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Kultur

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Putin und der Dankesorden zum Opernball

15. January. 2009
15.January 2009
Auch in diesem Jahr wird die Semperoper zum Ball in ein besonderes Licht gehüllt, das von Tom Roeder inszenierte Lichtspektakel beginnt 21 Uhr.

Lichtspektakel über der Semperoper Foto: PR

„Er kommt“, bestätigt eine Sprecherin der Staatskanzlei, dass der russische Ministerpräsident Wladimir Putin am Abend des 16. Januar in Dresden erwartet wird. Auf Einladung von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) nimmt Putin als prominentester Gast am 4. Dresdner Semperopernball teil. Die Organisatoren sind ihrerseits stolz, einen mächtigen Staatsmann aus dem Ausland auf den Ball geholt zu haben. „Wir sind sehr glücklich über die Zusage“, so der Leiter des Opernballs, Hans-Joachim Frey. Er verhehlt nicht, dass der Dresdner Opernball mit diesem hochrangigen Besuch noch bekannter werde.

In der Tat sorgt die Ankündigung für Schlagzeilen, dass der einstige Kremlchef zu diesem gesellschaftlichen Großereignis mit einem „Dankesorden“ in der Kategorie Politik ausgezeichnet wird. Für sein Engagement im deutsch-russischen Kulturaustausch, verlautete. Das halten Insider für einen Witz. Unter Putin verabschiedete die Duma 1998 das Gesetz, das die Rückerstattung von im Zweiten Weltkrieg erbeuteter Kunst verbietet. Schätzungsweise eine Million Kunstwerke und über vier Millionen Bücher, Handschriften und Archivbestände aus Kilometer langen Bibliotheksregalen erklärte Russland mit dem Trophäengesetz zu seinem Besitz. Insofern herrscht bis dato Eiszeit in der deutsch-russischen Kulturpolitik.

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Natürlich verpflichtet die große Rückgabeaktion der Sowjetunion 1958, wodurch beispielsweise die berühmte „Sixtinische Madonna“ wieder nach Dresden zurückkehrte, die Sachsen zu ewigem Dank, allerdings nicht an Putin. Trotzdem wird Ministerpräsident Stanislaw Tillich die Laudatio für ihn halten. Es handele sich aber nicht um eine Auszeichnung des Freistaates, stellt die Staatskanzlei klar, sondern um eine des Semperopernvereins. Der Orden ist ein Schmuckstück aus hochkarätigem Gold, das den „Heiligen Georg“ zeigt. Das Motiv steht für den Kampf um das Gute. Geehrt werden zudem der Schauspieler und Entertainer Joachim «Blacky» Fuchsberger und Gewichtheber Matthias Steiner.

Die Fraktionschefin der Grünen im Landtag, Antje Hermenau, nennt die Ordensverleihung an Putin schwierig. „Vielleicht soll dann im nächsten Jahr Libyens Staatschef Gaddafi ausgezeichnet werden, um noch mehr Aufmerksamkeit auf den Ball zu lenken", spottet sie. Auch André Hahn, Fraktionschef der Linken im Landtag, kann nicht nachvollziehen, warum Putin einen Dankesorden erhalten soll. Dies könnte auch angesichts des aktuellen Erdgas-streits missverständlich sein, kritisiert er.

Humoristen sehen das völlig anders. Seitdem Putin am Gashahn dreht, machen sich die europäischen Regierungen wieder ernsthaft Gedanken über alternative Energien. Damit erreichte Putin mehr für die Klimapolitik als jedes Kyoto-Protokoll. Doch unter diesem Aspekt wird Ministerpräsident Tillich den russischen Staatsmann, der zu DDR-Zeiten von 1985 bis 1990 in Dresden für den Sowjetgeheimdienst KGB tätig war, gewiss nicht würdigen.

Vorspiel zum Semperopernball ist 19 Uhr die Schlüsselübergabe. Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) begrüßen ab 19.45 Uhr auf dem roten Teppich die Ehrengäste. 21 Uhr beginnt in der Oper das anderthalbstündige Programm, das vom mdr live auf den Theaterplatz übertragen, aber dessen Ende Wladimir Putin mit seinem Orden nicht unbedingt abwarten wird.

(Brigitte Holland)

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Neue Direktfluglinie Dresden – Hamburg

Hamburg und Dresden  rücken enger zusammen, dank einer neuen Direktfluglinie. Die Bremer Regionalfluggesellschaft OLT Express Germany bedient die Strecke mit täglichen Flügen. Montag und Freitag heben die 50sitzigen Propellermaschinen vom Typ Saab 2000 sogar dreimal in Dresden und Hamburg  ab. Die Flugzeit beträgt 60 Minuten. Obwohl Dresden und Hamburg bereits seit über 20 Jahren Partnerstädte sind, waren sie bisher nicht im Direktflug erreichbar. Als Eröffnungsangebot ist der Hin- und Rückflug 199 Euro pro Person buchbar. www.oltexpress.de

