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Politik

Helma Orosz will Nackt-Bild verbieten lassen

02. Dezember. 2009
02.Dezember 2009

Jetzt hört der Spaß auf. Über das Gemälde „Frau Orosz wirbt für das Welterbe“ von Erika Lust kann Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) keineswegs lachen. Darauf ist die CDU-Politikerin bis auf Strapse splitternackt vor der fertigen Waldschlösschenbrücke zu sehen. Die Oberbürgermeisterin der sich sonst so gerne als Kunststadt selbst stilisierenden Landeshauptstadt Dresden geht gegen die Darstellung juristisch vor.. Sie verklagte die Dresdner Malerin beim Landgericht.

Es dürfte wohl in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland um den seltenen Versuch eines Stadtoberhauptes handeln, ein Werk der Bildenden Kunst mit Zensur zu bannen. Mit dem einstweiligen Verfügungsverfahren will Helma Orosz die weitere Verbreitung des Kunstwerkes verbieten lassen. Sie beruft sich dabei auf die Verletzung ihrer Intimsphäre, da die Künstlerin sie praktisch nackt dargestellt hat, wenngleich auch unrealistisch. Außerdem fühle sie sich in ihrer Rolle als Frau und in ihrem Amt beschädigt.

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Dagegen sieht Erika Lust die Freiheit der Kunst gefährdet. Sie habe das Bild gemalt, als die Oberbürgermeisterin zum Welterbekomitee nach Sevilla reiste, obwohl sie keine Argumente für den Erhalt des Welterbe-Titels vorweisen konnte, also mit leeren Händen vor das Komitee getreten sei. „In der Kunst wird eine solche Ausgangsituation eben sehr häufig als Nacktheit symbolisiert“, erklärt die 46-jährige Künstlerin.

Damit der Stein des Anstoßes für immer in der Versenkung verschwindet, beantragte die Oberbürgermeisterin bei Gericht, die Ausstellung des Bildes sowie jede Darstellung in Reproduktionen zu unterlassen. Doch darauf hat die Künstlerin nach eigenen Angaben gar keinen Einfluss mehr. Das Bild sei längst verkauft und die im Internet kursierenden Reproduktionen entziehen sich ihrer  Verfügungsgewalt.

Am 3. Dezember, 9 Uhr findet die Verhandlung im Landgericht, Zimmer 89  statt.

(Sieglinde Werner)

Kommentare

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Jens Pflanze (Webseite)

Am 04. Dezember. 2009 um 02:37 Uhr

Diese Frau Orosz ist eine Schande für die Stadt Dresden.
Seit Beginn Ihrer Amstzeit wurde der Ruf dieser schönen Stadt weltweit geschädigt. bei den Dresdnern sorgt das für Unmut. Die Bürger haben aber natürlich das Recht sich durch eine witzig, satirische Art den Frust von der Seele zu malen.
Ich halte dieses Bild für eine sehr gelungene Karrikatur.
Das aktuelle Urteil des Landgerichtes ist ja wohl ein Lacher.
Ich wünsche Frau Lust für die nächste Instanz viel Erfolg.

 
 

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