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Politik

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Das andere Sachsen seit dem Mauerfall

15. April. 2009
15.April 2009

Die Sachsen leben länger, die verbesserte gesundheitliche Versorgung trug offensichtlich dazu bei. Ihr Einkommen und die Bildung sind ebenfalls in den knapp zwei Jahrzehnten der deutschen Wiedervereinigung gestiegen. Selbst die Kühe geben seit dem Mauerfall deutlich mehr Milch. Das Statistische Landesamt zieht vor dem 20. Jahrestag der friedlichen Revolution und rechtzeitig vor den Terminen im Superwahljahr 2009 Bilanz. Sie fällt nach den von der Präsidentin Irene Schneider-Böttcher für die Öffentlichkeit zusammengestellten Zahlen im Wesentlichen positiv aus.

Höhere Lebenserwartung: Fakt ist, der Anschluss des Ostens an den Westen vor 20 Jahren schlug den Sächsinnen und Sachsen nicht auf den Magen. Im Gegenteil sie können sich über eine höhere Lebenserwartung freuen. Das sogenannte mittlere Sterbealter stieg bei Männern zwischen 1998 bis 2007 von 70,5 Jahren auf 72,3 Jahre und bei Frauen von 79,5 Jahren auf 81,3 Jahre. Nach den Prognosen des Statistischen Landesamtes werden heute geborene Mädchen im Schnitt 82,5 Jahre und Jungen 76,4 Jahre alt.

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Mehr Ärzte in Praxen: Die Präsidentin des Landesamtes führt die höhere Lebenserwartung auf die Entwicklung im Gesundheitswesen und die persönliche Gesundheitsvorsorge zurück. Die reine Statistik widerspreche den Klagen über einen Mangel an Ärzten und eine drohende medizinische Unterversorgung. Denn von 1992 bis 2007 hat sich die Zahl der niedergelassenen Ärzte in Sachsen von 5361 auf 6236 erhöht. Vor allem nahm die Zahl der Fachärzte für Innere Medizin um 371 auf 918 zu. Einen spürbaren Rückgang gab es nur bei den Allgemeinmedizinern. Statt 2083 praktizieren nur noch 1847 in Sachsen. Rechnet man die Ärzte in den Krankenhäusern hinzu, stehen heute 341 für je 100000 Einwohner zur Verfügung, 1991 waren es 259 Ärzte pro 100000 Einwohner.

Gestiegene Einkommen: Wie Statistik die Wirklichkeit verzerren kann, zeigt sich beim Einkommen, das sich in der Industrie fast verdreifacht hat. Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst lag 1991 gerade mal bei 981 Euro. Heute verdient ein Arbeitnehmer im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich durchschnittlich brutto 2366 Euro im Monat. Das sagt allerdings nichts über die tatsächliche finanzielle Lage der Sachsen aus. Zur Kostensteigerung insbesondere fürs Wohnen oder für Nahrungsmittel legte die Präsidentin des Statistischen Landesamtes keine Zahlen vor.

Sachsen werden klüger: Die Schulen im Freistaat produzieren mehr Abiturienten. Erlangten 1993 lediglich 22 Prozent der Schülerinnen und Schüler die allgemeine Hochschulreife, so sind es derzeit knapp 38 Prozent. Zurückzuführen ist das wohl auch auf das gestiegene Selbstbewusstsein und die Erkenntnis, dass man mit einem höheren Schulabschluss in der Wissensgesellschaft beruflich bessere Chancen hat. So meldeten sich im vergangenen Jahr 45,5 Prozent aller Fünftklässler in einem Gymnasium an, zum Schuljahr 1993/94 waren es lediglich 38,4 Prozent. Außerdem stellte das Statistische Landesamt fest, dass sich die Klassenstärke mit rund 19 Schülern seit fast 20 Jahren nicht geändert hat. Und heute kommen auf einen hauptberuflich angestellten Lehrer nur noch 10 Schüler, früher waren es pro Lehrer 13. Alles Bestens, könnte man meinen. Doch ein paar andere Zahlen geben 20 Jahre nach der Wende zu denken.