Heiraten im Kulturrathaus

Brautpaare, die gern im Dresdner Barockviertel heiraten möchten, können sich ab Juni im Kulturrathaus, Königstraße 15, das Ja-Wort geben. Ihnen steht für die Eheschließung der Fritz-Löffler-Saal mit seiner historischen Holzbalkendecke zur Verfügung. Er bietet bis zu 144 Gästen Platz und verfügt über eine wunderbare Akustik. Für die musikalische Umrahmung kann der vorhandene Flügel genutzt werden. Von Mai bis Oktober immer samstags von 9 bis 13 Uhr können künftig im Kulturrathaus Ehen geschlossen werden. Die Termine vergibt das Standesamt Dresden, Goetheallee 55.  www.dresden.de/heiraten

Zum Geburtstag freier Eintritt in die Kunstsammlungen

Wer Geburtstag hat, bekommt üblicherweise Geschenke. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) beschenken seit diesem Jahr ihre Besucher an deren jeweiligem Geburtstag mit freiem Eintritt. „Geburtstagskinder“ jeden Alters legen an der Kasse ihren Personalausweis vor und erhalten an dem Tag freien Eintritt in alle Museen der SKD an den Standorten Dresden, Leipzig und Herrnhut. Diese Regelung gilt auch für das Historische Grüne Gewölbe und sämtliche Sonderausstellungen.

Online-Kalender der Dresdner Wissenschaft

Immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein, heißt auch, zu wissen, woran die Forscher arbeiten. Mit dem Start des Dresden Science Calendar werden alle wissenschaftlichen Veranstaltungen im Raum Dresden auf einen Blick zugänglich gemacht. Im Rahmen des Wissenschaftsnetzwerkes DRESDEN-concept und in Kooperation mit der Stadt  und der Sandstein Neue Medien GmbH ist eine für den Informationsaustausch über wissenschaftliche Veranstaltungen maßgeschneiderte Internetplattform entstanden. Jeder, einschließlich der wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit, kann alle Ankündigungen nach verschiedenen Kriterien gefiltert abrufen. Die Internetplattform bietet auch Schnittstellen an, um relevante Vorträge zu einmal ausgewählten Suchkriterien und persönlichen Interessen automatisch vorzusortieren und regelmäßig strukturierte Benachrichtigungen per RSS-feed, iCal-Kalenderabonnement oder über andere Datenkanäle zu erhalten. Der Dresden Science Calendar ergänzt damit die bestehenden Ankündigungssysteme der einzelnen Institute, aus welchen die Informationen automatisch synchronisiert werden. www. wissenschaft.dresden.de/calendar

Dresdner Stadt-Atlas

Kurz und knapp stellt sich Dresden im Stadt-Atlas vor. Er enthält Straßen- und Wegekarten und Informationen zum öffentlichen Nahverkehr. Er gibt Auskunft, wo sich öffentliche und kulturelle Einrichtungen, Fußgängerzonen, öffentliche Toiletten, Einbahnstraßen, Parkplätze und Taxi-Standorte befinden. Darüber hinaus empfiehlt der Stadt-Atlas mit Text, Karte und 3D-Ansicht einen Stadtrundgang durch die Altstadt und die Neustadt von Dresden. Ein weiterer Teil des Stadt-Atlasses befasst sich mit 20 Jahren Kommunalentwicklung. Daten, Karten und Statistiken beschreiben die Entwicklung, zum Beispiel von Wohnungsbau, Verkehrsprojekten, Natur- und Denkmalschutz. Alte und neue Luftbilder werden gegenübergestellt. Die Broschüre im A4-Format umfasst 98 Seiten und kostet 5,35 Euro. Sie ist erhältlich in ausgewählten Buchhandlungen und im Kundenservice des Städtischen Vermessungsamtes, World Trade Center, Ammonstraße 74, 2. OG, Zimmer 2852, Telefon 4 88 41 38 oder 4 88 41 16, Fax 4 88 39 64, E-Mail vermessungsamt-ks@dresden.de. Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr.  www.dresden.de/online-shop.

Justiz-Auktion im Internet

Die sächsische Justiz versteigert beschlagnahmte oder gepfändete Gegenstände auch via Internet. Sachsens Justizminister Martens (FDP) verspricht sich dadurch „bessere Verkaufschancen und höhere Erlöse im Interesse von Gläubigern und Schuldnern“. Sachsen nutzt zusammen mit anderen Bundesländern eine extra dafür eingerichtete Internetplattform, die rund um die Uhr von Interessenten zu erreichen ist, unter www.justiz-auktion.de

 

Klettern in der Sächsischen Schweiz weiter erlaubt

Im Naturschutzgebiet Sächsische Schweiz dürfen Klettersportler die Felsen erklimmen. Der Landtag passte dafür das Landesumweltrecht an das neue Bundesrecht unter Beibehaltung landesrechtlicher Regelungen an. „So wäre es zum Beispiel nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, in der Sächsischen Schweiz Klettersport zu betreiben“, so Umweltminister Frank Kupfer (CDU). „Das Felsklettern in der Sächsischen Schweiz hat eine lange Tradition. Die Sportverbände arbeiten aktiv im Naturschutz mit und betreiben ihren Sport sehr verantwortungsvoll“, erklärt der Minister, weshalb Sachsen mit der Gesetzesanpassung das Verbot umging.

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