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Die friedliche Revolution vor 20 Jahren zahlt sich für die Erben des letzten Königs von Sachsen weiter aus. 4,2 Millionen Euro erhalten seine Nachfahren jetzt vom Freistaat als Porzellan-Entschädigung. Die Wettiner hatten vor vier Jahren die Rückgabe von wertvollem Meissener und ostasiatischem Geschirr und Skulpturen gefordert, die 1945 verstaatlicht worden waren. Im Zuge des jetzt abgeschlossenen Vergleichs kauft der Freistaat den Wettinern sämtliche Ansprüche auf Porzellane in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meissen und auf alle historischen Porzellane des Freistaates ab. Der millionenschwere „Porzellanvertrag“ ist besiegelt.
Während sich die Anwälte der Wettiner und die Vertreter des Freistaates auf die Schulter klopften, duckt sich der Königsgeier in der Galerie im Zwinger auf seinem Podest weg. Die Porzellan-Figur in der Reihe der berühmten von Johann Joachim Kändler (1706 – 1775) geschaffenen Tierplastiken gehörte zu den wertvollsten Streitobjekten. Das Tier senkt seinen Kopf, gerade so, als wolle es die Augen vor einer ungewissen Zukunft verschließen. Nun steht fest, der imposante Vogel wird nicht im Wohnzimmer von Albrecht Prinz von Sachsen in München verstauben, sondern als Kulturgut von Rang in Dresden bleiben.
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Dem Direktor der Porzellansammlung, Ulrich Pietsch, fällt ein Stein vom Herzen. Nachdem die Wettiner 2006 Eigentumsrechte an 3000 Porzellanen geltend gemacht hatten, fürchtete er schon um den Ruf der Dresdner Porzellansammlung. Mit 20000 Objekten gehört sie zur drittgrößten der Welt. Der drohende Bestandsverlust ist vom Tisch, zumal sich die Verhandlungsmasse im Lauf der Zeit auf 300 anspruchsberechtigte Porzellane reduziert hatte. „Daphne“ sei Dank. So heißt die Museumsdatenbank der Staatlichen Kunstsammlungen zur Provenienzforschung, zur Bestimmung der Herkunft aller Sammlungsstücke.
Neben dem Königsgeier zählen die Elementevase „Luft“, Teile des Service „Roter Drache“ August des Starken und acht Teile des berühmten Services, das sich August der III. zu seiner Krönung als König von Polen in der Meissener Manufaktur hat anfertigen lassen, zu den herausragenden Vergleichsobjekten. Eine Suppenterrine dieses Service, ausgestellt in einer Vitrine in der Langgalerie des Zwingers, gehörte wohl eindeutig den Wettinern. Sie ist ihnen mit der sogenannten Fürstenabfindung 1924 zugesprochen worden. Die Sachsen hatten Friedrich August III. in der Revolution von 1918 zwar vom Thron gestürzt, ihren letzten König jedoch nicht mittellos entlassen. Ernst Heinrich von Sachsen, dritter Sohn des Königs, trug das Familienporzellan auf Schloss Moritzburg zusammen und ließ es zum Kriegsende verstecken, nicht nur im Keller des Schlosses, sondern auch auf dem Dachboden der Kirche im benachbarten Reichenberg. Nach 1945 wurden die Schätze entdeckt und verstaatlicht.
Übrigens sind die in die Jahre gekommenen Königskinder, die nach eigenen Angaben in München ganz bescheiden „in bürgerlichen Verhältnissen leben“, schon mehrfach von Sachsen entschädigt worden. Bereits 1990 hatte ihr Berliner Anwalt, Gerhard Brand, umfangreiche Restitutionsansprüche gestellt und sich dabei auf die Fürstenabfindung von 1924 berufen. Der Freistaat zeigte sich 1999 großzügig und gab den Wettinern Immobilien und 18000 Kunstgüter im Gesamtwert von 23,4 Millionen D-Mark zurück. Davon erhielten sie 11 Millionen D-Mark in bar und zwar für 12000 vom Freistaat wieder angekaufte Kunstgegenstände.
Der Streit ums Porzellan ist beendet. Jedoch erheben die Wettiner weiterhin Forderungen auf Gemälde der Galerien Alte und Neue Meister, auf Skulpturen, auf Preziosen im weltberühmten Grünen Gewölbe, auf Möbel und auf Bücher. Mit der Anerkennung der Fürstenabfindung von 1924 sitzt der Freistaat in der Zwickmühle, sich auf weitere Vergleiche einzulassen.
