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Neumarkt

Kein neues Gewandhaus am Neumarkt

25. Februar. 2008
25.Februar 2008
Der Entwurf zum neuen Gewandhaus von den Stuttgarter Architekten Cheret & Bozic wird nicht gebaut. Das Grundstück bleibt frei.

Gewandhausentwurf Fotomontage: Cheret & Bozic

Die Frauenkirche bleibt vor der Moderne verschont. Der geplante Bau eines neuen Gewandhauses ist abgewendet. Die CDU-Fraktion im Stadtrat teilt jetzt die Auffassung der FDP-Fraktion. Beide bringen am Mittwoch einen interfraktionellen Antrag in den Bauausschuss ein. Danach soll die Fläche des 1791 abgerissenen alten Gewandhauses am Neumarkt in den nächsten 20 Jahren nicht wieder bebaut werden. Allein die Stimmen von CDU und FDP reichen für ein klares Votum des Stadtrates in drei Wochen.

Baubürgermeister Herbert Feßenmayr (CDU) hatte im vergangenen Jahr übereilt einen Wettbewerb zum Wiederaufbau des Gewandhauses ausgelobt. Der Entwurf der Stuttgarter Architekten Cheret & Bozic erhielt den 1. Preis. Doch ihre Intention ging nicht auf, zu den neu entstandenen Barockfassaden an der Frauenkirche bewusst  in Gegensatz zu treten. Der  Verein Historischer Neumarkt schrie auf. „Der Baukörper würde den Neumarkt in drei Teile zersplittern“, so Kunsthistoriker Stefan Hertzig. Auch der stadtbekannte Denkmalpfleger Prof. Heinrich Magirius lehnte ein neues Gewandhaus vor allem aus städtebaulichen Gründen ab: „Der Neubau würde – unabhängig von seiner Architektur – zu einem Gegenspieler der Frauenkirche werden.“ Allein Mitglieder der Sächsischen Bauakademie konnten sich für den modernen Neubau an prominenter Stelle begeistern, darunter Ex-Baubürgermeister Gunter Just.   

Auch die CDU-Fraktion vermittelte lange den Eindruck, sie ist dafür und will dem potenziellen Investor weitestgehend entgegen kommen. Denn mit dem Gewandhausgrundstück würde sich die bebaubare Fläche im Quartier VI. vergrößern und damit die Renditeerwartung höher ausfallen. Nun muss man neu kalkulieren. Der Investor, dem das Quartier VI. vom suspendierten Oberbürgermeister Ingolf Roßberg (FDP) wohl schon versprochen worden ist, bleibt aber weiter am Ball. Der interfraktionelle Antrag empfiehlt, nun das Augenmerk auf den Wiederaufbau der Häuser hinter dem Gewandhausgrundstück zu legen.

Die CDU-Fraktion habe sich bei ihrer Entscheidung von einer Straßenumfrage leiten lassen, so Geschäftsführer Jürgen Eckoldt. Von 1000 im November 2007 befragten Bürgern hätten sich über 80 Prozent gegen den Entwurf der Stuttgarter Architekten ausgesprochen. 70 Prozent wollten, dass der Platz frei bleibt.

Anlass des Sinneswandels der CDU-Fraktion war die geplante Neuausschreibung des „Raumgerüstes“, das der Öffentlichkeit veranschaulichen sollte, wie das neue Gewandhaus städtebaulich wirkt.  165000 Euro hatte Baubürgermeister Feßenmayr für das begehbare Modell eingeplant. Die ersten Gebote signalisierten, für diesen Preis ist es nicht zu haben. Es würde mindestens 350000 Euro kosten.  Der Baubürgermeister wollte die zweite Ausschreibung des „Raumgerüstes“ gerade starten. Da rief auch die CDU-Fraktion: Stoppt das neue Gewandhaus!    

