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Ein falscher Totenkopf bemalt wie ein sorbisches Osterei. Ein echter Gartenzwerg im militärischen Tarnanzug. Und eine Heimatstube aus dem Baumarkt, die kippt. Das Sächsische Volkskunstmuseum definiert in einer Sonderausstellung den Begriff Heimat gerade neu. Die heimelig bemalten Bauernmöbel im Erdgeschoss des Jägerhofes sind weggeräumt. Stattdessen zieht ein rosa bemalter Bauzaun in die Sonderausstellung hinein, die auf schwarzen Humor, Witz, Hirnleistung und Spieltrieb setzt. Die Ausstellungsmacher vermitteln nämlich die Erkenntnis, dass Heimat eine Baustelle ist. Holger John, Grafikdesigner, Maler und Konzeptkünstler, fand das Bild für die intellektuelle Sicht auf den Begriff.
Für die Kernaussage, Heimat ist Prozess, ist Arbeit, kreierte er eine Baustelle. Da darf der Besucher in der Umkleidekabine über Trachten von einst und Markenkleidung von heute als äußeres Zugehörigkeitsmerkmal nachdenken, sich in der Materialausgabe ein Stück heimischen Werkstoff abholen, bevor sich der Schlagbaum zum Buddelkasten hebt. Denn dort findet die Prägung auf die Heimat statt, die das Kind zunächst zu Hause nennt. Und so werden die Besucher nach ihren prägenden Kindheitserinnerungen gefragt, die man auf dem Bauzaun niederschreiben darf.
„Heimat, Ort der Kindertage; Heimat, hier fühl ich mich wohl“. Die Anfangszeilen des Gedichtes von Wilfried Hammermüller aus dem Erzgebirge verraten den Heimatfreund. Der Ausspruch von Wolf Biermann „Heimat, das ist auch so ein verhurtes Wort“, deutet auf den Heimathasser. „Wir versuchen über die Ausstellung beide ins Gespräch zu bringen, denn der Begriff wird durch die gesellschaftliche Entwicklung immer wieder neu besetzt“, so Igor Jenzen, Direktor des Museums für Sächsische Volkskunst. Die Assoziationen werden in der Schau neu gemischt.
Braun ist nur das Fell des röhrenden Hirsches am rosa Bauzaun. Und die 77 Sammeltassen und 24000 Goldtaler zum Yin- und Yang-Zeichen angeordnet symbolisieren immer noch die Werte und den Mehrwert dieser Welt. Eine Goldene Brücke verbindet in der Ausstellung die widerstreitenden Elemente. Die ewige Sehnsucht nach Harmonie wird also bedient. Doch Heimat lässt sich nur dort erleben, wo andere sind, sie ist an ein soziales Umfeld gebunden. Insofern animiert die Ausstellung an einer Werkbank zu arbeiten, beim Betreten des Baubüros den Kopf einzuziehen oder mit an einer Stadt zu bauen. Der Architekt Olaf Schubert schuf ein Stadtmodell als Spielwiese. Sollten die Besucher bei der Interaktion in Streit geraten, finden sie passende Worte für ihr Tun hinter sich. Am Bauzaun sind Zettel angepinnt mit Argumenten aus dem aktuellen Brückenstreit und der Diskussion über den Neumarkt und das Gewandhaus.
Heimat, das kann Zuflucht, aber auch Zumutung sein. Sie kann als Chance oder als Hemmnis erscheinen. Um sich über Heimat streiten zu können, braucht es allerdings Menschen, die die Landschaft und die Kulturgüter einer Region bewahren. Das tut seit 100 Jahren der Landesverein Sächsischer Heimatschutz. Das Sächsische Volkskunstmuseum nimmt das Jubiläum zum Anlass Heimat informativ, interaktiv und konstruktiv zu veranschaulichen. Doch eine thematische Baustelle bleibt das Erdgeschoss des Jägerhofes nicht. „Spätestens zu Weihnachten sind die reich bemalten Bauernschränke wieder drin“, erklärte Museumsdirektor Igor Jenzen bereits auf besorgte Nachfragen.
(Die Sonderausstellung, Baustelle Heimat, Museum für Sächsische Volkskunst, Köpckestraße 1, ist noch bis 26. Oktober, täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr zu sehen.)
