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Gesundheit/Soziales

Vom Versuch, sich in Dresden impfen zu lassen

09. November. 2009
09.November 2009

Soll man sich impfen oder nicht impfen lassen, gegen das Virus, das wohl keinem Schwein, aber dem Menschen nachstellt. Abwarten und Tee trinken, sagte ich mir vor14 Tagen. Doch plötzlich überhäuften sich die Meldungen aus dem angesehenen Robert-Koch-Institut: In Deutschland steigt die Zahl der H1N1-Infektionen rapide an. Ende Oktober wurden 3000 Fälle pro Woche registriert. Neue Todesfälle und schwerere Krankheitsverläufe seien für die Zukunft nicht auszuschließen. In Deutschland ist eine vierfache Mutter ohne Vorerkrankungen an Schweinegrippe gestorben ist. Die Nachrichten elektrisieren. Ich beschließe, mich gleich impfen zu lassen! Doch als Normalbürgerin kam ich heute in Dresden nicht an die Nadel.

Mein Hausarzt startet erst am 11. November mit der Impfaktion und wenn überhaupt, dann nur bei entsprechender Nachfrage und zuerst bei den Risikopatienten. Bei mir als Otto-Normalfrau ohne Vorerkrankung könne es also noch dauern, eventuell ab 18. November käme ich dran. Dass ich schon deutlich den Anflug von H1N1-Viren auf Dresden vor meinem geistigen Auge sehe, wollte mein Arzt nicht gelten lassen. Auch der Versuch beim städtischen Gesundheitsamt scheiterte: „Sie rufen außerhalb unserer Sprechzeiten an“, sagt der freundliche Anrufbeantworter. Dabei wollte ich ja bloß eventuell um einen Termin bitten.

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Doch offensichtlich hatte ich den Aufruf der sächsischen Gesundheitsministerin Christine Clauß (CDU) vom 6. November einfach zu ernst genommen. „Vom 9. November an können sich alle sächsischen Bürgerinnen und Bürger gegen die sogenannte Schweinegrippe impfen lassen“, hatte die Ministerin vollmundig erklärt. Und eindringlich appellierte sie in der gleichen Mitteilung zusammen mit Vertretern der Ärzteschaft und der Krankenkassen: „Impfung kann Ihr Leben retten!“ Da hört man schon die Lebensuhr fünf vor 12 schlagen. Doch so einfach war das mit dem Impfen und Leben retten heute in Dresden nicht.

Jedenfalls bot das städtische Gesundheitsamt, wie man zum Auftakt einer solch groß angekündigten Impfaktion erwarten könnte, keine zusätzlichen Sprechzeiten an. Die Impfstelle auf der Bautzner Straße 125 hat wie bisher nur dienstags von 9 bis 11 Uhr und 14 bis 17 Uhr sowie donnerstags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Seit 26. Oktober werden dort Mitarbeiter des Gesundheits- und Sozialwesens, der Polizei und Feuerwehr gegen die Neue Grippe immunisiert. Damit hat man wohl alle Hände voll zutun. Zumindest bitten die Mitarbeiter der Impfstelle laut einer Pressemitteilung der Stadt um Verständnis, dass in der Zeit der Impfaktion die telefonische Erreichbarkeit der Impfstelle unter (03 51) 8 16 50 12 erheblich eingeschränkt sein kann.

Dass ihr Aufruf soviel Nachfrage auslösen könnte, daran hat Gesundheitsministerin Christine Clauß offensichtlich selbst nicht geglaubt. Allerdings reagierte ihr Haus umgehend. Das Gesundheitsministerium schaltete heute früh eine Hotline für die Bürger. Dort können sie ihre Ängste und Fragen zur Schweinegrippe artikulieren. Die Hotline ist unter 0351/564-5555 Montag bis Freitag zwischen 8 bis 18 Uhr zu erreichen. Darüber hinaus informiert das Bundesgesundheitsministerium www.neuegrippe.bund.de über die Schweinegrippe. Über die Impfstoffe klärt das Paul-Ehrlich-Institut unter www.pei.de auf und die Empfehlung der Impfkommission ist auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts unter www.rki.de nachzulesen.

Hotline des sächsischen Gesundheitsministerium zur Neuen Grippe: 0351/5 64 55 55. Impfstelle des Dresdner Gesundheitsamtes: 0351/8 16 50 12.

(Sieglinde Werner)

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