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In Dresden fehlen 1900 Kitaplätze

24. October. 2008
24.October 2008

Mitte der 1990er Jahre gab es zu viele Kindertagesstätten in Dresden. In der Zeit des Umbruchs hielten sich die Paare, die nicht auf Arbeitsplatzsuche in den Westen gingen, mit dem Kinderkriegen zurück. Insofern schloss die Stadt Einrichtungen wegen mangelnder Auslastung oder wegen des schlechten Bauzustands. Alteigentümer forderten ihre Villen zurück. Doch inzwischen sind Kitaplätze Mangelware in Dresden. 1000 fehlen in den Krippen und 900 in den Kindergärten. Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) bestätigte gestern die Zahlen. Kündigte jedoch gleichzeitig ein Aktionsprogramm an. Denn Bevölkerungsschwund und Geburtentief sind längst überwunden. Bis zum Ende des Jahres werden 5500 Babys in Dresden das Licht der Welt erblicken, 1387 mehr als 2002.

„In der Vergangenheit ist im Rathaus nicht weitsichtig gearbeitet worden“, weist die Oberbürgermeisterin auf Versäumnisse ihrer Vorgänger hin. Denn erst seit 2007 überweist die Stadt dem Eigenbetrieb Kindertagesstätten einen zweistelligen Millionenbetrag. In diesem Jahr stehen 19,4 Millionen Euro für die Sanierung, die Erweiterung und den Neubau von Kitas zur Verfügung. 2001 waren es lediglich 4,3 Millionen Euro. „Das reichte lediglich für Reparaturen“, so Eigenbetriebsleiterin Sabine Bibas. Übrigens habe sie verhindert, dass in den geburtenschwachen Jahren nicht 70, sondern nur 35 Kitas geschlossen worden sind.

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Die Stadtverwaltung hat die Entwicklung verschlafen und nicht rechtzeitig investiert. Der stärksten politischen Kraft im Stadtrat waren neue Straßen und Brücken wichtiger, seit 1990 lenkt die CDU das meiste Geld aus dem Stadthaushalt in den Straßenbau. Erst seit dem Verkauf der städtischen Wohnungsgesellschaft (Woba) im Jahr 2006 fließen auch in die Erneuerung von Schulen und Kitas nennenswerte Beträge. Insofern konnte der neue Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) heute verkünden: „44 Vorhaben befinden sich in unterschiedlichen Planungs- und Bauphasen, 14 neue und sanierte Kindertagesstätten werden 2009 öffnen, allerdings erst Ende des Jahres.“

Für Eltern, die derzeit händeringend einen Platz für ihr Kind suchen, ist das ein schwacher Trost. Doch da wäre noch das von Helma Orosz angekündigte Aktionsprogramm, mit dem die Stadt kurzfristig auf den Mangel reagiert. 250 Plätze sollen durch eine „Quasi-Überbelegung“ geschaffen werden. Da die Häuser einerseits zwar voll belegt, aber wegen Krankheit oder Urlaub der Kinder tatsächlich nur zu 80 Prozent gefüllt sind, könnten weitere Mädchen und Jungen aufgenommen werden, wenn die Fachbehörde zustimmt. Durch die Erschließung räumlicher Reserven in den Kitas – beispielsweise bisher anderweitig genutzter Räume – könnten weitere 250 Plätze hinzukommen. Und 420 sollen in Containern geschaffen werden. Sozialbürgermeister Seidel spricht von „mobilen Raumeinheiten“. Auf dem Gelände des Kindergartens Junghansstraße 52a steht bereits ein Raumcontainer. Weitere sechs sollen in folgenden Kindertagesstätten aufgebaut werden: Dölzschener Straße 40., Johann-Meyer-Straße 35, Bünaustraße 25, Ockewitzer Straße 19a, Nöthnitzer Straße 40 und Toeplerstraße 2.

Trotz des aktuellen Mangels betonte Oberbürgermeisterin Orosz, dass Dresden mit seinem Betreuungsangebot bundesweit nicht schlecht dastünde. Für 37 Prozent der Kinder unter drei Jahren gäbe es Plätze. Damit läge Dresden schon über dem vom Bund empfohlenen 35 Prozent. „Ende 2009 werden 43 Prozent der Kinder unter drei Jahren in Dresden die Krippe besuchen können“, verspricht die Rathaus-Chefin.