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Hamburg und Dresden rücken enger zusammen, dank einer neuen Direktfluglinie. Die Bremer Regionalfluggesellschaft OLT Express Germany bedient die Strecke mit täglichen Flügen. Montag und Freitag heben die 50sitzigen Propellermaschinen vom Typ Saab 2000 sogar dreimal in Dresden und Hamburg ab. Die Flugzeit beträgt 60 Minuten. Obwohl Dresden und Hamburg bereits seit über 20 Jahren Partnerstädte sind, waren sie bisher nicht im Direktflug erreichbar. Als Eröffnungsangebot ist der Hin- und Rückflug 199 Euro pro Person buchbar. www.oltexpress.de
Brautpaare, die gern im Dresdner Barockviertel heiraten möchten, können sich ab Juni im Kulturrathaus, Königstraße 15, das Ja-Wort geben. Ihnen steht für die Eheschließung der Fritz-Löffler-Saal mit seiner historischen Holzbalkendecke zur Verfügung. Er bietet bis zu 144 Gästen Platz und verfügt über eine wunderbare Akustik. Für die musikalische Umrahmung kann der vorhandene Flügel genutzt werden. Von Mai bis Oktober immer samstags von 9 bis 13 Uhr können künftig im Kulturrathaus Ehen geschlossen werden. Die Termine vergibt das Standesamt Dresden, Goetheallee 55. www.dresden.de/heiraten
Wer Geburtstag hat, bekommt üblicherweise Geschenke. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) beschenken seit diesem Jahr ihre Besucher an deren jeweiligem Geburtstag mit freiem Eintritt. „Geburtstagskinder“ jeden Alters legen an der Kasse ihren Personalausweis vor und erhalten an dem Tag freien Eintritt in alle Museen der SKD an den Standorten Dresden, Leipzig und Herrnhut. Diese Regelung gilt auch für das Historische Grüne Gewölbe und sämtliche Sonderausstellungen.
Immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein, heißt auch, zu wissen, woran die Forscher arbeiten. Mit dem Start des Dresden Science Calendar werden alle wissenschaftlichen Veranstaltungen im Raum Dresden auf einen Blick zugänglich gemacht. Im Rahmen des Wissenschaftsnetzwerkes DRESDEN-concept und in Kooperation mit der Stadt und der Sandstein Neue Medien GmbH ist eine für den Informationsaustausch über wissenschaftliche Veranstaltungen maßgeschneiderte Internetplattform entstanden. Jeder, einschließlich der wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit, kann alle Ankündigungen nach verschiedenen Kriterien gefiltert abrufen. Die Internetplattform bietet auch Schnittstellen an, um relevante Vorträge zu einmal ausgewählten Suchkriterien und persönlichen Interessen automatisch vorzusortieren und regelmäßig strukturierte Benachrichtigungen per RSS-feed, iCal-Kalenderabonnement oder über andere Datenkanäle zu erhalten. Der Dresden Science Calendar ergänzt damit die bestehenden Ankündigungssysteme der einzelnen Institute, aus welchen die Informationen automatisch synchronisiert werden. www. wissenschaft.dresden.de/calendar
Kurz und knapp stellt sich Dresden im Stadt-Atlas vor. Er enthält Straßen- und Wegekarten und Informationen zum öffentlichen Nahverkehr. Er gibt Auskunft, wo sich öffentliche und kulturelle Einrichtungen, Fußgängerzonen, öffentliche Toiletten, Einbahnstraßen, Parkplätze und Taxi-Standorte befinden. Darüber hinaus empfiehlt der Stadt-Atlas mit Text, Karte und 3D-Ansicht einen Stadtrundgang durch die Altstadt und die Neustadt von Dresden. Ein weiterer Teil des Stadt-Atlasses befasst sich mit 20 Jahren Kommunalentwicklung. Daten, Karten und Statistiken beschreiben die Entwicklung, zum Beispiel von Wohnungsbau, Verkehrsprojekten, Natur- und Denkmalschutz. Alte und neue Luftbilder werden gegenübergestellt. Die Broschüre im A4-Format umfasst 98 Seiten und kostet 5,35 Euro. Sie ist erhältlich in ausgewählten Buchhandlungen und im Kundenservice des Städtischen Vermessungsamtes, World Trade Center, Ammonstraße 74, 2. OG, Zimmer 2852, Telefon 4 88 41 38 oder 4 88 41 16, Fax 4 88 39 64, E-Mail vermessungsamt-ks@dresden.de. Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr. www.dresden.de/online-shop.
Die sächsische Justiz versteigert beschlagnahmte oder gepfändete Gegenstände auch via Internet. Sachsens Justizminister Martens (FDP) verspricht sich dadurch „bessere Verkaufschancen und höhere Erlöse im Interesse von Gläubigern und Schuldnern“. Sachsen nutzt zusammen mit anderen Bundesländern eine extra dafür eingerichtete Internetplattform, die rund um die Uhr von Interessenten zu erreichen ist, unter www.justiz-auktion.de
Im Naturschutzgebiet Sächsische Schweiz dürfen Klettersportler die Felsen erklimmen. Der Landtag passte dafür das Landesumweltrecht an das neue Bundesrecht unter Beibehaltung landesrechtlicher Regelungen an. „So wäre es zum Beispiel nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, in der Sächsischen Schweiz Klettersport zu betreiben“, so Umweltminister Frank Kupfer (CDU). „Das Felsklettern in der Sächsischen Schweiz hat eine lange Tradition. Die Sportverbände arbeiten aktiv im Naturschutz mit und betreiben ihren Sport sehr verantwortungsvoll“, erklärt der Minister, weshalb Sachsen mit der Gesetzesanpassung das Verbot umging.
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