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Kultur

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Der neue Chef in den Kunstsammlungen

06. January. 2012
06.January 2012
Der Kunsthistoriker Hartwig Fischer, bisher Chef des Museums Folkwang in Essen, ist neuer Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Hartwig Fischer in Dresden Foto: Holland

Die Haltung des Mannes wirkt etwas steif. Bei einem Hanseaten wohl nicht anders zu erwarten. Allerdings verrät die Miene den Moment höchsten Glücks beim Fototermin vor Raffaels „Sixtinischer Madonna“, dem Lieblingsbild der Sachsen: Hartwig Fischer, seit 2006 Direktor des Folkwang Museums Essen, stellt sich als neuer Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden vor. Später fasst er seine Empfindung vor dem Glanzstück der Gemäldegalerie in Worte: Die Berufung nennt er „eine ganz große Ehre“. Ende April, Anfang Mai nimmt der Neue auf dem Generaldirektorenstuhl in Dresden Platz.

 Der 49-Jährige gebürtige Hamburger folgt auf den Schwaben Martin Roth, der seit September 2011 das Londoner Victoria & Albert Museum leitet. Nach dem Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Archäologie in Bonn, Paris, Rom und Berlin hatte Fischer seine Laufbahn am Kunstmuseum in Bonn begonnen. Mehrere Jahre arbeitete er in der Schweiz, unter anderem als Konservator am Kunstmuseum Basel. Die Malerei des 19. Jahrhunderts und der Klassischen Moderne gehören zu seinen Spezialgebieten.  Sachsens Kunstministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) beschreibt den promovierten Kunsthistoriker als „eine überaus versierte, kompetente und engagierte Persönlichkeit“. Hartwig Fischer war von einer unabhängigen Findungskommission unter dem Vorsitz des Generalsekretärs der Volkswagenstiftung, Wilhelm Krull, für das Amt vorgeschlagen worden.

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Selbst frühe  Beziehungen zu Dresden kann Fischer vorweisen. Er sei schon als Kind in der Stadt gewesen. „Später recherchierte ich für meine Dissertation in den Kunstsammlungen und habe mich über diese Arbeit mit der Kunstgeschichte Sachsens befasst“, so Hartwig Fischer. 1994 promovierte er an der Universität Bonn über den Dresdner Maler Hermann Prell (1854-1922). Prell war Bildhauer, Historien- und Monumentalmaler sowie Professor an der Dresdner Kunstakademie gewesen. Kunstministerin Schorlemer ist überzeugt, Hartwig Fischer sei „der richtige Mann“, die Schätze der Staatlichen Kunstsammlungen zu bewahren. Er bringe „sowohl wissenschaftliche und kunsthistorische Erfahrungen als auch Managementfähigkeiten mit“.

Schon in Essen ging für Fischer ein Traum in Erfüllung. In seiner Amtszeit stieg das Museum Folkwang  - vor dem zweiten Weltkrieg als „schönstes Museum der Welt“ gefeiert - zu neuem Glanz auf. Der marode Bau aus den 1980er Jahren wurde abgerissen und durch einen von der Krupp-Stiftung finanzierten Neubau ersetzt, den der britische Star-Architekt David Chipperfield entwarf. Und zur Eröffnung kehrten einige Bilder in das Museum heim, dessen spektakuläre Sammlung moderner Kunst die Nazis 1937 zerschlagen hatten.  Als „dekadent“ abgestempelt hatten sie über 1400 Gemälde, Skulpturen und Grafiken verscherbelt: Bilder der „feindlichen Franzosen“ Cézanne, Matisse und Monet. Die Werke deutscher Expressionisten wie Kirchner, Nolde und Heckel galten als undeutsch und „entartet“. Fischer holte zur Eröffnungsausstellung mit finanzieller Unterstützung von Eon Ruhrgas u.a. einen Chagall aus Philadelphia, einen Kandinsky aus New York und einen Franz Marc aus Boston zurück.

Hartwig Fischer gibt sich bescheiden, wenn er bei seiner Vorstellung in Dresden erzählt, dass er von Essen aus eifersüchtig und voller Bewunderung auf Dresden und die Entwicklung der Sammlungen geschaut habe, insbesondere auf die Kooperation mit großen internationalen Museen. An der „internationalen Vernetzung“, insbesondere der Forschung, wolle er weiterarbeiten. Fischer meint, dass die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden dazu berufen seien Nationales Kompetenzzentrum für Provenienzforschung zu werden. Seit 2008 spüren die Kunstsammlungen mit ihrer Museumsdatenbank „Daphne“ die Herkunft ihrer 1,6 Millionen Kunstwerke in den zwölf zum Verbund gehörenden Museen auf. Dieses Projekt ist in der Tat einzigartig und beispielgebend in Deutschland.  

Für den neuen General sind Museen Orte der Humanität, der Gastfreundschaft und der Expedition. Museen könnten bei der „Entwicklung der globalen Bürgergesellschaft eine starke Rolle spielen“. Für das Völkerkundemuseum, das seit seinem Auszug aus dem Japanischen Palais an Ausstrahlung verlor, deutete er an, dass die Sammlung als kulturelles Gedächtnis vieler Völker von Kunstfreunden aus aller Welt neu entdeckt werden könnte. Man spürt, dem neuen Mann an der Spitze der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden geht es um Inhalte und weniger um die Performance vor einem großen Bild.  

