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Feurige Araber tänzeln neuerdings nervös im Dresdner Schloss. Die Muskeln unter prunkvollem Reitzeug aus feinstem Leder gespannt. Am Zaumzeug funkeln Edelsteine. Die edlen Pferde warten auf ihren großen Auftritt. Wenngleich aus Holz ist ihnen als Träger orientalischer Kunst die Begegnung mit Bewunderern sicher. Im Dresdner Schloss öffnete die „Türckische Cammer“, die älteste und weltweit bedeutendste Sammlung osmanischer Kunst außerhalb der Türkei. Und die hölzernen Hengste begrüßen tagtäglich mit gespitzten Ohren die Besucher.
Was das Nobelauto für den Staatslenker von heute, war in früheren Zeiten das edle Pferd. Statussymbol für Reichtum und Macht. Im Detail abzulesen an der Ausstattung. Lange vor dem feinen Ledersitz drückte sich der Männerhintern in den reichverzierten Sattel. Die "Türckische Cammer" als Teil der Rüstkammer zeigt, womit Sachsens Kurfürsten zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert Macht und Männlichkeit zelebrierten. Gleichermaßen elektrisiert vom Reichtum des Orients und des Schreckens türkischer Heere trugen sie aufwendig mit Gold oder Edelsteinen verzierte Waffen, Säbel, Gewänder, Reitzeug und hochherrschaftliche Zelte zusammen. Glanzstück der Ausstellung ist ein zwanzig Meter langes, acht Meter breites und sechs Meter hohes osmanisches Staatszelt.
Erstmals ist die über 400 Jahre alte Sammlung nach 70 Jahren im Depot der Staatlichen Kunstsammlungen auf 750 Quadratmeter Ausstellungsfläche zu sehen. 600 Kunstwerke leuchten im von Peter Kulka inszenierten Halbdunkel wie Sterne in Tausendundeiner Nacht. Der Dresdner Architekt holte die Faszination des Orients ins Dresdner Schloss. Der Boden der drei Ausstellungsräume aus Schiefer und die in ein tiefes Blau getauchten Wände wirken geheimnisvoll. Die Spots in den klimatisierten und entspiegelten Vitrinen streuen ein mattes Licht, sodass selbst Säbel und Dolche weniger martialisch blitzen und sich das Augenmerk des Betrachters auf die Handwerkskunst Istanbuler oder Goldschmiede aus Siebenbürgen richten kann.
Den Grundstock der „Türckischen Cammer“, die seit 1614 so heißt, bilden mehrere orientalische Prunkwaffen, die Kurfürst Christian I. von Sachsen anlässlich seiner Machtübernahme 1587 als Geschenk mehrerer italienischer Fürsten erhielt. Wenngleich wiederholt sächsische Kurfürsten an der Seite des deutschen Kaisers gegen die Türken zogen, sind die wenigstens Stücke in der Sammlung Beutegut. „Die meisten sind diplomatische Geschenke oder Auftragsarbeiten“, so Oberkonservator Holger Schuckelt. Er ist der Erfinder der neuen „Türckischen Cammer“ in alter Schreibweise und ihr profundeste Kenner. Seit 20 Jahren erforscht er die osmanische Sammlung in der Dresdner Rüstkammer. Und so förderte Schuckelt eine Reihe von Geschichten zutage, beispielsweise die von Johann Georg Spiegel, dem sächsischen James Bond.
Unter August dem Starken erlebte die Türkenmode am sächsisch-polnischen Hof ihren Höhepunkt. Wiederholt trat er als großmächtiger Sultan oder „Türkenbezwinger“ bei Festen oder Aufzügen auf. Und sie war noch lange nicht zu Ende, als er seine türkische Mätresse Fatima 1706 mit seinem Kammerdiener Spiegel verheiratete und von 1712 bis 1714 nach Istanbul schickte. Ihn offiziell als Käufer von Luxusgütern, wie die gefüllten Vitrinen im ersten Ausstellungsraum belegen, sie als Dolmetscherin. Doch Spiegel war im Auftrag von August dem Starken, der sich nach der Niederlage seines Erzfeindes Karl XII. bei Poltawa die polnische Krone zurückgeholt hatte, auch in geheimer Mission unterwegs. Hatte sich doch der Schwedenkönig auf türkisches Territorium gerettet und versucht den Sultan auf seine Seite zu ziehen. Die gezückten Waffen in der „Türckischen Cammer“ können also auch von erfolgreicher Diplomatie und Spionage erzählen.
5,7 Millionen Euro investierte der Freistaat in das neue Museum im Dresdner Schloss. Allein die Ausstattung kostete 2, 5 Millionen Euro, am teuersten waren die Vitrinen. Die Pferde schuf der Dresdner Walter Hilbert passend zum historischen Reitzeug. „Mit der Türckischen Cammer erstrahlt ein neues Glanzlicht sächsischer Sammlungsgeschichte“, sagte Kunstministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) bei der Vorbesichtigung. Und der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen, Martin Roth, hofft, dass die „Türckische Cammer“ möglichst viele türkische Gäste anzieht, wenngleich sie kein Heimatmuseum, sondern im besten Sinne des türkischen Wortes „Weltkültür“ sei.
„Türckische Cammer“ im Dresdner Schloss, Eingang Sophienstraße. Geöffnet ab 7. März, 10 bis 18 Uhr, dienstags geschlossen. Eintritt für das Schloss 10 Euro, ermäßigt 7,50 Euro. Audioguide 3 Euro.
