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Kultur

50 Jahre Grafikwerkstatt Dresden

25. Juli. 2008
25.Juli 2008
Jürgen Haufe ist neben kleineren Arbeiten mit der großformatigen Algrafie "Jack De Johnette" von 1998 in der Ausstellung "50 Jahre Grafikwerkstatt Dresden" vertreten.

In Betrachtung einer Grafik von Haufe Foto: Werner

Mit einer einzigen Radierdruckpresse, aufgestellt von fünf Kunststudenten vor 50 Jahren, begann die Geschichte der Grafikwerkstatt Dresden. Inzwischen gehört sie zu den größten Grafikdruckereien Deutschlands. Die 600 Künstlerinnen und Künstler, die im Verlauf der Jahre dort arbeiteten, schrieben Kunstgeschichte. 20000 Blätter verblieben als Belegexemplare in der Druckerei. Aus dem einzigartigen Fundus stellte die Stadtgalerie zum 50-jährigen Jubiläum eine Ausstellung zusammen, seit gestern Abend ist sie im Landhaus zu sehen.

Die Kunststudenten Werner Wittig, Horst Jockusch, Claus Weidensdorfer und Herta Bauer (heute Herta Günther) hatten sich Mitte der fünfziger Jahre gefragt, wo sie wohl nach ihrem Studium drucken könnten. „Wir fanden einen Kellerraum oben am Weißen Hirsch“, erinnert sich Werner Wittig. Horst Jockusch stellte seine Radierdruckpresse zur Verfügung. Doch die Nachfrage anderer Künstler überstieg bald die Möglichkeiten des Kellerraums. Unterstützt vom Verband der Bildenden Künstler richteten die Grafiker 1958 in der Villa Fliederhof in der Goetheallee die Grafikwerkstatt Dresden ein.

Werner Wittig leitete die erste Werkstatt, in der die Künstler ihren Kollegen das Drucken und Druckenlernen ermöglichten. „Vor allem Elly Schreiter, die in den 60er Jahren die Leitung übernahm, muss eine begnadete und feinfühlige Lehrerin gewesen sein“,  so Carolin Quermann. Die Kuratorin erarbeitete zusammen mit Joachim Pensel die Ausstellung. Sie trugen die Geschichte der Werkstatt zusammen, die nach einem Brand in der Goetheallee in die Berliner Straße 26 unter ein Dach mit den Gebrauchsgrafikern zog. „Dort entwickelte sich eine befruchtende Zusammenarbeit“, erklärt Carolin Quermann. Nach der Wende übernahm die Stadt die Grafikwerkstatt, brachte sie in der Junghansstraße unter und vernetzte sie international durch Stipendien und den Künstleraustausch.  

„Dresden war das Zentrum der Druckgrafik in der DDR gewesen“, ordnet Joachim Pensel die Bedeutung der Werkstatt ein. Doch der Schwerpunkt der Ausstellung liegt nicht auf einer lückenlosen Chronologie insbesondere jener Zeit und Reihung von Namen. Das wäre gewiss langweilig gewesen. Aus dem bisher ungesichteten Fundus von 20000 Blättern wählten die Kuratoren Arbeiten aus, die den Wandel künstlerischer Bildsprachen und Themen sowie die drucktechnische Entwicklung einer ganzen Kunstepoche widerspiegeln.  Dabei konzentrierten sie sich auf 126 grafische Blätter von 69 Künstlern und Künstlerinnen. Insofern sind jeweils mehrere Arbeiten von Claus Weidensdorfer, Werner Wittig, Max Uhlig, Dieter Goltzsche und Jürgen Haufe zu sehen. Die Auswahl ist leider zu homogen. Große Namen kommen dabei zu kurz. Lediglich Veit Hofmann ist mit mehreren farbigen Algrafien aus den 1980er Jahren vertreten.  

Ausstellung und Programm: „Im Refugium ein Universum – 50 Jahre Grafikwerkstatt Dresden“ ist bis zum 28. September in der Stadtgalerie, Wilsdruffer Straße 2, zu sehen. Geöffnet Di. bis Do. und Sa./So. 10 bis 18 Uhr, Fr. 10 bis 19 Uhr. Kunstgespräch am 26. September, 16.30 Uhr. Führung durch die Grafikwerkstatt, Junghansstraße 3 am 14. August, 16.30 Uhr. Anmeldung unter 0351/31905030. Lesung am 18. September, 19 Uhr,  Roza Domascyna liest Texte nach Märchenmotiven und Lyrik aus Büchern mit Grafiken von Angela Hampel und Gudrun Trendafilov. Der Katalog  zur Ausstellung kostet 18 Euro.

