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Politik

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Dresdner Urteil gegen die Freiheit der Kunst

03. December. 2009
03.December 2009
Der Berliner Star-Anwalt Butz Peter focht heute im Landgericht Dresden zusammen mit Oberbürgermeisterin Helma Orosz gegen die Freiheit der Kunst.

Helma Orosz und ihr Rechtsbeistand Foto: Holland

So dick ist sie wirklich nicht. Doch das weiß nur, wer sie kennt. Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) posiert entblößt - nur mit Strapsen und Amtskette bekleidet - vor der fiktiven Waldschlösschenbrücke. Doch ab heute darf die Malerin Erika Lust ihr gewiss provozierendes Werk „Frau Orosz wirbt für das Welterbe“ weder öffentlich ausstellen noch davon Kopien verbreiten. Das Landgericht Dresden urteilte heute gegen die Freiheit der Kunst. Zumindest muss die Malerin das Bild von ihrer Webseite entfernen, sonst droht ihr eine Geldstrafe in Höhe von 250000 Euro oder sechs Monate Haft.

Helma Orosz hatte geklagt, weil sie ihre Intimsphäre verletzt sieht: „Ich fühle mich als Frau diskriminiert und entwürdigen dargestellt.“ Die Pose und die Nacktheit würden zudem das Oberbürgermeisteramt beschädigen. Sie wisse, dass sie in dieser Position Kritik und Satire ertragen muss, doch dieses Gemälde von Erika Lust gehe zu weit. Als Rechtsbeistand hatte  sich die CDU-Politikerin den Berliner Star-Anwalt Butz Peters an ihre Seite geholt. „Die Intimsphäre genießt den höchsten Rechtsschutz“, verwies er auf eine Reihe von Gerichtsurteilen in diesem Sinne. Beispielsweise hatte schon Franz Josef Strauß erfolgreich gegen die Veröffentlichung seines kopulierenden Abbildes geklagt.

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Das Interesse an der neuesten Dresdner Posse ist groß. Die Plätze im Gerichtssaal reichten nicht für die Masse der Journalisten und Besucher, darunter auch Stadträte. Doch der Vorsitzende Richter, Stephan Schmitt, ließ weitere Stühle in den Saal tragen, danach begann er zu erklären: Das Recht auf Kunst sei absolut, die Kunstfreiheit ein Grundrecht. Doch auf gleich hoher Stufe stünden die Persönlichkeitsrechte. In dem konkreten Fall müsse die Kammer zwischen beiden abwägen und zwar vom Standpunkt des unvoreingenommenen Betrachters. Weil jener den realistisch gemalten nackten Körper Helma Orosz zuordnen würde, sei die Grenze der Kunstfreiheit erreicht. Als Tabubruch wertete der Vorsitzende Richter den frontal dargestellten Schambereich.

Die Argumentation der Künstlerin, dass es sich lediglich um einen fiktiven Körper handelt, ließ das Gericht nicht gelten. „Ich wollte Frau Orosz nicht persönlich verletzten“, so Erika Lust. Ihr Bild sei ein Statement auf die Schande, die Dresden durch den Verlust des Welterbe-Titels erlitt, weil die Stadtverwaltung am Bau der Waldschlösschenbrücke festhält. Es habe sie maßlos aufgeregt, dass die Oberbürgermeisterin zum Welterbekomitee nach Sevilla reiste, obwohl sie keine Argumente für den Erhalt des Welterbe-Titels vorweisen konnte, also mit leeren Händen vor das Komitee getreten sei. „In der Kunst wird eine solche Ausgangsituation eben sehr häufig als Nacktheit symbolisiert“, erklärt die 46-jährige Künstlerin.

Sie will weiter für die Freiheit der Kunst und gegen jegliche Form der Zensur kämpfen. „Ich akzeptiere das Urteil nicht“, sagt Erika Lust. Sie wolle Berufung beim Oberlandesgericht einlegen.

(Brigitte Holland)

Kommentare

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randOM (Webseite)

Am 09. December. 2009 um 09:31 Uhr

Eine echte Provinzzposse, die die Stadt wieder eine Menge Ansehen kostet. Da können wir noch so sehr mit unserer tollen Frauenkirche und dem super Strietzelmarkt werben...

 
 

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Zum Geburtstag freier Eintritt in die Kunstsammlungen

Wer Geburtstag hat, bekommt üblicherweise Geschenke. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) beschenken seit diesem Jahr ihre Besucher an deren jeweiligem Geburtstag mit freiem Eintritt. „Geburtstagskinder“ jeden Alters legen an der Kasse ihren Personalausweis vor und erhalten an dem Tag freien Eintritt in alle Museen der SKD an den Standorten Dresden, Leipzig und Herrnhut. Diese Regelung gilt auch für das Historische Grüne Gewölbe und sämtliche Sonderausstellungen.

