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Mit Dresden verbindet Fred Alexander Rubin den Geschmack von Schokolade im Haus der Großmutter am Stresemannplatz. Der 83-Jährige erinnert sich an sieben Jahre unbeschwerte Kindheit in der Stadt. Vater Josef besaß in Dresden eine Zigarettenfabrik. Belieferte die feine Gesellschaft mit den Marken „Türkisch Nr. 5“ und „Schloss Balmoral“. Doch der Aufruf der Nazis zum Boykott jüdischer Produzenten und Händler vom April 1933 warf schon ein Jahr zuvor seine Schatten in Dresden voraus. Vergeblich versuchte der jüdische Zigarettenfabrikant in Berlin weiter zu produzieren. 1936 verließ er mit seiner Familie Nazideutschland Richtung Brasilien. Insofern verbindet Fred Alexander Rubin mit Dresden auch Vertreibung. Nach 76 Jahren kehrt er in seine Geburtsstadt zurück. Fred Alexander Rubin gehört zu den 12 ehemaligen Dresdner Juden, die auf Einladung der Oberbürgermeisterin in dieser Woche ihre alte Heimatstadt besuchen.
Helma Orosz (CDU) empfing die Gruppe im Rathaus, ganz volksverbunden zunächst in ihrem Büro. „Noch ohne Amtskette“, wie sie betonte, weil ein Dresdner gegen ihre Wahl Klage erhob. Die hochbetagten Gäste aus Israel, Bolivien, Brasilien, Schweden und Deutschland gratulierten trotzdem zur Amtsübernahme. Immerhin ist Helma Orosz die erste Oberbürgermeisterin Dresdens. Selbst im Zwiespalt der Gefühle erfüllt das mit Stolz. „Endlich sind wir Frauen hochgekommen“, kommentiert Miriam Liptscher aus Israel die politischen Veränderungen in der Stadt. Von der aktuellen Politik wechselte das Gespräch schließlich in der Vorstellungsrunde zu den leidvollen Erinnerungen, verursacht durch eine Politik des Terrors, der Ausgrenzung und Vernichtung von 1931 bis 1945 in Deutschland.
Miriam Liptscher, 1922 nicht in Dresden, sondern in Krakau geboren, machte sich mit ihrer Nichte Ruth von Israel auf den Weg, um in Dresden nach Spuren der Familie ihres Mannes und ihres Schwagers zu suchen. Eigentlich wollte sie nie wieder nach Deutschland zurück. „Ich habe die Hölle durchlebt“, deutet sie ihr schweres Schicksal an. Die Nazis deportierten sie mit 20 Jahren ins Konzentrationslager Ausschwitz. Schickten sie mit der Auflösung des KZ im Winter 1945 auf den Todesmarsch. Wen die Füße nicht mehr trugen wurde erschossen. Im Lager Bergen-Belzen kämpfte Miriam Liptscher weiter ums nackte Leben. Sie und ihr Mann Rudi, der sechs Jahre im Konzentrationslager Buchenwald war, erlebten den Sieg über Nazi-Deutschland als Befreiung. Miriam Wagman aus Krakau mit der Lagernummer 7428, die heute noch auf ihrem Arm zu sehen ist, und Rudi Liptscher aus Dresden lernten sich in Göringshof bei Fulda kennen, reisten gemeinsam nach Palästina aus und begannen ein neues Leben. Doch Rudi Liptscher starb bereits 1966. Seine Frau Miriam kehrt für ihn nach Dresden zurück.
Auch die diesjährigen Gäste besuchen den jüdischen Friedhof an der Fiedlerstraße und die Neue Synagoge. „Den Platz, wo die alte stand, habe ich wieder erkannt“, erzählte der 1931 in Dresden geboreneWolfgang Apt nach dem Stadtrundgang. An den Tag, als die alte Synagoge brannte, kann er sich noch genau erinnern. „Da holte mein Vater die Pässe zur Ausreise ab.“ Der Familie glückte die Flucht über Polen, Frankreich und Chile nach Bolivien. Wolfgang Apt spricht von einem „speziellen Gefühl“ nach 77 Jahren erstmals wieder in Dresden zu sein. „Es ist zwiespältig“, meint Fred Alexander Rubin. Neben den glücklichen Kindertagen werden Angst und Schrecken wieder wach.
Trotzdem wird Henny Kuperberg aus Israel Schülern der 12. Klasse des Gymnasiums Dresden-Plauen aus ihrem Leben erzählen. Henny Kuperberg, die 1934 in der Klinik in der Pfotenhauer Straße zur Welt kam, hat an Dresden keine Erinnerungen mehr, weil sie gerade mal drei Jahre alt war, als ihre Eltern vor den Nazis nach Amsterdam flüchteten. „Doch meine Eltern und Verwandten wurden alle in die Vernichtungslager deportiert.“ Henny Kuperberg überlebte in Holland bei einer Familie auf dem Lande und reiste nach dem Krieg nach Israel aus. In Vorbereitung ihres Besuches in Dresden erfuhr sie, dass die Familie ihres Vaters ein Uhren- und Goldwarengeschäft auf der Wilsdruffer Straße hatte.
Seit 1994 lädt die Stadt ehemalige Dresdner Juden in ihre alte Heimatstadt ein. Eine Dampferfahrt nach Pillnitz, ein Ausflug in die Sächsische Schweiz und ein Abend in der Semperoper gehören zum Programm. Doch eine Woche Dresden kann nicht mehr als eine kleine Geste der Versöhnung sein. Dass sich die Stadt mit diesen Einladungen an ihre einstigen jüdischen Mitbürger erinnert, zählt vor allem.
