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XXL-Spülsteine auf dem neuen Altmarkt

03. November. 2008
03.November 2008

Die alten Dresdner geben sich wirklich Mühe ihren neugestalteten Altmarkt zu entdecken. Klettern neugierig auf die u-förmigen Steinbrüstungen an der Süd- und Nordseite des Platzes. Doch nach dem erwartungsvollen Blick in die Tiefe macht sich schnell Enttäuschung breit. Die vermeintlichen Steinsimse entpuppen sich als wulstige Steinbänke zum Kaschieren der Tiefgarageneingänge. Die Einsicht wächst, trotz Neugestaltung für 20 Millionen Euro bietet der am Reformationstag übergebene Altmarkt keine Überraschungen.

Das sehen die Autofahrer natürlich anders. Für sie entstand in 18-monatiger Bauzeit eine Tiefgarage mit 240 Plätzen mit großzügigen Ein- und Ausfahrten von der Wilsdruffer Straße. Die Sachsenbau GmbH hob 50000 Tonnen Erdreich aus und verarbeitete 25000 Tonnen Beton und mehr als 5000 Tonnen Stahl. Die gesamte Grundfläche des Altmarktes, nämlich 130 mal 130 Meter, steht den Autofahrern jetzt unterirdisch zur Verfügung, um zum Einkaufsbummel vorzufahren. Die Freude über soviel Bequemlichkeit könnte sich allerdings trüben. Eine halbe Stunde Parkzeit kostet einen Euro. Betreiber und Besitzer ist die Firma Q-Park, die zu den drei führenden Parkhausbetreibern in Europa gehört.

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Dann lieber doch zu Fuß zum Altmarkt, der jetzt fast durchgängig gepflastert und zur Mitte hin leicht gewölbt ist. Dadurch wirkt er großzügig, aber auch gleichzeitig irritierend leer. Die Augen bleiben vorläufig nur an den klobigen Steinbänken und an dem 26 Meter hohen Lichtmast hängen, den eine Dresdner Boulevardzeitung schon als „grauen Dresdner Galgen“ beschrieb. Sein Potential, nämlich den Altmarkt in verschiedenen Farben ausleuchten und damit unterschiedliche Stimmungen erzeugen zu können, muss der Lichtmast erst noch unter Beweis stellen. Platzgestalter Hinnerk Wehberg aus Hamburg verwies auf das technische Know-how, doch zur Eröffnung des neuen Altmarktes plätscherte nur kurzzeitig ein Wasserspiel.

Vier Wasserstrahlen spritzten auf ein steinernes Waschbrett von der Grundfläche eines Reihenhauses. Man darf gespannt sein, wie die vier noch nicht fertiggestellten XXL-Spülsteine aussehen. Bisher interessant ist allein ihre Lage. Sie markieren die Ostseite des Altmarktes vor seiner Zerstörung mit seinen alten Bürgerhäusern. Da betrug die Ost-West-Ausdehnung lediglich 100 Meter. Mit dem Wiederaufbau wurde die Ostseite um 30 Meter verschoben und in eine Linie mit der Kreuzkirche gestellt. Der alte Stadtgrundriss an der Ostseite wird die neue Verweilzone des Altmarktes. Große und kleine Bänke und ein paar Bäume sind versprochen. Das heißt, noch lässt sich die Platzgestaltung nicht abschließend beurteilen.

Bereits im Jahr 2000 wählte die Stadt den Entwurf des Hamburger Architekten Hinnerk Wehberg aus einer Vielzahl in einem Ideenwettbewerb eingereichter Arbeiten aus. „Der Entwurf betont die Weite“, lobte damals der Juryvorsitzende, CDU-Stadtrat Walter Tempel, die Eintönigkeit. Das Preisgericht sprach von „angemessener Großzügigkeit“ und einer „disponiblen Bühne für die Bürger Dresdens“. In der Tat steht der Altmarkt 2008 wieder für den Striezelmarkt zur Verfügung. Und da Strom- und Wasseranschlüsse jetzt unterirdisch verlegt sind, entfallen die Kabelstolperfallen zwischen den Buden. Rechtzeitig vor der Adventszeit übergab die Sachsenbau GmbH den gelifteten „alten Markt“, der 1370 erstmals urkundlich erwähnt wird.

An das größte Leid in seiner Geschichte erinnert ein Bruchteil wieder verwendeter Pflastersteine. Es handelt sich um jene, auf denen die Toten der Luftangriffe vom 13. und 14. Februar verbrannt wurden. Sie liegen wieder an gleicher Stelle an der Südseite des Altmarktes. Das 300 Quadratmeter große Bodendenkmal soll am 13. Februar als Ort des Gedenkens in der Stadt separat in Erinnerung gerufen werden. Die Möglichkeit, mehr Geschichte am Platz zu bewahren, wurde mit dem Abbruch der Reste des ersten Dresdner Rathauses, das von 1380 bis 1707 an der nordöstlichen Ecke des Altmarktes stand, leider verspielt. Auch die im Gestaltungsentwurf konzipierten „Bodenfenster“ an der Ostseite schürten Erwartungshaltungen zum tieferen Einblick in die Stadtgeschichte. Das Versprechen wurde jedoch nicht eingelöst.

(Brigitte Holland)

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Zum Geburtstag freier Eintritt in die Kunstsammlungen

Wer Geburtstag hat, bekommt üblicherweise Geschenke. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) beschenken seit diesem Jahr ihre Besucher an deren jeweiligem Geburtstag mit freiem Eintritt. „Geburtstagskinder“ jeden Alters legen an der Kasse ihren Personalausweis vor und erhalten an dem Tag freien Eintritt in alle Museen der SKD an den Standorten Dresden, Leipzig und Herrnhut. Diese Regelung gilt auch für das Historische Grüne Gewölbe und sämtliche Sonderausstellungen.

