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Dresdner News

Prager Park statt Wiener Loch in Dresden

15. Juni. 2009
15.Juni 2009
Entwurf des Landschaftsarchitekten Till Rehwaldt für eine künstliche Hügellandschaft in der halbverfüllten Baugrube am Wiener Platz. Blick von der neuen Allee in den tiefer liegenden Prager Park.

Prager Park ins Wiener Loch Grafik: Rehwaldt

Blick von unten aus dem Freiluftrestaurant mit vorgelagerter Veranstaltungsfläche im Prager Park auf die Allee oben auf der Prager Straße.

Das Bonner Loch, der tiefer liegende Bahnhofsvorplatz, steht für verfehlte Stadtplanung. Das ebenfalls schon in Wikipedia beschriebene Wiener Loch in Dresden harrt noch der Bewertung. 8674 Quadratmeter groß und rund sechs Meter tief klafft es am Wiener Platz zum Eingang der Prager Straße wie ein Krater. Touristen musste man schon wiederholt erklären, dass weder eine Naturkatastrophe noch eine Bombe den Trichter verursachte. Nein, die Stadt ließ die gigantische Baugrube vor zehn Jahren auf eigene Kosten ausheben, um so besser einen Käufer für das Grundstück zu finden. Das Kalkül ging jedoch nicht auf. Nun steht die Stadt vor der Entscheidung, das Wiener Loch zu verfüllen.

Denn der letzte verbliebene Investor, der im Oktober 2008 das Bauland in bester Innenstadtlage für 15 Millionen Euro erwerben wollte, trat vom Kaufvertrag zurück. Als Begründung für den Rückzug nannte die HLG Projektmanagement GmbH aus Münster die Wirtschafts- und Finanzkrise. Kurzum, der Projektentwickler fand keine Bank für das 100 Millionen Euro teuere Vorhaben. Insofern wird kein viergeschossiges Einkaufzentrum aus der Baugrube herauswachsen. Die Stadt bleibt zum wiederholten Mal auf dem größten Baufeld am Wiener Platz sitzen. Außer Spesen nichts gewesen. Allein die Sicherung der Baugrube, insbesondere die Abwehr des Grundwassers, kostete der Stadt in den zehn Jahren über drei Millionen Euro.

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War das 1993 mit einem Bebauungsplan für ein Kaufhaus zugeschnittene Grundstück MK 5 schon vor der Wirtschafts- und Finanzkrise schwer vermittelbar, so erst recht mittendrin. Insofern wird der Stadtrat nach der Sommerpause wohl nur noch darüber entscheiden können, ob das Wiener Loch halb oder vollständig zugeschüttet werden soll. Der renommierte Landschaftsarchitekt Till Rehwaldt plädiert für eine halbe Verfüllung, weil er aus dem Millionengrab noch eine Attraktion machen will. An der Prager Straße in Dresden könnte ein Prager Park in der Kellerebene entstehen, mit Restaurants und Veranstaltungsfläche. Das Rockefeller Center in New York, wo auf der tiefer liegenden  Fläche beispielsweise im Winter eine Kunsteisbahn die Massen zum Schlittschuhlaufen lockt, lässt grüßen.

„Wir wollen ein Stück Erzgebirge mitten in die Stadt holen“, erklärt Till Rehwaldt den Grundgedanken für seinen Entwurf. In der halbverfüllten Grube soll eine künstliche Hügellandschaft entstehen, die unterhalb der Prager Straße mit Biergärten und einer Veranstaltungsfläche beginnt. Und weil oben kein Gebäude die Westseite der Prager Straße fasst, schlägt der Landschaftsarchitekt eine begrenzende Allee vor. Unter dem Blätterdach der Bäume könnte nicht nur flaniert, sondern an zeitweiligen Marktständen auch eingekauft werden.

Die Idee vom „Prager Park“ ist nicht neu. Gewerbetreibende, die den Anblick der Baugrube nicht mehr ertragen konnten, baten Till Rehwaldt schon vor zwei Jahren um eine unkonventionelle Lösung. Inzwischen beauftragte die Stadt den Landschaftsarchitekten seinen Entwurf zu überarbeiten. Das heißt, die Rathausspitze denkt nun auch darüber nach, kreativ mit dem Elend am Wiener Platz umzugehen.

Eine Antwort, weshalb die Stadt das größte Baugrundstück am Wiener Platz seit 15 Jahren nicht an den Mann zu bringen vermag, weiß Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) nicht. Tatsache ist, dass es mit dem Tunnel unter dem Wiener Platz und einer Zufahrt unter der Prager Straße äußerst teuer erschlossen ist. Die Idealvorstellung, den Wiener Platz als Stadt-Entree zu gestalten und deshalb den Autoverkehr unter die Erde zu verbannen, nahm zwar Gestalt an, doch potentiellen Bauherren waren die hohen Erschließungskosten stets ein Dorn im Auge. Die Chance, den Problemfall zu lösen, verspielte der oberste Finanzchef im Rathaus, weil er sich 2007 mit dem Investor für eine Operette am Standort nicht über die Höhe der Jahresmiete einigen konnte.

