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Neumarkt

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Was ist eigentlich echt am Neumarkt ?

28. November. 2007
28.November 2007

Mit der Weihe der Frauenkirche vor zwei Jahren ging auch das Bild vom Platz, auf dem sie steht, um die Welt. Menschenmassen füllten den Neumarkt im Überschwang des Glücks über das wieder gewonnene sakrale Bauwerk. In Dresden wandelte sich die Hoffnung in Gewissheit, dass auch die einstigen Bürgerhäuser rund um die Frauenkirche, die am 13. Februar 1945 in Schutt und Asche fielen, in gleicher Qualität wieder aufgebaut werden. Doch inzwischen stellt sich Ernüchterung ein. Einerseits blendet überquellender Stuck an fertigen Fassaden das Auge. Andererseits wundert sich der Betrachter, dass die meisten Häuser in Beton und Stahl nach oben wachsen. Irritiert stellt er sich die Frage, was ist eigentlich echt am Neumarkt und was nur Maskerade?

Echt, im Sinne von überliefert, sind die Straßen und Gassen, die mit dem Wiederaufbau der Quartiere rund um die Frauenkirche das Heimweh nach dem alten Dresden bedienen. Denn die Häuser entstehen auf den alten Baukanten. Quartier I, als erstes fertig gestellt, gibt dem Neumarkt seine Nordseite zurück, lässt die Töpferstraße wieder aufleben und fasst mit der Häuserreihe An der Frauenkirche das Juwel protestantischer Sakralbaukunst ein. Auch an der Ostseite gewinnt der Neumarkt seine gebogene Häuserlinie zurück. Der Platz formt sich wieder als großzügiger Raum selbstbewusster Bürger. Das ist städtebaulich ein Gewinn.

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Doch das alte Bürgertum verschwand mit seinen Häusern. Neues wächst am Neumarkt kaum nach. Insofern ist der private, auf einer Parzelle sich verwirklichende Bauherr eine Rarität. Stattdessen dominieren Bauträger, Vermögens– oder Fondsverwalter und ihre Renditeerwartungen den Wiederaufbau. Deshalb landen alte Kellergewölbe auf dem Müll und werden Grundstücke zu Wirtschaftseinheiten zusammengelegt. Davor suggeriert die Wiedergeburt alter Fassaden Vielfalt und Kleinteiligkeit. Nostalgisch–gemütlich passt ins Marketingkonzept. So zücken Touristen begeistert die Kamera vor dem „Hotel de Saxe” im Quartier vier, während Fachleute über die „frei nachgeschöpfterdquo; Barockfassade die Nase rümpfen. Kritiker Ulrich Brinkmann schreibt in der Bauwelt von der „aufgebrezelten Thermohaut über Stahlbeton.” Denn das „Hotel de Saxe” ist die Neuschöpfung eines Gebäudes, dass schon 1888 Geschichte war, als nämlich die Reichspost das Grundstück für sich beanspruchte. Das Drei–Sterne–Haus ist also nur Business–Barock.

Genau gegenüber im Quartier eins stiftet das Weigelsche Haus, Neumarkt 2 rein äußerlich mehr Identität. Mit seinem achteckigen Hof wurde es weitestgehend originalgetreu rekonstruiert. Repliken sind auch die Fassaden der Häuser rechts und links vom Weigelschen Haus, doch wirklich nur die Fassaden. Alles andere im Quartier eins ist Anpassungsneubau um eine Shoppingmall. „Deren grobschlächtiges Glasdach würde anderswo nicht mal als Oberlicht einer Großgarage akzeptiert”, wirft Architekturkritiker Wolfgang Kil den Architekten Versagen vor. Wer alle ästhetische wie materielle Kraft auf Schaufassaden konzentriere, dem fehle es dann für den Rest. Mit seinen Brüchen erleichtert das Quartier eins dem Besucher allerdings die Orientierung. In seiner mangelnden Qualität gaukelt es weniger altes Dresden vor.

Der Verein Historischer Neumarkt pocht darauf, dass möglichst das gesamte Neumarktareal rekonstruiert wird. Mit seiner radikalen Forderung hatte der Verein die Stadtverwaltung in die Enge getrieben, die ursprünglich nur 15 Leitbauten – Häuser von besonderem baukünstlerischen Rang – den Investoren zum Wiederaufbau ans Herz legen wollte. Im Verlauf des Streits, wieviel Moderne der Neumarkt verträgt, kletterte die Zahl bis zu 80 Leitbauten nach oben. Inzwischen scheint die Devise zu lauten, je mehr auf alt getrimmt, umso besser fürs Geschäft. Die Zeit ist reif, die „Rückwärtsrolle in Beton” – Dieter Bartetzko von der FAZ prägte den Begriff – zu überdenken. Die Antwort muss jedoch nicht unbedingt ein neues Gewandhaus gegenüber der Frauenkirche sein. Der Platz ist zu schade, um ihn leichtfertig einem Bauträger an den Hals zu werfen, damit aus Betonguss entsteht, was am Neumarkt nun schon reichlich da ist.