(Brigitte Holland)

20400 Studienanfänger zum Wintersemester

In Sachsen Hochschulen schrieben sich zum Wintersemester 2008/2009 rund 20400 Studenten ein, rund 450 weniger als im Jahr zuvor. Doch das Wissenschaftsministerium geht davon aus, dass sich die vom Statistischen Landesamt veröffentlichte Zahl durch die verlängerte Einschreibefrist noch erhöhen wird. 2007 begannen 20847 junge Menschen ein Studium, 2006 waren es lediglich 18600. Sachsen hält rund 20000 Studienanfängerplätze vor, um sie zu besetzen wirbt der Freistaat massiv in an den alten Bundesländern um Studenten. www.pack-dein-Studium.de

Stadt will keine Mehrkosten fürs Stadion übernehmen

Das Stadionbauunternehmen HBM will 8,4 Millionen Euro mehr von der Stadt für den Stadionneubau haben. Doch die Forderungen wies Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) jetzt öffentlich zurück. Vor dem Stadtrat erklärte er auf Nachfrage der Grünen, dass mit HBM ein Festpreis in Höhe von 44,6 Millionen Euro vereinbart worden sei. Insofern werde die Stadt auch nicht mehr zahlen. Sollte HBM vor Gericht gehen, habe die Stadt gute Karten in der Hand das Verfahren zu gewinnen. Der Stadionbauer begründet seine Forderung u.a. mit den gestiegenen Rohstoffpreisen und der Verzögerung bei der Vetragsunterzeichnung.

Verkehrsführung Bautzner Straße wieder ganz anders

Am 22. November, zwischen 7 und 24 Uhr, wird die Bautzner Straße zwischen Waldschlößchenstraße und Fischhausstraße nur in landwärtiger Richtung befahrbar sein, teilt die Stadt mit. Der stadtwärtige Verkehr wird über Fischhausstraße, Heideparkstraße, Charlottenstraße und Radeberger Straße umgeleitet. Notwendig ist dies, um einen Abwassersammler auszubauen.

Die letzte öffentliche Hinrichtung einer Frau

Am 24. November, 18 Uhr hält Swen Steinberg einen Vortrag zum Thema „Die letzte öffentliche Hinrichtung einer Frau. Zur Wahrnehmung von Grete Beier (1885–1908)“ im Stadtarchiv, Elisabeth-Boer-Straße 1. Der Eintritt ist kostenfrei. In seinem Vortrag setzt sich der  wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promotionsstudent an der TU Dresden kritisch mit der Stellung der Frau im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert am Beispiel von Grete Beier auseinander.

Junge Fußballerinnen tragen ihre WM auch in Dresden aus

Dresden ist bereits als Austragungsort für die Frauen-Fußball-WM 2011 gesetzt. Jetzt gab das DFB-Präsidium die Spielorte für die Weltmeisterschaft der Nachwuchs-Fußballerinnen bekannt. Die U 20-Frauen-WM wird in vier deutschen Städten stattfinden, darunter Augsburg, Bielefeld und Bochum. Dresden ist mit dabei. Die FIFA hatte beschlossen, künftig im Vorjahr einer Frauenfußball-WM im gleichen Land eine Endrunde der jungen Fußballerinnen zu veranstalten. Im Männerfußball wird dieses Modell seit 2001 mit dem einer WM-Endrunde vorgeschalteten Confed-Cup praktiziert. Die U20-Weltmeisterschaft stellt für die Austragungsorte einen Testlauf für die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr dar. Auch für Dresden und das 2009 fertig gestellte Stadion wird die Durchführung der Weltmeisterschaft der Juniorinnen eine Generalprobe für 2011 sein.

Praktikum im Kunstministerium

Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat für Dezember 2008 und das Jahr 2009 noch freie Praktikumsplätze im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Praktika richten sich an Studierende und sind für mindestens vier Wochen, höchstens zwei Monate angelegt. Im Verlauf des Praktikums werden die Studierenden von der Recherche über das Erstellen von Pressemeldungen bis hin zur Projektvorbereitung und -begleitung die Arbeit in der Pressestelle des SMWK kennenlernen. Aussagefähige Bewerbungen sind zu senden an: Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst Postfach 10 09 20, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 01079 Dresden oder per Mail an presse@smwk.sachsen.de

Buchvorstellung zur Geschichte der „Interflug“

Vor 50 Jahren, im September 1958, wurde die DDR-Fluggesellschaft Interflug gegründet. Aus diesem Anlass ist das neue Buch „Weg und Absturz der INTERFLUG – Die Geschichte des Unternehmens“ erschienen. Der Autor Karl-Dieter Seifert stellt es am Montag, dem 24. November, im Flughafen Dresden Terminal vor. Die Präsentation beginnt um 18 Uhr im Konferenz-Center. Im Anschluss steht er allen Gästen bei einer Gesprächs- und Signierrunde Rede und Antwort. Der Eintritt kostet inklusive Begrüßungssekt und kleinem Imbiss 8 Euro.