Online-Kalender der Dresdner Wissenschaft

Immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein, heißt auch, zu wissen, woran die Forscher arbeiten. Mit dem Start des Dresden Science Calendar werden alle wissenschaftlichen Veranstaltungen im Raum Dresden auf einen Blick zugänglich gemacht. Im Rahmen des Wissenschaftsnetzwerkes DRESDEN-concept und in Kooperation mit der Stadt  und der Sandstein Neue Medien GmbH ist eine für den Informationsaustausch über wissenschaftliche Veranstaltungen maßgeschneiderte Internetplattform entstanden. Jeder, einschließlich der wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit, kann alle Ankündigungen nach verschiedenen Kriterien gefiltert abrufen. Die Internetplattform bietet auch Schnittstellen an, um relevante Vorträge zu einmal ausgewählten Suchkriterien und persönlichen Interessen automatisch vorzusortieren und regelmäßig strukturierte Benachrichtigungen per RSS-feed, iCal-Kalenderabonnement oder über andere Datenkanäle zu erhalten. Der Dresden Science Calendar ergänzt damit die bestehenden Ankündigungssysteme der einzelnen Institute, aus welchen die Informationen automatisch synchronisiert werden. www. wissenschaft.dresden.de/calendar

Dresdner Stadt-Atlas

Kurz und knapp stellt sich Dresden im Stadt-Atlas vor. Er enthält Straßen- und Wegekarten und Informationen zum öffentlichen Nahverkehr. Er gibt Auskunft, wo sich öffentliche und kulturelle Einrichtungen, Fußgängerzonen, öffentliche Toiletten, Einbahnstraßen, Parkplätze und Taxi-Standorte befinden. Darüber hinaus empfiehlt der Stadt-Atlas mit Text, Karte und 3D-Ansicht einen Stadtrundgang durch die Altstadt und die Neustadt von Dresden. Ein weiterer Teil des Stadt-Atlasses befasst sich mit 20 Jahren Kommunalentwicklung. Daten, Karten und Statistiken beschreiben die Entwicklung, zum Beispiel von Wohnungsbau, Verkehrsprojekten, Natur- und Denkmalschutz. Alte und neue Luftbilder werden gegenübergestellt. Die Broschüre im A4-Format umfasst 98 Seiten und kostet 5,35 Euro. Sie ist erhältlich in ausgewählten Buchhandlungen und im Kundenservice des Städtischen Vermessungsamtes, World Trade Center, Ammonstraße 74, 2. OG, Zimmer 2852, Telefon 4 88 41 38 oder 4 88 41 16, Fax 4 88 39 64, E-Mail vermessungsamt-ks@dresden.de. Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr.  www.dresden.de/online-shop.

Justiz-Auktion im Internet

Die sächsische Justiz versteigert beschlagnahmte oder gepfändete Gegenstände auch via Internet. Sachsens Justizminister Martens (FDP) verspricht sich dadurch „bessere Verkaufschancen und höhere Erlöse im Interesse von Gläubigern und Schuldnern“. Sachsen nutzt zusammen mit anderen Bundesländern eine extra dafür eingerichtete Internetplattform, die rund um die Uhr von Interessenten zu erreichen ist, unter www.justiz-auktion.de

 

Klettern in der Sächsischen Schweiz weiter erlaubt

Im Naturschutzgebiet Sächsische Schweiz dürfen Klettersportler die Felsen erklimmen. Der Landtag passte dafür das Landesumweltrecht an das neue Bundesrecht unter Beibehaltung landesrechtlicher Regelungen an. „So wäre es zum Beispiel nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, in der Sächsischen Schweiz Klettersport zu betreiben“, so Umweltminister Frank Kupfer (CDU). „Das Felsklettern in der Sächsischen Schweiz hat eine lange Tradition. Die Sportverbände arbeiten aktiv im Naturschutz mit und betreiben ihren Sport sehr verantwortungsvoll“, erklärt der Minister, weshalb Sachsen mit der Gesetzesanpassung das Verbot umging.

Online-Wanderpläne für Sachsen

Mit Kompass und Karte unterwegs zu sein, ist die gewohnte Art, Sachsen wandernd zu entdecken. Doch die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS) hält für alle Rucksack-Touristen auch Online-Wanderpläne für die sechs beliebtesten Wanderrouten bereit: den Sächsischen Weinwanderweg, den Malerweg, Oberlausitzer Bergweg, Vogtland Panorama Weg, für die Kammtour Erzgebirge-Vogtland und den Muldentalwanderweg. Alle wichtigen Details vom Streckenverlauf über Schwierigkeitsgrad bis hin zu Rastplätzen und Entfernungen sowie die gps-Daten sind auf den Wanderseiten zu finden. Wofür die TMGS mit dem Freizeit- und Tourismusportal AlpRegio kooperiert.  www.sachsen-tourismus.de

Internetportal zur kulturellen Bildung

Die Stadt Dresden bietet ein interaktives Internetportal zur kulturellen Bildung an: Kinder, Jugendliche und Erwachsene, aber auch Familien und Schulklassen können auf dem Portal nach geeigneten Kursen und Veranstaltungen suchen. Kultureinrichtungen können ihre Angebote selbstständig einpflegen und aktualisieren. Das Portal beruht auf einer Kooperation zwischen dem Kulturamt und der Medien Verlags GmbH. Es wird aus Fördermitteln des Sächsischen Wissenschaftsministeriums und der Stadt finanziert. www.dresdner-kulturelle-bildung.de

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