Niedrigere Heiratswilligkeit  Immer weniger Männer und Frauen im Freistaat heiraten. Gab es 1990 noch durchschnittlich 6,2 Eheschließungen im Jahr, waren es 2007 nur noch 4,0. Und wenn Sachsen heiraten, dann deutlich später. 1990 schlossen Männer im Durchschnitt mit 29,8 Jahren und Frauen mit 27,2 Jahren den Bund fürs Leben. Im Jahr 2007 war der durchschnittliche Bräutigam mit 36,4 Jahren schon deutlich älter. Bei Frauen lag die Zahl bei 33,3 Jahren.

Seltener Babygeschrei: Die Zahl der Geburten sank von 10,4 pro 1000 Einwohnerunmittelbar nach der Wende auf einen Tiefstand von 4,0. Inzwischen erblicken im Freistaat wieder mehr Kinder das Licht der Welt. Doch mit 8 Geburten pro 1000 Einwohner ist das Geburtenhoch vor 20 Jahren immer noch nicht erreicht.  

Bevölkerung wird immer älter: Das Ja zum Kind täuscht nicht über die Tatsache hinweg, dass die sächsische Gesellschaft mehr und mehr vergreist. Der Anteil der Menschen, die ihren 65. Geburtstag schon hinter sich haben, stieg von 15,7 Prozent im Jahr 1990 auf 23,6 Prozent im Jahr 2007. Die Zahl der jungen Menschen sank im gleichen Zeitraum. Waren 1990 noch 18,5 Prozent der Sachsen 15 Jahre alt oder jünger, so waren es 2007 nur noch 10,5 Prozent.

(Sieglinde Werner)

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Zum Geburtstag freier Eintritt in die Kunstsammlungen

Wer Geburtstag hat, bekommt üblicherweise Geschenke. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) beschenken seit diesem Jahr ihre Besucher an deren jeweiligem Geburtstag mit freiem Eintritt. „Geburtstagskinder“ jeden Alters legen an der Kasse ihren Personalausweis vor und erhalten an dem Tag freien Eintritt in alle Museen der SKD an den Standorten Dresden, Leipzig und Herrnhut. Diese Regelung gilt auch für das Historische Grüne Gewölbe und sämtliche Sonderausstellungen.

Online-Kalender der Dresdner Wissenschaft

Immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein, heißt auch, zu wissen, woran die Forscher arbeiten. Mit dem Start des Dresden Science Calendar werden alle wissenschaftlichen Veranstaltungen im Raum Dresden auf einen Blick zugänglich gemacht. Im Rahmen des Wissenschaftsnetzwerkes DRESDEN-concept und in Kooperation mit der Stadt  und der Sandstein Neue Medien GmbH ist eine für den Informationsaustausch über wissenschaftliche Veranstaltungen maßgeschneiderte Internetplattform entstanden. Jeder, einschließlich der wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit, kann alle Ankündigungen nach verschiedenen Kriterien gefiltert abrufen. Die Internetplattform bietet auch Schnittstellen an, um relevante Vorträge zu einmal ausgewählten Suchkriterien und persönlichen Interessen automatisch vorzusortieren und regelmäßig strukturierte Benachrichtigungen per RSS-feed, iCal-Kalenderabonnement oder über andere Datenkanäle zu erhalten. Der Dresden Science Calendar ergänzt damit die bestehenden Ankündigungssysteme der einzelnen Institute, aus welchen die Informationen automatisch synchronisiert werden. www. wissenschaft.dresden.de/calendar

