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Dresdner News

Qimonda droht das Aus, die Politik soll´s richten

12. November. 2008
12.November 2008

Die Krise um den Speicherchip-Hersteller Qimonda erreicht eine neue Dimension. Die finanzielle Schieflage ist größer, als bisher beschrieben, fand die Süddeutsche Zeitung heraus. Das gesamte Unternehmen mit 13000 Mitarbeitern, einschließlich seines Standortes in Dresden, sei wegen der „prekären wirtschaftlichen Situation“ gefährdet, zitiert die Münchner Zeitung in ihrer Ausgabe vom 10. November Arbeitnehmervertreter. In einem der Redaktion vorliegenden Rundbrief an die Mitarbeiter warnen sie die Belegschaft: „Das Ausmaß der Probleme bedroht die Existenz des Unternehmens". Ein Qimonda-Sprecher widersprach der Darstellung der Betriebsräte nicht und erklärte: „Die Situation ist sehr ernst, die Krise der Branche dramatisch."

Die Recherche der Süddeutschen Zeitung ergab, dass sich hochrangige Qimonda-Betriebsräte und –Manager schon Ende Oktober zu einem Krisengespräch mit Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) in München getroffen hatten. Bei diesem geheimen Meeting stellten sich die Qimonda-Manager selbst das Armutszeugnis aus. Fazit des Gesprächs: Solle die Qimonda-Technologie mitsamt den Arbeitsplätzen nicht aus Europa verschwinden, müsse die Politik handeln und bei der Suche nach einem Investor helfen.

Der Hilferuf aus der Zentrale des finanziell angeschlagenen Chipkonzerns ist in Dresden angekommen, bestätigte Regierungssprecher Peter Zimmermann. Sachsen werde alle "zur Verfügung stehenden Instrumentarien nutzen", um zu helfen, sagte er der SZ in Dresden. Welche das sind, erklärte er allerdings nicht.

Die Infineon-Tochter Qimonda kämpft seit anderthalb Jahren ums Überleben. Der Hersteller von Speicherchips, wie sie in Handys oder Computern eingesetzt werden, ringt mit dem Preisverfall auf dem Markt. Im laufenden Geschäftsjahr 2007/2008 fiel nach Zeitungsberichten ein Verlust von 1,5 Milliarden Euro an. Das Eigenkapital halbierte sich.

Vor diesem Hintergrund verkündete die Konzernspitze im Oktober einen drastischen Stellenabbau, weltweit will das Unternehmen 3000 Stellen liquidieren. In der Dresdner Fabrik sollen bis Ende März 2009 weitere 900 Stellen gestrichen werden, nachdem bereits von Januar bis Ende September 450 Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer gefallen sind.

Der Mutter-Konzern Infineon, der 77,5 Prozent der Qimonda-Aktien hält, lehnt es ab, der Tochter eine Kapitalspritze zu geben. Der SZ in Dresden sagte Infineon-Chef Peter Bauer: Für Qimonda gebe es kein Geld mehr, das brauche Infineon selbst. Notfalls werde er die Qimonda-Aktien verschenken. Doch selbst nach dieser Offerte ist bisher kein rettender Investor in Sicht. Denn Infineon verhandelt seit Monaten ohne Erfolg über den Verkauf seines Anteils an der defizitären Tochter.

 

(Oliver Kern)

Strafanzeigen via Internet

Wer in Sachsen eine Anzeige erstatten will, kann sich jetzt den Gang aufs nächste Revier sparen und stattdessen die Online-Wache der Polizei aufrufen. Unter „www.polizei.sachsen.de" können Mann oder Frau Strafanzeigen von zu Hause oder vom Büro aus per Internet erledigen. Für Notfälle gilt weiter der Polizeiruf 110. Die Online-Wache ergänzt die bisherigen Angebote der sächsischen Polizei im Internet, den persönlichen Kontakt zwischen Bürgern und der Polizei soll sie nicht ersetzen.

Neue Studienplätze für erneuerbare Energien

Sachsens Hochschulen werden 2009 mehr als 100 neue Studienplätze im Bereich der erneuerbaren Energien schaffen, teilt das Wissenschaftsministerium mit. Die TU Chemnitz will im Rahmen des Spitzenclusters „Cool Silicon" einen forschungsbasierten Studiengang Nano-Electronics Systems Engineering als Kooperation zwischen drei Hochschulen des Freistaates aufbauen. Die Spezialisierungen reichen von Energieverfahrenstechnik (TU Bergakademie Freiberg), über nachhaltige Energieversorgungstechnologien (TU Chemnitz) und International Energy Economics and Bussiness Administration (Uni Leipzig) bis zur Lehrveranstaltung zu regenerativen Energien im Studium Generale (TU Dresden). An der Hochschule Zittau/Görlitz stehen Ökologie und Umweltschutz auf dem Lehrplan, die HTW Dresden bietet u.a. Umweltmonitoring an.