(Brigitte Holland)

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Arbeiten aus der Grafikwerkstatt Dresden

Grafiken, die Künstler 1989/1990 und 2009/2010 in der Dresdner Grafikwerkstatt druckten, sind bis zum 30. September in der neuen Ausstellung der  „Galerie  2. Stock“ im Rathaus zu sehen. Auch  wenn  die  Themen 20 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit nicht vordergründig verarbeitet worden sind, so sind sie doch als Atmosphäre und „Hintergrundleuchten“ spürbar. Grafiken von Klaus Drechsler, Angela Hampel, Eberhard Havekost,   Christiane   Just,   Maja   Nagel,  Gudrun  Trendafilov und Claus Weidensdorfer sind zu sehen. Seit  1958  werden  in  der Grafikwerkstatt Dresden, Arbeitsmöglichkeiten für Dresdner  Künstler  angeboten. Geöffnet  ist  die  „Galerie 2. Stock“ montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Online-Wanderpläne für Sachsen

Mit Kompass und Karte unterwegs zu sein, ist die gewohnte Art, Sachsen wandernd zu entdecken. Jetzt hat die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS) für alle Rucksack-Touristen ein neues Angebot parat: Online-Wanderpläne für die sechs beliebtesten Wanderrouten: Sächsischer Weinwanderweg, Malerweg, Oberlausitzer Bergweg, Vogtland Panorama Weg, Kammtour Erzgebirge-Vogtland und Muldentalwanderweg. Alle wichtigen Details vom Streckenverlauf über Schwierigkeitsgrad bis hin zu Rastplätzen und Entfernungen sowie die gps-Daten sind auf den Wanderseiten zu finden. Wofür die TMGS mit dem Freizeit- und Tourismusportal AlpRegio kooperiert.  www.sachsen-tourismus.de

Ab Dezember nonstop von Dresden nach Basel

Ab Dezember bekommt Dresden eine Direktflugverbindung mehr. Die Fluggesellschaft easyJet eröffnet am 3. Dezember die Nonstoproute Dresden-Basel. Dreimal wöchentlich - mittwochs, freitags und sonntags - wird vom Flughafen Dresden-Klotzsche der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg angeflogen. Die neuen Flüge in die Schweiz lassen sich ab 8. Juli buchen unter www.easyJet.com

Jetzt dreimal pro Woche nonstop Dresden – Moskau

Aeroflot hat die Flugverbindungen zwischen Dresden und Moskau-Scheremetjewo weiter verbessert. Seit Juni bietet die russische Fluggesellschaft einen zusätzlichen Flug am Mittwoch und damit drei Nonstopflüge pro Woche und Richtung an. Der moderne Airbus A319 mit 116 Plätzen startet um 17.20 Uhr, montags bereits um 16.40 Uhr in Dresden. Die Landung in Moskau erfolgt um 21.55 Uhr bzw. am Montag um 21.15 Uhr. In der russischen Hauptstadt hebt die Maschine um 15 Uhr Ortszeit ab und erreicht Dresden um 15.40 Uhr Ortszeit.  Den Hin- und Rückflug kostet inklusive aller Steuern und Gebühren ab 211 Euro. Die Flugzeit beträgt rund zweieinhalb Stunden.

Tiere und Pflanzen des Jahres auf Postkarten

Auch in diesem Jahr will Sachsens Umweltministerium mit Postkarten zur Natur des Jahres 2010 den Blick wieder auf bekannte und weniger bekannte Schönheiten unserer heimischen Flora und Fauna lenken. Ausgesucht wurden dafür der Dachs (Tier des Jahres 2010), der Schönbär (Schmetterling d. J.), die Vogelkirsche (Baum d. J.), der Teichmolch (Lurch d. J.), die Herbstzeitlose (Giftpflanze d. J.) und der Efeu (Arzneipflanze d. J.).  Die Postkarten kann man sich auf der Internetseite des Umweltministeriums ansehen oder kostenfrei beim Zentralen Broschürenversand der Staatsregierung bestellen:  publikationen(at).sachsen.de http://www.natur.sachsen.de

Französisches Abi jetzt auch in Sachsen

Das Romain-Rolland-Gymnasium Dresden und das Anton-Philipp-Reclam-Gymnasium Leipzig sind die ersten Schulen in Sachsen, die parallel zum deutschen Abitur das Französische Baccalauréat (AbiBac) anbieten.  Ab Schuljahr 2010/2011 können sich Gymnasiasten der Klassenstufe zehn, die die vertiefte sprachliche Ausbildung durchlaufen haben, darauf vorbereiten. In den Klassenstufen zehn bis 12 wird dann Französisch auf erhöhtem Niveau unterrichtet. In den letzten drei Jahren vor dem Abitur geht es auch in Geschichte und einem weiteren gesellschaftwissenschaftlichen Fach französischsprachig zu. Dresden kooperiert dabei mit einer Schule in Strasbourg, Leipzig mit einer Schule in Montpellier.

Neue Tempo-30-Zone in Dresden-Neustadt

In  Dresden-Neustadt  entsteht  eine neue Tempo-30-Zone westlich  der Königsbrücker Straße, die im Süden durch die Antonstraße und im Norden durch den Bischofsweg begrenzt wird. Im Westen reicht sie bis  zu  den Bahnanlagen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung   soll  den  Durchgangsverkehr  fernhalten und die Verkehrssicherheit   für Fußgänger und Radfahrer erhöhen. In diesem Zusammenhang gibt die Stadt den als Einbahnstraße ausgewiesenen Dammweg  zwischen Eschenstraße und Bischofsweg in beiden Richtungen für den Radverkehr  frei  und  schafft  damit eine Alternative zur belebten Königsbrücker  Straße.  Das  Parken entfällt dafür auf diesem Abschnitt des Dammweges.