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Sachsens FDP spart lieber bei den Armen

22. Januar. 2010
22.Januar 2010
Lediglich 220 bis 270 Euro monatlich kostet dem Freistaat die Finanzierung einer Kommunal-Kombi-Stelle für einen Langzeitsarbeitslosen. Trotz der preiswerten Variante, Arbeitsplätze zu schaffen, stieg Sachsen aus dem Programm aus.

Finanzierung von Kommunal-Kombi-Stellen Grafik: Stadtverwaltung Dresden

Die eigenen Einkünfte verbessern, das ist den Liberalen im sächsischen Landtag wichtig. Sie sparen lieber bei den Armen. Seit sie mit den Christdemokraten regieren, bewilligten sie sich einen Aufschlag von 354 Euro auf die Grunddiät von 4835 Euro. Und schufen für einen zweiten Staatssekretär im Wirtschaftsministerium einen Posten. Dafür brach Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) gestern endgültig den Stab über die „Kommunal-Kombi“ in Sachsen. Das sind jene von der EU und dem Bund geförderte Stellen für Langzeitarbeitslose mit einem Bruttoverdienst von 1000 Euro, um sie am Arbeitsleben teilhaben zu lassen.

Sachsen wird sich an dem vom Bund aufgelegten Programm nicht weiter beteiligen. CDU und FDP im Landtag lehnten den Rettungsversuch von SPD und Grünen ab. Beide Fraktionen hatten mit einem Antrag  Morlok aufgefordert, den im November 2009 verhängten Förderstopp – übrigens eine seiner ersten  Amtshandlungen – wieder aufzuheben. Doch es bleibt dabei, Sachsen finanziert keine weiteren „Kommunal-Kombis“, obwohl der Bund pro Stelle 500 bis 600 Euro zur Verfügung stellt und die EU nochmals 200 Euro Lohnnebenkosten drauflegt. Den Landeszuschuss in Höhe von 220 bis 270 Euro pro weitere Stelle, will Sachsens schwarz-gelbe Koalition einsparen.

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Dabei war das Bundesprogramm selbst für Dresden nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Zwischen 8000 bis 9000 Langzeitarbeitslose leben in der Stadt. Nach Aussage von Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) hatte der Freistaat Dresden Landesmittel für 349 Kommunal-Kombi-Stellen in Aussicht gestellt. Doch weil das sächsische Wirtschaftsministerium seit 26. November 2009 die anteilige Finanzierung verweigert, lehnte die Bundesverwaltung in Köln 160 Projektstellen ab. Sozialbürgermeister Seidel versteht bis heute nicht, weshalb das sächsische Wirtschaftsministerium „fünf Wochen vor Ende des Bundesprogramms die ursprünglich zugesagte Landesförderung mit sofortiger Wirkung gestrichen hat.“

Denn im sächsischen Haushalt ist für die Kofinanzierung genügend Geld eingestellt gewesen, hielten gestern die Grünen im Landtag dem FDP-Wirtschaftsminister vor.  „Allein im vergangenen Jahr wurden von den geplanten 14 Millionen Euro nur 10 Millionen verausgabt. Im Haushalt steht ausdrücklich, die Mittel seien übertragbar. Warum machen Sie das nicht einfach?“, fragte Miro Jennerjahn von den Grünen. Die Opposition warf Sven Morlok vor, dass er durch Sparen an der falschen Stelle 1000 mögliche Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose in Sachsen vernichte.

Dem Argument des Ministers, dass diese geförderten die Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt verdrängen würden, hielt Dresdens Sozialbürgermeister Seidel entgegen: „Die 205 für Dresden bewilligten sind ausschließlich bei Vereinen und Verbänden angesiedelt.“ Außerdem hätten die IHK und der Handwerkskammer ihr Okay gegeben. Maßnahmeträger wie die Diakonie sprechen angesichts des abrupten Ausstiegs Sachsens aus dem Programm von „einem Rechtsbruch und Zeichen sozialer Kälte".

 

(Oliver Kern)

Kommentare

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André

Am 27. Januar. 2010 um 09:00 Uhr

Nur mal zur Richtigstellung:
Alle FDP-Abgeordneten spenden seit Jahren die letzte von CDU UND SPD beschlossene Diätenerhöhung für soziale, kulturelle und sportliche Projekte. Auch die jetzt von CDU UND SPD schon lange auf den Weg gebrachte Erhöhung spenden alle FDPler komplett an den FDP hilft e.V. Nachzulesen hier:
http://www.fdp-hilft.de/
Also nix mit eigener Tasche auffüllen, wie im Text behauptet!
Zum Thema Kommunalkombi: Warum soll man mit zweistelligen Millionenbeträgen etwas fördern, was langfristig keine Perspektive hat? Die Jobs existieren nur so lange, wie die Förderung gewährt wird. Danach sind die Leute wieder arbeitslos. Zudem war das Programm eigntlich so gedacht, dass nicht das Land als Hauptgeber mit auftritt, sondern lediglich Bund u Kommune. Da ist die alte Regierung um CDU u SPD übers Ziel hinausgeschossen.

