Willkommen:

beim subjektiven Infoportal mit dem Anspruch objektiv herauszupicken, was Dresden gerade bewegt.

RSS-Feed

Kostenloser
Nachrichtenkanal
direkt auf Ihren Bildschirm

Jetzt abonnieren

Politik

Helma Orosz und die sechs Bürgermeister

07. August. 2008
07.August 2008
Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz in der Mitte der frischgewählten Bürgermeister v.l.n.r.: Detlef Sittel (Ordnung), Martin Seidel (Soziales), leicht verdeckt Ralf Lunau (Kultur), Winfried Lehmann (Verwaltung), Jörn Marx (Bau), Dirk Hilbert (Wirtschaft).

Helma Orosz und ihre Bürgermeister Foto: Holland

Amtsverweserin, was für ein schreckliches Wort. Die Bezeichnung muss Dresdens neues Stadtoberhaupt, Helma Orosz (CDU), vorläufig ertragen. Weil ein Dresdner gegen ihre Wahl als Oberbürgermeisterin klagt, konnte sie heute nicht vereidigt werden. Damit sie trotzdem schon im Rathaus die Geschäfte leiten kann, wählte der Stadtrat sie als Amtsverweserin, immerhin mit 64 von 69 Stimmen. Das heißt, auch die Grünen, SPD, DIE LINKEN und die Bürgerfraktion erwiesen Dresdens erster Oberbürgermeisterin ihren Respekt. Sie darf schon wie eine OB agieren, nur im Rat abstimmen darf sie noch nicht.

Das Wort aus dem Althochdeutschen hat nichts mit Verwesung zu tun. .Im Gegenteil Helma Orosz versprach in ihrer Antrittsrede, dass sie Dresden weiter voranbringen wolle. Der Haushalt 2009/10 werde ohne Schulden auskommen und gleichzeitig die Sanierung von Schulen und Kindertagesstätten finanzieren. Der Neubau der Operette und der Umbau des Kulturpalastes zum Konzertsaal „stehe ganz weit vorn“ auf ihrer Prioritätenliste. Und schließlich will Helma Orosz wider anders lautender Aussagen der UNESCO „diese davon überzeugen, dass der Bau der Waldschlösschenbrücke und der Erhalt des Welterbetitels möglich sind.“. Außerdem „liegt ihr das Klima der Stadt am Herzen“, wobei sie das gesellschaftliche meinte. Sie wolle „eine Oberbürgermeisterin nicht nur für eine Partei, sondern für alle Dresdner sein“, sie wolle „Gräben überbrücken“ und das „politische Klima im Rathaus verändern“.

Doch das politische Barometer stand schon an ihrem ersten Tag im Stadtrat auf Sturm. Denn nicht nur die Wahl von Helma Orosz zur Amtsverweserin war angesetzt, sondern auch die von sechs neuen Fachbürgermeistern. Grüne, SPD, DIE LINKE und die Bürgerfraktion zeigten sich frustriert, weil sich das Bündnis aus Christdemokraten, FDP und Linksfraktion.PDS die zu vergebenden Posten schon im Vorfeld aufgeteilt hatten. Seit sie 2006 gemeinsam für den Verkauf der städtischen Wohnungsgesellschaft votierten, sind sie in mit ihren zusammen 36 Stimmen im Stadtrat nicht mehr aufzuhalten. Und so verlief die Bürgermeisterwahl auch ohne Überraschungen. Die Kandidaten der „Woba-Koalition“ kamen alle ins Amt.

Die Linksfrakion.PDS stellt mit Ralf Lunau (36 Stimmen) jetzt den Kulturbürgermeister und mit Martin Seidel (37 Stimmen) den Sozialbürgermeister. Die FDP behält ihren Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (40 Stimmen). Die CDU beanspruchte drei der sechs Posten. Der im Vorfeld stark umstrittene Jörn Marx (CDU) durfte auf die Stabilität der schwarz-roten Koalition bauen. Mit 37 Stimmen wird der bisherige Baudezernent in Magdeburg Dresdens neuer Baubürgermeister. In ihren Ämtern bestätigt wurden Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel mit 41 Stimmen und Verwaltungsbürgermeister Winfried Lehmann (beide CDU). Der auch für Sport zuständige Lehmann fuhr mit 56 Stimmen das beste Wahlergebnis ein. Er konnte auch Stimmen von den Grünen und der SPD auf sich vereinen.

Die Grünen und DIE LINKEN hatten vor der Wahl nochmals das Auswahlverfahren „als ein rein parteipolitisches“ kritisiert. Die fachliche Qualifikation der Bewerber habe nicht im Vordergrund gestanden, monierten sie. Die Auffassung teilt auch die SPD, deshalb hatte sie für das Sozialressort einen Gegenkandidaten aufgestellt, der jedoch am Dreierbund scheiterte. Abgewehrt wurde ebenso der Kandidat DER LINKEN für das Kulturressort. Für den Aufbau der 37-Stimmen-Front scheute die CDU keine Mühen. Stadtrat Bernd Bertram, der krankheitsbedingt kaum noch gehen und schreiben kann, musste gestützt und gehalten werden. Und das bei einer geheimen Wahl.