(Brigitte Holland)

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Neue Direktfluglinie Dresden – Hamburg

Hamburg und Dresden  rücken enger zusammen, dank einer neuen Direktfluglinie. Die Bremer Regionalfluggesellschaft OLT Express Germany bedient die Strecke mit täglichen Flügen. Montag und Freitag heben die 50sitzigen Propellermaschinen vom Typ Saab 2000 sogar dreimal in Dresden und Hamburg  ab. Die Flugzeit beträgt 60 Minuten. Obwohl Dresden und Hamburg bereits seit über 20 Jahren Partnerstädte sind, waren sie bisher nicht im Direktflug erreichbar. Als Eröffnungsangebot ist der Hin- und Rückflug 199 Euro pro Person buchbar. www.oltexpress.de

Heiraten im Kulturrathaus

Brautpaare, die gern im Dresdner Barockviertel heiraten möchten, können sich ab Juni im Kulturrathaus, Königstraße 15, das Ja-Wort geben. Ihnen steht für die Eheschließung der Fritz-Löffler-Saal mit seiner historischen Holzbalkendecke zur Verfügung. Er bietet bis zu 144 Gästen Platz und verfügt über eine wunderbare Akustik. Für die musikalische Umrahmung kann der vorhandene Flügel genutzt werden. Von Mai bis Oktober immer samstags von 9 bis 13 Uhr können künftig im Kulturrathaus Ehen geschlossen werden. Die Termine vergibt das Standesamt Dresden, Goetheallee 55.  www.dresden.de/heiraten

Zum Geburtstag freier Eintritt in die Kunstsammlungen

Wer Geburtstag hat, bekommt üblicherweise Geschenke. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) beschenken seit diesem Jahr ihre Besucher an deren jeweiligem Geburtstag mit freiem Eintritt. „Geburtstagskinder“ jeden Alters legen an der Kasse ihren Personalausweis vor und erhalten an dem Tag freien Eintritt in alle Museen der SKD an den Standorten Dresden, Leipzig und Herrnhut. Diese Regelung gilt auch für das Historische Grüne Gewölbe und sämtliche Sonderausstellungen.

Online-Kalender der Dresdner Wissenschaft

Immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein, heißt auch, zu wissen, woran die Forscher arbeiten. Mit dem Start des Dresden Science Calendar werden alle wissenschaftlichen Veranstaltungen im Raum Dresden auf einen Blick zugänglich gemacht. Im Rahmen des Wissenschaftsnetzwerkes DRESDEN-concept und in Kooperation mit der Stadt  und der Sandstein Neue Medien GmbH ist eine für den Informationsaustausch über wissenschaftliche Veranstaltungen maßgeschneiderte Internetplattform entstanden. Jeder, einschließlich der wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit, kann alle Ankündigungen nach verschiedenen Kriterien gefiltert abrufen. Die Internetplattform bietet auch Schnittstellen an, um relevante Vorträge zu einmal ausgewählten Suchkriterien und persönlichen Interessen automatisch vorzusortieren und regelmäßig strukturierte Benachrichtigungen per RSS-feed, iCal-Kalenderabonnement oder über andere Datenkanäle zu erhalten. Der Dresden Science Calendar ergänzt damit die bestehenden Ankündigungssysteme der einzelnen Institute, aus welchen die Informationen automatisch synchronisiert werden. www. wissenschaft.dresden.de/calendar

Dresdner Stadt-Atlas

Kurz und knapp stellt sich Dresden im Stadt-Atlas vor. Er enthält Straßen- und Wegekarten und Informationen zum öffentlichen Nahverkehr. Er gibt Auskunft, wo sich öffentliche und kulturelle Einrichtungen, Fußgängerzonen, öffentliche Toiletten, Einbahnstraßen, Parkplätze und Taxi-Standorte befinden. Darüber hinaus empfiehlt der Stadt-Atlas mit Text, Karte und 3D-Ansicht einen Stadtrundgang durch die Altstadt und die Neustadt von Dresden. Ein weiterer Teil des Stadt-Atlasses befasst sich mit 20 Jahren Kommunalentwicklung. Daten, Karten und Statistiken beschreiben die Entwicklung, zum Beispiel von Wohnungsbau, Verkehrsprojekten, Natur- und Denkmalschutz. Alte und neue Luftbilder werden gegenübergestellt. Die Broschüre im A4-Format umfasst 98 Seiten und kostet 5,35 Euro. Sie ist erhältlich in ausgewählten Buchhandlungen und im Kundenservice des Städtischen Vermessungsamtes, World Trade Center, Ammonstraße 74, 2. OG, Zimmer 2852, Telefon 4 88 41 38 oder 4 88 41 16, Fax 4 88 39 64, E-Mail vermessungsamt-ks@dresden.de. Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr.  www.dresden.de/online-shop.

Justiz-Auktion im Internet

Die sächsische Justiz versteigert beschlagnahmte oder gepfändete Gegenstände auch via Internet. Sachsens Justizminister Martens (FDP) verspricht sich dadurch „bessere Verkaufschancen und höhere Erlöse im Interesse von Gläubigern und Schuldnern“. Sachsen nutzt zusammen mit anderen Bundesländern eine extra dafür eingerichtete Internetplattform, die rund um die Uhr von Interessenten zu erreichen ist, unter www.justiz-auktion.de

 

Klettern in der Sächsischen Schweiz weiter erlaubt

Im Naturschutzgebiet Sächsische Schweiz dürfen Klettersportler die Felsen erklimmen. Der Landtag passte dafür das Landesumweltrecht an das neue Bundesrecht unter Beibehaltung landesrechtlicher Regelungen an. „So wäre es zum Beispiel nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, in der Sächsischen Schweiz Klettersport zu betreiben“, so Umweltminister Frank Kupfer (CDU). „Das Felsklettern in der Sächsischen Schweiz hat eine lange Tradition. Die Sportverbände arbeiten aktiv im Naturschutz mit und betreiben ihren Sport sehr verantwortungsvoll“, erklärt der Minister, weshalb Sachsen mit der Gesetzesanpassung das Verbot umging.

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