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Vor 300 Jahren nimmt der Goldrausch in Sachsen ein glückliches Ende. Wenngleich sich das Versprechen, unedles Metall in edles verwandeln zu können, nicht erfüllt. So gipfelt der Irrweg der Chemie trotzdem in einem Erfolg: Das europäische Hartporzellan wird entdeckt, das feine weiße, das sich in Gold aufwiegen ließ. Um es in klingende Münze zu verwandeln, erlässt August der Starke am 23. Januar 1710 das Dekret zur Gründung der ersten europäischen Porzellanmanufaktur. Im Januar vor genau 300 Jahren startet das Unternehmen in Dresden, zieht noch im Juni des gleichen Jahres nach Meißen um. Immer noch im Rausch des Weißen Goldes feiert Sachsen nun ein ganzes Jahr lang das Gründungsjubiläum.
Die Porzellanmanufaktur Meissen eröffnete gerade ihre größte Sonderausstellung „Alle Nationen sind willkommen“. Die Schau erzählt, wie das Geschirr mit den gekreuzten blauen Schwertern im 18. Jahrhundert als Statussymbol auf den Tischen des Adels in ganz Europa glänzt und seine Dekore von verschiedenen Kulturen inspiriert sind. Im 19. Jahrhundert zieren Vasen oder Figürchen auch die Vitrinen des Bürgertums. Wandern als Erbstück von einer Generation zur anderen. Liebhaber auf der ganzen Welt sammeln bis heute Meissener Porzellan. Längst verbreitete sich das Geheimnis seiner Herstellung aus der Fabrik auf dem Meißner Burgberg, die einem Hochsicherheitstrakt glich, in ganz Europa. Trotzdem bleibt es einzigartig.
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Seine Geschichte begann mit der Selbstüberschätzung des Johann Friedrich Böttger und mit einer von ganz oben angeordneten Freiheitsberaubung. Der Apothekerlehrling in Berlin deutete an, Gold machen zu können. Um sich dem Zugriff des Königs von Preußen zu entziehen, flieht der 19-Jährige nach Wittenberg. Dort regiert der König von Polen und Kurfürst von Sachsen, der den Gold-Jungen nicht an Friedrich den Großen ausliefern, sondern selbst behalten will. Böttger wird nach Dresden gebracht und sicher verwahrt. Hinter den dicken Mauern des Schlosses beginnt er zu experimentieren.
August der Starke braucht Geld. Die polnische Königskrone hatte viel gekostet. Unsummen verschlingt der Nordische Krieg gegen den Schwedenkönig. Mit der Anweisung „Schaff Gold Böttger!“ wird August der Starke noch heute zitiert. Die Geschichte hätte für den Alchimisten im Gefängnis auf der Festung Königstein tragisch enden können. Doch immer wieder kommt der Wissenschaftler Ehrenfried Walther von Tschirnhaus ins Spiel. Selbst ein leidenschaftlicher Forscher hatte er gewaltige Hohlspiegel und Brennlinsen entwickelt und mit den Sonnenöfen Mineralien geschmolzen. Doch nicht Gold, sondern Porzellan ist sein Ziel. Als königlicher Ratgeber – Wissenschaftsminister würde man heute sagen – überzeugt Tschirnhaus seinen Chef, Böttger „auf Porzellan laborieren“ zu lassen.
Im Team lösen Böttger, Tschirnhaus und der Bergrat Gottfried Pabst von Ohain das Rätsel der Porzellanherstellung. In den Kasematten des alten Dresdner Festungswalls an der Elbe brechen sie das Monopol der Chinesen. Unter dem Brühlschen Garten, wo heute die Touristen die Aussicht auf die Flusslandschaft genießen, glühten die Brennöfen Tag und Nacht. Pabst von Ohain verbessert die Technik der Öfen. Tschirnhaus bringt seine Erkenntnisse beim Schmelzen von Mineralien ein. Aus allen Teilen Sachsens lässt er Erden kommen, die Böttger wieder und wieder mischt, brennt und die Masse ein ums andere Mal verwirft. 1708 schlägt die Geburtsstunde des weißen europäischen Hartporzellans. Am 15. Januar stimmt das Mischungsverhältnis, wie eine Labornotiz belegt: Ein weißer durchscheinender Scherben kommt aus dem Brand. Doch erst im März 2009 wird die Erfindung offiziell verkündet, ein weiteres Jahr später die Gründung der Porzellanmanufaktur.
Das Dekret vom 23. Januar 1710 ist in vier Sprachen verfasst: in Lateinisch für die Gelehrten, in Deutsch fürs Volk, in Französisch für den Adel der Höfe in ganz Europa als potentielle Kunden, in Holländisch für die Kaufleute, die mit dem Import und Verkauf von chinesischem Porzellan bisher allein horrende Summen verdienten. Alle Welt sollte hören, dass Sachsen als einziges Land außerhalb Asiens in der Lage ist, Porzellan herzustellen, das dem ostasiatischen ebenbürtig ist. Die Erfinder bleiben in dem Dekret allerdings ungenannt. Möglicherweise wollte August der Starke den Zorn seines Vetters in Berlin nicht unnötig heraufbeschwören, dem der Goldvogel Böttger frühzeitig entwischt war.