Wer in Sachsen eine Anzeige erstatten will, kann sich jetzt den Gang aufs nächste Revier sparen und stattdessen die Online-Wache der Polizei aufrufen. Unter „www.polizei.sachsen.de" können Mann oder Frau Strafanzeigen von zu Hause oder vom Büro aus per Internet erledigen. Für Notfälle gilt weiter der Polizeiruf 110. Die Online-Wache ergänzt die bisherigen Angebote der sächsischen Polizei im Internet, den persönlichen Kontakt zwischen Bürgern und der Polizei soll sie nicht ersetzen.
Sachsens Hochschulen werden 2009 mehr als 100 neue Studienplätze im Bereich der erneuerbaren Energien schaffen, teilt das Wissenschaftsministerium mit. Die TU Chemnitz will im Rahmen des Spitzenclusters „Cool Silicon" einen forschungsbasierten Studiengang Nano-Electronics Systems Engineering als Kooperation zwischen drei Hochschulen des Freistaates aufbauen. Die Spezialisierungen reichen von Energieverfahrenstechnik (TU Bergakademie Freiberg), über nachhaltige Energieversorgungstechnologien (TU Chemnitz) und International Energy Economics and Bussiness Administration (Uni Leipzig) bis zur Lehrveranstaltung zu regenerativen Energien im Studium Generale (TU Dresden). An der Hochschule Zittau/Görlitz stehen Ökologie und Umweltschutz auf dem Lehrplan, die HTW Dresden bietet u.a. Umweltmonitoring an.
Die Dresdner Frauenkirche schließt vom 5. bis 10. Januar. Das Gotteshaus wird gereinigt, beispielsweise werden die Stuck- und Sandsteinprofile vom Staub des zurückliegenden Jahres befreit. Auch der Aufstieg zur Kuppel ist vom 5. bis 7. Januar nicht möglich. Die Aussicht von der Plattform auf den Neumarkt können die Besucher ab 8. Januar wieder von 10 bis 16 Uhr genießen. Zum Gottesdienst mit Taufe am 1. Sonntag nach Epiphanias, am 11. Januar, um 11 Uhr, öffnet die Frauenkirche wieder ihre Türen. Sieben Millionen Menschen besuchten seit der Weihe den berühmten Sakralbau.
Die erste Veranstaltung 2009 im Lingnerschloss, Bautzener Straße 132, findet am 9. Januar um 19:30 Uhr statt. "Mondschaf spielt Vagantenlieder - Balladen, Possen und Verse vom Rand" so der Titel des musikalisch-literarischen Theaters mit Jan Deicke und Matthias Hirth am Piano. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Karten gibt es an der Abendkasse und allen Vorverkaufsstellen in Dresden.
Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ändern zum 1. Januar 2009 die Eintrittspreise. Die Jahreskarte verteuert sich um zehn Euro auf 30 Euro. Damit können die Besucher allerdings zusätzlich zu den Dauerausstellungen auch sämtliche Sonderausstellungen der elf Museen des Verbundes besuchen. Dafür zahlen Junge Leute von sechs bis 18 Jahren ab 2009 nur ein Euro Eintritt, unabhängig davon ob sie mit der Klasse, der Familie oder allein das Museum besuchen. Teurer wird das Kombi-Ticket für die Gemäldegalerie Alte Meister, die Rüstkammer sowie die Skulpturensammlung im Zwinger: Wenn eine Sonderausstellung zu sehen ist, kostet es 10 Euro (ermäßigt 7,50 Euro) mehr.
Freien Eintritt gewähren die Kunstsammlungen zum Weihnachtsfest allen in Sachsen ansässigen Empfängern von Hartz IV und ALG II sowie deren im Bewilligungsbescheid genannten Angehörigen. Sie sind eingeladen vom 22. Dezember bis 8. Februar 2009 beliebig oft die Museen und Sonderausstellungen kostenlos zu besuchen. Alle genannten Regelungen gelten nicht für das Historische Grüne Gewölbe.
Zum 1. Januar 2009 tritt eine Neufassung des Wohngeldgesetzes in Kraft. Damit erhöhen sich nach acht Jahren die Miethöchstbeträge um zehn Prozent und das Wohngeld um acht Prozent. Außerdem werden die Heizkosten in die Berechnung einbezogen. Der Pauschalbetrag richtet sich nach der Zahl der Haushaltsmitglieder. So erhält eine Person 24 Euro und zwei Personen zusammen 31 Euro. Wohngeldbezieher, denen schon bis ins Jahr 2009 Geld bewilligt wurde, brauchen keinen Erhöhungsantrag zu stellen, die Neuberechnung erfolgt automatisch. Einige Arbeitslosengeld-II-Empfänger werden durch das höhere Wohngeld und/oder den Kinderzuschlag ab 1. Januar keinen Anspruch mehr auf finanzielle Hilfe haben, allerdings erst, wenn beides neuberechnet ist, betont die ARGE Dresden. Kontakt: Wohngeldstelle, Junghansstraße 2, Sprechzeit: Dienstag und Donnerstag 8 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr. Das Innenministerium hält eine Informationsbroschüre bereit. Sie ist in den Wohngeldstellen kostenlos erhältlich und außerdem im Internet abrufbar. www.bauen-wohnen.sachsen.de
TechniSat will in Dresden seine Entwicklungskapazitäten für neue digitale Produkte der Unterhaltungselektronik, wie LCD-Fernseher, Autoradios und Navigationssysteme, ausbauen. Zu der bereits mehr als 200 Ingenieure umfassenden Entwicklungsmannschaft sollen weitere 100 Entwickler und Ingenieure hinzukommen. Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) freut sich über das „positive Signal in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.“ 1990 hatte das Unternehmen mit Hauptsitz in Daun/Vulkaneifel das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Dresden mit 23 Entwicklern eröffnet und seitdem regelmäßig erweitert. http://www.technisat.de
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