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„Todesstrafe für die Selbstmörderin“

18. March. 2011
18.March 2011
Das Cover zum Buch „Todesstrafe für die Selbstmörderin“ von Heidrun Hannusch aus dem Berliner Links Verlag.

Cover zum Buch Foto: Links Verlag

Sie recherchierte akribisch im London dieser Tage, um zu verstehen, was die Dresdnerinnen Irene Coffee und ihre Mutter Margarete Brann im Herbst 1941 in den Freitod trieb. Die Journalistin Heidrun Hannusch, die schon viele jüdische Schicksale dem Vergessen entriss, rekonstruiert in ihrem ersten Buch „Todesstrafe für die Selbstmörderin“ einen bizarren Rechtsfall: Irene Coffee, die Tochter, überlebte den Selbstmordpakt. Sie wurde aber auf Grund eines Gesetzes, das in abgeschwächter Form noch heute in Großbritannien gilt, zum Tode verurteilt. Die Dresdner Autorin erzählt ein spannendes Kapitel Zeitgeschichte. Die englische Zeitung „The Intependent“ spricht sogar von einem „beschämenden der britischen Kriegsjustiz“.

 „Im bekannten Strafgerichtshof Old Bailey, wo noch heute Londons Kapitalverbrechen verhandelt werden, kann man erstaunliche Begegnungen erleben. Im November 2009 saß ich dort im hohen kargen Warteraum“, berichtet Heidrun Hannusch in der ZEIT ausführlich über ihre Suche nach authentischen Orten und nach Zeitzeugen. Der Gerichtssaal 4 des Old Bailey war Schauplatz der leidvollen Geschichte der Irene Coffee, die 1937/38 zusammen mit ihrer Mutter vor den Nazis aus Dresden  geflüchtet war. Doch selbst in England fühlten sich die jüdischen Emigrantinnen vor Hitler nicht sicher.

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Über 70 Jahre später traf Heidrun Hannusch in London  David Lewin, den Jugendfreund von Irenes Neffen. Lewin hatte im Auftrag der Familie zu forschen begonnen und Zugang zu den Polizei- und Justizakten erlangt. Die 200-seitige Akte mit den Abschiedsbriefen der beiden Frauen, den Polizeiberichten vom Tatort, den Berichten von Ärzten und Pathologen und der Richteransprache wurde die wichtigste Quelle der Autorin. Durch Rückblenden auf die persönliche Vorgeschichte und den historischen Kontext von Krieg und Emigration gelingt ihr eine einfühlsame Rekonstruktion des Tathergangs, die in allen Details verbürgt ist.

Doch während der einjährigen Recherche entdeckte die Autorin, dass die Story kein tragisches Einzelschicksal in verwirrenden Zeiten ist. Indem sie Parallelen zu vergleichbaren Selbstmordpakten zieht, weitet sie die Sicht auf das Thema. Und die Dresdner Debütantin im Literaturgeschäft vermag auch zu zeigen, dass es manchmal nur einige wenige, scheinbar belanglose Umstände auf dem Lebensweg sind, die über Glück oder Unglück, Leben oder Tod entscheiden und aus einem typischen ein einzigartiges Schicksal machen. Übrigens spielt der stotternde König, der gerade im Film „The Kings Speech“ porträtiert wird, im Buch eine wichtige Rolle. Georg VI. begnadigte Irene Coffee.

Heidrun Hannusch liest am 30. März, 20 Uhr in der Dresdner Thalia-Buchhandlung, Dr-Külz-Ring 12.

(Hd.)

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Neue Direktfluglinie Dresden – Hamburg

Hamburg und Dresden  rücken enger zusammen, dank einer neuen Direktfluglinie. Die Bremer Regionalfluggesellschaft OLT Express Germany bedient die Strecke mit täglichen Flügen. Montag und Freitag heben die 50sitzigen Propellermaschinen vom Typ Saab 2000 sogar dreimal in Dresden und Hamburg  ab. Die Flugzeit beträgt 60 Minuten. Obwohl Dresden und Hamburg bereits seit über 20 Jahren Partnerstädte sind, waren sie bisher nicht im Direktflug erreichbar. Als Eröffnungsangebot ist der Hin- und Rückflug 199 Euro pro Person buchbar. www.oltexpress.de

Heiraten im Kulturrathaus

Brautpaare, die gern im Dresdner Barockviertel heiraten möchten, können sich ab Juni im Kulturrathaus, Königstraße 15, das Ja-Wort geben. Ihnen steht für die Eheschließung der Fritz-Löffler-Saal mit seiner historischen Holzbalkendecke zur Verfügung. Er bietet bis zu 144 Gästen Platz und verfügt über eine wunderbare Akustik. Für die musikalische Umrahmung kann der vorhandene Flügel genutzt werden. Von Mai bis Oktober immer samstags von 9 bis 13 Uhr können künftig im Kulturrathaus Ehen geschlossen werden. Die Termine vergibt das Standesamt Dresden, Goetheallee 55.  www.dresden.de/heiraten