 
 

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Arbeiten aus der Grafikwerkstatt Dresden

Grafiken, die Künstler 1989/1990 und 2009/2010 in der Dresdner Grafikwerkstatt druckten, sind bis zum 30. September in der neuen Ausstellung der  „Galerie  2. Stock“ im Rathaus zu sehen. Auch  wenn  die  Themen 20 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit nicht vordergründig verarbeitet worden sind, so sind sie doch als Atmosphäre und „Hintergrundleuchten“ spürbar. Grafiken von Klaus Drechsler, Angela Hampel, Eberhard Havekost,   Christiane   Just,   Maja   Nagel,  Gudrun  Trendafilov und Claus Weidensdorfer sind zu sehen. Seit  1958  werden  in  der Grafikwerkstatt Dresden, Arbeitsmöglichkeiten für Dresdner  Künstler  angeboten. Geöffnet  ist  die  „Galerie 2. Stock“ montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Online-Wanderpläne für Sachsen

Mit Kompass und Karte unterwegs zu sein, ist die gewohnte Art, Sachsen wandernd zu entdecken. Jetzt hat die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS) für alle Rucksack-Touristen ein neues Angebot parat: Online-Wanderpläne für die sechs beliebtesten Wanderrouten: Sächsischer Weinwanderweg, Malerweg, Oberlausitzer Bergweg, Vogtland Panorama Weg, Kammtour Erzgebirge-Vogtland und Muldentalwanderweg. Alle wichtigen Details vom Streckenverlauf über Schwierigkeitsgrad bis hin zu Rastplätzen und Entfernungen sowie die gps-Daten sind auf den Wanderseiten zu finden. Wofür die TMGS mit dem Freizeit- und Tourismusportal AlpRegio kooperiert.  www.sachsen-tourismus.de

Ab Dezember nonstop von Dresden nach Basel

Ab Dezember bekommt Dresden eine Direktflugverbindung mehr. Die Fluggesellschaft easyJet eröffnet am 3. Dezember die Nonstoproute Dresden-Basel. Dreimal wöchentlich - mittwochs, freitags und sonntags - wird vom Flughafen Dresden-Klotzsche der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg angeflogen. Die neuen Flüge in die Schweiz lassen sich ab 8. Juli buchen unter www.easyJet.com

Jetzt dreimal pro Woche nonstop Dresden – Moskau

Aeroflot hat die Flugverbindungen zwischen Dresden und Moskau-Scheremetjewo weiter verbessert. Seit Juni bietet die russische Fluggesellschaft einen zusätzlichen Flug am Mittwoch und damit drei Nonstopflüge pro Woche und Richtung an. Der moderne Airbus A319 mit 116 Plätzen startet um 17.20 Uhr, montags bereits um 16.40 Uhr in Dresden. Die Landung in Moskau erfolgt um 21.55 Uhr bzw. am Montag um 21.15 Uhr. In der russischen Hauptstadt hebt die Maschine um 15 Uhr Ortszeit ab und erreicht Dresden um 15.40 Uhr Ortszeit.  Den Hin- und Rückflug kostet inklusive aller Steuern und Gebühren ab 211 Euro. Die Flugzeit beträgt rund zweieinhalb Stunden.

Tiere und Pflanzen des Jahres auf Postkarten

Auch in diesem Jahr will Sachsens Umweltministerium mit Postkarten zur Natur des Jahres 2010 den Blick wieder auf bekannte und weniger bekannte Schönheiten unserer heimischen Flora und Fauna lenken. Ausgesucht wurden dafür der Dachs (Tier des Jahres 2010), der Schönbär (Schmetterling d. J.), die Vogelkirsche (Baum d. J.), der Teichmolch (Lurch d. J.), die Herbstzeitlose (Giftpflanze d. J.) und der Efeu (Arzneipflanze d. J.).  Die Postkarten kann man sich auf der Internetseite des Umweltministeriums ansehen oder kostenfrei beim Zentralen Broschürenversand der Staatsregierung bestellen:  publikationen(at).sachsen.de http://www.natur.sachsen.de

Französisches Abi jetzt auch in Sachsen

Das Romain-Rolland-Gymnasium Dresden und das Anton-Philipp-Reclam-Gymnasium Leipzig sind die ersten Schulen in Sachsen, die parallel zum deutschen Abitur das Französische Baccalauréat (AbiBac) anbieten.  Ab Schuljahr 2010/2011 können sich Gymnasiasten der Klassenstufe zehn, die die vertiefte sprachliche Ausbildung durchlaufen haben, darauf vorbereiten. In den Klassenstufen zehn bis 12 wird dann Französisch auf erhöhtem Niveau unterrichtet. In den letzten drei Jahren vor dem Abitur geht es auch in Geschichte und einem weiteren gesellschaftwissenschaftlichen Fach französischsprachig zu. Dresden kooperiert dabei mit einer Schule in Strasbourg, Leipzig mit einer Schule in Montpellier.

Neue Tempo-30-Zone in Dresden-Neustadt

In  Dresden-Neustadt  entsteht  eine neue Tempo-30-Zone westlich  der Königsbrücker Straße, die im Süden durch die Antonstraße und im Norden durch den Bischofsweg begrenzt wird. Im Westen reicht sie bis  zu  den Bahnanlagen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung   soll  den  Durchgangsverkehr  fernhalten und die Verkehrssicherheit   für Fußgänger und Radfahrer erhöhen. In diesem Zusammenhang gibt die Stadt den als Einbahnstraße ausgewiesenen Dammweg  zwischen Eschenstraße und Bischofsweg in beiden Richtungen für den Radverkehr  frei  und  schafft  damit eine Alternative zur belebten Königsbrücker  Straße.  Das  Parken entfällt dafür auf diesem Abschnitt des Dammweges.