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„Der Patient ist ein Wirtschaftsgut“, meint Reinhold Altendorfer, Jurist und Mediziner aus München. Unter diesem Gesichtspunkt stehen Kopfpauschalen, die Ärzte von Krankenhäusern erhalten, wenn jene ihnen Patienten zuweisen, in einem völlig neuen Licht. Noch widersetzt sich der Patient zusammen mit Ärzten gegen den Status als Handelsobjekt. Unter der Überschrift „Der verkaufte Patient“ packte die Deutsche Gesellschaft für Urologie zum Abschluss ihres Kongresses in Dresden ein heißes Eisen an. Experten diskutierten vor dem Hintergrund des politisch gewollten Wettbewerbs die Frage, wieviel Marktwirtschaft das Gesundheitswesen verträgt.
Der Urologe Lothar Weißbach aus Fürth weiß von 400 Euro, die Krankenhäuser in Berlin an niedergelassene Ärzte überweisen, wenn ihnen jene den Mann mit Prostatakarzinom reihenweise auf den OP-Tisch legen. Der Jurist Reinhold Altendorfer kennt Kopfprämien in Höhe von 150 bis 300 Euro: „Sie werden vor allem in Städten, wo der Konkurrenzdruck groß ist, gezahlt“. Berufsrechtlich sei es dem niedergelassenen Arzt zwar verboten für eine bloße Einweisung Geld zu nehmen, doch sei es schwierig die „schwarzen Schafe“ aufzudecken. „Strafrechtlich relevant sind die Kopfprämien nicht“, so Altendorfer. Völlig legitim seien sie, wenn ein Kooperationsvertrag vorliegt, auch wenn darin nur die Gegenleistung vereinbart ist, dass der niedergelassene Arzt seinen Patienten im Krankenhaus besucht.
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„Wir vergüten keine Einweisungen, das haben wir auch gar nicht nötig“, betonte Detlev Michael Albrecht, Chef der Uni-Klinik Dresden. Die Klinik habe entsprechende Angebote bekommen, sie aber abgelehnt. „In Sachsen sind uns keine Fälle von Einweisungszahlungen, wo keine Leistungen dahinter stehen, bekannt“, erklärte der Vorsitzende der AOK-Sachsen, Rolf Steinbronn. Sollten sie geflossen sein, „dann ist das Geld, das dem Gesundheitssystem zu Lasten des Patienten entzogen wurde.“
„Der Gesundheitsmarkt ist ein Markt wie jeder andere“, machte Peter Oberender, Gesundheitsökonom aus Bayreuth, Patienten klar, wo sie sich bewegen. In den deutschen Kliniken gäbe es 200000 Betten zuviel. Will heißen, die Kliniken kämpfen politisch gewollt zurzeit ums Überleben. „Natürlich müssen die schlechten rausfliegen“, ist der Gesundheitsökonom überzeugt. Die Qualitätsauslese werde es schon richten. Da würden auch keine Fangprämien helfen, die jetzt manche Kliniken zahlen.
AOK-Chef Steinbronn blickt dagegen skeptisch auf den derzeitigen Verdrängungswettbewerb im Gesundheitsmarkt: „Das lange Sterben der Kliniken kostet viel Geld.“ Er plädiert für ein Eingreifen: „Mir wäre es lieber die Politik würde die Überkapazität abbauen.“ Man könne die medizinischen Einrichtungen nicht mit Autowerkstätten vergleichen. „Wir brauchen ein Regulativ, sonst haben wir einen ungezügelten Wettbewerb.“
Ob fünf Prozent aller Klinikeinweisungen oder sogar 25 Prozent mit Schmiergeld belohnt werden, darauf wollte sich keiner der Experten im Podium festlegen. Die hohe Prozentzahl nannte Clemens Ritter von Kempski, Chef der EuromedClinic Fürth, „absurd“. Das würde bedeuten, dass Ärzte bewusst in schlechte Krankenhäuser überweisen und damit Schaden für ihre Patienten in Kauf nehmen würden. Die anwesenden Ärzte quittierten die Aussage mit Beifall. Die abwesenden Patienten, die im Gesundheitsmarkt nicht zum Versandpaket werden wollen, sollten die harten Leistungsparameter wie Sterbe- oder Infektionsrate in einer Klinik erfragen, rät der Chef der Uni-Klinik Dresden. Unwichtig sei, wie gut das Essen schmeckt.