Online-Kalender der Dresdner Wissenschaft

Immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein, heißt auch, zu wissen, woran die Forscher arbeiten. Mit dem Start des Dresden Science Calendar werden alle wissenschaftlichen Veranstaltungen im Raum Dresden auf einen Blick zugänglich gemacht. Im Rahmen des Wissenschaftsnetzwerkes DRESDEN-concept und in Kooperation mit der Stadt  und der Sandstein Neue Medien GmbH ist eine für den Informationsaustausch über wissenschaftliche Veranstaltungen maßgeschneiderte Internetplattform entstanden. Jeder, einschließlich der wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit, kann alle Ankündigungen nach verschiedenen Kriterien gefiltert abrufen. Die Internetplattform bietet auch Schnittstellen an, um relevante Vorträge zu einmal ausgewählten Suchkriterien und persönlichen Interessen automatisch vorzusortieren und regelmäßig strukturierte Benachrichtigungen per RSS-feed, iCal-Kalenderabonnement oder über andere Datenkanäle zu erhalten. Der Dresden Science Calendar ergänzt damit die bestehenden Ankündigungssysteme der einzelnen Institute, aus welchen die Informationen automatisch synchronisiert werden. www. wissenschaft.dresden.de/calendar

Dresdner Stadt-Atlas

Kurz und knapp stellt sich Dresden im Stadt-Atlas vor. Er enthält Straßen- und Wegekarten und Informationen zum öffentlichen Nahverkehr. Er gibt Auskunft, wo sich öffentliche und kulturelle Einrichtungen, Fußgängerzonen, öffentliche Toiletten, Einbahnstraßen, Parkplätze und Taxi-Standorte befinden. Darüber hinaus empfiehlt der Stadt-Atlas mit Text, Karte und 3D-Ansicht einen Stadtrundgang durch die Altstadt und die Neustadt von Dresden. Ein weiterer Teil des Stadt-Atlasses befasst sich mit 20 Jahren Kommunalentwicklung. Daten, Karten und Statistiken beschreiben die Entwicklung, zum Beispiel von Wohnungsbau, Verkehrsprojekten, Natur- und Denkmalschutz. Alte und neue Luftbilder werden gegenübergestellt. Die Broschüre im A4-Format umfasst 98 Seiten und kostet 5,35 Euro. Sie ist erhältlich in ausgewählten Buchhandlungen und im Kundenservice des Städtischen Vermessungsamtes, World Trade Center, Ammonstraße 74, 2. OG, Zimmer 2852, Telefon 4 88 41 38 oder 4 88 41 16, Fax 4 88 39 64, E-Mail vermessungsamt-ks@dresden.de. Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr.  www.dresden.de/online-shop.

Justiz-Auktion im Internet

Die sächsische Justiz versteigert beschlagnahmte oder gepfändete Gegenstände auch via Internet. Sachsens Justizminister Martens (FDP) verspricht sich dadurch „bessere Verkaufschancen und höhere Erlöse im Interesse von Gläubigern und Schuldnern“. Sachsen nutzt zusammen mit anderen Bundesländern eine extra dafür eingerichtete Internetplattform, die rund um die Uhr von Interessenten zu erreichen ist, unter www.justiz-auktion.de

 

Klettern in der Sächsischen Schweiz weiter erlaubt

Im Naturschutzgebiet Sächsische Schweiz dürfen Klettersportler die Felsen erklimmen. Der Landtag passte dafür das Landesumweltrecht an das neue Bundesrecht unter Beibehaltung landesrechtlicher Regelungen an. „So wäre es zum Beispiel nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, in der Sächsischen Schweiz Klettersport zu betreiben“, so Umweltminister Frank Kupfer (CDU). „Das Felsklettern in der Sächsischen Schweiz hat eine lange Tradition. Die Sportverbände arbeiten aktiv im Naturschutz mit und betreiben ihren Sport sehr verantwortungsvoll“, erklärt der Minister, weshalb Sachsen mit der Gesetzesanpassung das Verbot umging.

Online-Wanderpläne für Sachsen

Mit Kompass und Karte unterwegs zu sein, ist die gewohnte Art, Sachsen wandernd zu entdecken. Doch die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS) hält für alle Rucksack-Touristen auch Online-Wanderpläne für die sechs beliebtesten Wanderrouten bereit: den Sächsischen Weinwanderweg, den Malerweg, Oberlausitzer Bergweg, Vogtland Panorama Weg, für die Kammtour Erzgebirge-Vogtland und den Muldentalwanderweg. Alle wichtigen Details vom Streckenverlauf über Schwierigkeitsgrad bis hin zu Rastplätzen und Entfernungen sowie die gps-Daten sind auf den Wanderseiten zu finden. Wofür die TMGS mit dem Freizeit- und Tourismusportal AlpRegio kooperiert.  www.sachsen-tourismus.de

Internetportal zur kulturellen Bildung

Die Stadt Dresden bietet ein interaktives Internetportal zur kulturellen Bildung an: Kinder, Jugendliche und Erwachsene, aber auch Familien und Schulklassen können auf dem Portal nach geeigneten Kursen und Veranstaltungen suchen. Kultureinrichtungen können ihre Angebote selbstständig einpflegen und aktualisieren. Das Portal beruht auf einer Kooperation zwischen dem Kulturamt und der Medien Verlags GmbH. Es wird aus Fördermitteln des Sächsischen Wissenschaftsministeriums und der Stadt finanziert. www.dresdner-kulturelle-bildung.de

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