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Dresdner News

Das „Schöne Tor“ ziert wieder die Schlosskapelle

24. Juni. 2009
24.Juni 2009
Die Restaurierung des Schlosskapellenportals, auch „Schönes Tor“ genannt, wurde heute mit dem Setzen des Mittelreliefs abgeschlossen.

Die „Auferstehung“ schwebt nach oben Foto: Holland

Das Mittelrelief hat seine Position in der Attika des über sieben Meter hohen und fast sechs Meter breiten Portals erreicht, das wieder den Eingang zur Schlosskapelle schmückt.

Die „Auferstehung“ hängt am Haken eines Krans. Das Relief mit der biblischen Szene strebt im Großen Schlosshof gut gesichert himmelwärts. Während die Steinmetze unten den Atem anhalten, bringen jene oben auf dem Gerüst die Steintafel in die endgültige Position, in der Attika des „Schönen Tores“. Das über sieben Meter hohe, kunstvoll gestaltete Sandsteinportal schmückt mit seinem heute eingesetzten Mittelfeldrelief wieder in voller Pracht den Eingang zur Schlosskapelle. Die Restaurierung des „Schönen Tores“ ist abgeschlossen und damit ein einmaliges Kunstwerk der deutschen Renaissance im Dresdner Schloss an seinen Platz zurückgekehrt.

Nach einem großzügigen Ausbau der Residenz der politisch aufstrebenden Wettiner war es 1555/56 aufgestellt worden. Der Entwurf des Portals stammt wahrscheinlich von Giovanni Maria da Padova, der sich zu dieser Zeit in Dresden aufhielt. Vorbild ist nach Recherchen der Denkmalpflege der antike Triumphbogen im italienischen Ancona. Die Wettiner hatten nach dem Bruderkrieg zwischen Moritz und Friedrich ihr selbstbestimmtes Auftreten gegenüber dem Kaiser und ihre neue Religion, den Protestantismus, zu feiern. Das Kunstwerk, das in der Werkstatt des Dresdner Bildhauers Hans Walther II und mit Unterstützung von sechs italienischen Bildhauern entstand, erzählt vom sächsischen Triumph. Wegen der Feingliedrigkeit der Reliefs und Figuren aus Cottaer Sandstein gilt es europaweit als eines der schönsten und bedeutendsten Portale der Renaissance.

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Sein kunsthistorischer Wert musste allerdings erst wiederentdeckt werden. Er schwand 1737 mit der Auflösung der protestantischen Schlosskapelle. Das Portal kam in die Sophienkirche, wurde nach deren Zerstörung 1945  in den Großen Garten ausgelagert und dann neben dem Johanneum aufgestellt, wo es mehr und mehr verfiel. 2004 wurde es abgebaut, seitdem restauriert und am ursprünglichen Ort wieder zusammengefügt. Die Odyssee fand ein glückliches Ende.

Der Freistaat ließ sich den Wiederaufbau des „Schönen Tores“ 1,1 Millionen Euro kosten. Heute besteht das Portal jeweils zu einem Drittel aus Kopien und Abgüssen. Gefährdete Teile und Figuren, die man nicht mehr der Witterung aussetzen wollte, wurden eingelagert, u.a. die Eichenholztür. Das Mittelrelief beispielsweise ist eine Kopie, die der Steinbildhauer Christian Heerklotz schuf. 750 Stunden arbeitete er daran. Die Feingliedrigkeit des Originals zu erreichen, sei eine Herausforderung gewesen. Weltliche Auferstehungen sind manchmal ganz schön mühsam.

(Sieglinde Werner)

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Tiere und Pflanzen des Jahres auf Postkarten

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Französisches Abi jetzt auch in Sachsen

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