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Dresden sucht am 8. Juni einen neuen Oberbürgermeister oder eine neue Oberbürgermeisterin. Genügend plakative Spuren für eine Entscheidung sind in der Stadt ausgelegt. Der Fotograf von Helma Orosz legte sich mächtig ins Zeug. Die weich ausgeleuchtete und makellos gefilterte Kandidatin der CDU blickt wie ein Top-Modell von den Plakaten. Dresden sucht allerdings nicht den Superstar oder die Supernanny. Natürlich brächte Helma Orosz die besten Voraussetzungen für eine Supernanny mit. Sachsen Sozialministerin ist gelernte Kindergärtnerin. Doch am 8. Juni geht es um die Wahl des besten Kopfes an der Spitze der Stadtverwaltung und nicht um Äußerlichkeiten.
Die CDU setzt ganz offensichtlich auf die Prominenz von Helma Orosz als Sozialministerin, um den Chefsessel im Rathaus zurückzuerobern. Den Posten verloren die Christdemokraten mit der Abwahl von Herbert Wagner vor sieben Jahren. Ein Bündnis von mehreren Parteien einigte sich bei der OB-Wahl 2001 auf einen Kandidaten, nämlich Ingolf Roßberg von der FDP, um die seit 1991 währende Allmacht der CDU im Dresdner Rathaus zu brechen. Das gelang jedoch nicht, da die CDU-Fraktion 2001 noch stark genug war, sechs von sieben Bürgermeisterposten mit Männern ihrer Wahl zu besetzen.
Wenn Helma Orosz mit einer Postwurfsendung den Dresdnerinnen und Dresdnern jetzt schreibt, „die Zeit ist reif für einen Neubeginn. Ich trete an, die Potenziale unserer Stadt zu wecken“, stellt sich die Frage, was haben die sechs CDU-Bürgermeister im Rathaus sieben Jahre lang getan. Sie hatten es in der Hand all das zu tun, was Helma Orosz jetzt in ihrem Wahlprogramm fordert, beispielsweise für „transparente und schnelle Verwaltungsabläufe zu sorgen“ oder endlich „die Sanierung der Königsbrücker und Bautzner Straße voranzutreiben“. Ihr Wahlprogramm liest sich, als hätte es einer vom linken oder grünen Lager, also von der Opposition im Stadtrat, geschrieben.
Und die Kandidatin der CDU versucht sich mehrmals an der Quadratur des Kreises, so will sie einerseits keine Schulden machen, andererseits verspricht sie der Philharmonie einen neuen Konzertsaal, der Staatsoperette ein Domizil im Zentrum der Stadt, Investitionen für das Theater der Jungen Generationen und vieles mehr allein im kulturellen Bereich, was jeweils mehrere Millionen Euro kostet. Kitas und Schulen liegen der Sozialministerin natürlich auch am Herzen. Doch allein die Modernisierung der Dresdner Schulen kostet nach Berechnungen der Stadtverwaltung 600 Millionen Euro.
Auch Helma Orosz könnte als Dresdner Oberbürgermeisterin nur ausgeben, was ihr Kämmerer verantworten kann. Da nützen gute Beziehungen zur Staatsregierung nichts, zumal ihr Förderer, Georg Milbradt (CDU), ihr gerade abhanden gekommen ist. Der Ex-Ministerpräsident holte die CDU-Politikern, die 1990 von der Sozialdezernentin im Landkreis Weißwasser 2001 zur Oberbürgermeisterin von Weißwasser aufgestiegen war, 2003 nach Dresden in sein Kabinett. Die Rolle der Sozialministerin füllte Helma Orosz stets selbstbewusst aus. Sie repräsentiert in jedem Fall besser als einige Noch-Ministerkollegen. Und sie redet gern staccato, das klingt dynamisch. Vielleicht wird im Dresdner Rathaus ja wirklich mal eine pädagogisch harte Hand gebraucht?
