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Wozu aufregen. Datenhandel sei wie Briefmarken sammeln, meint der Stuttgarter Kabarettist Matthias Richling. Ein Geburtsdatum doppelt eigne sich zum Tausch. Und wenn die Telekom alsbald den Bundesinnenminister stellt, müsse man sich nicht wundern. Dagegen mag der Landtagsabgeordnete und Stadtrat der Grünen in Dresden, Johannes Lichdi, nicht über den potentiellen Missbrauch von Personendaten witzeln. „Legen Sie Widerspruch gegen die Weitergabe Ihrer Daten bei Ihrem Einwohnermeldeamt ein“, ruft der Politiker zum Widerstand gegen den Adresshandel der Kommunen auf.
Aus aktuellem Anlass müsse man sofort reagieren. Wer im Vorfeld der Stadtratswahl am 7. Juni beispielsweise keine Nazipost im Briefkasten haben möchte, muss bis zum 7. Januar auf dem Meldeamt in der Theaterstraße die Datenübermittlung an Parteien und Wählervereinigungen sperren lassen. Denn nach § 33 des sächsischen Meldegesetzes können Parteien sechs Monate vor einer Wahl Adresse und Namen aller Personen einer bestimmten Altersgruppe in einem Wohngebiet vom Meldeamt erfragen. Lichdi verweist darauf, dass Datensätze von 100 BürgerInnen nach dem Motto „Im Dutzend billiger“ schon ab 50 Cent je Datensatz von den Parteien gekauft werden können. Möglicherweise erübrigt sich der persönliche Widerspruch, wenn heute im Verwaltungsausschuss der Antrag der Grünen Fraktion auf kommunale Datensperre angenommen wird. Danach dürften die Meldeämter nur dann Personendaten an Adresshändler oder Parteien übermitteln, wenn die Einwilligung der Betroffenen vorliegt.
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Darüber hinaus fordern die Bündnisgrünen im Landtag eine Änderung des sächsischen Meldegesetzes. „Zum besseren Schutz der Bürgerinnen und Bürger wollen wir sicherstellen, dass die Weitergabe ihrer Namen und Adressen generell von der vorherigen Einwilligung abhängig gemacht wird“, erklärt Johannes Lichdi. Denn vielen Menschen sei nicht bewusst, dass ihre Daten von der öffentlichen Hand auf der bisherigen gesetzlichen Grundlage ganz legal gegen eine Gebühr von fünf Euro an Dritte verkauft werden: an private Marktforschungsinstitute, an Parteien für Wahlwerbung, an Religionsgemeinschaften, an die Presse für die Veröffentlichung von Ehe- und Altersjubiläen oder für Adressbuchdateien etc. Die Stadt Dresden verdiente 2007 mehr als 300000 Euro am Handel mit den Daten ihrer Einwohner.
Sogar vom heimischen Computer kann schon bald jeder eine Anfrage zu einer bestimmten Person ohne Nachweis eines berechtigten Interesses stellen. Die Sächsische Anstalt für kommunale Datenverarbeitung (SAKD) mit Sitz in Bischofswerda erarbeitete nämlich eine Online-Ausgabe des Kommunalen Kernmelderegisters. Darin sind alle Sachsen mit Name, Adresse, Geburtstag und –ort sowie Familienstand und weiteren Daten erfasst. „Seit 2. Januar steht das Zentralregister den Behörden zur Online-Abfrage zur Verfügung“, so Thomas Weber, Direktor der SAKD. Privatpersonen müssten noch auf die Freischaltung warten. Doch auch sie könnten fest mit dem Auskunftsdienst rechnen.
Gegen eine Gebühr von fünf Euro könnten auch Private den Auskunftsdienst online nutzen. Eine Gefahr, dass windige Geschäftsleute den Service missbrauchen könnten, sieht der Direktor der SAKD nicht. Für eine Nachfrage müssten Vor- und Nachname sowie das Geburtsdatum oder der Geburtsort der gesuchten Person bekannt sein. Das erschwere die Suche für Fremde. Den automatischen Onlineabruf ihrer Daten von Privaten könnten die Sachsen nicht mit einem Einspruch bei der SAKD, sondern nur bei den Meldeämtern vor Ort verhindern.
Die Bündnisgrünen empfehlen für den Widerspruch das Formular des sächsischen Datenschützers zu verwenden, weil es am umfänglichsten ist und auch eine Widerspruchsmöglichkeit für einfache Melderegisterauskünfte zu Werbezwecken enthält. In den Formularen der Kommunen fehle diese Möglichkeit zum Teil.
Download der PDF von www.johannes-lichdi.de
Download der PDF von www.dresden.de
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Die Fans von Elton John sollten ihre Karte zum großen Open-Air-Sommerkonzert am 3. Juli auf dem Dresdner Theaterplatz nicht achtlos wegwerfen, denn in dem Ticket steckt ein Mehrwert. Damit kann man vor oder nach dem Konzert bis 15. August eines der Museen der Staatlichen Kunstsammlungen besuchen, außer dem Historischen Grünen Gewölbe. Die Kombination von Konzert- und Museumsbesuch können die Staatlichen Kunstsammlungen durch die finanzielle Unterstützung der Sparkassen-Finanzgruppe anbieten.