Ohne Vorstellung der Bewerber reduzierte sie sich auf einen formalen und damit langweiligen Akt.  Der Antrag der Grünen, die Kandidaten mögen sich in einem fünfminütigen Statement vorstellen, lehnte die „Woba-Koalition“ strikt ab. „Es hat schon genug in der Presse gestanden“, überschätzte Ronald Weckesser von der Linksfraktion.PDS die Zeitungsmacher. „Ohne weitere Ausfragerei“ sollte man schnell zur Wahl kommen, nahm er den Besuchern auf dem Rang die Möglichkeit, sich selbst ein Bild von den Kandidaten zu machen. Die zweite Amtshandlung von Helma Orost bestand dann darin sechsmal die Namen von 69 Stadträten zur geheimen Abstimmung in die bereitstehenden Kabinen zu rufen und dann jeweils das Ergebnis zu verkünden, das niemanden mehr überraschte.

 

(Brigitte Holland)

20400 Studienanfänger zum Wintersemester

In Sachsen Hochschulen schrieben sich zum Wintersemester 2008/2009 rund 20400 Studenten ein, rund 450 weniger als im Jahr zuvor. Doch das Wissenschaftsministerium geht davon aus, dass sich die vom Statistischen Landesamt veröffentlichte Zahl durch die verlängerte Einschreibefrist noch erhöhen wird. 2007 begannen 20847 junge Menschen ein Studium, 2006 waren es lediglich 18600. Sachsen hält rund 20000 Studienanfängerplätze vor, um sie zu besetzen wirbt der Freistaat massiv in an den alten Bundesländern um Studenten. www.pack-dein-Studium.de

Stadt will keine Mehrkosten fürs Stadion übernehmen

Das Stadionbauunternehmen HBM will 8,4 Millionen Euro mehr von der Stadt für den Stadionneubau haben. Doch die Forderungen wies Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) jetzt öffentlich zurück. Vor dem Stadtrat erklärte er auf Nachfrage der Grünen, dass mit HBM ein Festpreis in Höhe von 44,6 Millionen Euro vereinbart worden sei. Insofern werde die Stadt auch nicht mehr zahlen. Sollte HBM vor Gericht gehen, habe die Stadt gute Karten in der Hand das Verfahren zu gewinnen. Der Stadionbauer begründet seine Forderung u.a. mit den gestiegenen Rohstoffpreisen und der Verzögerung bei der Vetragsunterzeichnung.

Verkehrsführung Bautzner Straße wieder ganz anders

Am 22. November, zwischen 7 und 24 Uhr, wird die Bautzner Straße zwischen Waldschlößchenstraße und Fischhausstraße nur in landwärtiger Richtung befahrbar sein, teilt die Stadt mit. Der stadtwärtige Verkehr wird über Fischhausstraße, Heideparkstraße, Charlottenstraße und Radeberger Straße umgeleitet. Notwendig ist dies, um einen Abwassersammler auszubauen.

Die letzte öffentliche Hinrichtung einer Frau

Am 24. November, 18 Uhr hält Swen Steinberg einen Vortrag zum Thema „Die letzte öffentliche Hinrichtung einer Frau. Zur Wahrnehmung von Grete Beier (1885–1908)“ im Stadtarchiv, Elisabeth-Boer-Straße 1. Der Eintritt ist kostenfrei. In seinem Vortrag setzt sich der  wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promotionsstudent an der TU Dresden kritisch mit der Stellung der Frau im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert am Beispiel von Grete Beier auseinander.

Junge Fußballerinnen tragen ihre WM auch in Dresden aus

Dresden ist bereits als Austragungsort für die Frauen-Fußball-WM 2011 gesetzt. Jetzt gab das DFB-Präsidium die Spielorte für die Weltmeisterschaft der Nachwuchs-Fußballerinnen bekannt. Die U 20-Frauen-WM wird in vier deutschen Städten stattfinden, darunter Augsburg, Bielefeld und Bochum. Dresden ist mit dabei. Die FIFA hatte beschlossen, künftig im Vorjahr einer Frauenfußball-WM im gleichen Land eine Endrunde der jungen Fußballerinnen zu veranstalten. Im Männerfußball wird dieses Modell seit 2001 mit dem einer WM-Endrunde vorgeschalteten Confed-Cup praktiziert. Die U20-Weltmeisterschaft stellt für die Austragungsorte einen Testlauf für die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr dar. Auch für Dresden und das 2009 fertig gestellte Stadion wird die Durchführung der Weltmeisterschaft der Juniorinnen eine Generalprobe für 2011 sein.

Praktikum im Kunstministerium

Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat für Dezember 2008 und das Jahr 2009 noch freie Praktikumsplätze im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Praktika richten sich an Studierende und sind für mindestens vier Wochen, höchstens zwei Monate angelegt. Im Verlauf des Praktikums werden die Studierenden von der Recherche über das Erstellen von Pressemeldungen bis hin zur Projektvorbereitung und -begleitung die Arbeit in der Pressestelle des SMWK kennenlernen. Aussagefähige Bewerbungen sind zu senden an: Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst Postfach 10 09 20, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 01079 Dresden oder per Mail an presse@smwk.sachsen.de

Buchvorstellung zur Geschichte der „Interflug“

Vor 50 Jahren, im September 1958, wurde die DDR-Fluggesellschaft Interflug gegründet. Aus diesem Anlass ist das neue Buch „Weg und Absturz der INTERFLUG – Die Geschichte des Unternehmens“ erschienen. Der Autor Karl-Dieter Seifert stellt es am Montag, dem 24. November, im Flughafen Dresden Terminal vor. Die Präsentation beginnt um 18 Uhr im Konferenz-Center. Im Anschluss steht er allen Gästen bei einer Gesprächs- und Signierrunde Rede und Antwort. Der Eintritt kostet inklusive Begrüßungssekt und kleinem Imbiss 8 Euro.