Am 04. February. 2012 um 18:31 Uhr
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Wer Geburtstag hat, bekommt üblicherweise Geschenke. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) beschenken seit diesem Jahr ihre Besucher an deren jeweiligem Geburtstag mit freiem Eintritt. „Geburtstagskinder“ jeden Alters legen an der Kasse ihren Personalausweis vor und erhalten an dem Tag freien Eintritt in alle Museen der SKD an den Standorten Dresden, Leipzig und Herrnhut. Diese Regelung gilt auch für das Historische Grüne Gewölbe und sämtliche Sonderausstellungen.
Immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein, heißt auch, zu wissen, woran die Forscher arbeiten. Mit dem Start des Dresden Science Calendar werden alle wissenschaftlichen Veranstaltungen im Raum Dresden auf einen Blick zugänglich gemacht. Im Rahmen des Wissenschaftsnetzwerkes DRESDEN-concept und in Kooperation mit der Stadt und der Sandstein Neue Medien GmbH ist eine für den Informationsaustausch über wissenschaftliche Veranstaltungen maßgeschneiderte Internetplattform entstanden. Jeder, einschließlich der wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit, kann alle Ankündigungen nach verschiedenen Kriterien gefiltert abrufen. Die Internetplattform bietet auch Schnittstellen an, um relevante Vorträge zu einmal ausgewählten Suchkriterien und persönlichen Interessen automatisch vorzusortieren und regelmäßig strukturierte Benachrichtigungen per RSS-feed, iCal-Kalenderabonnement oder über andere Datenkanäle zu erhalten. Der Dresden Science Calendar ergänzt damit die bestehenden Ankündigungssysteme der einzelnen Institute, aus welchen die Informationen automatisch synchronisiert werden. www. wissenschaft.dresden.de/calendar
Kurz und knapp stellt sich Dresden im Stadt-Atlas vor. Er enthält Straßen- und Wegekarten und Informationen zum öffentlichen Nahverkehr. Er gibt Auskunft, wo sich öffentliche und kulturelle Einrichtungen, Fußgängerzonen, öffentliche Toiletten, Einbahnstraßen, Parkplätze und Taxi-Standorte befinden. Darüber hinaus empfiehlt der Stadt-Atlas mit Text, Karte und 3D-Ansicht einen Stadtrundgang durch die Altstadt und die Neustadt von Dresden. Ein weiterer Teil des Stadt-Atlasses befasst sich mit 20 Jahren Kommunalentwicklung. Daten, Karten und Statistiken beschreiben die Entwicklung, zum Beispiel von Wohnungsbau, Verkehrsprojekten, Natur- und Denkmalschutz. Alte und neue Luftbilder werden gegenübergestellt. Die Broschüre im A4-Format umfasst 98 Seiten und kostet 5,35 Euro. Sie ist erhältlich in ausgewählten Buchhandlungen und im Kundenservice des Städtischen Vermessungsamtes, World Trade Center, Ammonstraße 74, 2. OG, Zimmer 2852, Telefon 4 88 41 38 oder 4 88 41 16, Fax 4 88 39 64, E-Mail vermessungsamt-ks@dresden.de. Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr. www.dresden.de/online-shop.
Die sächsische Justiz versteigert beschlagnahmte oder gepfändete Gegenstände auch via Internet. Sachsens Justizminister Martens (FDP) verspricht sich dadurch „bessere Verkaufschancen und höhere Erlöse im Interesse von Gläubigern und Schuldnern“. Sachsen nutzt zusammen mit anderen Bundesländern eine extra dafür eingerichtete Internetplattform, die rund um die Uhr von Interessenten zu erreichen ist, unter www.justiz-auktion.de
Im Naturschutzgebiet Sächsische Schweiz dürfen Klettersportler die Felsen erklimmen. Der Landtag passte dafür das Landesumweltrecht an das neue Bundesrecht unter Beibehaltung landesrechtlicher Regelungen an. „So wäre es zum Beispiel nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, in der Sächsischen Schweiz Klettersport zu betreiben“, so Umweltminister Frank Kupfer (CDU). „Das Felsklettern in der Sächsischen Schweiz hat eine lange Tradition. Die Sportverbände arbeiten aktiv im Naturschutz mit und betreiben ihren Sport sehr verantwortungsvoll“, erklärt der Minister, weshalb Sachsen mit der Gesetzesanpassung das Verbot umging.
Mit Kompass und Karte unterwegs zu sein, ist die gewohnte Art, Sachsen wandernd zu entdecken. Doch die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS) hält für alle Rucksack-Touristen auch Online-Wanderpläne für die sechs beliebtesten Wanderrouten bereit: den Sächsischen Weinwanderweg, den Malerweg, Oberlausitzer Bergweg, Vogtland Panorama Weg, für die Kammtour Erzgebirge-Vogtland und den Muldentalwanderweg. Alle wichtigen Details vom Streckenverlauf über Schwierigkeitsgrad bis hin zu Rastplätzen und Entfernungen sowie die gps-Daten sind auf den Wanderseiten zu finden. Wofür die TMGS mit dem Freizeit- und Tourismusportal AlpRegio kooperiert. www.sachsen-tourismus.de
Die Stadt Dresden bietet ein interaktives Internetportal zur kulturellen Bildung an: Kinder, Jugendliche und Erwachsene, aber auch Familien und Schulklassen können auf dem Portal nach geeigneten Kursen und Veranstaltungen suchen. Kultureinrichtungen können ihre Angebote selbstständig einpflegen und aktualisieren. Das Portal beruht auf einer Kooperation zwischen dem Kulturamt und der Medien Verlags GmbH. Es wird aus Fördermitteln des Sächsischen Wissenschaftsministeriums und der Stadt finanziert. www.dresdner-kulturelle-bildung.de
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