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Raumschiff „Orion“ landet im Dresdner Kulturpalast. Zumindest assoziiert der mit dem 3. Preis bedachte Entwurf im Wettbewerb zum Umbau des Hauses dieses Bild. Der alte Multifunktionssaal soll nach dem Willen der Stadt einem reinen Konzertsaal für die Dresdner Philharmonie weichen. Die Mailänder Architekten Giuseppe Caruso und Agata Torricella lassen auf ihren Plänen einen hypermodernen Saal in den Kulturpalast einschweben, allein durch Träger in den Schmetterlingswänden der alten Saalhülle gehalten. Ab 24. Juni ist ihr Entwurf zusammen mit allen anderen zum Umbau des Kulturpalastes im Festsaal des Stadtmuseums zu sehen.
Caruso und Torricella bauten in Mexiko, entwarfen ein Kunstmuseum in Buenos Aires und ein Zentrum für Industriekultur in Italien. Und für das Alte Museum Berlin konzipierten sie ein neues Raumkonzept. Doch ihr drittplatzierter Entwurf für den Dresdner Kulturpalast wird offensichtlich nicht gebaut. Die Jury unter Vorsitz des Hamburger Architekturprofessors Jörg Friedrich lobt zwar die „moderne Vision für das Haus“. Besonders gefällt die Idee, das ganze Erdgeschoss unter dem eingehängten neuen Konzertsaal zu einem Foyer mit einem neuen Ausgang an der Nordseite des Kulturpalastes zu gestalten. Damit öffnet sich der „Kulti“ nach allen Seiten, wird zu einem Kulturplatz im besten Sinne des Wortes. Aber aus Sicht des Denkmalschutzes wäre dieser spektakuläre Entwurf nicht genehmigungsfähig, meint die Jury.
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Einstimmig empfiehlt das Preisgericht den von ihr mit dem 1. Preis gewürdigten Plan der Architekten Gerkan, Marg & Partner zu realisieren. Das Büro mit Sitz in Hamburg und Berlin, eines der größten in der Republik, baute in der Vergangenheit Flughäfen und Bahnhöfe. Der Berliner Hauptbahnhof ohne herunterfallende Stahlteile ist ein Prestigeobjekt. Neuerdings stehen auch Kulturbauten wie die Weimarhalle, die Musik- und Kongresshalle in Lübeck oder das Grand Theatre in Chongqing in China auf ihrer Referenzliste. Der Jury vertritt die Auffassung, dass der Entwurf der Gerkan-Architekten am wenigstens in die alte Bausubstanz eingreift. Ihr Konzertsaal in Form eines sogenannten Weinberges, bei dem die 1900 Musikfreunde auf verschiedenen Ebenen um das Orchester herum sitzen, könne am besten in den Kulturpalast implantiert werden.
Genial ist ihre Idee, die Bibliothek rechts und links des neuen Konzertsaales über alle Etagen wie zwei Türme auszubilden. Wo die Konzertbesucher heute noch die Garderobe abgeben, wird die Bibliothek, die man über Fahrstühle erreicht, ihr eigenes Foyer haben. Man kann auch sagen, das alte erweitert sich unter den Konzertsaal, öffnet sich allerdings nicht wie beim 3. Preisträger zu einem großen Platz. Die Kleinkunstbühne mit 350 Plätzen als neues Domizil für die Herkuleskeule ordnet der 1. Preisträger in der ersten Etage im Ostflügel des Kulturpalastes an, der Westflügel bleibt der Gastronomie vorbehalten.
Weinberg oder Schuhkarton? Das wird in Dresden möglicherweise die nächste Streitfrage. Die Architekten des Büros Hentrich – Petschnigg & Partner aus Leipzig, die für ihren Entwurf den 2. Preis erhielten, plädieren für einen Konzertsaal in Form eines Kartons. „Die haben die beste Akustik“, weist Gerd Heise von HPP auf die berühmten Vorbilder in Wien und Amsterdam. „Weil Dresden ebenfalls einen erstklassigen Konzertsaal haben möchte, stand für uns schnell fest, es kann nur einer in der Form eines Schuhkartons sein“, so Gerd Heise. Die Jury wiederum kritisiert, dass es bei dem vorliegenden Entwurf „mehrere Plätze mit zu hoher Sicht- und Hördistanz“ gäbe. Dass die Sichtbeziehungen auch beim 1. Preisträger nicht bei allen Plätzen optimal ist, stellte sie dagegen nicht fest.
Der 2. Preisträger ordnet die Bibliothek wie ein U um den Konzertsaal an und erschließt sie ebenso wie die Kleinkunstbühne und die Gastronomie über die seitlichen Treppenhäuser. Insofern kann das Foyer mit Hauptzugang vom Altmarkt den abendlichen Konzertbesuchern vorbehalten bleiben, sich aber auch zu besonderen Veranstaltungen für Bibliotheksbesucher öffnen.
Eine Kostenschätzung verlangte die Stadt den Architekten nicht ab. Insofern steht in den Sternen, ob die Entwürfe für die bisher eingeplanten 65 Millionen Euro umzusetzen sind. „Die Prüfung lassen wir noch durch ein externes Büro vornehmen“, erklärte Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos). Erst Anfang 2010 werde der Stadtrat entscheiden, ob er der Empfehlung der Jury folgt. 2012 könnte dann der Umbau des Kulturpalastes starten. Es bleibt also noch viel Zeit, weiter über den schwebenden Konzertsaal nachzudenken.
Vom 24. Juni bis 8. Juli sind die Entwürfe zum Umbau des Kulturpalastes im Festsaal des Stadtmuseums in der Landhausstraße ausgestellt.
