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Die Dresdner haben ein Bürgerschloss. Es ist das mittlere der drei hoch oben auf dem Elbhang. Karl August Lingner, der mit der Produktion von Mundwasser viel Geld verdiente, hatte es schon 1916 der Stadt vererbt. Diese verpachtete es 2003 an einen Verein, der das spätklassizistische Bauwerk seitdem mit Bürgergeld saniert. Wieder ist eine Hürde genommen: Im sanierten Ostflügel öffnete ein Café mit dem wohl schönsten Blick über Dresden.
„Damit erfüllen wird das Vermächtnis von Lingner mehr als 90 Jahre nach seinem Tod“, sagt Peter Lenk, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins. Der Odol-Fabrikant hatte in seinem Testament bestimmt, dass im Schloss „tunlichst ein Restaurant oder Café mit billigen Preisen einzurichten“ sei. Er wünsche „kein Etablissement nur für reiche Leute erstehen zu sehen“. Die gesamte Bevölkerung solle die Möglichkeit erhalten, „mit einer Ausgabe von 20-30 Pf. die Schönheiten dieser herrlichen in Europa einzigartigen Lage zu genießen.“ Ein intelligenter Wirt könnte hier viele Tausende von Menschen an Sonn- und Feiertagen glücklich machen.
Oliver Schlupp und Michael Grabowski, die der Förderverein als Betreiber des neuen Restaurants mit 80 Plätzen im Inneren sowie 450 im Biergarten gewann, stellen sich den Erwartungen des einstigen Schlossherrn. Wenngleich die Geschichte Lingners Preisvorstellungen längst über Bord warf, gehen die Gastronomen kreativ damit um. So wird ein Abendessen für zwei Personen vom Buffet für 19,16 Euro angeboten. Dummerweise assoziiert der Verweis auf Lingners Todesjahr 1916 einen verspäteten Leichenschmaus. Das Geburtsjahr 1861 wäre als kalkulatorische Größe wohl besser gewesen.
Weil die Küche am 1. Mai noch nicht voll funktionsfähig ist, gibt es im neuen Restaurant vorerst nachmittags nur Kaffee und Kuchen und bis Pfingsten nur Abendessen vom Buffet. Doch die schon via Internet einsehbare Karte kitzelt den Gaumen und erfreut ganz im Sinne von Lingner den Geldbeutel. Eine kleine Portion Schweinegulasch mit grünen Nudeln kostet 6,50 Euro oder eine mit Kräutern gefüllte Bachforelle mit Kartoffeln 11,50 Euro. Geöffnet haben die „Lingner-Terrassen“ im Ostflügel von 11 bis 23 Uhr.
Im Frühjahr 2007 hatte der Förderverein mit der Sanierung des Ostflügels begonnen. „Der Zustand war sehr schlecht und das Kellergeschoss voller Bauschutt“, erzählt Peter Lenk. Eigentlich wollte er schon im August 2009 die Eröffnung feiern, doch die Finanzierung verzögerte sich. 2,6 Millionen Euro kostete der Bau. Die Mitglieder des Fördervereins trugen 85 Prozent in Form von Spenden und Leistungen zusammen. 15 Prozent gab der Denkmalschutz Fördermittel dazu.
Die Architekten Weise & Treuner öffneten den Ostflügel wieder nach Süden. Eine ganze Front aus Glas lässt Licht in den Raum fluten, der mit edlem Marmor ausgelegt ist. Mit ihrem Sanierungskonzept knüpfen die Architekten an die Entstehungszeit des Schlosses 1850/53 an, wo der Ostflügel ein offener Säulengang war. Lingner hatte ihn zu einer geschlossenen Halle umbauen und mit einem Pavillon als Orangerie erweitern lassen. Mit der Fertigstellung des Ostflügels erhofft sich Peter Lenk einen Impuls für die Spendenbereitschaft. Rund sieben Millionen Euro werden noch gebraucht, um das gesamte Lingnerschloss zu sanieren.
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Wer Geburtstag hat, bekommt üblicherweise Geschenke. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) beschenken seit diesem Jahr ihre Besucher an deren jeweiligem Geburtstag mit freiem Eintritt. „Geburtstagskinder“ jeden Alters legen an der Kasse ihren Personalausweis vor und erhalten an dem Tag freien Eintritt in alle Museen der SKD an den Standorten Dresden, Leipzig und Herrnhut. Diese Regelung gilt auch für das Historische Grüne Gewölbe und sämtliche Sonderausstellungen.
Immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein, heißt auch, zu wissen, woran die Forscher arbeiten. Mit dem Start des Dresden Science Calendar werden alle wissenschaftlichen Veranstaltungen im Raum Dresden auf einen Blick zugänglich gemacht. Im Rahmen des Wissenschaftsnetzwerkes DRESDEN-concept und in Kooperation mit der Stadt und der Sandstein Neue Medien GmbH ist eine für den Informationsaustausch über wissenschaftliche Veranstaltungen maßgeschneiderte Internetplattform entstanden. Jeder, einschließlich der wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit, kann alle Ankündigungen nach verschiedenen Kriterien gefiltert abrufen. Die Internetplattform bietet auch Schnittstellen an, um relevante Vorträge zu einmal ausgewählten Suchkriterien und persönlichen Interessen automatisch vorzusortieren und regelmäßig strukturierte Benachrichtigungen per RSS-feed, iCal-Kalenderabonnement oder über andere Datenkanäle zu erhalten. Der Dresden Science Calendar ergänzt damit die bestehenden Ankündigungssysteme der einzelnen Institute, aus welchen die Informationen automatisch synchronisiert werden. www. wissenschaft.dresden.de/calendar
Kurz und knapp stellt sich Dresden im Stadt-Atlas vor. Er enthält Straßen- und Wegekarten und Informationen zum öffentlichen Nahverkehr. Er gibt Auskunft, wo sich öffentliche und kulturelle Einrichtungen, Fußgängerzonen, öffentliche Toiletten, Einbahnstraßen, Parkplätze und Taxi-Standorte befinden. Darüber hinaus empfiehlt der Stadt-Atlas mit Text, Karte und 3D-Ansicht einen Stadtrundgang durch die Altstadt und die Neustadt von Dresden. Ein weiterer Teil des Stadt-Atlasses befasst sich mit 20 Jahren Kommunalentwicklung. Daten, Karten und Statistiken beschreiben die Entwicklung, zum Beispiel von Wohnungsbau, Verkehrsprojekten, Natur- und Denkmalschutz. Alte und neue Luftbilder werden gegenübergestellt. Die Broschüre im A4-Format umfasst 98 Seiten und kostet 5,35 Euro. Sie ist erhältlich in ausgewählten Buchhandlungen und im Kundenservice des Städtischen Vermessungsamtes, World Trade Center, Ammonstraße 74, 2. OG, Zimmer 2852, Telefon 4 88 41 38 oder 4 88 41 16, Fax 4 88 39 64, E-Mail vermessungsamt-ks@dresden.de. Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr. www.dresden.de/online-shop.
Die sächsische Justiz versteigert beschlagnahmte oder gepfändete Gegenstände auch via Internet. Sachsens Justizminister Martens (FDP) verspricht sich dadurch „bessere Verkaufschancen und höhere Erlöse im Interesse von Gläubigern und Schuldnern“. Sachsen nutzt zusammen mit anderen Bundesländern eine extra dafür eingerichtete Internetplattform, die rund um die Uhr von Interessenten zu erreichen ist, unter www.justiz-auktion.de
Im Naturschutzgebiet Sächsische Schweiz dürfen Klettersportler die Felsen erklimmen. Der Landtag passte dafür das Landesumweltrecht an das neue Bundesrecht unter Beibehaltung landesrechtlicher Regelungen an. „So wäre es zum Beispiel nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, in der Sächsischen Schweiz Klettersport zu betreiben“, so Umweltminister Frank Kupfer (CDU). „Das Felsklettern in der Sächsischen Schweiz hat eine lange Tradition. Die Sportverbände arbeiten aktiv im Naturschutz mit und betreiben ihren Sport sehr verantwortungsvoll“, erklärt der Minister, weshalb Sachsen mit der Gesetzesanpassung das Verbot umging.
Mit Kompass und Karte unterwegs zu sein, ist die gewohnte Art, Sachsen wandernd zu entdecken. Doch die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS) hält für alle Rucksack-Touristen auch Online-Wanderpläne für die sechs beliebtesten Wanderrouten bereit: den Sächsischen Weinwanderweg, den Malerweg, Oberlausitzer Bergweg, Vogtland Panorama Weg, für die Kammtour Erzgebirge-Vogtland und den Muldentalwanderweg. Alle wichtigen Details vom Streckenverlauf über Schwierigkeitsgrad bis hin zu Rastplätzen und Entfernungen sowie die gps-Daten sind auf den Wanderseiten zu finden. Wofür die TMGS mit dem Freizeit- und Tourismusportal AlpRegio kooperiert. www.sachsen-tourismus.de
Die Stadt Dresden bietet ein interaktives Internetportal zur kulturellen Bildung an: Kinder, Jugendliche und Erwachsene, aber auch Familien und Schulklassen können auf dem Portal nach geeigneten Kursen und Veranstaltungen suchen. Kultureinrichtungen können ihre Angebote selbstständig einpflegen und aktualisieren. Das Portal beruht auf einer Kooperation zwischen dem Kulturamt und der Medien Verlags GmbH. Es wird aus Fördermitteln des Sächsischen Wissenschaftsministeriums und der Stadt finanziert. www.dresdner-kulturelle-bildung.de
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