Dresdner Stadt-Atlas

Kurz und knapp stellt sich Dresden im Stadt-Atlas vor. Er enthält Straßen- und Wegekarten und Informationen zum öffentlichen Nahverkehr. Er gibt Auskunft, wo sich öffentliche und kulturelle Einrichtungen, Fußgängerzonen, öffentliche Toiletten, Einbahnstraßen, Parkplätze und Taxi-Standorte befinden. Darüber hinaus empfiehlt der Stadt-Atlas mit Text, Karte und 3D-Ansicht einen Stadtrundgang durch die Altstadt und die Neustadt von Dresden. Ein weiterer Teil des Stadt-Atlasses befasst sich mit 20 Jahren Kommunalentwicklung. Daten, Karten und Statistiken beschreiben die Entwicklung, zum Beispiel von Wohnungsbau, Verkehrsprojekten, Natur- und Denkmalschutz. Alte und neue Luftbilder werden gegenübergestellt. Die Broschüre im A4-Format umfasst 98 Seiten und kostet 5,35 Euro. Sie ist erhältlich in ausgewählten Buchhandlungen und im Kundenservice des Städtischen Vermessungsamtes, World Trade Center, Ammonstraße 74, 2. OG, Zimmer 2852, Telefon 4 88 41 38 oder 4 88 41 16, Fax 4 88 39 64, E-Mail vermessungsamt-ks@dresden.de. Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr.  www.dresden.de/online-shop.

Justiz-Auktion im Internet

Die sächsische Justiz versteigert beschlagnahmte oder gepfändete Gegenstände auch via Internet. Sachsens Justizminister Martens (FDP) verspricht sich dadurch „bessere Verkaufschancen und höhere Erlöse im Interesse von Gläubigern und Schuldnern“. Sachsen nutzt zusammen mit anderen Bundesländern eine extra dafür eingerichtete Internetplattform, die rund um die Uhr von Interessenten zu erreichen ist, unter www.justiz-auktion.de

 

Klettern in der Sächsischen Schweiz weiter erlaubt

Im Naturschutzgebiet Sächsische Schweiz dürfen Klettersportler die Felsen erklimmen. Der Landtag passte dafür das Landesumweltrecht an das neue Bundesrecht unter Beibehaltung landesrechtlicher Regelungen an. „So wäre es zum Beispiel nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, in der Sächsischen Schweiz Klettersport zu betreiben“, so Umweltminister Frank Kupfer (CDU). „Das Felsklettern in der Sächsischen Schweiz hat eine lange Tradition. Die Sportverbände arbeiten aktiv im Naturschutz mit und betreiben ihren Sport sehr verantwortungsvoll“, erklärt der Minister, weshalb Sachsen mit der Gesetzesanpassung das Verbot umging.

Online-Wanderpläne für Sachsen

Mit Kompass und Karte unterwegs zu sein, ist die gewohnte Art, Sachsen wandernd zu entdecken. Doch die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS) hält für alle Rucksack-Touristen auch Online-Wanderpläne für die sechs beliebtesten Wanderrouten bereit: den Sächsischen Weinwanderweg, den Malerweg, Oberlausitzer Bergweg, Vogtland Panorama Weg, für die Kammtour Erzgebirge-Vogtland und den Muldentalwanderweg. Alle wichtigen Details vom Streckenverlauf über Schwierigkeitsgrad bis hin zu Rastplätzen und Entfernungen sowie die gps-Daten sind auf den Wanderseiten zu finden. Wofür die TMGS mit dem Freizeit- und Tourismusportal AlpRegio kooperiert.  www.sachsen-tourismus.de

Internetportal zur kulturellen Bildung

Die Stadt Dresden bietet ein interaktives Internetportal zur kulturellen Bildung an: Kinder, Jugendliche und Erwachsene, aber auch Familien und Schulklassen können auf dem Portal nach geeigneten Kursen und Veranstaltungen suchen. Kultureinrichtungen können ihre Angebote selbstständig einpflegen und aktualisieren. Das Portal beruht auf einer Kooperation zwischen dem Kulturamt und der Medien Verlags GmbH. Es wird aus Fördermitteln des Sächsischen Wissenschaftsministeriums und der Stadt finanziert. www.dresdner-kulturelle-bildung.de

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