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Trübe Stimmung im Dresdner Elbtal. Der wolkenverhangene Himmel, aus dem es immer wieder regnet, passt zum Tag. Dresden hat gerade seinen Status als Weltkulturerbe verloren. Wegen des fortgesetzten Baus der Waldschlösschenbrücke in der einmaligen Flusslandschaft inmitten der Stadt entzog das Welterbekomitee der UNESCO heute während seiner Tagung in Sevilla Dresden den prestigeträchtigen Titel. Blamabel für Dresden, Sachsen und ganz Deutschland. Denn in der 34-jährigen Geschichte der UNESCO wurde bislang nur ein einziges Mal eine Welterbestätte von der Liste gestrichen. Das Komitee hatte mit 14 zu fünf Stimmen bei zwei Enthaltungen für die Aberkennung des Titels gestimmt. Zuvor war ein Antrag, die Entscheidung um ein weiteres Jahr zu verschieben, mit 13 zu 8 Stimmen abgelehnt worden.
Die Entscheidung ist konsequent. Denn bereits mehrmals räumte die UNESCO Dresden eine Gnadenfrist ein. Klar und deutlich ist ein Stopp des Brückenbaus gefordert und als Kompromiss vorgeschlagen worden, einen Tunnel zu errichten. Doch die Entscheidungsträger in Stadt, Land und Bund reagierten auf den Vorschlag nicht. Stattdessen reiste Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) kämpferisch im roten Kostüm nach Spanien. Zumindest passte die Farbe zu der Liste auf der Dresden schon seit drei Jahren wegen des umstrittenen Brückenbaus steht. Mit ihrer Beschwichtigungsrethorik, das Waldschlösschenbrücke und Weltkulturerbe-Titel vereinbar seien, stieß sie allerdings bei der UNESCO auf Granit. Zudem verstand man ihre Rede nicht, wie Beobachter berichten. Sie behauptete der Bau eines Tunnels sei rechtlich nicht möglich.
Nach ihrer Rückkehr aus Spanien kann die Oberbürgermeisterin sagen, sie habe bis zum Schluss gekämpft. Doch die UNESCO sei uneinsichtig gewesen. Den Schwarzen Peter nahm das Komitee nicht an, sondern schickte Helma Orosz mit demselben wieder nach Hause. Es beschloss nämlich auch, dass sich Dresden erneut um einen Welterbetitel bewerben kann, wenn es dafür die entsprechenden Kriterien erfüllt. Eine große Geste und gleichzeitig ein Schachzug, denn damit liegt der Ball wieder bei Dresden.
Die Nachricht vom Titelverlust erreicht den Stadtrat, als er gerade Bilanz über die kommunalpolitische Arbeit der zurückliegenden Wahlperiode zieht. Die Bürgermeisterriege auf dem Podium zeigt keine Regung. Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) beugt sich nur noch tiefer über seine Akten. Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) konzentriert sich in Vertretung der Oberbürgermeisterin auf die Leitung der Sitzung. „Ich bin nicht schockiert“, sagte CDU-Fraktionschefin Christa Müller auf Nachfrage. Dresden habe mit einer solchen Entscheidung rechnen müssen. In gleicher Weise äußerte sich FDP-Fraktionschef Jan Mücke (FDP). „Es werden genauso viele Touristen wie bisher nach Dresden kommen“, meint der FDP-Politiker, der für seine Partei auch im Bundestag sitzt. Wider besseren Wissens erklärte er: „Dresden hatte in der UNESCO keinen fairen Partner gehabt.“
Die Fraktionschefin der Grünen, Eva Jähnigen, wertet die Aberkennung des Welterbetitels als „Tiefpunkt in der Stadtgeschichte“. Sie befürchtet negative Folgen für die Stadt, vor allem weiter sinkende Touristenzahlen. „Wir haben im Stadtrat versucht den Brückenbau zu stoppen und einen neuen Bürgerentscheid durchzusetzen“, erklärte sie im Namen der Opposition. „Die Verfechter des Welterbes im Rat haben viel getan, um den Titel zu erhalten, doch die Landesregierung hat alle Beschlüsse kassiert“, so Jähnigen. Auch die Bundesregierung habe den Dresdner Stadtrat in seinen Rettungsversuchen nicht unterstützt. André Schollbach, Fraktionschef der Linken, sprach von „einem traurigen Tag für Dresden“.
Für die trübe Stimmung in Dresden fand die Initiative „Welterbe erhalten“ mal wieder das beste Bild. Mit Trauerflor an der Dresden-Fahne und den UNESCO-Bannern führte sie einen Trauerzug vom Neustädter Markt über die Augustusbrücke zum Neumarkt an, um den Welterbe-Titel zu beerdigen. Auf eine Leinwand vor der Frauenkirche war das Tal von Bamiyan projiziert. Neben der leeren Nische, in der vor der Sprengung durch die Taliban einst ein Buddha stand, die Silhouette der Frauenkirche. Der Spruch zum Bild wurde auf einer Karte verteilt: „Der Zerstörung eines Welterbes der Menschheit geht immer der politische Wille der jeweiligen Machthaber voraus.“
Am 18. September. 2009 um 12:01 Uhr
Blamabel und schändlich - die alleinige Schuld tragen die Verantwortlichen in der Dresdner Politik. Sie sollte man zur Rechenschaft ziehen, hart und konsequent!
Den beteiligten Parteien sollte man die Kosten des Rückbaus der Brücke unmittelbar und zur Gänze zurechnen, ganz im Sinne der juristischen Ursächlichkeit. Denn hier ist Vorsatz am Werk, bewußtes Täuschen und das Herbeiführen eines Tatbestandes.
