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Angst und Anspannung liegen am Abend des 8. Oktober 1989 über der Prager Straße. Die mit Schilden und Knüppeln aufgerüstete Polizei kesselt rund 6000 Demonstranten ein. Jene rütteln an den Grundfesten der DDR. Noch wankt das Regime nicht, die Polizei wartet auf den Befehl zuzuschlagen. Blutvergießen droht. Da setzen sich 20.30 Uhr die Wehrlosen auf die Prager Straße und rufen: „Keine Gewalt! Keine Gewalt!“ 20 Jahre später feiert an gleicher Stelle, zur gleichen Uhrzeit der „Oktoberfilm“ des Regisseurs Ralf Kukula nach einer Idee des Schauspielers Friedrich-Wilhelm Junge Premiere. Der Film zeichnet „den Urknall“ der Friedlichen Revolution in Dresden nach.
Die Dresdnerinnen und Dresdner, die im Wende-Herbst auf der Prager Straße demonstrierten, fühlen sich verstanden. Die nicht dabei waren, erfahren, was geschah. Am 8. Oktober 1989 erheben sich aus der Mitte der Demonstranten 20 Männer und Frauen, treten der Polizei entgegen und fordern den Dialog. Gestern Abend enthüllte Tafeln in Höhe des Hotels „Bastei“ erinnern nun für immer an die „Gruppe der 20“. Leider waren nicht alle Mitglieder der Einladung der Stadt zur Revolutionsfeier auf der Prager Straße gefolgt. Jene, die gekommen waren, ernten viel Beifall für ihren Mut vor 20 Jahren. Als sie die Bühne betreten, rückt das Volk ganz dicht vor.
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Zuvor war man auf Distanz geblieben. Ein „Kleiner, grüner Kaktus“ sticht beim Oktober-Erinnern. „Aufhören, aufhören“, rufen einzelne in Richtung Bühne, wo das „ensemble consenza“ gerade den zweiten Ohrwurm der Comedian Harmonists singt. „Das passt doch nicht zum Anlass“, meinen einige. Wollen die Kerze, die sie in der Kreuzkirche nach der emotional bewegenden Predigt von Christof Ziemer angezündet und wie damals zur Prager Straße getragen haben, schon auslöschen und gehen. Auch Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) schneidet mit ihrer Stimme in die Gefühlslage. „Zu laut“, wird kommentiert. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) trifft dann den richtigen Ton.
Der letzte amerikanische Botschafter, Richard C. Barkley, erzählt danach von seiner Begegnung mit dem revolutionären Dresden. Auf der Durchreise von Berlin nach Prag macht er genau am 8. Oktober 1989 in Dresden Station. Beim abendlichen Spaziergang zur Augustsbrücke fallen ihm die vielen Menschen und die Polizei auf. „Eine Spannung lag in der Luft. Ich ahnte etwas Bedeutendes geht vor“, sagt der Diplomat. Er hält es für ratsam sofort nach Berlin zurückzukehren. „Dass ich einmal der letzte amerikanische Botschafter in der DDR sein werde, konnte ich mir damals nicht vorstellen, und schon gar nicht, dass ich heute ihre Gast sein darf“, so Barkley. „Am 8. Oktober 1989 war in Dresden etwas Ungeheures geschehen“, sagt er den Dresdnerinnen und Dresdnern. Da stehen sie schon dicht an der Bühne. Die Panne im Oktober-Erinnern ist behoben.
Der „Oktoberfilm“, eine Collage aus 500 Schwarz-Weiß-Fotos unterlegt mit Originaltönen und einer von Frieder Zimmermann komponierten Musik, entspricht den Emotionen des Abends auf der Prager Straße. Christof Ziemer, ehemalige Superintendent der Kreuzkirche und Leitfigur der Friedlichen Revolution in Dresden, hatte sie zuvor in seiner Predigt in der Kreuzkirche geweckt. „Die aufrichtige Erinnerung vermag unsere Seelen zu heilen“, sprach er insbesondere jene Menschen an, die durch die politische Wende mehr verloren als gewannen. Und damals wie heute gelte: „Miteinander reden ist immer eine Wahl für das Leben.“
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Hamburg und Dresden rücken enger zusammen, dank einer neuen Direktfluglinie. Die Bremer Regionalfluggesellschaft OLT Express Germany bedient die Strecke mit täglichen Flügen. Montag und Freitag heben die 50sitzigen Propellermaschinen vom Typ Saab 2000 sogar dreimal in Dresden und Hamburg ab. Die Flugzeit beträgt 60 Minuten. Obwohl Dresden und Hamburg bereits seit über 20 Jahren Partnerstädte sind, waren sie bisher nicht im Direktflug erreichbar. Als Eröffnungsangebot ist der Hin- und Rückflug 199 Euro pro Person buchbar. www.oltexpress.de
Brautpaare, die gern im Dresdner Barockviertel heiraten möchten, können sich ab Juni im Kulturrathaus, Königstraße 15, das Ja-Wort geben. Ihnen steht für die Eheschließung der Fritz-Löffler-Saal mit seiner historischen Holzbalkendecke zur Verfügung. Er bietet bis zu 144 Gästen Platz und verfügt über eine wunderbare Akustik. Für die musikalische Umrahmung kann der vorhandene Flügel genutzt werden. Von Mai bis Oktober immer samstags von 9 bis 13 Uhr können künftig im Kulturrathaus Ehen geschlossen werden. Die Termine vergibt das Standesamt Dresden, Goetheallee 55. www.dresden.de/heiraten
Wer Geburtstag hat, bekommt üblicherweise Geschenke. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) beschenken seit diesem Jahr ihre Besucher an deren jeweiligem Geburtstag mit freiem Eintritt. „Geburtstagskinder“ jeden Alters legen an der Kasse ihren Personalausweis vor und erhalten an dem Tag freien Eintritt in alle Museen der SKD an den Standorten Dresden, Leipzig und Herrnhut. Diese Regelung gilt auch für das Historische Grüne Gewölbe und sämtliche Sonderausstellungen.
Immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein, heißt auch, zu wissen, woran die Forscher arbeiten. Mit dem Start des Dresden Science Calendar werden alle wissenschaftlichen Veranstaltungen im Raum Dresden auf einen Blick zugänglich gemacht. Im Rahmen des Wissenschaftsnetzwerkes DRESDEN-concept und in Kooperation mit der Stadt und der Sandstein Neue Medien GmbH ist eine für den Informationsaustausch über wissenschaftliche Veranstaltungen maßgeschneiderte Internetplattform entstanden. Jeder, einschließlich der wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit, kann alle Ankündigungen nach verschiedenen Kriterien gefiltert abrufen. Die Internetplattform bietet auch Schnittstellen an, um relevante Vorträge zu einmal ausgewählten Suchkriterien und persönlichen Interessen automatisch vorzusortieren und regelmäßig strukturierte Benachrichtigungen per RSS-feed, iCal-Kalenderabonnement oder über andere Datenkanäle zu erhalten. Der Dresden Science Calendar ergänzt damit die bestehenden Ankündigungssysteme der einzelnen Institute, aus welchen die Informationen automatisch synchronisiert werden. www. wissenschaft.dresden.de/calendar
Kurz und knapp stellt sich Dresden im Stadt-Atlas vor. Er enthält Straßen- und Wegekarten und Informationen zum öffentlichen Nahverkehr. Er gibt Auskunft, wo sich öffentliche und kulturelle Einrichtungen, Fußgängerzonen, öffentliche Toiletten, Einbahnstraßen, Parkplätze und Taxi-Standorte befinden. Darüber hinaus empfiehlt der Stadt-Atlas mit Text, Karte und 3D-Ansicht einen Stadtrundgang durch die Altstadt und die Neustadt von Dresden. Ein weiterer Teil des Stadt-Atlasses befasst sich mit 20 Jahren Kommunalentwicklung. Daten, Karten und Statistiken beschreiben die Entwicklung, zum Beispiel von Wohnungsbau, Verkehrsprojekten, Natur- und Denkmalschutz. Alte und neue Luftbilder werden gegenübergestellt. Die Broschüre im A4-Format umfasst 98 Seiten und kostet 5,35 Euro. Sie ist erhältlich in ausgewählten Buchhandlungen und im Kundenservice des Städtischen Vermessungsamtes, World Trade Center, Ammonstraße 74, 2. OG, Zimmer 2852, Telefon 4 88 41 38 oder 4 88 41 16, Fax 4 88 39 64, E-Mail vermessungsamt-ks@dresden.de. Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr. www.dresden.de/online-shop.
Die sächsische Justiz versteigert beschlagnahmte oder gepfändete Gegenstände auch via Internet. Sachsens Justizminister Martens (FDP) verspricht sich dadurch „bessere Verkaufschancen und höhere Erlöse im Interesse von Gläubigern und Schuldnern“. Sachsen nutzt zusammen mit anderen Bundesländern eine extra dafür eingerichtete Internetplattform, die rund um die Uhr von Interessenten zu erreichen ist, unter www.justiz-auktion.de
Im Naturschutzgebiet Sächsische Schweiz dürfen Klettersportler die Felsen erklimmen. Der Landtag passte dafür das Landesumweltrecht an das neue Bundesrecht unter Beibehaltung landesrechtlicher Regelungen an. „So wäre es zum Beispiel nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, in der Sächsischen Schweiz Klettersport zu betreiben“, so Umweltminister Frank Kupfer (CDU). „Das Felsklettern in der Sächsischen Schweiz hat eine lange Tradition. Die Sportverbände arbeiten aktiv im Naturschutz mit und betreiben ihren Sport sehr verantwortungsvoll“, erklärt der Minister, weshalb Sachsen mit der Gesetzesanpassung das Verbot umging.
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