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Mit der Weihe der Frauenkirche vor zwei Jahren ging auch das Bild vom Platz, auf dem sie steht, um die Welt. Menschenmassen füllten den Neumarkt im Überschwang des Glücks über das wieder gewonnene sakrale Bauwerk. In Dresden wandelte sich die Hoffnung in Gewissheit, dass auch die einstigen Bürgerhäuser rund um die Frauenkirche, die am 13. Februar 1945 in Schutt und Asche fielen, in gleicher Qualität wieder aufgebaut werden. Doch inzwischen stellt sich Ernüchterung ein. Einerseits blendet überquellender Stuck an fertigen Fassaden das Auge. Andererseits wundert sich der Betrachter, dass die meisten Häuser in Beton und Stahl nach oben wachsen. Irritiert stellt er sich die Frage, was ist eigentlich echt am Neumarkt und was nur Maskerade?
Echt, im Sinne von überliefert, sind die Straßen und Gassen, die mit dem Wiederaufbau der Quartiere rund um die Frauenkirche das Heimweh nach dem alten Dresden bedienen. Denn die Häuser entstehen auf den alten Baukanten. Quartier I, als erstes fertig gestellt, gibt dem Neumarkt seine Nordseite zurück, lässt die Töpferstraße wieder aufleben und fasst mit der Häuserreihe An der Frauenkirche das Juwel protestantischer Sakralbaukunst ein. Auch an der Ostseite gewinnt der Neumarkt seine gebogene Häuserlinie zurück. Der Platz formt sich wieder als großzügiger Raum selbstbewusster Bürger. Das ist städtebaulich ein Gewinn.
Doch das alte Bürgertum verschwand mit seinen Häusern. Neues wächst am Neumarkt kaum nach. Insofern ist der private, auf einer Parzelle sich verwirklichende Bauherr eine Rarität. Stattdessen dominieren Bauträger, Vermögens– oder Fondsverwalter und ihre Renditeerwartungen den Wiederaufbau. Deshalb landen alte Kellergewölbe auf dem Müll und werden Grundstücke zu Wirtschaftseinheiten zusammengelegt. Davor suggeriert die Wiedergeburt alter Fassaden Vielfalt und Kleinteiligkeit. Nostalgisch–gemütlich passt ins Marketingkonzept. So zücken Touristen begeistert die Kamera vor dem „Hotel de Saxe” im Quartier vier, während Fachleute über die „frei nachgeschöpfterdquo; Barockfassade die Nase rümpfen. Kritiker Ulrich Brinkmann schreibt in der Bauwelt von der „aufgebrezelten Thermohaut über Stahlbeton.” Denn das „Hotel de Saxe” ist die Neuschöpfung eines Gebäudes, dass schon 1888 Geschichte war, als nämlich die Reichspost das Grundstück für sich beanspruchte. Das Drei–Sterne–Haus ist also nur Business–Barock.
Genau gegenüber im Quartier eins stiftet das Weigelsche Haus, Neumarkt 2 rein äußerlich mehr Identität. Mit seinem achteckigen Hof wurde es weitestgehend originalgetreu rekonstruiert. Repliken sind auch die Fassaden der Häuser rechts und links vom Weigelschen Haus, doch wirklich nur die Fassaden. Alles andere im Quartier eins ist Anpassungsneubau um eine Shoppingmall. „Deren grobschlächtiges Glasdach würde anderswo nicht mal als Oberlicht einer Großgarage akzeptiert”, wirft Architekturkritiker Wolfgang Kil den Architekten Versagen vor. Wer alle ästhetische wie materielle Kraft auf Schaufassaden konzentriere, dem fehle es dann für den Rest. Mit seinen Brüchen erleichtert das Quartier eins dem Besucher allerdings die Orientierung. In seiner mangelnden Qualität gaukelt es weniger altes Dresden vor.
Der Verein Historischer Neumarkt pocht darauf, dass möglichst das gesamte Neumarktareal rekonstruiert wird. Mit seiner radikalen Forderung hatte der Verein die Stadtverwaltung in die Enge getrieben, die ursprünglich nur 15 Leitbauten – Häuser von besonderem baukünstlerischen Rang – den Investoren zum Wiederaufbau ans Herz legen wollte. Im Verlauf des Streits, wieviel Moderne der Neumarkt verträgt, kletterte die Zahl bis zu 80 Leitbauten nach oben. Inzwischen scheint die Devise zu lauten, je mehr auf alt getrimmt, umso besser fürs Geschäft. Die Zeit ist reif, die „Rückwärtsrolle in Beton” – Dieter Bartetzko von der FAZ prägte den Begriff – zu überdenken. Die Antwort muss jedoch nicht unbedingt ein neues Gewandhaus gegenüber der Frauenkirche sein. Der Platz ist zu schade, um ihn leichtfertig einem Bauträger an den Hals zu werfen, damit aus Betonguss entsteht, was am Neumarkt nun schon reichlich da ist.