(Brigitte Holland)

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Neue Direktfluglinie Dresden – Hamburg

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Heiraten im Kulturrathaus

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Zum Geburtstag freier Eintritt in die Kunstsammlungen

Wer Geburtstag hat, bekommt üblicherweise Geschenke. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) beschenken seit diesem Jahr ihre Besucher an deren jeweiligem Geburtstag mit freiem Eintritt. „Geburtstagskinder“ jeden Alters legen an der Kasse ihren Personalausweis vor und erhalten an dem Tag freien Eintritt in alle Museen der SKD an den Standorten Dresden, Leipzig und Herrnhut. Diese Regelung gilt auch für das Historische Grüne Gewölbe und sämtliche Sonderausstellungen.

Online-Kalender der Dresdner Wissenschaft

Immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein, heißt auch, zu wissen, woran die Forscher arbeiten. Mit dem Start des Dresden Science Calendar werden alle wissenschaftlichen Veranstaltungen im Raum Dresden auf einen Blick zugänglich gemacht. Im Rahmen des Wissenschaftsnetzwerkes DRESDEN-concept und in Kooperation mit der Stadt  und der Sandstein Neue Medien GmbH ist eine für den Informationsaustausch über wissenschaftliche Veranstaltungen maßgeschneiderte Internetplattform entstanden. Jeder, einschließlich der wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit, kann alle Ankündigungen nach verschiedenen Kriterien gefiltert abrufen. Die Internetplattform bietet auch Schnittstellen an, um relevante Vorträge zu einmal ausgewählten Suchkriterien und persönlichen Interessen automatisch vorzusortieren und regelmäßig strukturierte Benachrichtigungen per RSS-feed, iCal-Kalenderabonnement oder über andere Datenkanäle zu erhalten. Der Dresden Science Calendar ergänzt damit die bestehenden Ankündigungssysteme der einzelnen Institute, aus welchen die Informationen automatisch synchronisiert werden. www. wissenschaft.dresden.de/calendar

Dresdner Stadt-Atlas

Kurz und knapp stellt sich Dresden im Stadt-Atlas vor. Er enthält Straßen- und Wegekarten und Informationen zum öffentlichen Nahverkehr. Er gibt Auskunft, wo sich öffentliche und kulturelle Einrichtungen, Fußgängerzonen, öffentliche Toiletten, Einbahnstraßen, Parkplätze und Taxi-Standorte befinden. Darüber hinaus empfiehlt der Stadt-Atlas mit Text, Karte und 3D-Ansicht einen Stadtrundgang durch die Altstadt und die Neustadt von Dresden. Ein weiterer Teil des Stadt-Atlasses befasst sich mit 20 Jahren Kommunalentwicklung. Daten, Karten und Statistiken beschreiben die Entwicklung, zum Beispiel von Wohnungsbau, Verkehrsprojekten, Natur- und Denkmalschutz. Alte und neue Luftbilder werden gegenübergestellt. Die Broschüre im A4-Format umfasst 98 Seiten und kostet 5,35 Euro. Sie ist erhältlich in ausgewählten Buchhandlungen und im Kundenservice des Städtischen Vermessungsamtes, World Trade Center, Ammonstraße 74, 2. OG, Zimmer 2852, Telefon 4 88 41 38 oder 4 88 41 16, Fax 4 88 39 64, E-Mail vermessungsamt-ks@dresden.de. Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr.  www.dresden.de/online-shop.

Justiz-Auktion im Internet

Die sächsische Justiz versteigert beschlagnahmte oder gepfändete Gegenstände auch via Internet. Sachsens Justizminister Martens (FDP) verspricht sich dadurch „bessere Verkaufschancen und höhere Erlöse im Interesse von Gläubigern und Schuldnern“. Sachsen nutzt zusammen mit anderen Bundesländern eine extra dafür eingerichtete Internetplattform, die rund um die Uhr von Interessenten zu erreichen ist, unter www.justiz-auktion.de

 

Klettern in der Sächsischen Schweiz weiter erlaubt

Im Naturschutzgebiet Sächsische Schweiz dürfen Klettersportler die Felsen erklimmen. Der Landtag passte dafür das Landesumweltrecht an das neue Bundesrecht unter Beibehaltung landesrechtlicher Regelungen an. „So wäre es zum Beispiel nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, in der Sächsischen Schweiz Klettersport zu betreiben“, so Umweltminister Frank Kupfer (CDU). „Das Felsklettern in der Sächsischen Schweiz hat eine lange Tradition. Die Sportverbände arbeiten aktiv im Naturschutz mit und betreiben ihren Sport sehr verantwortungsvoll“, erklärt der Minister, weshalb Sachsen mit der Gesetzesanpassung das Verbot umging.

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