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Neumarkt

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Neuer Streit um die Moderne am Neumarkt

06. March. 2009
06.March 2009
Blick vom Altmarkt auf das neue Geschäftshaus an der Galeriestraße. Mit dem Entwurf gewann das Dresdner Architekturbüro F 29 in einem Wettbewerb den 1. Preis.

Modernes Geschäftshaus an der Galeriestraße Montage: F 29 Architekten

Der 2. Preis ging an Kupferschmidt Architekten aus München.

Den 3. Preis vergab die Jury an Zanderarchitekten Dresden.

„Das ist genau der falsche Ansatz“, meint ein Verfechter des alten Dresden. Ein Architekt dürfe sich nicht am Kulturpalast und den Wohnhäusern an der Wilsdruffer Straße orientieren. Die gehören eigentlich weg, stören das Bild des wieder entstehenden barocken Neumarktes. Ein Freund zeitgemäßer Architektur setzt energisch dagegen: „Wir müssen mit dem Barockquatsch endlich aufhören.“ Ein Streit drohte zu entflammen, im Haus der Architekten in der Goetheallee vor dem Entwurf der Architekten Christian Schmitz und Peter Zirkel. Ihr Büro „F 29“ hat gerade den 1. Preis bei einem Wettbewerb zur Bebauung eines weiteren Neumarkt-Grundstückes gewonnen. Die KIB Projekt GmbH aus Nürnberg will direkt neben der wieder aufgebauten Schütz-Residenz bis 2011 ein modernes Büro- und Geschäftshaus errichten.

Vom Altmarkt aus in die Galeriestraße geblickt schiebt sich das neue Gebäude in der Simulation hinter den Wohnhäusern an der Wilsdruffer Straße hervor und bildet mit dem Ostflügel des Kulturpalastes einen kleinen Platz. Das ist städtebaulich so gewollt. Die Preisträger greifen die neue Konstellation auf und reagieren gestalterisch auf die Nachkriegsbauten. Fatal nur, dass sie auf ihrer Architekturskizze einen ähnlichen Neubau auf das Gewandhausquartier projizieren und nicht das barocke Quartier durchscheinen lassen. Dabei erfüllt ihr Gebäude an der Ecke Galerie-/Frauenstraße gestalterisch seine Funktion als „Tor“ zum neuen Dresdner Barock.

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Andere Architekten setzten sich mit Entwürfen in Szene die an das ICC in Berlin oder an eine Basilika erinnern. Große Glasfronten hatten keine Chance. Auch die seltsam bauchigen Fassaden des berühmten Stuttgarter Büros Behnisch fielen schon im ersten Rundgang durch. Im zweiten verabschiedete sich die Jury von den Modellen mit den vielen wuseligen Gaupen. Die KIB Projekt GmbH als Eigentümer des Grundstückes hatte den Wettbewerb ausgelobt, an dem sich 20 Büros beteiligten. 17 Arbeiten wurden zur Bewertung zugelassen. Den 2. Preis erhielt das Büro Kupferschmidt in München. Der 3. Preis ging an das Büro Zanderarchitekten Dresden.

In der Ausschreibung waren die Architekten aufgefordert, ein modernes Gebäude zu entwerfen. Der 1. Preisträger kreierte es aus einem Guss, dessen Betonmasse das Auge trotzdem nicht erschlägt. Das Gebäude ist in sich geteilt und gestaffelt, sodass ein Kopfbau zur Galeriestraße und ein Terrassenhaus hin zur Schütz-Residenz entstehen. Die Staffelgeschosse lösen vor allem das Belichtungsproblem in den engen Gassen. Die großen breiten Eckfenster an der Galeriestraße scheinen allerdings eine zu starke Verbeugung vor dem Stil der 1960er Jahre zu sein. Sie wirken ganz einfach zu klobig.

Die Gesellschaft Historischer Neumarkt läutet gegen ein modernes Gebäude im Umfeld des Platzes schon mal Sturm. „Ich bin entsetzt, was die Jury den Dresdnern da zumutet“, sagt Torsten Kulke. Speziell am Preisträgerentwurf kritisiert er das Flachdach. Außerdem fehle der Bezug zum historischen Umfeld. Und von der gewünschten Kleinteiligkeit am Neumarkt sei keine Spur zu finden. Seine Gesellschaft hatte im Vorfeld einen historisierenden Entwurf eingereicht, der allerdings keine Rolle gespielt habe

Für den Verein Historischer Neumarkt, der sich als Geburtshelfer des neuen Dresdner Barock versteht, sind moderne Gebäude selbst außerhalb der Sichtweite des Neumarktes ein rotes Tuch. Die Preisrichter wiederum hatten den Wettbewerbssieger einstimmig gekürt. Dresden steht mal wieder vor einem Architekturstreit und der Investor zwischen den Verfechtern der Moderne und den Traditionalisten.

(Brigitte Holland)

Kommentare

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Ronny Helbig

Am 12. November. 2009 um 15:23 Uhr

Bin auch für die alte barocke Bauweise.
Außnahmen könnten gemacht werden,an Stellen wo die moderne Bauweise sich gut einfügt. Also nicht einfach gebaute Objekte,sondern anspruchsvolle
Gebäude die sich harmonisch Einfügen in das äußere Umfeld.

 
 

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