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Dresdner News

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Umstrittener teurer Eventmanager Köhler

26. Juni. 2009
26.Juni 2009
Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) setzte den Wolfgang Köhler (CDU) heute im Stadtrat als teuer eingekauften Messechef und Evenmanager durch.

Helma Orosz und Wolfgang Köhler Foto: Holland

Dresden soll „ein international bedeutender Veranstaltungsort“ werden. An große sportliche Ereignisse und Shows ist gedacht. Welche genau das sein könnten, soll der ehemalige sächsische Olympia-Staatssekretär und Ex-Oberbürgermeister von Riesa, Wolfram Köhler, im Auftrag der Stadt bis zum 1. September 2010 in einem Konzept niederschreiben. Doch eine in der Sache logische Auftragsvergabe an den jetzt in Florida agierenden selbstständigen Veranstaltungsmanager fand heute im Stadtrat nicht statt. Wolfram Köhler wird zum 1. September als exorbitant hoch bezahlter Chef der Dresdner Messe und als Eventmanager für alle städtischen Veranstaltungsstätten fest angestellt.

Gegen den heftigen Widerstand der Linken, Grünen und SPD stimmten CDU, FDP, Linksfraktion.PDS und Bürgerfraktion für die Berufung. Der Streit entzündete sich an dem unkündbaren 5-Jahresvertrag und einem Jahresgehalt von 250000 Euro. Das ist mehr als Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) verdient, sie nennt lediglich ein Jahresgehalt von rund 100000 Euro ihr Eigen. Denn trotz zusätzlich im Vertrag ausgehandelten Flugreisen auf Steuerkosten und zugebilligtem  Spesenkonto und  Dienstwagen werden Wolfram Köhler außer dem Konzept keine konkreten Erfolge abverlangt.

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„Sie wollen sich fünf Jahre auf einen Mann festlegen“, warf Stephan Kühn von den Grünen der Oberbürgermeisterin eine fahrlässige Personalentscheidung vor. Denn in den Augen der Grünen ist „Köhler der falsche Mann für Dresden“. Dass er als Oberbürgermeister aus der abgewirtschafteten Stahlstadt Riesa durch den Bau einer Sportarena und die Einwerbung internationaler Wettkämpfe eine überregional beachtete Sportstadt machte, beeindruckt die Grünen nicht. Für Dresden werde eine Person gebraucht, die zum Image der Kultur- und Wissenschaftsstadt passt, der beispielsweise wissenschaftliche Großkongresse in die Dresdner Messe holt. „Ein Selbstdarsteller in Lederjacke könnte überbezahlt sein“, meint Karl-Heinz Gerstenberg.

Die Linken hatten bereits zuvor versucht, die Personalie zu kippen. Ihr Antrag, die Entscheidung bis nach der Sommerpause zu vertagen, fand jedoch keine Mehrheit. Dafür zeigt ihr Vorstoß beim Verwaltungsgericht Wirkung. Sie erreichten eine einstweilige Verfügung. Danach darf die Oberbürgermeisterin trotz des mehrheitlichen Stadtratsvotums Köhler nicht einstellen, bis das Gericht in der Sache geurteilt hat. Die Linken sehen ihr Mitwirkungsrecht an der Personalentscheidung verletzt. „Uns wurde der Vertrag nicht vorgelegt“, kritisiert Fraktionschef André Schollbach die Rathauschefin. Das sei ein Unding angesichts der finanziellen Auswirkungen für die Stadt. Schollbach nannte das eine „Politik nach Gutsfrauenart“.

In der Tat erfolgte Köhlers Berufung nicht mit einer Personalvorlage in nichtöffentlicher Sitzung, wie es sonst üblich ist, sondern über eine öffentliche Vorlage zur Neustrukturierung des städtischen Veranstaltungsmanagements mit Allgemeinplätzen wie eben „Dresden zu einem international bedeutsamen Veranstaltungsort zu etablieren“. Ohne ein entsprechendes Budget wird da wohl auch ein superbezahlter Manager nicht weit kommen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, was machen eigentlich Dresdens Bürgermeister für Kultur, Wirtschaft und Sport? Ihre vorzeitige Versetzung in den Ruhestand stellte Helma Orosz noch nicht zur Diskussion.

(Brigitte Holland)

Kommentare

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Angelika

Am 27. Juni. 2009 um 19:22 Uhr

Lieber sollte man sich doch junge Leute mit ins Boot holen, welche der ganzen Angelegenheit neue Anreize, Ideen und Frische verleihen würden...
aber diesartige Kooperationen scheinen angesichts dieser Tatsachen eher nicht willkommen zu sein. Schade eigentlich.
Nun kann man nur alle Hoffnungen in eine vereinzelte Person stecken, an welchem das Schicksal einer ganzen Stadt hängt...Hoffentlich wird er seiner Entlohnung gerecht.

 
 

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