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Grafiken, die Künstler 1989/1990 und 2009/2010 in der Dresdner Grafikwerkstatt druckten, sind bis zum 30. September in der neuen Ausstellung der „Galerie 2. Stock“ im Rathaus zu sehen. Auch wenn die Themen 20 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit nicht vordergründig verarbeitet worden sind, so sind sie doch als Atmosphäre und „Hintergrundleuchten“ spürbar. Grafiken von Klaus Drechsler, Angela Hampel, Eberhard Havekost, Christiane Just, Maja Nagel, Gudrun Trendafilov und Claus Weidensdorfer sind zu sehen. Seit 1958 werden in der Grafikwerkstatt Dresden, Arbeitsmöglichkeiten für Dresdner Künstler angeboten. Geöffnet ist die „Galerie 2. Stock“ montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Mit Kompass und Karte unterwegs zu sein, ist die gewohnte Art, Sachsen wandernd zu entdecken. Jetzt hat die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS) für alle Rucksack-Touristen ein neues Angebot parat: Online-Wanderpläne für die sechs beliebtesten Wanderrouten: Sächsischer Weinwanderweg, Malerweg, Oberlausitzer Bergweg, Vogtland Panorama Weg, Kammtour Erzgebirge-Vogtland und Muldentalwanderweg. Alle wichtigen Details vom Streckenverlauf über Schwierigkeitsgrad bis hin zu Rastplätzen und Entfernungen sowie die gps-Daten sind auf den Wanderseiten zu finden. Wofür die TMGS mit dem Freizeit- und Tourismusportal AlpRegio kooperiert. www.sachsen-tourismus.de
Ab Dezember bekommt Dresden eine Direktflugverbindung mehr. Die Fluggesellschaft easyJet eröffnet am 3. Dezember die Nonstoproute Dresden-Basel. Dreimal wöchentlich - mittwochs, freitags und sonntags - wird vom Flughafen Dresden-Klotzsche der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg angeflogen. Die neuen Flüge in die Schweiz lassen sich ab 8. Juli buchen unter www.easyJet.com
Aeroflot hat die Flugverbindungen zwischen Dresden und Moskau-Scheremetjewo weiter verbessert. Seit Juni bietet die russische Fluggesellschaft einen zusätzlichen Flug am Mittwoch und damit drei Nonstopflüge pro Woche und Richtung an. Der moderne Airbus A319 mit 116 Plätzen startet um 17.20 Uhr, montags bereits um 16.40 Uhr in Dresden. Die Landung in Moskau erfolgt um 21.55 Uhr bzw. am Montag um 21.15 Uhr. In der russischen Hauptstadt hebt die Maschine um 15 Uhr Ortszeit ab und erreicht Dresden um 15.40 Uhr Ortszeit. Den Hin- und Rückflug kostet inklusive aller Steuern und Gebühren ab 211 Euro. Die Flugzeit beträgt rund zweieinhalb Stunden.
Auch in diesem Jahr will Sachsens Umweltministerium mit Postkarten zur Natur des Jahres 2010 den Blick wieder auf bekannte und weniger bekannte Schönheiten unserer heimischen Flora und Fauna lenken. Ausgesucht wurden dafür der Dachs (Tier des Jahres 2010), der Schönbär (Schmetterling d. J.), die Vogelkirsche (Baum d. J.), der Teichmolch (Lurch d. J.), die Herbstzeitlose (Giftpflanze d. J.) und der Efeu (Arzneipflanze d. J.). Die Postkarten kann man sich auf der Internetseite des Umweltministeriums ansehen oder kostenfrei beim Zentralen Broschürenversand der Staatsregierung bestellen: publikationen(at).sachsen.de http://www.natur.sachsen.de
Das Romain-Rolland-Gymnasium Dresden und das Anton-Philipp-Reclam-Gymnasium Leipzig sind die ersten Schulen in Sachsen, die parallel zum deutschen Abitur das Französische Baccalauréat (AbiBac) anbieten. Ab Schuljahr 2010/2011 können sich Gymnasiasten der Klassenstufe zehn, die die vertiefte sprachliche Ausbildung durchlaufen haben, darauf vorbereiten. In den Klassenstufen zehn bis 12 wird dann Französisch auf erhöhtem Niveau unterrichtet. In den letzten drei Jahren vor dem Abitur geht es auch in Geschichte und einem weiteren gesellschaftwissenschaftlichen Fach französischsprachig zu. Dresden kooperiert dabei mit einer Schule in Strasbourg, Leipzig mit einer Schule in Montpellier.
In Dresden-Neustadt entsteht eine neue Tempo-30-Zone westlich der Königsbrücker Straße, die im Süden durch die Antonstraße und im Norden durch den Bischofsweg begrenzt wird. Im Westen reicht sie bis zu den Bahnanlagen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung soll den Durchgangsverkehr fernhalten und die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer erhöhen. In diesem Zusammenhang gibt die Stadt den als Einbahnstraße ausgewiesenen Dammweg zwischen Eschenstraße und Bischofsweg in beiden Richtungen für den Radverkehr frei und schafft damit eine Alternative zur belebten Königsbrücker Straße. Das Parken entfällt dafür auf diesem Abschnitt des Dammweges.
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