Am 24. Juni. 2009 um 09:54 Uhr
> Aber aus Sicht des Denkmalschutzes wäre dieser spektakuläre Entwurf
> nicht genehmigungsfähig, meint die Jury.
und wiedereinmal blockieren alte Vorschriften und Gedanken den Fortschritt.. wirklich schade, dass gute aber radikale Visionen nicht angenommen werden...
Ist es nicht das beste für ein Denkmal, wenn es weiter denkwürdig ist und nicht einfach nur alt?
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Daniel Libeskind gehört weltweit zu den Star-Architekten. Der Amerikaner mit polnischen Wurzeln baut in Dresden gerade das Militärhistorische Museum mit einem spektakulären Neubau-Keil zu einem modernen Museum um. Am 8. März kommt der Schöpfer des Jüdischen Museums in Berlin nach Dresden und diskutiert mit Architekturkritiker Dieter Bartetzko über den Zusammenhang von Bauen und Geschichte, von Architektur und jüdischer Identität. Das Gespräch 19 Uhr im Deutschen Hygiene-Museum, Marta-Fraenkel-Saal, wird simultan übersetzt. Libeskind wird tags zuvor in Augsburg für sein Werk mit der Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichnet, die der Deutsche Koordinierungsrat der 83 Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (DKR) seit 1968 verleiht. Die Dresdner Gesellschaft nahm diese Ehrung zum Anlass, Libeskind nach Dresden einzuladen. Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro; Kartenreservierung: 0351 4846 350.
Nobert Lammert, der Präsident des Deutschen Bundestags, hält am 8. März, 19 Uhr im Militärhistorischen Museum Dresden einen Vortrag über die „Bundeswehr als Parlamentsarmee“, die seiner Auffassung nach neuen sicherheitspolitischen Bedingungen angepasst werden muss. Die Veranstaltung in der Vortragsreihe „Forum Museum“ findet in der Ausstellungshalle hinter dem Hauptgebäude am Olbrichtplatz 2 statt. Der Eintritt ist frei.
Die Zahl der Selbstanzeigen von Steuersündern, die am Fiskus vorbei Geld auf Schweizer Bankkonten deponiert haben, ist in Sachsen inzwischen auf 25 angestiegen, teilt das Finanzministerium mit. Die Summe der nacherklärten Einkünfte betrage nun rund 2,62 Millionen Euro, die Summe der hinterzogenen Steuern belaufe sich derzeit auf 265000 Euro. Allerdings seien noch nicht in allen bisher eingegangenen Selbstanzeigen die Beträge benannt worden, so dass sich die Höhe der nacherklärten Einkünfte und die Summe der hinterzogenen Steuern noch erhöhen dürfte. Die Selbstanzeigen, die in Zusammenhang mit Kapitalanlagen in der Schweiz stehen, werden von den Finanzämtern seit 1. Februar gesondert erfasst.
„Wohl dem, der Heimat hat.“ Friedrich Schorlemmer stellt am 4. März, 20 Uhr sein gleichnamiges Buch in der Frauenkirche Dresden vor. Der Publizist und Theologe spricht über sein Heimatgefühl in der DDR und zeigt die verschiedenen Facetten von Heimat in seiner ganz eigenen Geschichte auf. Die Stiftung Frauenkirche feiert mit dem Wittenberger ihren 100. Literaturabend. Der Eintritt zur Veranstaltung im Hauptschiff ist frei.
Das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg richtet am 1. März die bundesweit erste Außenstelle seines Krebsinformationsdienstes (KID) in Dresden ein. Am Krebszentrum der Universitätsklinik in der Fiedlerstraße werden zwei Ärztinnen am Telefon Fragen von Patienten, ihren Angehörigen und Interessierten beantworten. Über die bundesweit einheitliche Telefonnummer 0800-420 30 40 des KID werden vorrangig ostdeutsche Bürger an die Außenstelle weitergeleitet. Jedes Jahr beantwortet KID kostenlos und neutral per Telefon, Email und im Internet aktuell, wissenschaftlich fundiert und allgemein verständlich mehr als 33000 Fragen rund um das Thema Krebs.
Dresden erhält eine direkte Flugverbindung in die norditalienische Einkaufs- und Modemetropole Mailand. Der Lufthansa-Partner Air Dolomiti fliegt ab 28. März täglich außer samstags nonstop zwischen beiden Städten. Start jeweils 16.10 Uhr in Dresden, Landung 18.25 Uhr in Mailand-Malpensa, freitags erst 16.55 Uhr ab Dresden. Die Flugtickets gibt es zum Einstiegspreis von 99 Euro (Hin- und Rückflug, inklusive Steuern und Gebühren. Air Dolomiti ist Partner des Lufthansa-Bonusprogramms Miles & More. Eingesetzt werden 50-sitzige Flugzeuge vom Typ ATR42-500. Ticketbuchungen: www.dresden-airport.de
Ab dem 10. Februar wird die Sächsische Aufbaubank nur noch 1000 Förderanträge für den Austausch alter gegen moderne Heizkessel in Wohnungen annehmen, teilt das sächsische Umweltministerium mit. „Danach ist Schluss“, so Umweltminister Frank Kupfer (CDU). Die 27 Millionen Euro aus dem europäischen EFRE-Programm seien bis auf einen Rest aufgebraucht. Für jeden Austausch gab es 1250 Euro. Bisher sind 21000 Heizungsanlagen in Sachsen auf moderne Brennwerttechnik umgestellt worden. Dadurch verringere sich der Kohlendioxidausstoß jährlich um 21000 Tonnen. Für weitere 5000 Umstellungen sind die Förderanträge schon beschieden. „Mit den 27 Millionen Euro Fördermitteln haben wir das Fünffache an Investitionen in Sachsen ausgelöst“, erklärt Kupfer. www.smul.sachsen.de
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