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Dresdner Gemäldegalerie entdeckt Nazi-Kunstraub

22. April. 2009
22.April 2009
Carl Christian Vogel von Vogelstein malte 1816 das Bild „Junge Dame mit Zeichengerät", das 1940 legal nach Dresden kam, zuvor allerdings von den Nazis seinen jüdischen Besitzern geraubt worden war. Foto: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Galerie Neue Meister

Vogelsteins „Junge Dame" Foto: SKD/Neue Meister

Eine junge Dame, ganz in Rot gekleidet, mit Zeichenblock und Stift in der Hand, blickt den Betrachter direkt an. Sie sitzt in einem Altan, dessen Rundbögen den Blick auf den Golf von Neapel freigeben. Dieses eindrucksvolle kleine Gemälde schmückt seit 1987 den Umschlag des bis heute gültigen Katalogs der Galerie Neue Meister. Jetzt entdeckten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, dass dieses langjährige Haushängeschild ihres Bestandes ein von den Nationalsozialisten geraubtes Kunstwerk ist.

1940 hatte Hans Posse, Direktor der Dresdner Gemäldegalerie, dieses Bild bei der Münchner Kunsthandlung Julius Böhler für 4500 Reichsmark für das Museum erworben. Die Beschriftung auf der Gemälderückseite dokumentiert „Vogel C Roma 1816“. Das heißt: der Maler Carl Christian Vogel von Vogelstein, 1788 im Erzgebirge als Sohn des Dresdner Akademieprofessors Christian Leberecht Vogel geboren, malte das Porträt 1816 während einer ausgedehnten Italienreise in Rom.

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Doch das Jahr 1940 macht die Provenienzforscher der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden stutzig. Denn das Forschungsprojekt „Daphne“, mit dem seit Mitte 2008 der gesamte Gemäldebestand elektronisch in einer Datenbank erfasst und inventarisiert wird, ermöglicht bei einer fragwürdigen Herkunft im World Wide Web zu recherchieren. „Eine der Prämissen im Rahmen des Projektes ist es, bei Zugängen seit 1933 nachzuprüfen, ob es sich um Kunstwerke handelt, die ihren jüdischen Eigentümern entzogen oder geraubt worden sind“, erklärt Stephan Adam, Pressesprecher der SKD.

Die Galerie Böhler hatte das Porträt Ende 1938 von der Wiener Kunsthändlerin Gussenbauer erworben, zusammen mit einer Handvoll von Gemälden. Bei der weiteren Recherche unterstützten das Bundesdenkmalamt Wien, das Bayerische Wirtschaftsarchiv und private Forscher, u.a. der Spezialist für das Oeuvre Vogel von Vogelsteins, Gerd-Helge Vogel. Dabei stellte sich heraus, dass sich das Gemälde aller Wahrscheinlichkeit nach bis Mitte 1938 noch im Eigentum der Wiener jüdischen Schwestern Malvine, Jenny und Bertha Rosauer befand. Die Familie Rosauer hatte nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich ihre Wohnung verlassen und sich von ihrer Einrichtung trennen müssen. Bertha Rosauer und vermutlich auch ihre Schwestern wurden im September 1942 ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert.

Ein Schätzgutachten der Sammlung der Familie Rosauer listet auch ein Porträt Vogel von Vogelsteins auf, dessen Beschreibung deutlich auf das Gemälde im heutigen Besitz der Dresdner Galerie Neue Meister verweist. Für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden liegt also der Verdacht nahe, dass dieses – scheinbar ganz legal erworbene – Gemälde der jüdischen Familie von den Nazis geraubt worden ist. Die Staatlichen Kunstsammlungen suchen derzeit mit Hilfe von Institutionen nach den Erben, um sich im Sinne der „Washingtoner Erklärung“ um eine faire und gerechte Lösung zu bemühen. Die könnte in einer Entschädigung bestehen, damit das Bild in Dresden bleibt.

Daphne, so heißt eine Göttertochter aus der griechischen Sagenwelt. Unter ihrem Namen entwickelten die Robotron Datenbank-Software GmbH Dresden und die Staatlichen Kunstsammlungen ein Museumsmanagement-System, mit dem die 1,2 Millionen Kunstwerke in den elf Museen der Kunstsammlungen nach Herkunft, Inventarisierung und Vermögenswert  elektronisch erfasst werden. Der Freistaat finanziert den Aufbau bis 2018 mit 15,5 Millionen Euro. Mit dem Geld werden 65 zeitweilige Stellen bezahlt. Die Projektentwickler sprechen von einem „bundesweit einzigartigen Museumsmanagement-System“. Wie auch immer. Der erste Fahndungserfolg von „Daphne“ liegt nun vor.

(Sieglinde Werner)

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Zum Geburtstag freier Eintritt in die Kunstsammlungen

Wer Geburtstag hat, bekommt üblicherweise Geschenke. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) beschenken seit diesem Jahr ihre Besucher an deren jeweiligem Geburtstag mit freiem Eintritt. „Geburtstagskinder“ jeden Alters legen an der Kasse ihren Personalausweis vor und erhalten an dem Tag freien Eintritt in alle Museen der SKD an den Standorten Dresden, Leipzig und Herrnhut. Diese Regelung gilt auch für das Historische Grüne Gewölbe und sämtliche Sonderausstellungen.