Die dürfte Helma Orosz aber keineswegs gegen die Waldschlösschenbrücke richten. Sie befürwortet das umstrittene Verkehrsprojekt. „Ich werde darauf drängen, dass der wichtige Verkehrszug Waldschlösschenbrücke in der überarbeiteten Fassung zügig fertig gestellt wird“, betont sie in Punkt neun ihres Wahlprogramms. Aber gleichzeitig will sie sich für den Erhalt des Weltkulturerbetitels einsetzen. Da gaukelt die CDU-Kandidatin den Wählerinnen und Wählern etwas vor. Schließlich verlautete aus dem Pariser Welterbebüro schon mehrmals, Brücke und Welterbe am Waldschlösschen schließen sich gegenseitig aus.
Trotzdem feiern die Umfragen eines Dresdner Kommunikationsinstituts Helma Orosz bereits als Siegerin der Oberbürgermeisterwahl. Korrigiert ist inzwischen die Nachricht, sie würde es gleich im ersten Wahlgang schaffen. Zu hoch geschätzt wurden offensichtlich die Stimmen aus dem linken Lager. Denn seit 2006 gibt es im Dresdner Stadtrat eine Koalition aus CDU und den rechten Linken, die gemeinsam für den Verkauf der städtischen Wohnungsgesellschaft stimmten. Helma Orosz ist die Kandidatin der sogenannten „Woba-Koalition“, scherzhaft auch neue „Nationale Front“ genannt.
Zur Person:
Helma Orosz, geboren am 11. Mai 1953 in Görlitz, geschieden, eine Tochter.
Ausbildung:
1969 Abschluss der 10. Klasse der Oberschule in Görlitz
1969 bis 1972 Studium an der medizinischen Fachschule Görlitz, Abschluss als Krippenerzieherin
Beruflicher Werdegang
1975 Aufnahme der Tätigkeit als stellvertretende Krippenleiterin
1976 bis 1978 Qualifizierung an der Betriebsakademie Cottbus zur Krippenleiterin
1979 bis 1989 Leitung einer Kindereinrichtung
1989 bis 1990 Leiterin der Kreiskrippenvereinigung Weißwasser
1990 bis 1994 Gesundheits- und Sozialdezernentin im Landkreis Weißwasser
1994 bis 2001 Gesundheits- und Sozialdezernentin im Landkreis Niederschlesien/Oberlausitz
1998 bis 2001 berufsbegleitendes Studium an der Verwaltungsakademie Bautzen, Abschluss „Verwaltungsbetriebswirtin“
2001 bis 2003 Oberbürgermeisterin der Stadt Weißwasser
2003 Sozialministerin
2007 Umzug von Weißwasser nach Dresden
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Wer Geburtstag hat, bekommt üblicherweise Geschenke. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) beschenken seit diesem Jahr ihre Besucher an deren jeweiligem Geburtstag mit freiem Eintritt. „Geburtstagskinder“ jeden Alters legen an der Kasse ihren Personalausweis vor und erhalten an dem Tag freien Eintritt in alle Museen der SKD an den Standorten Dresden, Leipzig und Herrnhut. Diese Regelung gilt auch für das Historische Grüne Gewölbe und sämtliche Sonderausstellungen.
Immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein, heißt auch, zu wissen, woran die Forscher arbeiten. Mit dem Start des Dresden Science Calendar werden alle wissenschaftlichen Veranstaltungen im Raum Dresden auf einen Blick zugänglich gemacht. Im Rahmen des Wissenschaftsnetzwerkes DRESDEN-concept und in Kooperation mit der Stadt und der Sandstein Neue Medien GmbH ist eine für den Informationsaustausch über wissenschaftliche Veranstaltungen maßgeschneiderte Internetplattform entstanden. Jeder, einschließlich der wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit, kann alle Ankündigungen nach verschiedenen Kriterien gefiltert abrufen. Die Internetplattform bietet auch Schnittstellen an, um relevante Vorträge zu einmal ausgewählten Suchkriterien und persönlichen Interessen automatisch vorzusortieren und regelmäßig strukturierte Benachrichtigungen per RSS-feed, iCal-Kalenderabonnement oder über andere Datenkanäle zu erhalten. Der Dresden Science Calendar ergänzt damit die bestehenden Ankündigungssysteme der einzelnen Institute, aus welchen die Informationen automatisch synchronisiert werden. www. wissenschaft.dresden.de/calendar
Kurz und knapp stellt sich Dresden im Stadt-Atlas vor. Er enthält Straßen- und Wegekarten und Informationen zum öffentlichen Nahverkehr. Er gibt Auskunft, wo sich öffentliche und kulturelle Einrichtungen, Fußgängerzonen, öffentliche Toiletten, Einbahnstraßen, Parkplätze und Taxi-Standorte befinden. Darüber hinaus empfiehlt der Stadt-Atlas mit Text, Karte und 3D-Ansicht einen Stadtrundgang durch die Altstadt und die Neustadt von Dresden. Ein weiterer Teil des Stadt-Atlasses befasst sich mit 20 Jahren Kommunalentwicklung. Daten, Karten und Statistiken beschreiben die Entwicklung, zum Beispiel von Wohnungsbau, Verkehrsprojekten, Natur- und Denkmalschutz. Alte und neue Luftbilder werden gegenübergestellt. Die Broschüre im A4-Format umfasst 98 Seiten und kostet 5,35 Euro. Sie ist erhältlich in ausgewählten Buchhandlungen und im Kundenservice des Städtischen Vermessungsamtes, World Trade Center, Ammonstraße 74, 2. OG, Zimmer 2852, Telefon 4 88 41 38 oder 4 88 41 16, Fax 4 88 39 64, E-Mail vermessungsamt-ks@dresden.de. Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr. www.dresden.de/online-shop.
Die sächsische Justiz versteigert beschlagnahmte oder gepfändete Gegenstände auch via Internet. Sachsens Justizminister Martens (FDP) verspricht sich dadurch „bessere Verkaufschancen und höhere Erlöse im Interesse von Gläubigern und Schuldnern“. Sachsen nutzt zusammen mit anderen Bundesländern eine extra dafür eingerichtete Internetplattform, die rund um die Uhr von Interessenten zu erreichen ist, unter www.justiz-auktion.de
Im Naturschutzgebiet Sächsische Schweiz dürfen Klettersportler die Felsen erklimmen. Der Landtag passte dafür das Landesumweltrecht an das neue Bundesrecht unter Beibehaltung landesrechtlicher Regelungen an. „So wäre es zum Beispiel nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, in der Sächsischen Schweiz Klettersport zu betreiben“, so Umweltminister Frank Kupfer (CDU). „Das Felsklettern in der Sächsischen Schweiz hat eine lange Tradition. Die Sportverbände arbeiten aktiv im Naturschutz mit und betreiben ihren Sport sehr verantwortungsvoll“, erklärt der Minister, weshalb Sachsen mit der Gesetzesanpassung das Verbot umging.
Mit Kompass und Karte unterwegs zu sein, ist die gewohnte Art, Sachsen wandernd zu entdecken. Doch die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS) hält für alle Rucksack-Touristen auch Online-Wanderpläne für die sechs beliebtesten Wanderrouten bereit: den Sächsischen Weinwanderweg, den Malerweg, Oberlausitzer Bergweg, Vogtland Panorama Weg, für die Kammtour Erzgebirge-Vogtland und den Muldentalwanderweg. Alle wichtigen Details vom Streckenverlauf über Schwierigkeitsgrad bis hin zu Rastplätzen und Entfernungen sowie die gps-Daten sind auf den Wanderseiten zu finden. Wofür die TMGS mit dem Freizeit- und Tourismusportal AlpRegio kooperiert. www.sachsen-tourismus.de
Die Stadt Dresden bietet ein interaktives Internetportal zur kulturellen Bildung an: Kinder, Jugendliche und Erwachsene, aber auch Familien und Schulklassen können auf dem Portal nach geeigneten Kursen und Veranstaltungen suchen. Kultureinrichtungen können ihre Angebote selbstständig einpflegen und aktualisieren. Das Portal beruht auf einer Kooperation zwischen dem Kulturamt und der Medien Verlags GmbH. Es wird aus Fördermitteln des Sächsischen Wissenschaftsministeriums und der Stadt finanziert. www.dresdner-kulturelle-bildung.de
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