Zum Geburtstag freier Eintritt in die Kunstsammlungen

Wer Geburtstag hat, bekommt üblicherweise Geschenke. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) beschenken seit diesem Jahr ihre Besucher an deren jeweiligem Geburtstag mit freiem Eintritt. „Geburtstagskinder“ jeden Alters legen an der Kasse ihren Personalausweis vor und erhalten an dem Tag freien Eintritt in alle Museen der SKD an den Standorten Dresden, Leipzig und Herrnhut. Diese Regelung gilt auch für das Historische Grüne Gewölbe und sämtliche Sonderausstellungen.

Online-Kalender der Dresdner Wissenschaft

Immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein, heißt auch, zu wissen, woran die Forscher arbeiten. Mit dem Start des Dresden Science Calendar werden alle wissenschaftlichen Veranstaltungen im Raum Dresden auf einen Blick zugänglich gemacht. Im Rahmen des Wissenschaftsnetzwerkes DRESDEN-concept und in Kooperation mit der Stadt  und der Sandstein Neue Medien GmbH ist eine für den Informationsaustausch über wissenschaftliche Veranstaltungen maßgeschneiderte Internetplattform entstanden. Jeder, einschließlich der wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit, kann alle Ankündigungen nach verschiedenen Kriterien gefiltert abrufen. Die Internetplattform bietet auch Schnittstellen an, um relevante Vorträge zu einmal ausgewählten Suchkriterien und persönlichen Interessen automatisch vorzusortieren und regelmäßig strukturierte Benachrichtigungen per RSS-feed, iCal-Kalenderabonnement oder über andere Datenkanäle zu erhalten. Der Dresden Science Calendar ergänzt damit die bestehenden Ankündigungssysteme der einzelnen Institute, aus welchen die Informationen automatisch synchronisiert werden. www. wissenschaft.dresden.de/calendar

Dresdner Stadt-Atlas

Kurz und knapp stellt sich Dresden im Stadt-Atlas vor. Er enthält Straßen- und Wegekarten und Informationen zum öffentlichen Nahverkehr. Er gibt Auskunft, wo sich öffentliche und kulturelle Einrichtungen, Fußgängerzonen, öffentliche Toiletten, Einbahnstraßen, Parkplätze und Taxi-Standorte befinden. Darüber hinaus empfiehlt der Stadt-Atlas mit Text, Karte und 3D-Ansicht einen Stadtrundgang durch die Altstadt und die Neustadt von Dresden. Ein weiterer Teil des Stadt-Atlasses befasst sich mit 20 Jahren Kommunalentwicklung. Daten, Karten und Statistiken beschreiben die Entwicklung, zum Beispiel von Wohnungsbau, Verkehrsprojekten, Natur- und Denkmalschutz. Alte und neue Luftbilder werden gegenübergestellt. Die Broschüre im A4-Format umfasst 98 Seiten und kostet 5,35 Euro. Sie ist erhältlich in ausgewählten Buchhandlungen und im Kundenservice des Städtischen Vermessungsamtes, World Trade Center, Ammonstraße 74, 2. OG, Zimmer 2852, Telefon 4 88 41 38 oder 4 88 41 16, Fax 4 88 39 64, E-Mail vermessungsamt-ks@dresden.de. Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr.  www.dresden.de/online-shop.

Justiz-Auktion im Internet

Die sächsische Justiz versteigert beschlagnahmte oder gepfändete Gegenstände auch via Internet. Sachsens Justizminister Martens (FDP) verspricht sich dadurch „bessere Verkaufschancen und höhere Erlöse im Interesse von Gläubigern und Schuldnern“. Sachsen nutzt zusammen mit anderen Bundesländern eine extra dafür eingerichtete Internetplattform, die rund um die Uhr von Interessenten zu erreichen ist, unter www.justiz-auktion.de

 

Klettern in der Sächsischen Schweiz weiter erlaubt

Im Naturschutzgebiet Sächsische Schweiz dürfen Klettersportler die Felsen erklimmen. Der Landtag passte dafür das Landesumweltrecht an das neue Bundesrecht unter Beibehaltung landesrechtlicher Regelungen an. „So wäre es zum Beispiel nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, in der Sächsischen Schweiz Klettersport zu betreiben“, so Umweltminister Frank Kupfer (CDU). „Das Felsklettern in der Sächsischen Schweiz hat eine lange Tradition. Die Sportverbände arbeiten aktiv im Naturschutz mit und betreiben ihren Sport sehr verantwortungsvoll“, erklärt der Minister, weshalb Sachsen mit der Gesetzesanpassung das Verbot umging.

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