300 Jahre Manufaktur Meissen. Die Jubiläumsveranstaltungen:
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Grafiken, die Künstler 1989/1990 und 2009/2010 in der Dresdner Grafikwerkstatt druckten, sind bis zum 30. September in der neuen Ausstellung der „Galerie 2. Stock“ im Rathaus zu sehen. Auch wenn die Themen 20 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit nicht vordergründig verarbeitet worden sind, so sind sie doch als Atmosphäre und „Hintergrundleuchten“ spürbar. Grafiken von Klaus Drechsler, Angela Hampel, Eberhard Havekost, Christiane Just, Maja Nagel, Gudrun Trendafilov und Claus Weidensdorfer sind zu sehen. Seit 1958 werden in der Grafikwerkstatt Dresden, Arbeitsmöglichkeiten für Dresdner Künstler angeboten. Geöffnet ist die „Galerie 2. Stock“ montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Mit Kompass und Karte unterwegs zu sein, ist die gewohnte Art, Sachsen wandernd zu entdecken. Jetzt hat die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS) für alle Rucksack-Touristen ein neues Angebot parat: Online-Wanderpläne für die sechs beliebtesten Wanderrouten: Sächsischer Weinwanderweg, Malerweg, Oberlausitzer Bergweg, Vogtland Panorama Weg, Kammtour Erzgebirge-Vogtland und Muldentalwanderweg. Alle wichtigen Details vom Streckenverlauf über Schwierigkeitsgrad bis hin zu Rastplätzen und Entfernungen sowie die gps-Daten sind auf den Wanderseiten zu finden. Wofür die TMGS mit dem Freizeit- und Tourismusportal AlpRegio kooperiert. www.sachsen-tourismus.de
Ab Dezember bekommt Dresden eine Direktflugverbindung mehr. Die Fluggesellschaft easyJet eröffnet am 3. Dezember die Nonstoproute Dresden-Basel. Dreimal wöchentlich - mittwochs, freitags und sonntags - wird vom Flughafen Dresden-Klotzsche der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg angeflogen. Die neuen Flüge in die Schweiz lassen sich ab 8. Juli buchen unter www.easyJet.com
Aeroflot hat die Flugverbindungen zwischen Dresden und Moskau-Scheremetjewo weiter verbessert. Seit Juni bietet die russische Fluggesellschaft einen zusätzlichen Flug am Mittwoch und damit drei Nonstopflüge pro Woche und Richtung an. Der moderne Airbus A319 mit 116 Plätzen startet um 17.20 Uhr, montags bereits um 16.40 Uhr in Dresden. Die Landung in Moskau erfolgt um 21.55 Uhr bzw. am Montag um 21.15 Uhr. In der russischen Hauptstadt hebt die Maschine um 15 Uhr Ortszeit ab und erreicht Dresden um 15.40 Uhr Ortszeit. Den Hin- und Rückflug kostet inklusive aller Steuern und Gebühren ab 211 Euro. Die Flugzeit beträgt rund zweieinhalb Stunden.
Auch in diesem Jahr will Sachsens Umweltministerium mit Postkarten zur Natur des Jahres 2010 den Blick wieder auf bekannte und weniger bekannte Schönheiten unserer heimischen Flora und Fauna lenken. Ausgesucht wurden dafür der Dachs (Tier des Jahres 2010), der Schönbär (Schmetterling d. J.), die Vogelkirsche (Baum d. J.), der Teichmolch (Lurch d. J.), die Herbstzeitlose (Giftpflanze d. J.) und der Efeu (Arzneipflanze d. J.). Die Postkarten kann man sich auf der Internetseite des Umweltministeriums ansehen oder kostenfrei beim Zentralen Broschürenversand der Staatsregierung bestellen: publikationen(at).sachsen.de http://www.natur.sachsen.de
Das Romain-Rolland-Gymnasium Dresden und das Anton-Philipp-Reclam-Gymnasium Leipzig sind die ersten Schulen in Sachsen, die parallel zum deutschen Abitur das Französische Baccalauréat (AbiBac) anbieten. Ab Schuljahr 2010/2011 können sich Gymnasiasten der Klassenstufe zehn, die die vertiefte sprachliche Ausbildung durchlaufen haben, darauf vorbereiten. In den Klassenstufen zehn bis 12 wird dann Französisch auf erhöhtem Niveau unterrichtet. In den letzten drei Jahren vor dem Abitur geht es auch in Geschichte und einem weiteren gesellschaftwissenschaftlichen Fach französischsprachig zu. Dresden kooperiert dabei mit einer Schule in Strasbourg, Leipzig mit einer Schule in Montpellier.
In Dresden-Neustadt entsteht eine neue Tempo-30-Zone westlich der Königsbrücker Straße, die im Süden durch die Antonstraße und im Norden durch den Bischofsweg begrenzt wird. Im Westen reicht sie bis zu den Bahnanlagen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung soll den Durchgangsverkehr fernhalten und die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer erhöhen. In diesem Zusammenhang gibt die Stadt den als Einbahnstraße ausgewiesenen Dammweg zwischen Eschenstraße und Bischofsweg in beiden Richtungen für den Radverkehr frei und schafft damit eine Alternative zur belebten Königsbrücker Straße. Das Parken entfällt dafür auf diesem Abschnitt des Dammweges.
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