Das für den 4. Juli vorgesehene Konzert der Dresdner Philharmonie am Elbufer mit Waltraud Meier und Rafael Frühbeck de Burgos entfällt, teilt die Philharmonie mit. Aufgrund des Hochwassers der Elbe musste die Bühne am Elbufer abgebaut werden. Es besteht keine Möglichkeit, das Konzert kurzfristig an einen anderen Ort zu verlegen oder zu einem anderen Zeitpunkt nachzuholen. Tickets können daher an den Vorverkaufsstellen, wo sie erworben wurden, zurückgegeben werden. Die Filmvorführungen finden trotzdem statt. Die Veranstalter bauten eine mobile kleinere Leinwand auf, um sie bei anhaltend steigendem Pegel schneller demontieren zu können.
Der Zentralrat der Juden in Deutschland vergab erstmals den Paul-Spiegel-Preis. Die hohe Ehrung für Zivilcourage im Kampf gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus durfte als erster Preisträger Sachsens Polizeichef Bernd Merbitz in der neuen Dresdner Synagoge entgegen nehmen. Gewürdigt wird sein engagierter Einsatz gegen den braunen Sumpf in Sachsen. Merbitz war lange Jahre der erste Chef der 1991 gegründeten Sonderkommission gegen Rechtsextremismus. Der heute 53-Jährige baute in dieser Funktion eine schlagkräftige Polizeitruppe auf, die die rechte Szene in die Schranken wies.
Nach der neuen Direktverbindung Dresden-Moskau mit Aeroflot ab 3. Juli geht im Spätsommer eine zweite neue Fluglinie von Dresden Richtung Osteuropa an den Start. Die polnische Regionalfluggesellschaft Jet Air fliegt ab 7. September fünfmal pro Woche zwischen Dresden und Warschau. Die 18-sitzigen Maschinen machen dabei einen Zwischenstopp in Zielona Góra (Grünberg). Die Reisezeit beträgt insgesamt 2 Stunden und 10 Minuten. Die Flugzeuge starten montags bis freitags um 6.35 Uhr in Dresden und erreichen um 7.15 Uhr Zielona Góra Babimost. Weiter nach Warschau geht es um 7.30 Uhr. In der polnischen Hauptstadt erfolgt die Landung um 8.45 Uhr auf dem Frédéric Chopin Airport (Terminal 1). In Warschau startet Jet Air montags bis donnerstags und sonntags um 18.50 Uhr Richtung Dresden. Nach der Zwischenlandung in Zielona Góra um 20.05 Uhr landen die Flugzeuge um 21 Uhr in Dresden.
Der Staudengarten am Königsufer wird denkmalgerecht rekonstruiert. Bis November werden neue Stauden und Bäume gepflanzt, Bänke aufgestellt und das in den fünfziger Jahren angelegte zentrale Wasserbecken saniert sowie Mauern und Wege instand gesetzt. Finanziert wird das 380000 Euro teure Vorhaben mit Mitteln aus dem Bund-Länder-Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“. Sowohl der Staudengarten als auch der bereits rekonstruierte Rosengarten am Königsufer stehen als Kulturdenkmal unter Schutz.
Unter dem Titel „Hellerau – Die Idee vom Gesamtkunstwerk“ lädt noch bis 30. Juli eine Ausstellung zum 100. Geburtstag der Gartenstadt in den Lichthof des Rathauses ein. Die Schau des Deutschen Werkbundes Sachsen e.V. berichtet nicht nur von der großartigen Vergangenheit, dem Dreiklang von Siedlung, Deutschen Werkstätten und Festspielhaus, als Hellerau vor dem ersten Weltkrieg für kurze Zeit zum kulturellen Mittelpunkt Europas wurde. Auch die verschiedenen historischen Schichten werden zueinander in Beziehung gestellt – das gibt den jetzigen Akteuren die Möglichkeit, ihre Konzepte und Visionen vorzustellen. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, geöffnet hat der Lichthof montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Noch bis 24. Juli ist im Stadtarchiv, Elisabeth-Boer-Straße 1, die Ausstellung „Peter Götz Güttler. Gegossene Sichten und Welten. Medaillen und andere Objekte.“ zu sehen. Aus Anlass seines 70. Geburtstages organisierte das Münzkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen gemeinsam mit dem Stadtarchiv diese große Personalausstellung. Peter Götz Güttler ist einer der produktivsten und ideenreichsten Medaillenkünstler Deutschlands. Für Dresden entwickelte er mehrere bedeutende Werke, wie die Ehrenmedaille, die zweithöchste Auszeichnung der Stadt für herausragende Bürgerinnen und Bürger, und den Kunstpreis Dresdens in Form eines zweigeteilten Bronze-Apfels. Dienstags und donnerstags von 9 bis 18 Uhr, mittwochs von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr hat die Ausstellung geöffnet.
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