Bauland mehr im Überschwemmungsgebiet verkaufen, wie an der Salzburger, an der Serkowitzer Straße oder Am Seegraben geschehen“, fordert Elke Zimmermann, umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Stadtrat. Stattdessen müsse die Stadt Vorsorge betreiben und Retentionsflächen festlegen. In Söbringen und zwischen Heidenau und Dresden gäbe es solche Flächen. „Der ganze Altelbarm im Dresdner Osten könnte wieder Überschwemmungsland werden. Dafür müssten die Kleingärten umgesiedelt und ihre Besitzer entschädigt werden“, so Elke Zimmermann. Es sei besser, jetzt den Konflikt nicht zu scheuen, als später zu jammern.

„Nach dem Hochwasser 2002 wurde von allen Seiten gefordert, den Flüssen mehr Raum zu geben. Heute ist dies vergessen. Die Gemeinden entlang der Elbe mauern sich ein und keiner denkt zur Zeit über die Folgen nach", so Lichdi.

 

(Brigitte Holland)

20400 Studienanfänger zum Wintersemester

In Sachsen Hochschulen schrieben sich zum Wintersemester 2008/2009 rund 20400 Studenten ein, rund 450 weniger als im Jahr zuvor. Doch das Wissenschaftsministerium geht davon aus, dass sich die vom Statistischen Landesamt veröffentlichte Zahl durch die verlängerte Einschreibefrist noch erhöhen wird. 2007 begannen 20847 junge Menschen ein Studium, 2006 waren es lediglich 18600. Sachsen hält rund 20000 Studienanfängerplätze vor, um sie zu besetzen wirbt der Freistaat massiv in an den alten Bundesländern um Studenten. www.pack-dein-Studium.de

Stadt will keine Mehrkosten fürs Stadion übernehmen

Das Stadionbauunternehmen HBM will 8,4 Millionen Euro mehr von der Stadt für den Stadionneubau haben. Doch die Forderungen wies Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) jetzt öffentlich zurück. Vor dem Stadtrat erklärte er auf Nachfrage der Grünen, dass mit HBM ein Festpreis in Höhe von 44,6 Millionen Euro vereinbart worden sei. Insofern werde die Stadt auch nicht mehr zahlen. Sollte HBM vor Gericht gehen, habe die Stadt gute Karten in der Hand das Verfahren zu gewinnen. Der Stadionbauer begründet seine Forderung u.a. mit den gestiegenen Rohstoffpreisen und der Verzögerung bei der Vetragsunterzeichnung.

Verkehrsführung Bautzner Straße wieder ganz anders

Am 22. November, zwischen 7 und 24 Uhr, wird die Bautzner Straße zwischen Waldschlößchenstraße und Fischhausstraße nur in landwärtiger Richtung befahrbar sein, teilt die Stadt mit. Der stadtwärtige Verkehr wird über Fischhausstraße, Heideparkstraße, Charlottenstraße und Radeberger Straße umgeleitet. Notwendig ist dies, um einen Abwassersammler auszubauen.

Die letzte öffentliche Hinrichtung einer Frau

Am 24. November, 18 Uhr hält Swen Steinberg einen Vortrag zum Thema „Die letzte öffentliche Hinrichtung einer Frau. Zur Wahrnehmung von Grete Beier (1885–1908)“ im Stadtarchiv, Elisabeth-Boer-Straße 1. Der Eintritt ist kostenfrei. In seinem Vortrag setzt sich der  wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promotionsstudent an der TU Dresden kritisch mit der Stellung der Frau im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert am Beispiel von Grete Beier auseinander.

Junge Fußballerinnen tragen ihre WM auch in Dresden aus

Dresden ist bereits als Austragungsort für die Frauen-Fußball-WM 2011 gesetzt. Jetzt gab das DFB-Präsidium die Spielorte für die Weltmeisterschaft der Nachwuchs-Fußballerinnen bekannt. Die U 20-Frauen-WM wird in vier deutschen Städten stattfinden, darunter Augsburg, Bielefeld und Bochum. Dresden ist mit dabei. Die FIFA hatte beschlossen, künftig im Vorjahr einer Frauenfußball-WM im gleichen Land eine Endrunde der jungen Fußballerinnen zu veranstalten. Im Männerfußball wird dieses Modell seit 2001 mit dem einer WM-Endrunde vorgeschalteten Confed-Cup praktiziert. Die U20-Weltmeisterschaft stellt für die Austragungsorte einen Testlauf für die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr dar. Auch für Dresden und das 2009 fertig gestellte Stadion wird die Durchführung der Weltmeisterschaft der Juniorinnen eine Generalprobe für 2011 sein.

Praktikum im Kunstministerium

Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat für Dezember 2008 und das Jahr 2009 noch freie Praktikumsplätze im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Praktika richten sich an Studierende und sind für mindestens vier Wochen, höchstens zwei Monate angelegt. Im Verlauf des Praktikums werden die Studierenden von der Recherche über das Erstellen von Pressemeldungen bis hin zur Projektvorbereitung und -begleitung die Arbeit in der Pressestelle des SMWK kennenlernen. Aussagefähige Bewerbungen sind zu senden an: Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst Postfach 10 09 20, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 01079 Dresden oder per Mail an presse@smwk.sachsen.de

Buchvorstellung zur Geschichte der „Interflug“

Vor 50 Jahren, im September 1958, wurde die DDR-Fluggesellschaft Interflug gegründet. Aus diesem Anlass ist das neue Buch „Weg und Absturz der INTERFLUG – Die Geschichte des Unternehmens“ erschienen. Der Autor Karl-Dieter Seifert stellt es am Montag, dem 24. November, im Flughafen Dresden Terminal vor. Die Präsentation beginnt um 18 Uhr im Konferenz-Center. Im Anschluss steht er allen Gästen bei einer Gesprächs- und Signierrunde Rede und Antwort. Der Eintritt kostet inklusive Begrüßungssekt und kleinem Imbiss 8 Euro.