Online-Kalender der Dresdner Wissenschaft

Immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein, heißt auch, zu wissen, woran die Forscher arbeiten. Mit dem Start des Dresden Science Calendar werden alle wissenschaftlichen Veranstaltungen im Raum Dresden auf einen Blick zugänglich gemacht. Im Rahmen des Wissenschaftsnetzwerkes DRESDEN-concept und in Kooperation mit der Stadt  und der Sandstein Neue Medien GmbH ist eine für den Informationsaustausch über wissenschaftliche Veranstaltungen maßgeschneiderte Internetplattform entstanden. Jeder, einschließlich der wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit, kann alle Ankündigungen nach verschiedenen Kriterien gefiltert abrufen. Die Internetplattform bietet auch Schnittstellen an, um relevante Vorträge zu einmal ausgewählten Suchkriterien und persönlichen Interessen automatisch vorzusortieren und regelmäßig strukturierte Benachrichtigungen per RSS-feed, iCal-Kalenderabonnement oder über andere Datenkanäle zu erhalten. Der Dresden Science Calendar ergänzt damit die bestehenden Ankündigungssysteme der einzelnen Institute, aus welchen die Informationen automatisch synchronisiert werden. www. wissenschaft.dresden.de/calendar

Dresdner Stadt-Atlas

Kurz und knapp stellt sich Dresden im Stadt-Atlas vor. Er enthält Straßen- und Wegekarten und Informationen zum öffentlichen Nahverkehr. Er gibt Auskunft, wo sich öffentliche und kulturelle Einrichtungen, Fußgängerzonen, öffentliche Toiletten, Einbahnstraßen, Parkplätze und Taxi-Standorte befinden. Darüber hinaus empfiehlt der Stadt-Atlas mit Text, Karte und 3D-Ansicht einen Stadtrundgang durch die Altstadt und die Neustadt von Dresden. Ein weiterer Teil des Stadt-Atlasses befasst sich mit 20 Jahren Kommunalentwicklung. Daten, Karten und Statistiken beschreiben die Entwicklung, zum Beispiel von Wohnungsbau, Verkehrsprojekten, Natur- und Denkmalschutz. Alte und neue Luftbilder werden gegenübergestellt. Die Broschüre im A4-Format umfasst 98 Seiten und kostet 5,35 Euro. Sie ist erhältlich in ausgewählten Buchhandlungen und im Kundenservice des Städtischen Vermessungsamtes, World Trade Center, Ammonstraße 74, 2. OG, Zimmer 2852, Telefon 4 88 41 38 oder 4 88 41 16, Fax 4 88 39 64, E-Mail vermessungsamt-ks@dresden.de. Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr.  www.dresden.de/online-shop.

Justiz-Auktion im Internet

Die sächsische Justiz versteigert beschlagnahmte oder gepfändete Gegenstände auch via Internet. Sachsens Justizminister Martens (FDP) verspricht sich dadurch „bessere Verkaufschancen und höhere Erlöse im Interesse von Gläubigern und Schuldnern“. Sachsen nutzt zusammen mit anderen Bundesländern eine extra dafür eingerichtete Internetplattform, die rund um die Uhr von Interessenten zu erreichen ist, unter www.justiz-auktion.de

 

Klettern in der Sächsischen Schweiz weiter erlaubt

Im Naturschutzgebiet Sächsische Schweiz dürfen Klettersportler die Felsen erklimmen. Der Landtag passte dafür das Landesumweltrecht an das neue Bundesrecht unter Beibehaltung landesrechtlicher Regelungen an. „So wäre es zum Beispiel nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, in der Sächsischen Schweiz Klettersport zu betreiben“, so Umweltminister Frank Kupfer (CDU). „Das Felsklettern in der Sächsischen Schweiz hat eine lange Tradition. Die Sportverbände arbeiten aktiv im Naturschutz mit und betreiben ihren Sport sehr verantwortungsvoll“, erklärt der Minister, weshalb Sachsen mit der Gesetzesanpassung das Verbot umging.

Online-Wanderpläne für Sachsen

Mit Kompass und Karte unterwegs zu sein, ist die gewohnte Art, Sachsen wandernd zu entdecken. Doch die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS) hält für alle Rucksack-Touristen auch Online-Wanderpläne für die sechs beliebtesten Wanderrouten bereit: den Sächsischen Weinwanderweg, den Malerweg, Oberlausitzer Bergweg, Vogtland Panorama Weg, für die Kammtour Erzgebirge-Vogtland und den Muldentalwanderweg. Alle wichtigen Details vom Streckenverlauf über Schwierigkeitsgrad bis hin zu Rastplätzen und Entfernungen sowie die gps-Daten sind auf den Wanderseiten zu finden. Wofür die TMGS mit dem Freizeit- und Tourismusportal AlpRegio kooperiert.  www.sachsen-tourismus.de

Internetportal zur kulturellen Bildung

Die Stadt Dresden bietet ein interaktives Internetportal zur kulturellen Bildung an: Kinder, Jugendliche und Erwachsene, aber auch Familien und Schulklassen können auf dem Portal nach geeigneten Kursen und Veranstaltungen suchen. Kultureinrichtungen können ihre Angebote selbstständig einpflegen und aktualisieren. Das Portal beruht auf einer Kooperation zwischen dem Kulturamt und der Medien Verlags GmbH. Es wird aus Fördermitteln des Sächsischen Wissenschaftsministeriums und der Stadt finanziert. www.dresdner-kulturelle-bildung.de

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