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Er lebt schon 75 Jahre nicht mehr in seiner Heimatstadt. Von den Nazis verfolgt, musste Henry Arnhold einst seine Geburtsstadt fluchtartig verlassen. Trotzdem behielt der New Yorker Bankier Dresden immer in seinem Hinterkopf. Nach der politischen Wende kehrte er als Mäzen zurück, spendete für den Wiederaufbau der Frauenkirche und der Synagoge, gab Geld für die Sanierung des Georg-Arnhold-Bades und richtete ein Stipendienprogramm ein. Für sein herausragendes Engagement insbesondere für die TU Dresden verlieh die Hochschule gestern Henry Arnhold die Ehrensenatorwürde.
Den Aufenthalt der ersten Stipendiaten 1992 aus Dresden an der hochangesehenen New School for Social Research in New York finanzierte Henry Arnhold auf eigene Kosten. 1994 besiegelte die TU Dresden die durch private Initiative entstandene Hochschulpartnerschaft mit einem Vertrag. Seitdem sind rund 50 Studenten oder Doktoranden der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften an der New School gewesen. Henry Arnhold hat die jungen Dresdner alle zu sich eingeladen, sich über ihre Studien und Pläne informiert und natürlich mit ihnen über seine alte Heimatstadt gesprochen.
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Seiner Familie gehörte das 1864 in Dresden gegründete Bankhaus Gebrüder Arnhold, das sich mit der Fusion der Berliner Bank S. Bleichröder zu einer der größten Privatbanken der Weimarer Republik entwickelte. Henry H. Arnhold wurde 1921 als Heinrich-Hartmut Arnhold in Dresden in eine Familie von bekennenden Juden, überzeugten Deutschen, begeisterten Dresdnern und fortschrittlichen Philanthropen hineingeboren.
Großvater Georg Arnhold schenkte den Dresdnern das Freibad am Großen Garten, zudem förderte er die Dresdner Philharmonie und die Singakademie. Vater Heinrich Arnhold kaufte 19 Gemälde für die Kunstsammlungen an: Werke von Nolde, Kirchner, Dix, Klee, Franz Marc und anderen. Die Arnholds stifteten zwei Säle bei der Einrichtung des Hygiene-Museums und gründeten zusammen mit anderen Unternehmen eine Stiftung der Sächsischen Industrie, deren Erträge in die Wissenschaftsförderung an der Technischen Hochschule Dresden flossen. Kunst, Wissenschaft, Friedensbewegung, Esperanto-Bund – es gab kaum etwas, was nicht gefördert wurde. Im Winter veranstalteten Henry Arnholds Eltern Vortragsabende in ihrer Villa auf der Tiergartenstraße. Einstein und Gropius, Gret Palucca und Kandinsky waren zu Gast.
Als die Nazis an die Macht kamen, durften die Arnhold-Kinder plötzlich nicht mehr das vom Großvater gestiftete öffentliche Bad betreten. Vater Heinrich starb 1935 mit erst 50 Jahren an einem Schlaganfall. Den Schikanen der Nazis ausgesetzt hatte er die Bank an die Dresdner Bank veräußern müssen. Der 15-jährige Henry, bis dahin Schüler der Kreuzschule, fand sich 1936 in einem Internat in der Schweiz wieder. Als im September 1939 der Krieg ausbrach, hielt er sich bei seinem Freund Joachim Grieg in Norwegen auf. Er kam nicht mehr aus dem Land. Als die Deutschen Norwegen besetzten, wurde Henry Arnhold verhaftet und interniert. Doch ihm gelang die Flucht über Schweden und Kuba in die USA, wo er 1942 ankam. Eine gute Freundin der Familie, Elsa Brandström, hatte ihm einen Platz auf einem Bananendampfer besorgt. Seine Mutter und andere Mitglieder der Familie waren bereits in den USA. Nicht alle Verwandten überlebten.
„Wir haben noch einmal Glück gehabt“, fasst Henry Arnhold bisweilen die Lebensgeschichte seiner Familie zusammen. Nach dem Krieg macht er Karriere – in einem Haus, das sein Onkel schon 1937 in New York etabliert hatte. Er steigt schließlich zum Chairman der Arnhold & S.Bleichröder Investmentbank auf, die sich später First Eagle Investment Management nennt. Von seinem Büro auf der 44. Etage eines Hochhauses in Manhattan genießt Henry Arnhold, der im September 90 Jahre wird, den Blick über den gesamten Central Park. Malerei, Grafik und Meissener Porzellan halten die Erinnerung an Dresden wach.
Seinen Altruismus begründet Henry Arnhold mit den Grundsätzen seiner Vorfahren. Übrigens sind bereits sein Großvater Georg, sein Vater Heinrich und sein Onkel Adolf Ehrensenatoren der TU Dresden gewesen. „Wir schreiben heute die Geschichte fort“, sagte Laudator Prof. Hans Vorländer. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und Dresdens Erster Bürgermeister, Dirk Hilbert, gratulierten. Es wurde mit Sekt auf die Auszeichnung angestoßen. Dresdner Stollen gab es nicht. Dabei überrascht Henry Arnhold seine Gäste in New York nach einem kleinen Mittagsimbiss gern mit dem Weihnachtsgebäck als Nachtisch - mitunter bis weit in den Juli hinein. „Dresden ist always on his mind“, sagt Laudator Vorländer.