In Sachsen Hochschulen schrieben sich zum Wintersemester 2008/2009 rund 20400 Studenten ein, rund 450 weniger als im Jahr zuvor. Doch das Wissenschaftsministerium geht davon aus, dass sich die vom Statistischen Landesamt veröffentlichte Zahl durch die verlängerte Einschreibefrist noch erhöhen wird. 2007 begannen 20847 junge Menschen ein Studium, 2006 waren es lediglich 18600. Sachsen hält rund 20000 Studienanfängerplätze vor, um sie zu besetzen wirbt der Freistaat massiv in an den alten Bundesländern um Studenten. www.pack-dein-Studium.de
Das Stadionbauunternehmen HBM will 8,4 Millionen Euro mehr von der Stadt für den Stadionneubau haben. Doch die Forderungen wies Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) jetzt öffentlich zurück. Vor dem Stadtrat erklärte er auf Nachfrage der Grünen, dass mit HBM ein Festpreis in Höhe von 44,6 Millionen Euro vereinbart worden sei. Insofern werde die Stadt auch nicht mehr zahlen. Sollte HBM vor Gericht gehen, habe die Stadt gute Karten in der Hand das Verfahren zu gewinnen. Der Stadionbauer begründet seine Forderung u.a. mit den gestiegenen Rohstoffpreisen und der Verzögerung bei der Vetragsunterzeichnung.
Am 22. November, zwischen 7 und 24 Uhr, wird die Bautzner Straße zwischen Waldschlößchenstraße und Fischhausstraße nur in landwärtiger Richtung befahrbar sein, teilt die Stadt mit. Der stadtwärtige Verkehr wird über Fischhausstraße, Heideparkstraße, Charlottenstraße und Radeberger Straße umgeleitet. Notwendig ist dies, um einen Abwassersammler auszubauen.
Am 24. November, 18 Uhr hält Swen Steinberg einen Vortrag zum Thema „Die letzte öffentliche Hinrichtung einer Frau. Zur Wahrnehmung von Grete Beier (1885–1908)“ im Stadtarchiv, Elisabeth-Boer-Straße 1. Der Eintritt ist kostenfrei. In seinem Vortrag setzt sich der wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promotionsstudent an der TU Dresden kritisch mit der Stellung der Frau im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert am Beispiel von Grete Beier auseinander.
Dresden ist bereits als Austragungsort für die Frauen-Fußball-WM 2011 gesetzt. Jetzt gab das DFB-Präsidium die Spielorte für die Weltmeisterschaft der Nachwuchs-Fußballerinnen bekannt. Die U 20-Frauen-WM wird in vier deutschen Städten stattfinden, darunter Augsburg, Bielefeld und Bochum. Dresden ist mit dabei. Die FIFA hatte beschlossen, künftig im Vorjahr einer Frauenfußball-WM im gleichen Land eine Endrunde der jungen Fußballerinnen zu veranstalten. Im Männerfußball wird dieses Modell seit 2001 mit dem einer WM-Endrunde vorgeschalteten Confed-Cup praktiziert. Die U20-Weltmeisterschaft stellt für die Austragungsorte einen Testlauf für die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr dar. Auch für Dresden und das 2009 fertig gestellte Stadion wird die Durchführung der Weltmeisterschaft der Juniorinnen eine Generalprobe für 2011 sein.
Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat für Dezember 2008 und das Jahr 2009 noch freie Praktikumsplätze im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Praktika richten sich an Studierende und sind für mindestens vier Wochen, höchstens zwei Monate angelegt. Im Verlauf des Praktikums werden die Studierenden von der Recherche über das Erstellen von Pressemeldungen bis hin zur Projektvorbereitung und -begleitung die Arbeit in der Pressestelle des SMWK kennenlernen. Aussagefähige Bewerbungen sind zu senden an: Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst Postfach 10 09 20, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 01079 Dresden oder per Mail an presse@smwk.sachsen.de
Vor 50 Jahren, im September 1958, wurde die DDR-Fluggesellschaft Interflug gegründet. Aus diesem Anlass ist das neue Buch „Weg und Absturz der INTERFLUG – Die Geschichte des Unternehmens“ erschienen. Der Autor Karl-Dieter Seifert stellt es am Montag, dem 24. November, im Flughafen Dresden Terminal vor. Die Präsentation beginnt um 18 Uhr im Konferenz-Center. Im Anschluss steht er allen Gästen bei einer Gesprächs- und Signierrunde Rede und Antwort. Der Eintritt kostet inklusive Begrüßungssekt und kleinem Imbiss 8 Euro.
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