In Sachsen Hochschulen schrieben sich zum Wintersemester 2008/2009 rund 20400 Studenten ein, rund 450 weniger als im Jahr zuvor. Doch das Wissenschaftsministerium geht davon aus, dass sich die vom Statistischen Landesamt veröffentlichte Zahl durch die verlängerte Einschreibefrist noch erhöhen wird. 2007 begannen 20847 junge Menschen ein Studium, 2006 waren es lediglich 18600. Sachsen hält rund 20000 Studienanfängerplätze vor, um sie zu besetzen wirbt der Freistaat massiv in an den alten Bundesländern um Studenten. www.pack-dein-Studium.de
Das Stadionbauunternehmen HBM will 8,4 Millionen Euro mehr von der Stadt für den Stadionneubau haben. Doch die Forderungen wies Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) jetzt öffentlich zurück. Vor dem Stadtrat erklärte er auf Nachfrage der Grünen, dass mit HBM ein Festpreis in Höhe von 44,6 Millionen Euro vereinbart worden sei. Insofern werde die Stadt auch nicht mehr zahlen. Sollte HBM vor Gericht gehen, habe die Stadt gute Karten in der Hand das Verfahren zu gewinnen. Der Stadionbauer begründet seine Forderung u.a. mit den gestiegenen Rohstoffpreisen und der Verzögerung bei der Vetragsunterzeichnung.
Am 22. November, zwischen 7 und 24 Uhr, wird die Bautzner Straße zwischen Waldschlößchenstraße und Fischhausstraße nur in landwärtiger Richtung befahrbar sein, teilt die Stadt mit. Der stadtwärtige Verkehr wird über Fischhausstraße, Heideparkstraße, Charlottenstraße und Radeberger Straße umgeleitet. Notwendig ist dies, um einen Abwassersammler auszubauen.
Am 24. November, 18 Uhr hält Swen Steinberg einen Vortrag zum Thema „Die letzte öffentliche Hinrichtung einer Frau. Zur Wahrnehmung von Grete Beier (1885–1908)“ im Stadtarchiv, Elisabeth-Boer-Straße 1. Der Eintritt ist kostenfrei. In seinem Vortrag setzt sich der wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promotionsstudent an der TU Dresden kritisch mit der Stellung der Frau im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert am Beispiel von Grete Beier auseinander.
Dresden ist bereits als Austragungsort für die Frauen-Fußball-WM 2011 gesetzt. Jetzt gab das DFB-Präsidium die Spielorte für die Weltmeisterschaft der Nachwuchs-Fußballerinnen bekannt. Die U 20-Frauen-WM wird in vier deutschen Städten stattfinden, darunter Augsburg, Bielefeld und Bochum. Dresden ist mit dabei. Die FIFA hatte beschlossen, künftig im Vorjahr einer Frauenfußball-WM im gleichen Land eine Endrunde der jungen Fußballerinnen zu veranstalten. Im Männerfußball wird dieses Modell seit 2001 mit dem einer WM-Endrunde vorgeschalteten Confed-Cup praktiziert. Die U20-Weltmeisterschaft stellt für die Austragungsorte einen Testlauf für die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr dar. Auch für Dresden und das 2009 fertig gestellte Stadion wird die Durchführung der Weltmeisterschaft der Juniorinnen eine Generalprobe für 2011 sein.
Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat für Dezember 2008 und das Jahr 2009 noch freie Praktikumsplätze im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Praktika richten sich an Studierende und sind für mindestens vier Wochen, höchstens zwei Monate angelegt. Im Verlauf des Praktikums werden die Studierenden von der Recherche über das Erstellen von Pressemeldungen bis hin zur Projektvorbereitung und -begleitung die Arbeit in der Pressestelle des SMWK kennenlernen. Aussagefähige Bewerbungen sind zu senden an: Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst Postfach 10 09 20, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 01079 Dresden oder per Mail an presse@smwk.sachsen.de
Vor 50 Jahren, im September 1958, wurde die DDR-Fluggesellschaft Interflug gegründet. Aus diesem Anlass ist das neue Buch „Weg und Absturz der INTERFLUG – Die Geschichte des Unternehmens“ erschienen. Der Autor Karl-Dieter Seifert stellt es am Montag, dem 24. November, im Flughafen Dresden Terminal vor. Die Präsentation beginnt um 18 Uhr im Konferenz-Center. Im Anschluss steht er allen Gästen bei einer Gesprächs- und Signierrunde Rede und Antwort. Der Eintritt kostet inklusive Begrüßungssekt und kleinem Imbiss 8 Euro.
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