Frauenkirche eine Woche geschlossen

Die Dresdner Frauenkirche schließt vom 5. bis 10. Januar. Das Gotteshaus wird gereinigt, beispielsweise werden die Stuck- und Sandsteinprofile vom Staub des zurückliegenden Jahres befreit. Auch der Aufstieg zur Kuppel ist vom 5. bis 7. Januar nicht möglich. Die Aussicht von der Plattform auf den Neumarkt können die Besucher ab 8. Januar wieder von 10 bis 16 Uhr genießen. Zum Gottesdienst mit Taufe am 1. Sonntag nach Epiphanias, am 11. Januar, um 11 Uhr, öffnet die Frauenkirche wieder ihre Türen. Sieben Millionen Menschen besuchten seit der Weihe den berühmten Sakralbau.

Balladen im Lingnerschloss

Die erste Veranstaltung 2009 im Lingnerschloss, Bautzener Straße 132, findet am 9. Januar  um 19:30 Uhr statt. "Mondschaf spielt Vagantenlieder - Balladen, Possen und Verse vom Rand" so der Titel des musikalisch-literarischen Theaters mit Jan Deicke und Matthias Hirth am Piano. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Karten gibt es an der Abendkasse und allen Vorverkaufsstellen in Dresden.

Für ein Euro in die Museen der Kunstsammlungen

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ändern zum 1. Januar 2009 die Eintrittspreise. Die Jahreskarte verteuert sich um zehn Euro auf 30 Euro. Damit können die Besucher allerdings zusätzlich zu den Dauerausstellungen auch sämtliche Sonderausstellungen der elf Museen des Verbundes besuchen. Dafür zahlen Junge Leute von sechs bis 18 Jahren ab 2009 nur ein Euro Eintritt, unabhängig davon ob sie mit der Klasse, der Familie oder allein das Museum besuchen. Teurer wird das Kombi-Ticket für die Gemäldegalerie Alte Meister, die Rüstkammer sowie die Skulpturensammlung im Zwinger: Wenn eine Sonderausstellung zu sehen ist, kostet es 10 Euro (ermäßigt 7,50 Euro) mehr.
Freien Eintritt gewähren die Kunstsammlungen zum Weihnachtsfest allen in Sachsen ansässigen Empfängern von Hartz IV und ALG II sowie deren im Bewilligungsbescheid genannten Angehörigen. Sie sind eingeladen vom 22. Dezember bis 8. Februar 2009 beliebig oft die Museen und Sonderausstellungen kostenlos zu besuchen. Alle genannten Regelungen gelten nicht für das Historische Grüne Gewölbe.

Das Wohngeld wird erhöht

Zum 1. Januar 2009 tritt eine Neufassung des Wohngeldgesetzes in Kraft. Damit erhöhen sich nach acht Jahren die Miethöchstbeträge um zehn Prozent und das Wohngeld um acht Prozent. Außerdem werden die Heizkosten in die Berechnung einbezogen. Der Pauschalbetrag richtet sich nach der Zahl der Haushaltsmitglieder. So erhält eine Person 24 Euro und zwei Personen zusammen 31 Euro. Wohngeldbezieher, denen schon bis ins Jahr 2009 Geld bewilligt wurde, brauchen keinen Erhöhungsantrag zu stellen, die Neuberechnung erfolgt automatisch. Einige Arbeitslosengeld-II-Empfänger werden durch das höhere Wohngeld und/oder den Kinderzuschlag ab 1. Januar keinen Anspruch mehr auf finanzielle Hilfe haben, allerdings erst, wenn beides neuberechnet ist, betont die ARGE Dresden. Kontakt: Wohngeldstelle, Junghansstraße 2, Sprechzeit: Dienstag und Donnerstag 8 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr. Das Innenministerium hält eine Informationsbroschüre bereit. Sie ist in den Wohngeldstellen kostenlos erhältlich und außerdem im Internet abrufbar. www.bauen-wohnen.sachsen.de

TechniSat erweitert sich in Dresden

TechniSat will in Dresden seine Entwicklungskapazitäten für neue digitale Produkte der Unterhaltungselektronik, wie LCD-Fernseher, Autoradios und Navigationssysteme, ausbauen. Zu der bereits mehr als 200 Ingenieure umfassenden Entwicklungsmannschaft sollen weitere 100 Entwickler und Ingenieure hinzukommen. Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) freut sich über das „positive Signal in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.“ 1990 hatte das Unternehmen mit Hauptsitz in Daun/Vulkaneifel das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Dresden mit 23 Entwicklern eröffnet und seitdem regelmäßig erweitert. http://www.technisat.de