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Hamburg und Dresden rücken enger zusammen, dank einer neuen Direktfluglinie. Die Bremer Regionalfluggesellschaft OLT Express Germany bedient die Strecke mit täglichen Flügen. Montag und Freitag heben die 50sitzigen Propellermaschinen vom Typ Saab 2000 sogar dreimal in Dresden und Hamburg ab. Die Flugzeit beträgt 60 Minuten. Obwohl Dresden und Hamburg bereits seit über 20 Jahren Partnerstädte sind, waren sie bisher nicht im Direktflug erreichbar. Als Eröffnungsangebot ist der Hin- und Rückflug 199 Euro pro Person buchbar. www.oltexpress.de
Brautpaare, die gern im Dresdner Barockviertel heiraten möchten, können sich ab Juni im Kulturrathaus, Königstraße 15, das Ja-Wort geben. Ihnen steht für die Eheschließung der Fritz-Löffler-Saal mit seiner historischen Holzbalkendecke zur Verfügung. Er bietet bis zu 144 Gästen Platz und verfügt über eine wunderbare Akustik. Für die musikalische Umrahmung kann der vorhandene Flügel genutzt werden. Von Mai bis Oktober immer samstags von 9 bis 13 Uhr können künftig im Kulturrathaus Ehen geschlossen werden. Die Termine vergibt das Standesamt Dresden, Goetheallee 55. www.dresden.de/heiraten
Wer Geburtstag hat, bekommt üblicherweise Geschenke. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) beschenken seit diesem Jahr ihre Besucher an deren jeweiligem Geburtstag mit freiem Eintritt. „Geburtstagskinder“ jeden Alters legen an der Kasse ihren Personalausweis vor und erhalten an dem Tag freien Eintritt in alle Museen der SKD an den Standorten Dresden, Leipzig und Herrnhut. Diese Regelung gilt auch für das Historische Grüne Gewölbe und sämtliche Sonderausstellungen.
Immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein, heißt auch, zu wissen, woran die Forscher arbeiten. Mit dem Start des Dresden Science Calendar werden alle wissenschaftlichen Veranstaltungen im Raum Dresden auf einen Blick zugänglich gemacht. Im Rahmen des Wissenschaftsnetzwerkes DRESDEN-concept und in Kooperation mit der Stadt und der Sandstein Neue Medien GmbH ist eine für den Informationsaustausch über wissenschaftliche Veranstaltungen maßgeschneiderte Internetplattform entstanden. Jeder, einschließlich der wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit, kann alle Ankündigungen nach verschiedenen Kriterien gefiltert abrufen. Die Internetplattform bietet auch Schnittstellen an, um relevante Vorträge zu einmal ausgewählten Suchkriterien und persönlichen Interessen automatisch vorzusortieren und regelmäßig strukturierte Benachrichtigungen per RSS-feed, iCal-Kalenderabonnement oder über andere Datenkanäle zu erhalten. Der Dresden Science Calendar ergänzt damit die bestehenden Ankündigungssysteme der einzelnen Institute, aus welchen die Informationen automatisch synchronisiert werden. www. wissenschaft.dresden.de/calendar
Kurz und knapp stellt sich Dresden im Stadt-Atlas vor. Er enthält Straßen- und Wegekarten und Informationen zum öffentlichen Nahverkehr. Er gibt Auskunft, wo sich öffentliche und kulturelle Einrichtungen, Fußgängerzonen, öffentliche Toiletten, Einbahnstraßen, Parkplätze und Taxi-Standorte befinden. Darüber hinaus empfiehlt der Stadt-Atlas mit Text, Karte und 3D-Ansicht einen Stadtrundgang durch die Altstadt und die Neustadt von Dresden. Ein weiterer Teil des Stadt-Atlasses befasst sich mit 20 Jahren Kommunalentwicklung. Daten, Karten und Statistiken beschreiben die Entwicklung, zum Beispiel von Wohnungsbau, Verkehrsprojekten, Natur- und Denkmalschutz. Alte und neue Luftbilder werden gegenübergestellt. Die Broschüre im A4-Format umfasst 98 Seiten und kostet 5,35 Euro. Sie ist erhältlich in ausgewählten Buchhandlungen und im Kundenservice des Städtischen Vermessungsamtes, World Trade Center, Ammonstraße 74, 2. OG, Zimmer 2852, Telefon 4 88 41 38 oder 4 88 41 16, Fax 4 88 39 64, E-Mail vermessungsamt-ks@dresden.de. Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr. www.dresden.de/online-shop.
Die sächsische Justiz versteigert beschlagnahmte oder gepfändete Gegenstände auch via Internet. Sachsens Justizminister Martens (FDP) verspricht sich dadurch „bessere Verkaufschancen und höhere Erlöse im Interesse von Gläubigern und Schuldnern“. Sachsen nutzt zusammen mit anderen Bundesländern eine extra dafür eingerichtete Internetplattform, die rund um die Uhr von Interessenten zu erreichen ist, unter www.justiz-auktion.de
Im Naturschutzgebiet Sächsische Schweiz dürfen Klettersportler die Felsen erklimmen. Der Landtag passte dafür das Landesumweltrecht an das neue Bundesrecht unter Beibehaltung landesrechtlicher Regelungen an. „So wäre es zum Beispiel nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, in der Sächsischen Schweiz Klettersport zu betreiben“, so Umweltminister Frank Kupfer (CDU). „Das Felsklettern in der Sächsischen Schweiz hat eine lange Tradition. Die Sportverbände arbeiten aktiv im Naturschutz mit und betreiben ihren Sport sehr verantwortungsvoll“, erklärt der Minister, weshalb Sachsen mit der Gesetzesanpassung das Verbot umging.
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