Diese Politik ist das Gegenteil dessen, was Politiker vor Amtsantritt schwören - nämlich Schaden vom Volk abzuwenden!
Die Entscheidung der UNESCO ist richtig, konsequent und hat die dummdreiste Verlogenheit der Politik Dresdens und Sachsens entlarvt!
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Grafiken, die Künstler 1989/1990 und 2009/2010 in der Dresdner Grafikwerkstatt druckten, sind bis zum 30. September in der neuen Ausstellung der „Galerie 2. Stock“ im Rathaus zu sehen. Auch wenn die Themen 20 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit nicht vordergründig verarbeitet worden sind, so sind sie doch als Atmosphäre und „Hintergrundleuchten“ spürbar. Grafiken von Klaus Drechsler, Angela Hampel, Eberhard Havekost, Christiane Just, Maja Nagel, Gudrun Trendafilov und Claus Weidensdorfer sind zu sehen. Seit 1958 werden in der Grafikwerkstatt Dresden, Arbeitsmöglichkeiten für Dresdner Künstler angeboten. Geöffnet ist die „Galerie 2. Stock“ montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Mit Kompass und Karte unterwegs zu sein, ist die gewohnte Art, Sachsen wandernd zu entdecken. Jetzt hat die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS) für alle Rucksack-Touristen ein neues Angebot parat: Online-Wanderpläne für die sechs beliebtesten Wanderrouten: Sächsischer Weinwanderweg, Malerweg, Oberlausitzer Bergweg, Vogtland Panorama Weg, Kammtour Erzgebirge-Vogtland und Muldentalwanderweg. Alle wichtigen Details vom Streckenverlauf über Schwierigkeitsgrad bis hin zu Rastplätzen und Entfernungen sowie die gps-Daten sind auf den Wanderseiten zu finden. Wofür die TMGS mit dem Freizeit- und Tourismusportal AlpRegio kooperiert. www.sachsen-tourismus.de
Ab Dezember bekommt Dresden eine Direktflugverbindung mehr. Die Fluggesellschaft easyJet eröffnet am 3. Dezember die Nonstoproute Dresden-Basel. Dreimal wöchentlich - mittwochs, freitags und sonntags - wird vom Flughafen Dresden-Klotzsche der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg angeflogen. Die neuen Flüge in die Schweiz lassen sich ab 8. Juli buchen unter www.easyJet.com
Aeroflot hat die Flugverbindungen zwischen Dresden und Moskau-Scheremetjewo weiter verbessert. Seit Juni bietet die russische Fluggesellschaft einen zusätzlichen Flug am Mittwoch und damit drei Nonstopflüge pro Woche und Richtung an. Der moderne Airbus A319 mit 116 Plätzen startet um 17.20 Uhr, montags bereits um 16.40 Uhr in Dresden. Die Landung in Moskau erfolgt um 21.55 Uhr bzw. am Montag um 21.15 Uhr. In der russischen Hauptstadt hebt die Maschine um 15 Uhr Ortszeit ab und erreicht Dresden um 15.40 Uhr Ortszeit. Den Hin- und Rückflug kostet inklusive aller Steuern und Gebühren ab 211 Euro. Die Flugzeit beträgt rund zweieinhalb Stunden.
Auch in diesem Jahr will Sachsens Umweltministerium mit Postkarten zur Natur des Jahres 2010 den Blick wieder auf bekannte und weniger bekannte Schönheiten unserer heimischen Flora und Fauna lenken. Ausgesucht wurden dafür der Dachs (Tier des Jahres 2010), der Schönbär (Schmetterling d. J.), die Vogelkirsche (Baum d. J.), der Teichmolch (Lurch d. J.), die Herbstzeitlose (Giftpflanze d. J.) und der Efeu (Arzneipflanze d. J.). Die Postkarten kann man sich auf der Internetseite des Umweltministeriums ansehen oder kostenfrei beim Zentralen Broschürenversand der Staatsregierung bestellen: publikationen(at).sachsen.de http://www.natur.sachsen.de
Das Romain-Rolland-Gymnasium Dresden und das Anton-Philipp-Reclam-Gymnasium Leipzig sind die ersten Schulen in Sachsen, die parallel zum deutschen Abitur das Französische Baccalauréat (AbiBac) anbieten. Ab Schuljahr 2010/2011 können sich Gymnasiasten der Klassenstufe zehn, die die vertiefte sprachliche Ausbildung durchlaufen haben, darauf vorbereiten. In den Klassenstufen zehn bis 12 wird dann Französisch auf erhöhtem Niveau unterrichtet. In den letzten drei Jahren vor dem Abitur geht es auch in Geschichte und einem weiteren gesellschaftwissenschaftlichen Fach französischsprachig zu. Dresden kooperiert dabei mit einer Schule in Strasbourg, Leipzig mit einer Schule in Montpellier.
In Dresden-Neustadt entsteht eine neue Tempo-30-Zone westlich der Königsbrücker Straße, die im Süden durch die Antonstraße und im Norden durch den Bischofsweg begrenzt wird. Im Westen reicht sie bis zu den Bahnanlagen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung soll den Durchgangsverkehr fernhalten und die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer erhöhen. In diesem Zusammenhang gibt die Stadt den als Einbahnstraße ausgewiesenen Dammweg zwischen Eschenstraße und Bischofsweg in beiden Richtungen für den Radverkehr frei und schafft damit eine Alternative zur belebten Königsbrücker Straße. Das Parken entfällt dafür auf diesem Abschnitt des Dammweges.
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