(Sieglinde Werner)

20400 Studienanfänger zum Wintersemester

In Sachsen Hochschulen schrieben sich zum Wintersemester 2008/2009 rund 20400 Studenten ein, rund 450 weniger als im Jahr zuvor. Doch das Wissenschaftsministerium geht davon aus, dass sich die vom Statistischen Landesamt veröffentlichte Zahl durch die verlängerte Einschreibefrist noch erhöhen wird. 2007 begannen 20847 junge Menschen ein Studium, 2006 waren es lediglich 18600. Sachsen hält rund 20000 Studienanfängerplätze vor, um sie zu besetzen wirbt der Freistaat massiv in an den alten Bundesländern um Studenten. www.pack-dein-Studium.de

Stadt will keine Mehrkosten fürs Stadion übernehmen

Das Stadionbauunternehmen HBM will 8,4 Millionen Euro mehr von der Stadt für den Stadionneubau haben. Doch die Forderungen wies Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) jetzt öffentlich zurück. Vor dem Stadtrat erklärte er auf Nachfrage der Grünen, dass mit HBM ein Festpreis in Höhe von 44,6 Millionen Euro vereinbart worden sei. Insofern werde die Stadt auch nicht mehr zahlen. Sollte HBM vor Gericht gehen, habe die Stadt gute Karten in der Hand das Verfahren zu gewinnen. Der Stadionbauer begründet seine Forderung u.a. mit den gestiegenen Rohstoffpreisen und der Verzögerung bei der Vetragsunterzeichnung.

Verkehrsführung Bautzner Straße wieder ganz anders

Am 22. November, zwischen 7 und 24 Uhr, wird die Bautzner Straße zwischen Waldschlößchenstraße und Fischhausstraße nur in landwärtiger Richtung befahrbar sein, teilt die Stadt mit. Der stadtwärtige Verkehr wird über Fischhausstraße, Heideparkstraße, Charlottenstraße und Radeberger Straße umgeleitet. Notwendig ist dies, um einen Abwassersammler auszubauen.

Die letzte öffentliche Hinrichtung einer Frau

Am 24. November, 18 Uhr hält Swen Steinberg einen Vortrag zum Thema „Die letzte öffentliche Hinrichtung einer Frau. Zur Wahrnehmung von Grete Beier (1885–1908)“ im Stadtarchiv, Elisabeth-Boer-Straße 1. Der Eintritt ist kostenfrei. In seinem Vortrag setzt sich der  wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promotionsstudent an der TU Dresden kritisch mit der Stellung der Frau im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert am Beispiel von Grete Beier auseinander.

Junge Fußballerinnen tragen ihre WM auch in Dresden aus

Dresden ist bereits als Austragungsort für die Frauen-Fußball-WM 2011 gesetzt. Jetzt gab das DFB-Präsidium die Spielorte für die Weltmeisterschaft der Nachwuchs-Fußballerinnen bekannt. Die U 20-Frauen-WM wird in vier deutschen Städten stattfinden, darunter Augsburg, Bielefeld und Bochum. Dresden ist mit dabei. Die FIFA hatte beschlossen, künftig im Vorjahr einer Frauenfußball-WM im gleichen Land eine Endrunde der jungen Fußballerinnen zu veranstalten. Im Männerfußball wird dieses Modell seit 2001 mit dem einer WM-Endrunde vorgeschalteten Confed-Cup praktiziert. Die U20-Weltmeisterschaft stellt für die Austragungsorte einen Testlauf für die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr dar. Auch für Dresden und das 2009 fertig gestellte Stadion wird die Durchführung der Weltmeisterschaft der Juniorinnen eine Generalprobe für 2011 sein.

Praktikum im Kunstministerium

Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat für Dezember 2008 und das Jahr 2009 noch freie Praktikumsplätze im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Praktika richten sich an Studierende und sind für mindestens vier Wochen, höchstens zwei Monate angelegt. Im Verlauf des Praktikums werden die Studierenden von der Recherche über das Erstellen von Pressemeldungen bis hin zur Projektvorbereitung und -begleitung die Arbeit in der Pressestelle des SMWK kennenlernen. Aussagefähige Bewerbungen sind zu senden an: Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst Postfach 10 09 20, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 01079 Dresden oder per Mail an presse@smwk.sachsen.de

Buchvorstellung zur Geschichte der „Interflug“

Vor 50 Jahren, im September 1958, wurde die DDR-Fluggesellschaft Interflug gegründet. Aus diesem Anlass ist das neue Buch „Weg und Absturz der INTERFLUG – Die Geschichte des Unternehmens“ erschienen. Der Autor Karl-Dieter Seifert stellt es am Montag, dem 24. November, im Flughafen Dresden Terminal vor. Die Präsentation beginnt um 18 Uhr im Konferenz-Center. Im Anschluss steht er allen Gästen bei einer Gesprächs- und Signierrunde Rede und Antwort. Der Eintritt kostet inklusive Begrüßungssekt und kleinem Imbiss 8 Euro.