(Maja Scholz)

Kommentare

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Anna Wunderlich

Am 03. December. 2009 um 17:09 Uhr

Ist es der Oberbürgermeisterin denn gelungen bis Ende 2009 für 43% aller Kinder unter 3 Jahren einen Krippenplatz zur Verfügung zu stellen?

 
 

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Zum Geburtstag freier Eintritt in die Kunstsammlungen

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Online-Kalender der Dresdner Wissenschaft

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Dresdner Stadt-Atlas

Kurz und knapp stellt sich Dresden im Stadt-Atlas vor. Er enthält Straßen- und Wegekarten und Informationen zum öffentlichen Nahverkehr. Er gibt Auskunft, wo sich öffentliche und kulturelle Einrichtungen, Fußgängerzonen, öffentliche Toiletten, Einbahnstraßen, Parkplätze und Taxi-Standorte befinden. Darüber hinaus empfiehlt der Stadt-Atlas mit Text, Karte und 3D-Ansicht einen Stadtrundgang durch die Altstadt und die Neustadt von Dresden. Ein weiterer Teil des Stadt-Atlasses befasst sich mit 20 Jahren Kommunalentwicklung. Daten, Karten und Statistiken beschreiben die Entwicklung, zum Beispiel von Wohnungsbau, Verkehrsprojekten, Natur- und Denkmalschutz. Alte und neue Luftbilder werden gegenübergestellt. Die Broschüre im A4-Format umfasst 98 Seiten und kostet 5,35 Euro. Sie ist erhältlich in ausgewählten Buchhandlungen und im Kundenservice des Städtischen Vermessungsamtes, World Trade Center, Ammonstraße 74, 2. OG, Zimmer 2852, Telefon 4 88 41 38 oder 4 88 41 16, Fax 4 88 39 64, E-Mail vermessungsamt-ks@dresden.de. Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr.  www.dresden.de/online-shop.

Justiz-Auktion im Internet

Die sächsische Justiz versteigert beschlagnahmte oder gepfändete Gegenstände auch via Internet. Sachsens Justizminister Martens (FDP) verspricht sich dadurch „bessere Verkaufschancen und höhere Erlöse im Interesse von Gläubigern und Schuldnern“. Sachsen nutzt zusammen mit anderen Bundesländern eine extra dafür eingerichtete Internetplattform, die rund um die Uhr von Interessenten zu erreichen ist, unter www.justiz-auktion.de

 

Klettern in der Sächsischen Schweiz weiter erlaubt

Im Naturschutzgebiet Sächsische Schweiz dürfen Klettersportler die Felsen erklimmen. Der Landtag passte dafür das Landesumweltrecht an das neue Bundesrecht unter Beibehaltung landesrechtlicher Regelungen an. „So wäre es zum Beispiel nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, in der Sächsischen Schweiz Klettersport zu betreiben“, so Umweltminister Frank Kupfer (CDU). „Das Felsklettern in der Sächsischen Schweiz hat eine lange Tradition. Die Sportverbände arbeiten aktiv im Naturschutz mit und betreiben ihren Sport sehr verantwortungsvoll“, erklärt der Minister, weshalb Sachsen mit der Gesetzesanpassung das Verbot umging.

Online-Wanderpläne für Sachsen

Mit Kompass und Karte unterwegs zu sein, ist die gewohnte Art, Sachsen wandernd zu entdecken. Doch die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS) hält für alle Rucksack-Touristen auch Online-Wanderpläne für die sechs beliebtesten Wanderrouten bereit: den Sächsischen Weinwanderweg, den Malerweg, Oberlausitzer Bergweg, Vogtland Panorama Weg, für die Kammtour Erzgebirge-Vogtland und den Muldentalwanderweg. Alle wichtigen Details vom Streckenverlauf über Schwierigkeitsgrad bis hin zu Rastplätzen und Entfernungen sowie die gps-Daten sind auf den Wanderseiten zu finden. Wofür die TMGS mit dem Freizeit- und Tourismusportal AlpRegio kooperiert.  www.sachsen-tourismus.de

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